Radio 105 hat den Betrieb eingestellt; Retter Roger Schawinski?


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Klarnach

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#1
Nach Bekanntwerden der finanziellen Schieflage der Music First Network AG bewahrte der Investor Daniel Hartmann das Unternehmen vor dem Konkurs. Seit dieser Zeit haben sich die Verantwortlichen der Music First Network AG unablässig bemüht, ihre Sender erfolgreich zu vermarkten. Bedauerlicherweise scheiterte der Turnaround. Die Gründe hierfür liegen mitunter in den erheblichen Marktwiderständen sowie in der schwierigen Vermarktungssituation von Radio 105. Diese Widrigkeiten verunmöglichten schliesslich eine erfolgreiche Weiterführung der Music First Network AG.

Am 15.01.14 um 16.30 Uhr wurde es emotional für die Mitarbeiter von Radio 105: On Air wurde der Sendeschluss des Zürcher Jugendsenders verkündet. Fünf Minuten lang dankten die Mitarbeiter ihren Kollegen, Unterstützern und Fans. Audio der letzten Minuten von 105.

«Wir sind heute morgen noch mit einer Ungewissheit über die Sendeplanung in den Tag gestartet. Nun nun haben wir die Nachricht, dass wir in den nächsten Minuten den Sendebetrieb einstellen müssen», sagte der 105-Programmleiter und Moderator Jan Müller. Darauf folgten Mitarbeiter, die sich teils unter Tränen für die Zeit bei Radio 105 bedankten.

Es bleibt ungewiss, wie die Zukunft von Radio 105 aussieht. Nachdem sich Roger Schawinski als Retter für den in Konkurs geratenen Radiosender einschaltete, muss nun das Bundesamt für Kommunikation über das weitere Vorgehen entscheiden. Bis ein Entscheid gefällt ist, läuft auf Radio 105 eine Endlosschleife mit Musik.
 

Klarnach

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#2
***Update***

Roger Schawinski sendet ab sofort auf 105-Frequenz


Radio 105 sendet wieder! Und zwar unter der Ägide von Roger Schawinski. Der Radio-1-Besitzer hat heute kurzerhand die Leitung zum Üetliberg gekappt und sendet auf der 105-Frequenz ein Notprogramm: "Ein 105-Musikprogramm mit kurzen Informationen über die aktuelle Lage", wie der Privatradio-Pionier gegenüber persoenlich.com sagt.
 
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#4
Da überschlagen sich ja die Ereignisse. Wieso ist denn da so kurzfristig Knall auf Fall Ende? Wurden da die Leitungskosten oder die Senderbetriebskosten nicht bezahlt und somit zwangsabgeschaltet?
Radio 105 hatte hier einfach nicht die richtige Strategie. Fulminanter Start, doch dann ist man viel zu schnell mit dem Programm in den Mainstream abgedriftet, anstatt das Ganze erstmal zu etablieren. Man braucht etwas längeren Atem. Und was Schawinsky angeht: Sein Radio 1 dümpelt auch mehr oder weniger dahin, da sollte er mal ehrlich sein. Bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Und auch dort knickte man zu schnell ein mit einem konturierten, kantigeren Format.
 
#5
Radio 105 sind, laut Angaben des tagesanzeiger.ch:
Für die Überschuldung gibt es mehrere Gründe: Zum einen lief Ende 2012 die Kooperation mit Radio Energy ab. Das Ringier-Radio hatte für 105 Werbung verkauft. Der Deal hing mit dem Verkauf einer Radiokonzession an Ringier zusammen, das Medienhaus war bei der Vergabe leer ausgegangen. Seither hat Radio 105 keine eigene Verkaufsabteilung mehr, entsprechend sackten die Einnahmen ab. Zum anderen zog sich die italienische Finelco-Gruppe zurück, die 105 über Jahre hinweg finanziert hatte. Scaglione selbst spricht von «erheblichen Marktwiderständen» und einer «schwierigen Vermarktungssituation», die zum Ende des Senders geführt hätten.
Nun hat Schawinski, um den es laut dem Forum hier nicht gerade gut gestellt sein soll nebst Blattner sein Interesse an Radio 105 bekundet und möchte die meisten bisherigen Mitarbeiter übernehmen. Die Sendungen sollen allerdings aus den Räumen seines Senders "Radio eins" heraus stattfinden. "Dies spare Kosten ein", sagte er gegenüber dem tagesanzeiger.

Die Zeitung "20 Minuten" weiß zu berichten, dass Egon Blattner von DJ Radio ebenfalls an Radio 105 interessiert ist und Schawinski selbiges nicht gönnen will:
«Roger Schawinski hat genug Sprachrohre»

Die Marke Radio 105 will er aber im Gegensatz zu Schawinski nicht weiterführen. «Diese hat einen enormen Schaden erlitten.» Vielmehr will Blatter sein DJ Radio ausbauen, das momentan nur im Internet zu hören ist und gerade mal drei freie Mitarbeiter beschäftigt: «Gibt mir das Bakom die Konzession, kann ich gegen 20 Leute einstellen und werde auf Kabel und DAB+ senden.»
Er plant auch ein geringeres Kapital als bisher ein:
Blatter will dafür ein Budget von einer Million Franken pro Jahr einsetzen und wie Radio 105 ein junges Publikum ansprechen: «Ich werde aber nicht wie alle anderen Sender Charthits rauf- und runterspielen, sondern Schweizer DJs und Produzenten eine Plattform geben.»
Fragt sich, was sinnvoller ist und wie das Bakom letztlich entscheiden wird.


Quellenangaben:
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich...tt--Schawinski-will-einsteigen/story/26614165
http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/-Roger-Schawinski-hat-genug-Sprachrohre--31061621
 

Klarnach

Gesperrter Benutzer
#6
Naja, damit ist inzwischen auch schon wieder Schluss.
Richtig,
Kurz nachdem ich mein Update veröffentlichte, krebste Roger Schawinski bereits wieder zurück. Er habe entschieden, nicht mehr auf der Frequenz von 105 zu senden, liess er in einer erneuten Medienmitteilung verlauten. Der Entscheid sei nach einer Intervention des zuständigen Konkursverwalters gefallen. Dieser habe zuvor angekündigt, am Mittwochabend das Musiksignal aus den versiegelten 105-Studios definitiv abzuschalten. Bis dann will sich Schawinski nicht mehr in den Sendebetrieb einmischen. Schawinski hatte wohl übereilt gehandelt und sein Vorgehen mit dem Konkursamt und dem Bakom zu wenig genau abgesprochen. (Fast ein bisschen wie zu alten Radio 24 Zeiten ;))
 

Klarnach

Gesperrter Benutzer
#8
***Update***

Roger Schawinski bietet 784'534 Franken

Im Schweizerischen Handelsamtsblatt ist am Dienstag der Notverkauf mit dem bisher höchsten Angebot von Radio-1-Besitzer Roger Schawinski publiziert worden, das Mitkonkurrenten nun innert fünf Tagen überbieten können. Wie vom Gesetz vorgeschrieben wurde das bisher höchste Angebot publiziert. In seinem "verbindlichen Kaufangebot" bietet Roger Schawinski insgesamt 784'534 Franken für die Übernahme der Infrastruktur und der Konzession von Radio 105. 240'000 Franken will er für die UKW-Konzession, 10'000 Franken für die Sendeanlagen und 534'534 Franken für die ausstehende Miete bis zum Ende der Vertragszeit per 30. September 2016 zahlen. Zudem ist der Radio-1-Besitzer bereit, mindestens 8 Mitarbeiter des bisherigen Teams von Radio 105 zu übernehmen - und zwar zu Bedingungen, die mindestens 80 Prozent der bisherigen Konditionen entsprechen. Laut der Ausschreibung im Handelsamtsblatt beträgt der Bruttojahreslohn 48'400 Franken.

Ob Schawinski den Zuschlag definitiv erhält, ist noch offen. Für den Kauf der Konzession und die Anlagen von Radio 105 gibt es weitere fünf Mitbewerber, darunter der TV-Sender Joiz und Energy des Ringier Verlages. Diese haben nun bis Samstag Zeit, beim Konkursamt Zürich-Oerlikon höhere Angebote einzureichen. Damit ein anderer Interessent berücksichtigt wird, muss das Angebot mindestens 15'000 Franken höher sein. Sollte einer der Interessenten tatsächlich mehr bieten, hat Schawinski die Möglichkeit, ohne Kenntnis der Höhe des höheren Angebotes, ein weiteres einmaliges Angebot abzugeben. "Demjenigen, der nach Ablauf der Publikationsfrist das höchste Angebot gemacht hat, werden die Konkursaktiven veräussert", schreibt das Konkursamt.

Es ist und bleibt spannend :)
 
#9
Wie ich es bereits am 16. Januar schon schrieb, ist Roger Schawinski der neue Eigentümer von Radio 105, was absehbar war, denn die ansonsten vorgelegten Pläne beinhalteten zum Teil haarsträubende Kürzungen. Energy, das zu Ringier gehört hatte sich, laut persönlich.com, aus der zweiten Bieterrunde aus "wirtschaftlichen Gründen" zurückgezogen.

"Ich bin gerührt, dass es mir gelungen ist, trotz enormen Gegenkräften diesen spannenden Sender zu retten. Das war ein hartes Stück Arbeit und erforderte viel Nervenstärke von allen Beteiligten. Aber nun geht es zügig los, und zwar mit dem modernsten Privatradiokonzept der Schweiz, nämlich mit zwei sich ergänzenden Programmen aus einem Studio"
wurde Roger Schawinski von persönlich.com zitiert.
 
#10
Yeah, der Radio 105-Sound kehrt auf DAB+ zurück!

Interessante News für alle, welche Radio 105 auf DAB+ vermisst haben! Der Sender my105 von Giuseppe Scaglione kehrt am 27. August 2015 in der Deutschschweiz beinahe flächendeckend auf dem Netz von SwissMediaCast (SMC) zurück. Roger Schawinskis Planet 105 sendet momentan bloss auf die Agglomeration Zürich beschränkt bei Limus-Digris. Chapeau Giuseppe...!

Quelle: www.dab-swiss.ch
 
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