Konzentration auf Mainstream ist ja verständlich - aber warum immer dieselben Titel?


Mit diesem "Scheissebaerverträglich"-Mix (Originalzitat eines ehemaligen NRW-Lokalradio-CR) erreicht man letztendlich gar niemanden. So verkommt man zur Friseur-und Autowerkstatt-Hintergrunddudelgrütze. Und die Möbelhauscarglassaaaaaitenbacher-Werbung verhallt ungehört. Dann geh doch zu Brutto...oder war es doch Skonto? Egal...
 
Aber das wird doch gar nicht gemessen. Kein einziger Sender weiß, ob bei einem angeblich polarisierenden Titel (die mag es geben) tatsächlich abgeschaltet wird.
Alles, was über Streams läuft, könnte man schon dahingehend auswerten. Ich bin mir sehr sicher, daß z B Netflix oder Sky Ticket genau beobachten, was man aufruft und wo man abbricht, anhält, was man überspringt oder sich nochmal ansieht usw. Auch wenn man Zeitungen oder Bücher über E-Reader liest, können Verlage Rückschlüsse darüber ziehen, welche Teile des Angebots die Leute interessieren und welche nicht. Es würde mich sehr verwundern, wenn ähnliche Auswertungen mit Radio-Streams nicht gemacht würden.
 
So sind sehr viele Nummer-Eins-Hits im Radio nicht spielbar, weil ein Teil der werten Hörerschaft wegschaltet, da sie den Titel durchaus kennt, aber nicht oder nicht mehr mag.
Dann hart du noch nie ENERGY Sachsen gehört. Dort ist es Gang und gäbe, Nummer 1 Hits aus der Vergangenheit auch jetzt noch regelmäßig zu spielen. Oder wo sonst läuft noch I took a pill in Ibiza oder Sing me too sleep? Das wurde ja überall mittlerweile entsorgt im Glauben es möge niemand mehr, was natürlich völliger Quatsch ist, denn gute Musik kennt kein Alter.
Das tun sie in der Regel, sonst wären es ja keine Besttester. ;)
 
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Das ist ja gerade das Problem: Es wird immer nur angenommen, daß weggeschaltet wird. Ergo werden Titel eingesetzt, von denen halbwegs sicher ist, daß nicht weggeschaltet wird.
Und hier liegt des Kampfhundes Kern! Ich mixe das ewig Gleiche zu einem glitschigen Schmierbrei, der in jede Öffnung eines Nebenbei-Hör-Menschen dringt, verrühre das mit der skandalösen Lüge von "mehr Abwechslung", sediere meine Schäfchen im Dudel-Land - und vertreibe sarkastisch grinsend die paar Leutchen, die sich vielleicht sogar mal über ein französisches Chanson (ach, Du lieber Gott!!!) freuen würden. Ich sehe schon die wachsende Beinmuskulatur von Chantalle aus Neukölln, die bei jedem nicht Best-Tester zum Radio jumpt und unter immensem Aufwand (Bügeleisen links, Kleinkind am Knie, rechte Hand am Empfänger) angeekelt und schweißtriefend den Sender wechselt.
Was für ein Schwachsinn!
Denn: Chantalle in jener karikierten Ausprägung gibt es gar nicht! Chantalle würde sich vielleicht auch mal über was Neues, Originelles, Pfiffiges freuen und so tatsächliche Abwechslung in ihren Bügel-Alltag bringen. Nur: Das wird ihr wissentlich vorenthalten, weil (Zitat einer Moderatorin:) "Unsere Hörer eh' alle Vollidioten sind!"
Liebe Dudelfunker: Probiert's doch einfach mal. Packt doch zwischen die Best-Tester einfach mal mutig einen "Abschalter", der vielleicht gar keiner ist. Möglicherweise vertreibt ihr damit sieben "Chantalles". Aber Ihr gewinnt sicher ein paar Leutchen mehr, die aufgrund dieser Besonderheiten beim Sender hängen bleiben und als Multiplikatoren wirken könnten.
Und behandelt uns nicht wie die letzten Doofies, wenn Ihr Wort sendet:
"Jetzt 'n bisschen Hochkutur: ne kleine Filmkritik von 99.9-Reporterin Arabella Strickstrumpf"
"Also, das mit dem Corona is ja so, dass man nich ins Kino kann, ich hab aber im Autokino geguckt. 'N schlimmer Film, aber gut gemacht. Hab mich gegruselt."
"Das war 99.9-Reporterin Arabella Strickstrumpf mit ihrer Filmkritik. Nur bei uns. Und jetzt wieder 'In the army now!'"

Schön' Tach noch...
 
Liebe Dudelfunker: Probiert's doch einfach mal. Packt doch zwischen die Best-Tester einfach mal mutig einen "Abschalter", der vielleicht gar keiner ist. Möglicherweise vertreibt ihr damit sieben "Chantalles". Aber Ihr gewinnt sicher ein paar Leutchen mehr, die aufgrund dieser Besonderheiten beim Sender hängen bleiben und als Multiplikatoren wirken könnten.
Das Problem ist aber, dass die Schantalles von der Werbeindustrie geliebt werden, weil sie für jede Art von Werbung und Beinflussung empfänglich sind.
 
Die Radiosender können einen noch so guten Song totnudeln. Und mal ehrlich: ein Song, der einem auf die Nerven geht, fällt in einer engen Rotation doch mehr auf, als ein persönlicher Lieblingssong!

Ein Beispiel:

SWR 1 RP hat diese Woche täglich einen Song vom Spliff Vinyl-Album "85555" gespielt, vorgestern war es "Déjà vu". Das hat mich gefreut und ich habe begeistert hin/zugehört, weil ich den Song seit damals mag. Ausnahmsweise haben die den Titel sogar ganz ausgespielt. Ebenso geht es mir bei "Shout" von Tears for Fears. Wenn jetzt aber "mein" Radiosender diese Songs plötzlich alle 3 Stunden spielen würde, wären die auch schnell nervig.

Diese enge Rotation soll wohl zur Wiedererkennung des Senders beitragen und glaubt man den Analysten, nutzen die Hörer das Radio auch nur 2 Stunden am Tag im Schnitt. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hörer auf seinen aktuellen Lieblingshit beim Einschalten trifft, relativ hoch. Das gilt hauptsächlich für Hot AC Sender.

Will man also "Beautiful Madness" von Patrick Michael Kelly oder irgendwas von Bendzko, Giesinger, Joris, Reamonn oder Mark Forster hören, ist man im Jahre 2020 bei SWR3 genau richtig. Denn da läuft dieses Gesummse garantiert alle 3 Stunden! Jahrelang hatte man bei SWR1 RP auch die Garantie, dass irgendein Abba-Song irgendwann in 3 Stunden gespielt wurde. Zur Zeit hat sich das etwas gebessert.

Andere Sender nutzen wiederum andere Interpreten oder Songs, an denen sie sich festkrallen.

Für denjenigen, der nur 1 Stunde am Tag Radio hört, ist diese Hotrotation perfekt. Leute, die 8 Stunden am Stück Radio hören, sind heute eher selten. Und für diese Hörer soll das heutige Radioprogramm auch nicht mehr gemacht sein.
 
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Richtig, Durchhörbar heißt aber auch das Programm muß zu jeder Zeit erkennbar bleiben und gleich klingen. Damit der Arbeiter, der morgens gehört hat und nachmiittags wieder einschaltet, nich denkt, beim falschen Sender zu sein. Und damit er merkt, richtig zu sein, hört er die Hits vom Morgen garniert mit den Gags der Morgenshow.
 
Richtig, Durchhörbar heißt aber auch das Programm muß zu jeder Zeit erkennbar bleiben und gleich klingen. Damit der Arbeiter, der morgens gehört hat und nachmiittags wieder einschaltet, nich denkt, beim falschen Sender zu sein. Und damit er merkt, richtig zu sein, hört er die Hits vom Morgen garniert mit den Gags der Morgenshow.
Das mit der Dzrchhörbarkeit halte ich für Aberglauben.
 
Du (...) heimlich den Sender verstellst
Eine Geschichte aus dem nordwestlichen Mainfranken, ich als Praktikant. Es lief Bayern3 in der Beschallung der Betriebshalle im Frühsommer 1991; nicht die beste Zeit die Bayern3 erlebt hat. Neben dem Personal war ich sowieso der Meinung man sollte auf einen anderen Sender wechseln. hr3 wäre so mein Favorit gewesen. Leider gab es das Programm noch nicht via 106,2. Somit wurde FFH auf der starken 100,9 die Alternative. Gewechselt, die Masse wußte von nichts. Die Resonanzen waren erstmal positiv. _Aber dann_ großes Geschreie: Die Pause zur vollen Stunde und deren Ende! Nein! Wie konnte es angehen daß auf einmal die Nachrichten 5 vor kamen... Es wurde wieder auf Bayern3 zurückgewechselt. Was der Bauer nicht kennt... Ich hätte allerdings lieber hr3, DT64, SDR3 oder SWF3 gehabt - ging alles in der Halle schon technisch nicht durch Industriestörungen.
Und so sei angemerkt: Ein Verstellen des Senders wird bemerkt. Damals wie heute. Heute reicht vermutlich der Claim der nicht gewohnt ist. Es unterscheidet sich ja sonst nichts :( .
 
Neben dem Personal war ich sowieso der Meinung man sollte auf einen anderen Sender wechseln.
Ähnliche Situationen habe ich auch schon öfters erlebt, vorallem besonders lustig wird es dann, wenn keiner bemerkt dass der eigendliche "Hass Sender" eingestellt ist, dann noch zufälling etwas Krach in der Zeit des Stundenopeners, und schon hat keiner bemerkt das WDR4 anstatt 1LIVE läuft.
 
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Heute reicht vermutlich der Claim der nicht gewohnt ist. Es unterscheidet sich ja sonst nichts :( .
So ein Schmarrn. "Gewohnte Claims" selten so einen Blödsinn gelesen. Da alle das gleiche Dudeln ist es nachwievor egal. Ich hab vor Jahren bei Bekannten mal von SWR3 zu Antenne Bayern gewechselt, welches komischerweise im Brüllwürfelradio im Schwarzwald noch ankam. Bemerkt wurde null. Müssen schon echte Freaks sein, die wegen des Claims so einen Aufstand machen. Ottonormalverbraucher können das auf keinen Fall gewesen sein. Da gilt nachwievor "Hauptsache es dudelt was".
 
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Natürlich hört man einen Unterschied. Es ist die Frage wie groß der sein müßte damit das weitere Programm einen Mehrwert darstellt. Da scheinen die Meinungen doch deutlich außeinander zu gehen. Ich hätte gerne Programme mit deutlichem Profil. Um eine Stereotype zu benutzen: Der Unterschied darf nicht darin liegen "Sleeping Satellite" vor oder nach den Nachrichten zu bringen ;)
 
Natürlich hört man einen Unterschied.
Klar, hört man den Unterschied sofort, wenn jemand 20 Jahre lang Radio NRW gehört hat und, dann mal für eine halbe Stunde auf WDR 2 gewechselt hat. Bei einigen NRW-Lokaldudelern ist man jetzt schon beim "du", ich tippe das wir das in spätestens 5 Jahren, auch bei WDR 2 hören werden.
Bis dahin ist Radio NRW, schon auf BigFM-Morningshow-Niveau abgestiegen.
Ich persönlich kann weder WDR 2, noch Radio NRW für mehr als 5 Minuten ertragen :(.
 
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