Kult kostet


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#1
"Kult kostet" - so überschreibt der Tagesspiegel den folgenden Artikel in der heutigen Ausgabe:
Die ARD gibt viel Geld für die Bundesliga-Radiokonferenz aus

Von Marcus Meyer

Frankfurt (Main). Die Spots bei der Bundesliga-Schlusskonferenz verkaufen sich gut. Nur gibt es da ein Problem: Auch die fünf Millionen Euro für den Hörfunkvertrag können nicht über Werbung refinanziert werden. Eigentlich läuft das Geschäft gut, dennoch fühlt sich Claudia Scheibel in die Defensive gedrängt. Scheibel ist Pressesprecherin der ARD-Werbetochter Sales & Services, die sich um die Vermarktung der Werbezeiten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und im Radio kümmert. Die PR-Fachfrau fürchtet, dass eine Debatte über die Verschwendung von Rundfunkgebühren beginnt.

Sales & Services vermarktet die Werbezeiten rund um die Bundesliga-Schlusskonferenz, die auf zahlreichen ARD-Stationen am Samstagnachmittag zu hören ist – und die unter Fans sehr beliebt ist. Neuerdings lässt sich die ARD die Traditionssendung mit Kultcharakter eine Menge kosten. Fünf Millionen Euro zahlen die öffentlich-rechtlichen Anstalten künftig pro Spielzeit. Dafür bekamen sie eine Ausdehnung der Berichterstattung von 40 auf 70 Minuten und eine Alleinstellung der Konferenzschaltung verbrieft.

Gleichwohl ist der Betrag hoch und weckt den Verdacht, die ARD könnte auch im Hörfunkbereich mit Gebühren teure Fußballer alimentieren. Scheibel verweist auf volle Auftragsbücher. Spots können bei „Liga Live“ in zweiminütigen Blöcken direkt vor und direkt nach der Schlusskonferenz gebucht werden. 6510 Euro kosten 30 Sekunden Werbung, die auf insgesamt zehn Programmen gleichzeitig zu hören ist. Auf 34 Spieltage hochgerechnet, könnten allein dadurch eineinhalb Millionen Euro zusammenkommen.

Die ARD-Werbezeitenvermarkter haben gewichtige Argumente gegenüber ihren Kunden. Nach eigenen Erhebungen gibt es regelmäßig zehn Millionen Hörer. Doch trotz guter Ausbuchung ist es unwahrscheinlich, dass die restlichen 3,5 Millionen Euro der Lizenzsumme durch weitere Werbespots finanziert werden können. Eine teure Traditionspflege also, die sich die ARD leistet.
 
#2
"6510 Euro kosten 30 Sekunden Werbung, die auf insgesamt zehn Programmen gleichzeitig zu hören ist. Auf 34 Spieltage hochgerechnet, könnten allein dadurch eineinhalb Millionen Euro zusammenkommen."

  • Also muss man wohl noch ein paar Spieltage abwarten um zu sehen, ob sich das realitisch so hochrechnen lässt. Das hängt schließlich auch von der Spannung der Spiele und der Tabellenpositionen ab. Da könnten die Hörerzahlen deutlich wachsen - und damit auch die Werbepreise.
  • Dass Sport unter "Abschaltfaktor" firmiert, dürfte hinlänglich bekannt sein. Ob die Bundesliga dazu gehört, darf man allerdings zweifelnd fragen.
  • Natürlich muss man sich fragen, ob die Bundesliga das wert ist. Allerdings: Sie kostet in jedem Fall. Und wenn sie nicht vollständig durch Werbung bezahlt werden kann, dann muss man fragen, ob der Restbetrag höher ist als das, was man bisher hat zahlen müssen - und von GEZ-Zahlerseite her akzeptiert hat.
  • Die ÖRs bekommen GEZ und irgend etwas sollen sie damit machen. Wenn sie aber alles, was sie machen - und was in diesem Fall auch kräftig Hörer zieht - gegen die Kritik verteidigen müssen, "dafür zahle man schließlich keine Rundfunkgebühren", dann frage ich mich: Wofür zahlt denn der einzelne seine Gebühren?
  • "Doch trotz guter Ausbuchung ist es unwahrscheinlich, dass die restlichen 3,5 Millionen Euro der Lizenzsumme durch weitere Werbespots finanziert werden können. Eine teure Traditionspflege also, die sich die ARD leistet."
    Mag sein. Aber woher nimmt der Tagesspiegel seine Vermutung? Der eine oder andere Grund wäre an dieser Stelle ja schon interessant gewesen.
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben