Mundarten der Bundesligakonferenz-Reporter


#1
Heute brach im spannendsten Moment der BuLi-Konferenz bei Bremen eins die Leitung zusammen...
Ich habe diese heute nach längerer Abstinenz mal wieder hören dürfen. Dabei viel mir aber eine viel größerer
"Panne" auf: Wieso darf da ein Mann ans Mikrofon, der der deutschen (hochdeutschen) Sprache nicht im geringsten mächtig ist ans Mikro? Rühmte die ARD sich nicht mal Ihrer sorgfältigen Srecherausbildung? Und dann Karlheinz Kas!!! (Dorrr, Dorrr,) Ganz davon abgesehen, dass der Mann von der Buli berichtet wie einst Sprecher der Wochenschau, man versteht kaum ein Wort! Dagegen ist Lothar Matthäus (Bärchenbildung) ein Sprachwissenschaftler! Wie kommt so einer ins Radio (bundesweit, nicht im Lokalradio Hintertupfingen-Süd)?
 
#2
Das war dann zum Glück eine Bremen-exklusive Panne.

Zu den Reportern noch eine Anmerkung wo Du sie schon ansprichst, also so einer ist mir 1000 mal lieber als das Gekreische mancher Damen (Martina Knief ist völlig in Ordnung) und wie der Siems immer seine Bayern abfeiert ist auch anstrengend ;)
 
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#3
@haubra: Da bin ich auch komplett anderer Meinung. Es gibt eh kaum mehr Stadion-Reporter mit Herz und Seele (was waren das früher für Zeiten mit Breukmann, Rubenbauer u.s.w). Der Kaas geht wenigstens mit und macht die Konferenz dynamisch. Außerdem finde ich durchaus, etwas Lokal-Vereinspatriotismus ist in jedem Fall erlaubt - das gleicht sich ja im Laufe der Saison absolut gerecht aus. Also bei weitem keine "Panne", auch wenn der Kaas wirklich extrem ist. Aber Mainstream ist hier und an vielen anderen Stellen im Radio immer die schlechteste aller Optionen!
 
#4
Aber was bringts wenn die Hälfte nicht mal die Hälfte versteht... Da wird sich über Mandy, Cindy und Rico aus Dräsdn lustig gemacht und dann kommt Heuschober-Karlheinz. Lokalkolorit schön und gut, aus Nürnberg früher Günter Koch oder aus Gelsenkirchen Werner Hansch, aber der Kas geht gar nicht. Wie gesagt die Hälfte versteht jemand, der nördlich von Nürnberg wohnt nicht und die andere Hälfte ist Wochenschau...
 
#5
Also erstmal: Mich interessiert Fußball nicht die Bohne, aber hier gehts ja um Sprecher...

Ich verstehe den Fall so, dass in Bremen irgenwas ausgefallen ist und dann musste man eben einen Sprecher der anderen Anstalten aufschalten, oder? Ich weiß nicht, ob jede Rundfunkanstalt der ARD eine Bundesliga-Konferenz hat, aber man hat sich in der Eile offensichtlich für den BR entschieden. Vielleicht ein Zufallsgriff? Dass dort Herr Kas gerade im Dienst war, der nunmal für Bayern spricht, war dann wohl eine etwas schlechte Wahl für die Freunde aus Norddeutschland.

Ich finds eigentlich eine lustige Aktion und verstehe die große Aufregung dabei nicht ganz, schließlich war es eine Panne und man musste sich behelfen. Wäre vielleicht besser gewesen, nur Stille zu senden oder auf Musik umzuschalten? Dann doch lieber so, oder? Deshalb andere Dialekte zu beschimpfen grenzt ja fast an Rassismus... ;) Grüße aus Bayern.
 
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#6
Ich verstehe den Fall so, dass in Bremen irgenwas ausgefallen ist und dann musste man eben einen Sprecher der anderen Anstalten aufschalten, oder? Ich weiß nicht, ob jede Rundfunkanstalt der ARD eine Bundesliga-Konferenz hat, aber man hat sich in der Eile offensichtlich für den BR entschieden. Vielleicht ein Zufallsgriff? Dass dort Herr Kas gerade im Dienst war, der nunmal für Bayern spricht, war dann wohl eine etwas schlechte Wahl für die Freunde aus Norddeutschland.
Nein, es gibt nur eine Schlußkonferenz und an den letzten 2 Spieltagen läuft diese sogar schon ab 16.45 (sonst 16.55) Uhr und Kas war der reguläre Reporter vom BR in dieser, nachvollziehbar anhand dieses sehr nützlichen NDR 2-Services der so manches Grauen schon im Vorfeld ankündigt ;)
 
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#7
Also erstmal: Mich interessiert Fußball nicht die Bohne, aber hier gehts ja um Sprecher...

Ich verstehe den Fall so, dass in Bremen irgenwas ausgefallen ist und dann musste man eben einen Sprecher der anderen Anstalten aufschalten, oder? Ich weiß nicht, ob jede Rundfunkanstalt der ARD eine Bundesliga-Konferenz hat, aber man hat sich in der Eile offensichtlich für den BR entschieden. Vielleicht ein Zufallsgriff? Dass dort Herr Kas gerade im Dienst war, der nunmal für Bayern spricht, war dann wohl eine etwas schlechte Wahl für die Freunde aus Norddeutschland.

Ich finds eigentlich eine lustige Aktion und verstehe die große Aufregung dabei nicht ganz, schließlich war es eine Panne und man musste sich behelfen. Wäre vielleicht besser gewesen, nur Stille zu senden oder auf Musik umzuschalten? Dann doch lieber so, oder? Deshalb andere Dialekte zu beschimpfen grenzt ja fast an Rassismus... ;) Grüße aus Bayern.
Nein, die Panne war wohl schnell behoben, ich habe währenddessen auf den NDR umgeschaltet. Das Problem ist, das man diesen "Mundart-Reporter" bundesweit auf Sendung lässt, und so mehr als dreiviertel der Hörer in eine "Fremdsprache" zwingt. Zumindest für mich bleibt die Hälfte im dunkeln oder erhellt sich erst aus dem Zusammenhang, echt extrem Schwierig und mal wieder ein Grund über die Rundfunkgebühr ins Grübeln zu kommen.
 
#8
mal wieder ein Grund über die Rundfunkgebühr ins Grübeln zu kommen.
Hast Du keine kleineren Geschütze? Warum soll man an der Mundart nicht merken dürfen, ob ein Reporter aus Bayern, Sachsen, Saarland oder Schleswig-Holstein kommt? Was ist denn das für ein Dünkel - er muss hochdeutsch sprechen, sonst ist er der deutschen Sprache nicht mächtig? Muss er nicht! Er muss im vorliegenden Fall nur ein guter Fußballreporter sein, und ob er dabei theaterreifes Hochdeutsch spricht oder nicht ist so unwichtig wie die Unterhose des Balljungen.
 
#9
Ich finde generell, dass Dialekte was herzlicheres haben und man dort Begeisterung viel besser ausdrücken kann und eben mit "seinem" Verein besser mitgehen kann. Schließlich werden die "Dialekt"-Reporter ja regional den richtigen Vereinen zugeordnet. Der Norddeutsche erlebt den "Bayern in Ledernhosn mit Weißwurscht und süßem Senf" emotional mit und der Bayer kriegt über den Äther das Gefühl von "Fischmarkt und Hafenkonzert" vermittelt. Wie es so schön heißt, "das Wunder Radio" vermittelt hier eben eine wirklich große Konferenz. Schlimmer finde ich da Moderatoren im Musikprogramm, die meinen, Sie müssen von Nord nach Süd ziehen und Verkehrsnachrichten über "Münschn" und "Holzkirschen" usw. in lustiger Art zum Besten geben...

Und weil hier auch das Lokalradio angesprochen wird: Auch bei bayerischen Sendern, wo man mittlerweile allgemein bemüht ist, möglichst hochdeutsch zu sprechen, sind Dialektsprecher bei den Sportreportern hoch im Kurs, siehe beispielsweise Fußball mit "Armin Wolf" bei Charivari Regensburg, Eishockey mit "Stefan Kitzmüller" bei Radio Oberland oder mit "Hans Fischer" bei Radio IN. Und auch da reißen die emotionaler als ein steriler langweiliger Hochdeutscher...
 
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#10
Ich finde es eher traurig, dass im deutschen Radio der Dialekt sehr selten überhaupt ein Thema ist. Zumal ja Moderatoren auch selten da arbeiten wo auch ihre Heimat ist. Schriftdeutsch ist wohl eine Grundvoraussetzung für den Job. Und wenn dann mal ein Dialektfetzen in der Moderation auftaucht muss man es gleich beschämt lustig rüberbringen, quasi als "peinlichen Ausrutscher in eine primitive, veraltete Welt"... Wirklich schade! Die Medien tragen leider stark dazu bei, dass die heutige Generation kaum noch ihren Heimatdialekt sprechen will (oder noch schlimmer: gar nicht mehr kann).
 
#11
Karlheinz Kas ist ein sympathischer Fußballreporter und trotz seinem vorhandenen bayerischen Akzent sehr wohl gut zu verstehen. Auch kommentiert er ehrlich und neutral. Das trifft nicht auf jedem Reporter zu. Wenn ich da an einem Heiko Neugebauer aus Bremen so denke.....[Ironie an] Diesen einen Reporter, der Leipzig-München kommentiert hat, sollte man auch rausschmeißen. Viel zuviel Sachsen dringt da durch dessen Stimme. Und der Breisgau-Reporter....pfui......[Ironie aus]
 
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#12
Nein, es gibt nur eine Schlußkonferenz und an den letzten 2 Spieltagen läuft diese sogar schon ab 16.45 (sonst 16.55) Uhr und Kas war der reguläre Reporter vom BR in dieser, nachvollziehbar anhand dieses sehr nützlichen NDR 2-Services der so manches Grauen schon im Vorfeld ankündigt ;)
Wieso werden bei einigen Spielen (ohne Nordbeteiligung) zwei Reporter aufgeführt und bei anderen nur einer?
 
#13
Ich finde das auch eher erfrischend, dass zumindest in der Konferenz noch Dialekt gesprochen wird. Und dass die ARD-Anstalten immer für ihre jeweiligen Clubs in der Region zumindest ein bisschen halten, das ist bekannt. Das machts doch aus.

Wenn ich Frankfurt-Fan bin, höre ich den HR.
Wenn ich für die West-Clubs bin, höre ich den WDR.
Wenn ich für Bremen oder Hamburg bin, höre ich den NDR.

Der einzige Sender, der etwas neutraler ist, ist der BR.
 
#14
Mit neutral meinte ich auch die Konferenz und nicht die einzelnen Einblendungen für die jeweilige Anstalt. So ganz neutral ist der BR auch nicht, wenn ich mir manchmal Siems und Eger anhöre. Bei Kas sieht das aber trotz bayerischen Akzent anders aus.
 
#15
Wieso werden bei einigen Spielen (ohne Nordbeteiligung) zwei Reporter aufgeführt und bei anderen nur einer?
In dem Fall gibts/gabs dann wohl 2 Reporter, der oder die eine für die Einblendungen, der andere in der Konferenz dann. In den meisten Fällen hat der jeweilige Sender auch noch seinen eigenen Reporter hingeschickt der immer bei Bedarf zugeschaltet werden kann, so war für Bremen Eins auch Heiko Neugebauer in Sinsheim.
 
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#20
Dabei viel mir aber eine viel größerer
"Panne" auf: Wieso darf da ein Mann ans Mikrofon, der der deutschen (hochdeutschen) Sprache nicht im geringsten mächtig ist ans Mikro? Rühmte die ARD sich nicht mal Ihrer sorgfältigen Srecherausbildung?
Ehrlich gesagt ist mir das schon lieber. So kann man die einzelnen Reporter wenigstens noch unterscheiden. Mir geht es sonst wie Werner Hantsch. Der vor Jahren in der Sendung "SWR 1 Leute" auch mal meinte, dass er nicht wüßte wer da eben gerade in Hamburg oder München am Mikrofon gesesen sei. Gut zu starker Dialekt sollte selsbtversändlich auch nicht sein. Aber ein Dialekt zeigt ein Stimmprofil.
 
#21
Koch, Rubenbauer, Kas, Pull, siems: Der BR schafft es immer wieder, Persönlichkeiten an das Reporter-Mikro zu bekommen. Die muss man nicht alle mögen, sie haben und hatten aber alle ihren eigenen Stil, was die meisten Anderen Reporter der ARD-Sportberichterstattung heute nicht mehr von sich behaupten können. Ob da jemand mit Akzent spricht oder nicht, ist mir daher in diesem Fall völlig egal. Und die Aussage, dass man Kas außerhalb Bayerns nicht verstehen könne, ist einfach nicht richtig. Er spricht zugegebenermaßen mit stark bayerischem Akzent, der Schriftsprache ist er aber sehr wohl mächtig.
 
#24
Ich sag mal so: Verständlich sollte es bei deutschlandweiter Ausstrahlung schon für alle im Lande sein. Die Herkunft darf man heraushören, wenn es der Hörer thematisch konnotieren kann (ob das jetzt eine Reportage von der Hallig ist, eine aktuelle Berichterstattung aus dem Ammergau oder ein Fußballspiel im Ruhrpott). Es sollte dann halt jeweils der passende Akzent sein. Wenn ein Reporter mit sehr stark bairischem Akzent eine Fußballpartie HSV-Schalke kommentieren würde, wäre das dann schon eher komisch.
 
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