Private brauchen keinen News-Syndicator!


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Nicht offen für weitere Antworten.
#1
Ist zugegebenermaßen eine eher gewagte Theorie. Aber warum kann man nicht mit Hilfe von dpa, Kollegenaufsagern und v.a. Fernsehtönen eigene Weltnachrichten machen? Wir diskutieren das gerade, und es könnte drauf rauslaufen, dass wir den dpa/rufa-Dienst kündigen. Ziel wäre dann eine Mischung aus Welt- und Regionalnachrichten, je nach Themenlage lässt sich dann auch viel besser variieren.

Wie denkt ihr darüber?
 
#3
Eigentlich ist dies eine reine Kostenfrage- und Organisationsfrage.

Sicherlich sollte es problemlos möglich sein mit guten News-Redakteuren, die zudem über technisches Verständnis verfügen, um auch mal am TV einige O-Töne mitschneiden zu können und die flexibel sind - gute und eigene Nachrichten zu realisieren. Mit einem Pool an guten Reportern und Informanten - macht man diese "Abteilung" richtig rund und bildet sogar eine "Zukunftsicherung" - für den Nachwuchs!

Größere Stadtsender und landesweite Sender sollten meiner Meinung nach ihre News selbst produzieren.
 
#6
Radio Fantasy aus Augsburg macht das schon lange so, dass tagsüber eigene Nachrichten laufen und abends und am Wochenende von der BLR übernommen wird.

Das fand ich schon immer bemerkenswert und bin froh, dass sie es immer noch beibehalten haben, denn auch wenn man nicht rund um die Uhr eigene Nachrichten liefern kann, so kann man zumindest in der MoShow und über den Tag durch etwas mehr Regionalität glänzen.

Ausserdem werden Nachrichten oft bei den Privatsendern zweitrangig oder sogar noch weiter unten angesehen, jedoch darf man nicht vergessen, dass es auch für Nachrichten unterschiedliche Zielgruppen gibt. Jeder Sender weiß daher am besten, was seine Hörer wissen wollen und kann daher mit einer eigenen Nachrichtenselektion ein besser abgerundetes Programm liefern.

Es gibt ja doch so einige Negativbeispiele, bei denen jeder Hörer genau merkt, dass die Nachrichten nur zugekauft sind und absolut nicht ins restliche Programm passen (weil nicht mal eine entsprechende Verpackung gebastelt wird...).
 
#8
ich halte nichts davon, welt- und reginalnews im selben block zu vermischen. als lokaler verlierst du damit einen teil deiner lokalen kompetenz, weil du einfach weniger platz für deine regiothemen hast. es ist außerdem zu verlockend, schnell mal ein paar aufsager von weltbedeutung zu produzieren und darüber die eigentlöiche arbeit vor der haustür zu vergessen.

und ich finde, lokalnews als USP zu wichtig, um sie zu vernachlässigen.

wenn du also welt- und regionalnews selbst machen willst, brauchst du ein paar leute, die sich um die weltnachrichten kümmern, und das wird dann teurer als die BLR o.ä.

ich würde also die finger davon lassen...
 
#9
Original geschrieben von muted
Besonders fein ist auch, wenn 2 Sender im gleichen Sendegebiet die selben gekauften Nachrichten gleichzeitig abfahren ;). Ist alles schon dagewesen!
und eine station das ganze auch noch so zeitversetzt sendet dass man nach der newswiederholung fast schon wieder auf den "neuesten" stand gebracht werden kann ...

... schöne grüße nach PS

manchmal isses einfach göttlich BLR-Stationen im Kabel oder auch Sat oder Inet zu vergleichen
 
#10
@oha

Fragt sich eher ob aus Hörerperspektive eine Trennung Sinn macht. Bei uns laufen bisher die Weltnachrichten um fünf vor ganz, die Regionachrichten um fünf vor der halben Stunde. Da fragt sich doch der Hörer, warum er das ganze getrennt serviert bekommt. Schließlich weiß er offiziell nicht, dass die Weltnachrichten gar nicht von seinem Sender selbst gemacht sind.
Und noch etwas ist aus Hörersicht unlogisch: Warum gibt es Regionales nur unter der Woche und nur zwischen 5 und 20 Uhr?
 
#11
Man braucht keine Syndication - oder man nimmt einen guten Syndicator!

An Jinglefreak,
günstiger ist es aber doch auf jeden Fall sich an einen guten - und damit ist logischwerweise nicht die BLR gemeint - News-Syndicator wendet. Ich kann nur die Netzeitungs Audio-News empfehlen. Die bieten Dir wirklich einen News-Block, wie Dein Sender ihn braucht, auf Wunsch und bei Möglichkeit auch Regionalnews. Die klingen dann wirklich wie "live im Studio". -übrigens können die auch Grüß Gott sagen, wenn es gewünscht ist und bezahlt wird.
 
#12
@freddi

ein wochenende ohne lokalnews ist ein weiterer fehler, den lokale machen können. aber nicht sollten! denn du verpasst eine sehr gute möglichkeit zur positionierung.

vor 5 und am abend sind die lokalnews dagegen verzichtbar, da hast du als lokaler eh kaum noch hörer in der fernsehnation.

warum sollte der hörer die trennung voll/halb seltsam finden? ich finde, das bietet dem hörer eher eine orientierung darüber, was er wann zu hören bekommt.
 
#13
Also ich kenne einige (mich eingeschlossen), die morgens z.B. nur einen Nachrichtenblock hören (und zwar zur vollen Stunde, wenn der Wecker angeht) und dann die restliche Zeit das Radio nebenher dudelt und man (z.B. beim Wasserrauschen im Bad) gar nicht mehr die Nachrichten um halb mitbekommt.

Umgekehrt ist es auch blöd, wenn tatsächlich um halb auch Schlagzeilen kommen, wenn da keine überregionalen dabei sind...
 
#15
Natürlich stimme ich oha zu, dass nachts und evtl. sogar am Wochenende regionale Nachrichten verzichtbar sind. Mir ging es aber um die Frage, wie das der Hörer aufnimmt. Ich finde Radiomacher (und damit nehme ich mich nicht aus) denken viel zu häufig aus ihrer bzw. der betriebswirtschaftlichen Sicht aber nicht aus der Hörerperspektive.

Der Hörer schätze ich sucht nach für ihn relevanten Nachrichten, die ihn unmittelbar betreffen. Ob die jetzt aus der Region (Brand in meiner Nachbarschaft) oder aus aller Welt (Wegen der Regierung muss ich jetzt Praxisgebühr zahlen) sind, spielt doch für ihn keine Rolle.

Weitere Meinungen zum Thema?
 
#17
@freddi, das wirtschaftliche argument ist genau eines der hauptprobleme, die ich anspreche: wenn du welt-news mit dem gleichen personalstamm zusätzlich zur regionalarbeit machen willst, dann geht das zwangsläufig auf kosten der regionalität. ist doch logisch, oder?

ich halte übrigens regio-news am wochenende in der vormittagsschiene für unverzichtbar, ein echter vorteil gegenüber tageszeitung und ör-radio...

und ich stimme auch nicht zu, daß dem hörer die relevanten ereignisse aus welt und regio gleich wichtig sind und deshalb vermischt werden sollten: bei einem regionalsender will der hörer eben auch die kleineren katastrophen aus seinem umfeld haben. schon deshalb ist die trennung welt/regio - news für mich sehr sinnvoll...
 
#18
also, ich kenne einen haufen sender, die es schaffen, welt und regionalnachrichten miteinander zu verbinden. gong in münchen zb macht das mit verschiedenen betten innerhalb derselben nachrichten. oder nehmt antenne bayern oder sämtliche örs. ein kompetener redakteur pro schicht reicht für private ansprüche.

natürlich will der hörer für ihn wichtige oder interessante nachrichten innerhalb einer sendung, das mit der trennung voll / halb ist in der tat nur der hoffnung geschuldet, trotz zugekaufter welt- und von praktikanten zusammengestopselter regionachrichten die hörer nicht zu vergraulen.

und zur frage, was mach ich in der nacht, wenn ich meine news tagsüber selbst mache? gar nichts am besten, denn es hört, wie völlig richtig gesagt, eh fast keiner zu. und wer zuhört, will musik.
 
#19
@rr

klar, wenn du die regionalnews als praktikantenjob darstellst, dann ist es eh wurst, weil schon verloren. dann gehört dem sender aber auch die lizenz entzogen...

wenn du aber einen redakteur mit echter regionalkompetenz haben willst, dann muss der auch draußen präsent sein. spätestens dann ist schluß mit weltnews nebenher.
 
#20
@muted:

völlig richtig: wenn zwei sender im selben gebiet die identischen nachrichten abfahren, wird es sehr peinlich.

aber man kann das leider noch toppen: das nürnberger funkhaus mit seinen vier sendern schafft das zeitweise auch. aber scheinbar finden die macher das gar nicht peinlich. man kann sich nur wundern.
 
#21
oha, deiner Trennidee stimme ich zu und ergänze, dass ich Welt zur halben Stunde bringen würde und Regional zur vollen Stunde.
Regional kompetent gemacht braucht einen kompletten Redakteur. Macht der die Welt mit, kann er nur noch von dpa abschreiben.
Das Argument, etwas reiche für private Ansprüche völlig, ist vor allem völliger Müll, denn es zählen die Ansprüche des Hörers in Verbindung mit den Zielen des Senders. Und der Hörer hört selten bewusst privat. db
 
#22
Regional kompetent gemacht braucht einen kompletten Redakteur.

db, ich geh noch weiter: einer ist eigentlich zu wenig. aber wo kämen wir da hin, das wäre ja dann fast schon "redaktionsbetrieb" ("ich bin die stadt-, kreis-, kultur- undsoweiterredaktion...")
 
#23
oha, ich gehe mit und präzisiere:
Einen koordinierenden/leitenden Redakteur im Haus und eine ebenfalls nicht-praktikante Anzahl von "Korrespondenten", aber mindestens einen, der informiert gegenliest und qualifiziertes Backup ist. db
 
#25
ääääh, sorry, aber ich glaube genau das hast du ja mit deinem posting eingefordert...

also gut, dann kommen jetzt auch noch ein paar volos auf den wunschzettel. die auch tatsächlich den beruf lernen. bei einem redakteur, der zeit dafür hat...
 
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