Michael Jackson und die Radiosender


#51
Und wieder nur eine Abwertung ohne jede Erklärung und jeden Beleg. Du bist ein echt "putziger" Zeitgenosse, @amfmdab+ ...

Ich glaube dass dein eigentliches Problem ist, dass du deinen persönlichen Musikgeschmack und deine ganz persönlichen musikalischen Interessen zum Nonplusultra erklärst und alles andere daneben nur für "minderwertig" hältst. Dafür suchst du dir dann alle möglichen Belege und blendest alles aus was geschmacklich nicht in dieses Schema paßt. Das es auch unzählige Gegenthesen zu deinem "Nonplusultra" gibt, spielt für dich keine Rolle, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Das eigentlich schlimme daran scheint mir, dass man dir das vermutlich auch ein Stück weit so beigebracht hat. So kann man aber nunmal nicht über Dinge diskutieren, die zu allererst etwas mit Kreativität und Emotionen zu tun haben. Die lassen sich nämlich nicht messen und genauso wenig am Reißbrett entwerfen.

 
#52
Es kommt vielleicht schon ein bisschen auf die Attitüde dahinter an. Steht wirklich die Musik im Vordergrund, oder *ausschließlich* das Geschäft? Die großen Produzenten wissen natürlich schon ganz genau, an welchen Rädchen sie drehen müssen, damit ein Song durchstartet. Da ist oft viel Kalkül dahinter und eher wenig Leidenschaft. Da kann dann mit der entsprechenden Erfahrung duchaus auch komplexere Musik raus kommen.

Wenn z.B. eine junge Punk-Band einfach nur aus Freude an der Musik mit höchstens anderthalb Akkorden und beschränktem Können Radau macht und ihr Publikum gerade durch ihre Energie zum Explodieren bringt, oder der Elektro-Tüftler, der nächtelang an Synthies und anderen Gerätschaften rumfrickelt, bis er genau den Sound hat, den er haben wollte, obwohl seine Komposition auf dem Papier nicht sonderlich komplex aussieht, ist doch absolut nichts dagegen einzuwenden. Und wenn in einem Minimal-Techno-Track, in dem vermeintlich nichts passiert, im entscheidenden Moment lediglich das High-Hat dazu kommt, kann auch das ein Gefühl auslösen, das der komplexeste Prog-Rock- oder Jazz-Track nicht hinbekommt.

Ich bin selber kein Fan von Michael Jackson, aber gerade seine frühen erfolgreichen Sachen würde ich absolut nicht als kalkulierte Reissbrettmusik sehen. Die beteiligten Personen hatten alle sehr viel Freude und Leidenschaft bei der Produktion, das hört man. Und darauf kommt es letztendlich an!

Aus den letzten Postings von amfmdab+ lese ich eigentlich nur eines raus: Überheblichkeit und Selbstüberschätzung. Es ist gar nicht wert, auf Postings der Form "Ich höre Jazz und Klassik, also gehöre ich zur geistigen Elite" und "Ihr seid alle doof, weil ihr Schlager hört!" weiter einzugehen. Dieses Schubladendenken hat noch nie zu irgendetwas Positivem geführt.
 
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#53
Ein ehemaliger Nachbar von mir hörte bereits als Jugendlicher ausschließlich Klassik. Interessanterweise war er auch ein exzellenter Schüler in allen Naturwissenschaften.

Aber die meisten Menschen sind keine musikalischen Naturtalente. Viele frieren sogar ihren Musikgeschmack als junger Erwachsener ein und bleiben auf dem Stand stehen.

Andere sind neugierig, suchen nach Alternativen und entwickeln sich weiter. Struktur und Aufbau des Gehirns spiegeln dies wider.
Jetzt wird's aber wirklich abstrus.

Kann es sein, dass Du auf einen Postillon-Artikel hereingefallen bist?
https://www.der-postillon.com/2015/03/wissenschaftlich-erwiesen-alles.html
 

amfmdab+

Gesperrter Benutzer
#54
Leute, kein Grund sich zu erregen. Ich habe lediglich gesagt, dass es bessere populäre Künstler als Michael Jackson gibt. Welches Genre anderen überlegen sein soll, habe ich nie geschrieben. Ihr müsst schon richtig lesen.

Wo ist der Skandal, wenn ich feststelle, dass ich Kompositionen von Udo Jürgens für intelligenter und schöner halte als jene, die Tony Marshalls Musik zugrunde liegen? Ist das Eurer Ansicht nach Ketzerei?

Exhörer, ist es wirklich zuviel verlangt, dass Du Dich, bevor Du Dich mit einem Rundumschlag in Deinem Beitrag "wehrst", über die Erkenntnisse der Neurowissenschaft informierst? Ich verlinke dazu mal einen kurzen Artikel als Einstieg: https://www.br.de/themen/wissen/musik-forschung-hirnforschung-100.html
 
#55
Wo ist der Skandal, wenn ich feststelle, dass ich Kompositionen von Udo Jürgens für intelligenter und schöner halte als jene, die Tony Marshalls Musik zugrunde liegen? Ist das Eurer Ansicht nach Ketzerei?
Nein ist es nicht. Ich würde dir sogar Recht geben, das Udo Jürgens Musik ganz erheblich schöner ist als die von Tony Marshall. Das ist aber letztlich nur unsere Sichtweise, die auf ganz persönlichem Geschmack beruht. Die Fans von Tony Marshall sehen das anders. Aber sind sie deshalb dümmer und ungebildeter? Das wäre dann nämlich das, was ich aus deinen vorhergehenden Posting so ein bisschen herauslese.

Noch ein Satz zu der Hirnforschung. So ganz neu ist das ja nicht. Jazzpianisten und/oder klassische Musiker spielen natürlich andere Musik als beispielsweise Schlagerinterpreten. Damit erscheint es beinahe logisch, dass beim Spielen auch andere Bereiche des Hirns tangiert werden. Über die Klugheit oder Intelligenz des jeweiligen Musikers sagt das aber erstmal nur wenig aus. Um das wirklich konkret beurteilen zu können, muss da glaube ich noch eine Weile weiter geforscht werden, was es damit ganz konkret auf sich hat, sprich warum bei Jazz und Klassik eben jene Gehirnbereiche aktiviert werden und andere wiederum nicht. Das ist derzeit nämlich noch völlig unklar.
 

amfmdab+

Gesperrter Benutzer
#56
Ich würde sagen, Jürgens war talentierter als Marshall. Der hat sich hingesetzt, vergleichsweise komplexe Melodien entwickelt, durchaus intelligente Texte ("Ehrenwertes Haus") geschrieben, und der andere hat ein wenig geträllert.
 
#57
Sind denn die Melodien und Texte von Tony Marshall auch tatsächlich alle von ihm? Ich wäre mir da gar nicht so sicher. Andererseits ist Marshall aber ein ausgebildeter Opernsänger und hat das in den letzten Jahren auch auf verschiedenen Bühnen unter Beweis gestellt. Das Problem ist, das man hierzulande die einmal aufgedrückten Stempel nur sehr schwer wieder los wird. Bestes Beispiel ist diesbezüglich wohl Gitte Haenning, die hierzulande noch immer für ihre Schlagersachen gefeiert wird, während sie in ihrer skandinavischen Heimat ein gefeierter Jazzstar ist.
 
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#58
Wie Radiostationen auch suchen sich Musiker und Sänger ihre Zielgruppe.
Herbert Anton Hilger hatte eine umfangreiche Opernausbildung, sein Komponist
Horst Nußbaum war mal Fußballspieler.
So viel zu den Talenten.

Udo Jürgen Bockelmann hielt nicht nur hohe Ansprüche an sich aufrecht, sondern
auch an die von ihm selbst komponierten, geschriebenen und gesungenen Texte.
Das hat sein Talent gefördert...
 

amfmdab+

Gesperrter Benutzer
#59
Jack White hat wenigstens "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" für Jürgen Marcus kreiert. Dafür bin ich ihm ewig dankbar. Ich liebe das Lied. :cool:
 
#60
Es kommt vielleicht schon ein bisschen auf die Attitüde dahinter an. Steht wirklich die Musik im Vordergrund, oder *ausschließlich* das Geschäft? Die großen Produzenten wissen natürlich schon ganz genau, an welchen Rädchen sie drehen müssen, damit ein Song durchstartet. Da ist oft viel Kalkül dahinter und eher wenig Leidenschaft. Da kann dann mit der entsprechenden Erfahrung duchaus auch komplexere Musik raus kommen.
Sehe ich ganz ähnlich. Man denke an die unzähligen Boy- (und auch Girl-)bands, die nicht anhand der musikalischen Fähigkeiten (Erfahrung sollte zwar vorhanden sein, war aber auch nicht immer ausschlaggebend) sondern ihrer einsetzbaren Images zusammen gecastet wurden. Das war bereits bei den New Kids on the Block Konzept und wurde auch auf meisten Nachfolger angewendet.

Oder etwa das aktuelle ESC-Duo S!sters, gerade diese Formation gibt es erst seit 2019 und wurde just für die diesjährige Teilnahme zusammengestellt.
 
#62
@Funkminister Glaub ich dir gerne, aber bis dahin kann ich mit keiner Erinnerung mehr dienen^^

Edit: Mal schnell nachgelesen, das ging ja mehr in Richtung Castingshow. Ich will da nicht großartig differenzieren, aber bei den Castingsbands wurde ja ohne großes öffentliches Echo die Band zusammengestellt und dann erst präsentiert. Aber das nur am Rande.
 
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#64
Wenn Kommerzkacke als Musik verkauft wird...
Bin sicherlich auch kein begeisterter Fan davon, aber der Erfolg gibt dem Konzept recht. Dem Fisch muss der Wurm schmecken, nicht dem Angler. Abgesehen davon galt dieser Einwurf der Behauptung, dass Welthits nicht am Reißbrett konstruiert werden können. Was ich etwa mit dem Beispiel erfolgreicher Boybands, wo mancher Hit sogar weit länger als die darbietende Formation lebte, als widerlegt sehe.
 

amfmdab+

Gesperrter Benutzer
#65
Du musst immer davon ausgehen, dass das Angebot langfristig den Geschmack zumindest in Teilen mitformt. Ich darf die Hörerschaft auch nicht ständig unterfordern.

Interessant ist einmal die Zeit vor der Rock'n'Roll-Era zu betrachten, praktisch die ersten Jahrzehnte der Tonaufzeichnung und dann des Radios. Hört Euch mal an (solche Programme gibt es im Netz), wie Musik damals aufgebaut war: Wesentlich anspruchsvoller, als der heutige Chart-Trash.

Ich verweise erneut auf Alice Merton ("So serious", "No roots"). Keine Melodie, da wird irgendwas einfach hingerotzt. Musikaffine Menschen können sich nur abwenden und die ganz jungen Hörer laufen teilweise in die Falle, weil sie es nicht mehr anders kennen.

Und das hat nichts mit der früher üblichen Jammerei der Alten zu tun, die regelmäßig die Musik der Jugend beklagt haben. In den letzten zehn Jahren hat sich der qualitative Verfall kommerzieller Musik enorm beschleunigt.

Es ist sogar so, dass sich junge Leute in meinem Umfeld vom Mainstream vermehrt abwenden, und sobald sie (zuhause) Zugriff auf das volle Angebot im Netz haben, sich ihre Alternativen suchen.
 
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#66
@amfmdab+
Das mag schon alles sein, allerdings sprichst du gerade mit der falschen Zielgruppe. Denn ich gehöre bereits seit bald zwei Jahrzehnten zur Personengruppe die

sich ihre Alternativen suchen.
Seitdem haben mich die Charts bzw. der Massensound nicht mehr weiter interessiert, es sei denn, dort schlug ein Song auf, der mir ebenfalls gut gefiel. Und ehrlich gesagt, driften wir durch unseren Nebenschauplatz arg ins OT ab, nach wie vor gehts hier um Michael Jackson und dessen Vermächtnis als Person, die auch seine hinterlassene Musik betrifft. Dazu mal etwas ganz aktuelles, wenn auch nicht aus der Radiowelt: https://www.stern.de/lifestyle/leut...daere-statue-in-den-niederlanden-8648674.html
 
Zuletzt bearbeitet:
#67
Ich würde sagen, Jürgens war talentierter als Marshall. Der hat sich hingesetzt, vergleichsweise komplexe Melodien entwickelt, durchaus intelligente Texte ("Ehrenwertes Haus") geschrieben, und der andere hat ein wenig geträllert.
Also zum Einen ist es sinnfrei, einen reinen Sänger (Tony Marshall) mit einem Komponisten, der gleichzeitig auch singt (Udo Jürgens) zu vergleichen, zum Anderen hat Udo Jürgens die wenigste Texte selber geschrieben, und auch das hier zitierte ehrenwerte Haus stammt nicht aus Udo Jürgens' Feder, sondern wurde von Michael Kunze getextet.
 
#71
Ein großes Kompliment an Pro7. In der gesamten 4-Stunden-Doku waren glaube ich nur 3 Werbebreaks drin. Und diese äußerst kurz. Dazu jedesmal der Hinweis auf psychologische Hilfe, falls man selbst betroffen ist. Soviel Anstand hätte ich denen gar nicht zugetraut. Allerdings machte man mit der reißerischen Pro7-Eigendoku über Jackson im Anschluss an die HBO-Doku, den Anflug von Niveau und gutem tiefgründigen Fernsehen gleich wieder zunichte.
 
Gefällt mir: drod
#72
Soweit ich weiß hatte Jackson keine musikalische Ausbildung, aber trotzdem Kompositionen im Kopf. Er hat die dann Quincy Jones vorgesungen, Drums und Arrangements imitiert und mit ihm gemeinsam das Sounddesign kreiert, zumindest hab ich das mal so gehört. Kann natürlich auch eine Urban Legend sein.

Klar war der talentiert und ich finde auch, dass das wirklich gute - teils anspruchsvolle Popmusik ist, Aber es gibt jede Menge andere Künstler (wie eben Udo Jürgens oder Weltstars wie Billy Joel oder Stevie Wonder), deren Stücke man ebenfalls am Ersten Ton erkennt und die markante Stimmen haben und es gibt 1000ende, die dann auch noch solche Performances auf der Bühne hinlegen und das auch nicht schlechter als Jackson.

Für mich rechtfertigt eigentlich Nichts, dass er über Allem steht, weil es genug guten Pop mit guter Perfomance gibt, der es genau so verdient hätte, aber es ist nunmal so.

Die Kunst ist nun das Eine, aber der Fanwahn ist das Andere.

Ich fand den Typen seit ich denken kann schon immer irgendwie gruselig. Während er auf der Thriller tatsächlich noch aussieht, wie der sympathische gut aussehende Typ von nebenan, mit dem ich mich anfreunden könnte, wird er ab der Bad zunehmend zu einer Art Alien und das ist nun auch die Zeit die ich bewusst miterlebt habe. Eigentlich war meine Kindheit speziell die Zeit wo Dangerous kam und als dann Blood is on the Dancefloor und History kamen, wurde ich langsam jungendlich und plötzlich kauften Leute seine CDs, die sich sonst nie für Musik interessierten.

Es ging also gar nicht nur um die Musik, sondern primär um das Ganze drumrum und den Typen als solches...

Und genau das habe ich nie verstanden. Es geht mir hier nicht um sein künstlerisches Talent, sondern die Person an sich, als sie zwar noch erfolgreich, aber mental schon am abbauen war.

So als Typ wäre er doch Jemand gewesen, der in der Schule verkloppt worden wäre. Auf den die Leute, die seine CDs gekauft haben auf der Straße auf ihn gezeigt und gelästert hätten... und genau diese Leute haben zu ihm aufgeschaut wie zu einem Gott.

Und der hat lauter weirde Sachen gemacht, die ihn für mich damals schon als Person zu einem Psychopaten gemacht haben, den ich niemals hätte vergöttern können... die Nummer mit seinem Kind, das in einem Sauerstoffzelt leben musste, damit es nicht krank wird, das Ding bei MTV, wo er vorschrieb, dass sie ihn King of Pop zu nennen hätten, da sie sonst seine Videos nicht mehr spielen dürften... ok man könnte MTV in der Anfangszeit vorwerfen sie seien Rassisten gewesen, weil sie nur Clips weißer Künstler spielten und Thriller war ja der Punkt wo sie einsahen, dass sie daran nicht vorbei kamen. Vielleicht war das seine Quittung dafür, aber wenn ich jetzt nur die reine Geste sehe, finde ich das so dermaßen abgehoben und großkotzig... da fallen mir noch genug Dinge ein, die ihn für mich nicht zu einem Symathieträger machen.

Das mit dem Kindesmissbrauchsvorwurf ist ja nun auch nix Neues, das fing schon an, als ich noch im Kindergarten war, da muss gerade so die Dangerous raus gekommen sein (war das 91?).

Das Schlimme daran finde ich diese maßlose Dämlichkeit der Leute. Gefühlt Jeder zweite sagt, er sei durch die Musik von Michael Jackson geprägt worden oder war mal irgendwann Michael Jackson Fan und normalerweise reflektierte und intelligente Menschen argumentieren dann über ihn wie ein 4-Jähriger.

Ich bin jetzt erst bei 1h 11min, hab das gestern in der Mediathek angefangen, aber da wird Alles so detailliert beschrieben, dass ich keinen Grund sehe, daran zu zweifeln.

Von den Fans aber werden Dinge entschuldigt, für die Jeder Andere ohne Diskussion in den Knast wandert. Das kann man nicht ewig mit einer schlechten Kindheit rechtfertigen. Natürlich ist das ne tragische Figur und es ist in so einer Position sicherlich unmöglich wahre Freunde zu finden, wenn man von Allen vergöttert wird, aber Nichts auf der Welt rechtfertigt es deshalb, ein Kind so zu benutzen.

Ich will nicht wissen wie viele von den Shitstormern und Leuten die vorm ProSieben Gebäude protestiert haben, den Film gar nicht angesehen haben mit der Begründung, dass das sowieso Alles Lügen sind.

Mich macht das wahnsinnig wütend und traurig, weil hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Jemand anders würde ohne Diskussion eingebuchtet, selbst wenn er’s gar nicht getan hätte, aber die Leute, die jetzt protestieren wären dann wieder die Ersten die bei wem anders geschrieben hätten „Reißt ihm die Eier raus!“.

Kranke Welt!
 
#73
Ich bin weder pro noch contra Michael Jackson, aber warst Du persönlich dabei? Oder urteilst Du vom Hörensagen? Nur weil Dir der Typ abstrus erscheint, muss Deine Wahrnehmung noch lange nicht der Realität entsprechen. Und wer weiß, ob der Typ heute eingesperrt worden wäre, wäre die Beweislage eindeutiger - er ist seit zehn Jahren tot.
 
#74
MJ polarisiert über seinen Tod hinaus, herrlich! Ich denke das empfindet er als ein Kompliment. Nun kann ich selbst kann ganz wunderbar ohne Musik von ihm leben, aber mich nerven seine Hits auch nicht. Z. B. Time of my life von Bill Medley finde ich um ein vielfaches grässlicher als jeden Song von MJ, doch da sind wie wieder beim Thema Musikgeschmack und der führt, Gott sei Dank ja nie zu einem Konsens. Jetzt wurde die Doku gesendet und das Thema ist damit so wieso bald verendet.
 
#75
Abstrus...

Naja, ich bin eigentlich sehr Open minded und wenn mir Leute „abstrus“ vor kommen, weil sie nen anderen Style haben oder für mich komische Dinge tun Urteile ich normalerweise nicht schlecht oder falsch über sie, aber das hier ist irgendwie was ganz Anderes. Dafür, dass die Möglichkeit besteht, dass er unschuldig ist, ist die Diskussion schon viel zu lang immer wieder aufgerollt worden und der Film ist mit einfach zu detailliert, als dass man das irgendwie zusammen spinnen kann, zumal die Beiden scheinbar unabhängig voneinander ziemlich genau das Gleiche beschreiben... kann natürlich abgesprochen sein, glaub ich in dem Fall aber nicht.

Bubbles ist ja auch ausgerastet und mehrere Menschen aus seinem Umfeld haben bestätigt, dass Jackson ihn misshandelt haben soll und er nur deshalb aggressiv wurde.

Und es sind so krass viele Dinge, von denen ich mit nicht vorstellen kann, dass das Alles nur Gerüchte sind, die ich menschlich einfach nicht akzeptieren kann.

Mir geht es da viel eher um die Reaktion der „Fans“. Dieses unreflektierte „Michael würde sowas niemals tun, er ist so wie der Weihnachtsmann oder Super Mario, nur viel cooler und unantastbarer!“ finde ich halt sehr sehr eigenartig. Klar, scheisse wenn’s nicht stimmt, aber da sollte man als erwachsener Mensch mal irgendwie anders mit umgehen.

Ich find die Musik wie gesagt teilweise ziemlich gut und kann seine Kunst von der Person trennen, deshalb bin ich auch voll dafür, dass die Sachen weiter im Radio laufen. Sie sind so prägend für die Popkultur, dass die Person im Hintergrund steht oder ich eben nur seine Kunst denke und mich vom Menschen losreißen kann.

So distanziert a la „Wir waren nicht dabei, wir können nicht sagen ob er’s war oder nicht...“ kann ich bereits nach der ersten Stunde leaving Neverland nicht mehr sein.

LG Tobi
 
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