rbb radioeins: Letzte Sendung "Dschungelfieber" mit Johannes Theurer


maetsch

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Samstag lief eine der ältesten Sendungen im rbb zum letzten Mal: Dschungelfieber.

Johannes Theurer moderierte die Sendung seit 33 Jahren! Erst bei SFB 2, dann Radio B2, Radio Multikulti, Funkhaus Europa und bis zum Schluss dann bei radioeins. Immer aus dem gleichen Funkhaus, aber bei vielen inzwischen nicht mehr existierenden Wellen. Ein Stück Radiogeschichte des SFB und rbb endet nun.

Legendär war z.B. die erste Ost-West-Gemeinschaftsendung am Tag nach dem Mauerfall (Moderation: Johannes Theurer vom SFB und Lutz Schramm von DT64), unterbrochen von Meldungen von überfüllten Berliner Grenzübergängen.

Johannes Theurer geht in den wohlverdienten Ruhestand. Mit seinem Ausscheiden endet auch diese Sendung nach über 1.600 Ausgaben. Die Sendung Planet Fruit übernimmt in Zukunft den Sendeplatz vom Dschungelfieber bei radioeins.

Mit Johannes als Gast werden wir in den nächsten Tagen eine neue Podcast-Folge in unserer Radio-Nerds.de Reihe machen und mit ihm auf sein abwechslungsreiches Berufsleben zurückblicken. Bei Interesse hört gerne mal rein.

Die letzte Ausgabe Dschungelfieber vom 31.10.2020 findet Ihr hier.
Die legendäre Mauerfall-Gemeinschaftssendung mit DT64 vom 10.11.1989 findet Ihr hier.
 
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Radiokult

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Die legendäre Mauerfall-Gemeinschaftssendung
Naja, Lutz Schramm war zu Gast im SFB2-Studio. Das ist noch keine Gemeinschaftssendung! Die erste tatsächliche Gemeinschaftssendung lief am 20.11. als SFB2 und DT64 eine Stunde des Morgenprogramms gemeinsam gestalteten und auch über alle Frequenzen beider Sender ausstrahlten.
 

s.matze

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Schade, habe ich gar nicht mitbekommen.
Laut altem Programmschema lief die Sendung auch schon bei SFB 4 (also lange vor der Fusion 2003 und das sogar zweimal die Woche).
 

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lg74

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Die legendäre Mauerfall-Gemeinschaftssendung
Danke! Die kannte ich noch gar nicht. Wir hatten an diesem Tag irgendwie andere Sorgen.

Nicht nur musikkulturell, sondern auch gesellschaftlich ein wichtiges Dokument. Bedrückend, wie in den Gesprächen der beiden schon anklingt, was kurz darauf in Ostdeutschland regelrecht "legalisiert" in großem Stile startete und in der tiefbraunen, völkischen Realgesellschaft endete, die für Ostdeutschland inzwischen als weiträumig "normal" betrachtet werden kann.

Fast neige ich dazu, Lutz Schramm für diesen Abend und dieses Thema "Schönfärberei" unterstellen zu müssen, was ich aber freilich nicht kann, da ich nicht weiß, was er erlebt hatte bis dahin und was ihm zugetragen wurde. Da Lutz 15 Jahre älter ist als ich und als Musikjournalist doch einiges herumkam, muss er viel mehr erlebt haben als ich, der ich als Schüler brav unter aufsicht von Schule und Elternhaus meinen "staatsbürgerlichen Pflichten" nachging. Ich kannte bis zu diesem Zeitpunkt nur "das übliche" aus meiner Heimatprovinz, also den Hitlergruß als Standard-Begrüßung unter 15- 18-jährigen auf dem "Spielplatz" im Wohngebiet (wo die Tischtennisplatte stand), den Hitler-Kult, der in manchen Elternhäusern gepflegt wurde, die Judenwitze - die "zweite Normalität" neben der vorgeschriebenen DDR-Normalität also.

Die schlimmsten Geschehnisse vermochte offenbar das DDR-System bis zuletzt weitgehend geheimzuhalten, so dass auch Lutz Schramm darüber nicht im Bilde sein konnte. Das erfuhr man dann viel später aus Nachwende-Aufarbeitung, siehe u.a. hier https://www.welt.de/geschichte/arti...ab-es-Neonazis-Sie-lynchten-Gastarbeiter.html .

Und heute? Ich hatte vor einigen Tagen einen Geschäftskontakt nach Sachsen. Und wieder jemanden, für den Pegida etc. normales gesellschaftliches Engagement ist und Rassismus Normalität. Ich mag einfach nicht mehr, Kontakte nach Ossiland enden für mich sehr oft als "Energie-Senken".
 

Philclock

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Das ist wirklich traurig.
Vielleicht kann man ja Johannes Theurer, noch an anderer Stelle, wieder hören. :cry:

Für die Weltmusik, hat er einiges getan.

 

maetsch

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Wenn man sich das Bild im dem folgenden Interview anschaut,
dann sieht man noch Bandmaschinen in der Ecke stehen.

Also muss er die Sendung bis zuletzt in der Masurenalle aufgenommen haben.

Lol. Das Bild ist nicht aktuell. 😉

Bis letzte Woche waren wir Nachbarn. Masurenallee stimmt, aber Bandmaschinen sind schon länger nicht mehr in den Studios in Nutzung. Er verwendete CDs, was auch schon längst unüblich geworden ist.
 

Philclock

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@maetsch
Ach das ist ja spannend!

Siehste aber durch solche Posts erfährt man ja auch etwas mehr. :)

Also Ihr beide wart Studio-Nachbarn oder richtige Nachbarn ?
Was macht er denn jetzt blos? Ich meine, geht er wirklich in den Ruhestand?

Auf den Radio Eins Mitschnitte um Nachhören, fehlen komischer Weise die letzten Minuten,
ich könnte mir gut vorstellen, dass dies kein Zufall ist.
Weißt Du was seine Abschiedsworte waren?
 

maetsch

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Büronachbarn in der Masurenallee. Und ja, tatsächlich Ruhestand. Lässt sich hier auch im Interview nachhören.

Doch, der Mitschnitt (Podcast) ist mit 1:55 h vollständig. Die Verabschiedung kannst Du bei 1:49:45 hören: „Tschüss sagt Johannes Theurer“.
 

s.matze

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EBU = European Broadcasting Union, der Zusammenschluss verschiedener (meist) europäischer und einiger anderer öffentlich-rechtlicher Public service Rundfunkanstalten.




Launched in 1985, the annual EBU World Music Workshop (WMW) highlights the importance of this fast-growing genre by offering EBU Radio organizations the opportunity to exchange multicultural music, experiences and projects.
 

Philclock

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Ah vielen lieben Dank für die Hinweise, da werde ich mich am Abend etwas mehr einlesen.

Beste Grüße aus Berlin Mitte sende ich. :)
 

Philclock

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@maetsch
Ich frage mich gerade, ob nun überhaupt noch Jemand von Radio Multikulti übrig geblieben ist.
Johannes Peatzold war glaube ich nie bei Radio Multikulti.
Ist noch Jemand von Radio Multikulti bei Cosmo?

Eigentlich kann das alles nicht sein, da schrumpfen solche multikulturellen Inhalte immer mehr,
obwohl Berlin ja zu sehr großen teilen multikulturell ist.

Ich bin gespannt, wo wir Herrn Theurer mal wieder sehen oder gar hören können.
Na dann warte ich mal gespannt eure neue Podcast-Folge ab.
 
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thorr

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Nunja, es ist der Lauf der Dinge, dass eine Generation irgendwann einmal sukzessive in den Ruhestand geht. Bei Cosmo ist man doch immer noch sehr engagiert, was Weltmusik angeht. Ich wage zu behaupten, dass ein Vollprogramm mit dieser Musikfarbe einmalig ist.
 

Philclock

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Da hast Du absolut recht, ich freue mich auch für Herrn Theurer, dass er das geschafft hat.
Andere sind da leider nicht so davon gekommen.

Einen Mitarbeiter von Radio Multikulti, hab ich später mal als Taxifahrer erlebt...

Wobei ja auch über Cosmo das Damoklesschwert pendelt, wie ich es immer wieder mal gehört hab.
 

Adolar

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.. und jetzt die große Preisfrage:

Wann genau lief die allererste Ausgabe von Dschungelfieber?

Es muss wohl ein Freitag um 23:05 Uhr gewesen sein.
 
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