Sparkurs beim NDR


#1
Knuth will "Prioritäten setzen"

Auszug über die Radiosender:
Zitat von dwdl.de:
Im Hörfunk soll NDR Info derweil sein Informationsangebot am Abend und am Wochenende mit Nachrichten im Halbstundentakt ausbauen, während die Sendungen "Echo des Tages" und "Zeitzeichen" entfallen. Andere Programmangebote wie Hörspiele werden zukünftig bei NDR Kultur gesendet. Auch bei den Popwellen NDR 2 und N-Joy werde es Veränderungen durch Streichung von Formaten und Festivals wie "stars@ndr2" geben. Gleichzeitig will der NDR Personalkosten und Strukturen bei den Musikensembles reduzieren und auf Veranstaltungen wie etwa das NDR Klassik Open Air verzichten.

Von den Sparmaßnahmen sind auch sogenannte Off-Air-Veranstaltungen betroffen. So wird der NDR in jedem seiner vier Staatsvertragsländer pro Jahr nur noch eine Großveranstaltung als Gastgeber durchführen und auch die Sommertouren der Landesfunkhäuser wird es künftig nicht mehr geben. Unterstützung erhält der Intendant vom Verwaltungsrat. "Die Maßnahmen sind notwendig, damit sich der NDR auch unter erschwerten finanziellen Bedingungen langfristigen Gestaltungsspielraum bewahrt und seinen öffentlich-rechtlichen Versorgungsauftrag für die Menschen im Norden auch weiterhin erfüllen kann", sagte dessen Vorsitzende Regina Möller.
 
#2
Sehr schön, ich bin dafür das als erstes die Finanzierung der Herren Schweiger und Wilke-Möhring mit Geldern aus öffentlicher Hand über Gebühren eingestellt wird. Wenn Herr Schweiger unbedingt Kriminalfilme in Hamburg drehen will, hat er ja dank seiner "Barfuss"(sic)-Produktionsgesellschaft alle Möglichkeiten dafür. Die Rechte kann er dann an die Privatsender verkaufen, RTL freut sich sicher darüber. Es ist in der heutigen Zeit nicht vermittelbar, warum der Bürger mit seinem ARD-ZDF-DLF-Rundfunkbeitrag die Einkünfte solcher Multimillionäre sichern soll.

während die Sendungen "Echo des Tages" und "Zeitzeichen" entfallen. Andere Programmangebote wie Hörspiele werden zukünftig bei NDR Kultur gesendet.
Bevor das passiert sollte man eher eine komplette Welle einstellen, wenn der Schuh wirklich so doll drückt. Njoy bietet sich dafür an. Kann weg, braucht kein Mensch. Eine Woche Hinweisschleife dass man zu NDR 2 umschalten soll, und dann abschalten. Spart Produktions-, Personal-, Gema- und Verbreitungskosten.

Was sagt man eigentlich in Köln dazu? Das sind doch Gemeinschaftsproduktionen. Wenn es künftig diese Programme nicht mehr geben soll, wird ja der WDR wohl auch ein Wörtchen dazu mitreden wollen.

(Im Übrigen äußerst fragwürdig, den kompletten Artikel als Vollzitat mit Originallinks und sogar den Bildern ohne Urheberangabe hier reinzustellen....)
 
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#4
Seufz.
Nicht nur aus Nostalgie, weil es das Echo des Tages seit 1946 gibt.
Die ganze Richtung, Substanzsendungen abzubauen und im Gegenzug Häppcheninformation aufzubauen, wäre zu hinterfragen. Wer braucht halbstündliche Nachrichten am Abend und am Wochenende - also genau dann, wenn NDR Info ein Einschaltradio ist, und das Refugium für jene Substanz, die die flachformatierten Wellen auf 2 und 3 schon lange nicht mehr bieten wollen?
 
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#5
Hier die Original-PM.

Dann war das in einem anderen Thread festgestellte "Reingrätschen" in das Hörspiel kürzlich also eine Art Vorgriff, dass das Kulturprogramm Hörspiele sendet ergibt dabei schon Sinn, so ist es ja auch bei den meisten Anstalten, nur wir in NRW haben z.B. noch Hörspiele in 2 (eigentlich sogar 3) Programmen.

Es steht aber zu befürchten, dass NDR Info damit noch mehr entkernt wird um das was das Vorgängerprogramm ausgemacht hat, die Kultformate die der WDR mitproduziert und hoffentlich nicht aufgibt sind das eine, die Nächte werden mit ziemlicher Sicherheit dann auch anders klingen, sprich die Infonacht durchgestellt werden.

An den anderen Programmen kann man eigentlich nichts mehr groß kaputt machen, das sagt ne Menge über den Zustand dort oben...
 
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#6
Wie kann es eigentlich sein, dass der NDR so sehr sparen muss, dass die wenigen noch bestehenden Kernelemente seiner Radioprogramme eingestellt werden? Bis vor zwei Jahren die ARD-Popnacht etabliert wurde, hat man es sich doch nicht einmal nehmen lassen, auf NDR 2 ein eigenes moderiertes Nachtprogramm ohne Mehrwert zu senden.
 
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#7
Wie kann es eigentlich sein, dass der NDR so sehr sparen muss, dass die wenigen noch bestehenden Kernelemente seiner Radioprogramme eingestellt werden?
Das kann so sein, weil der NDR die nicht als Kernelemente ansieht.

Bis vor zwei Jahren die ARD-Popnacht etabliert wurde, hat man es sich doch nicht einmal nehmen lassen, auf NDR 2 ein eigenes moderiertes Nachtprogramm ohne Mehrwert zu senden.
Wie viel kostet sowas? Das sind doch Peanuts. Eine Welle wie NDR 2 hat ein Budget im mittleren Millionenbereich, die Nachtsendung kostet mit Puffer geschätzt deutlich weniger als 100.000 Euro pro Jahr.
 
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#9
Zum Thema hatte heute auch der DLF einen Bericht:
https://ondemand-mp3.dradio.de/file...ungen_beim_ndr_dlf_20200508_1545_72bf62e5.mp3

Die NDR-Pressemitteilung ist wirklich lesenswert:
Wie 'locker' NDR Gelder der Haushaltsabgabe verschleudert zeigt sich am Beispiel "Inselreportagen" mit Judith Rakers. Die Inselreihe ist durch. Schöne Urlaubstage für Judith. Luxus pur, Requsiten nur vom feinsten. Und mit der Produktionsfirma hat sie sich einen schönen Batzen aus dem güldenen NDR-Haushalts-Abgaben-Füllhorn abgegriffen. Ein leichtes, jetzt dort das Auslaufen der Serie "Inselreportagen" zu verkünden. Gibt es beim NDR kein Crontrolling? - Es riecht da oft nach Korruption. - Und beim Hörfunk wird das Programm gnadenlos pulverisiert.
 
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#10
Der NDR Hörfunk schafft sich selbst ab:
Kaputtgespart, kaputtformatiert, alles was Substanz hat(te) wurde und wird eliminiert.
Dass die überhaupt noch eine meßbare Einschaltquote haben.... nicht zu fassen. Bei den anderen Anstalten sieht's zumeist ähnlich aus.
 
#11
Was ich aus dieser PM nicht entnehmen kann: was passiert mit der Musikkultur bei NDR Info, angefangen mit dem Jazz und dann bis 2 Uhr morgens mit den Musik-Spezialsendungen?
 
#12
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#13
Wieder wird nur am Programm herumgebastelt und da vor allem die Kultur und die Information beschnitten. Gleichzeitig wird man aber nicht müde die große Informationskompetenz hervorzuheben. Ziemlich skurill...
Wie genau sehen denn die Einsparungen im Bereich Verwaltung aus? Dazu schweigt sich der NDR in der Presseinfo aus.
 
#14
Das wird dann wohl ein sehr sparsames durchformatiertes Infoprogramm, auch das Mittagsecho streicht man also, NDR plus zieht nach Hannover um, das noch zur Ergänzung für alle die den Artikel vom RND nicht gelesen haben.
 
#16
Dazu habe ich dann leider auch keine Informationen, aber ich nehme mal an, was eh kaum einer hört, ist auch die Produktionskosten und Mühen nicht wert :(
 
#17
Das (ausführliche) Interview lässt tief blicken. Mal ehrlich für das was da eigentlich noch übrig bleibt von einer Sendeanstalt die sowieso nur noch öffentlich-rechtlichen Alibicharakter hat, braucht man dann auch keine Gebührenfinanzierung mehr und kann die Anstalt abwickeln.

So wird zum Beispiel auch Bettina Tietjens Sonntagstalksendung “Tietjen talkt” bei NDR 2 nicht fortgesetzt.
Kein Verlust für den Hörer. Aber mit irgendwas müssen diese 2 Stunden ja gefüllt werden. Stattdessen dann also künftig mehr aktuelle Hits und die besten 80er ?

Beim Radio wird NDR Info ein reines Informationsprogramm werden – rund um die Uhr.
Das sind ja tolle Aussichten. Also künftig Pressemeldungen aus den Parlamenten in Endlosschleife bis 23 Uhr und danach die Infonacht auf UKW, vermutlich auch jede Stunde mit der Wiederholung von "Norddeutschland kompakt" ähnlich wie es der HR schon in der Infonacht macht?
Eigentlich ein nachvollziehbarer Schritt mit dem man leben könnte und der im Sinne des Namens "NDR Info" und der Neuausrichtung als Dachmarke letztes Jahr auch nur konsequent ist.
Aber:
Die Musiksendungen (das letzte Bisschen anspruchsvoller Pop/Jazz), falls sie überhaupt weiterhin produziert werden, landen dann bei "NDR Spezial" oder "NDR Blue" auf DAB. Vermutlich wird sie da aber kaum einer hören, so dass sie irgendwann mangels Resonanz komplett verschwinden.
Ich glaube jedenfalls nach dem was da steht nicht dass Nightlounge und Nachtclub das Jahr 2025 erleben.

Man hätte eher andere Dinge auf den Prüfstand stellen sollen:
-auf das Einladen von überteuerten "Stars" zu überflüssigen Veranstaltungen, z.B. Njoy-Geheimkonzerte, NDR 2 Plazafestival usw. verzichten
-Njoy ersatzlos einstellen. das zum Selbstkostenpreis produzierte NDR Plus auf die UKW-Kette von Njoy
-NDR Blue ersatzlos einstellen. Genau diese Musik sollte NDR 2 spielen, dann braucht es auch kein NDR Blue mehr. Für die Charts gibt es die Privaten.
-NDR Kultur aufwerten: alle Themen-Sendungen Info/Kultur(Wort die man bei NDR Info "entsorgt" sollten dort entsprechende Sendeplätze erhalten, dafür weniger KLassik.
-Produktion der Hitnacht sofort einstellen, auf den Landeswellen die Popnacht senden. ARD-Sender die bisher die Hitnacht nehmen, nehmen künftig Pop- oder Schlagernacht
-Nachtlcub und Nightlounge die auf NDR Info keinen Platz mehr haben dafür künftig statt der Popnacht (Die ja dann auf NDR 1 laufen würde) im NDR 2-Programm was damit musikalisch deutlich aufgewertet wird
-NDR 1-Wellen an versch. Wochenenden und Feiertagen zusammenschalten mit musikalischen Themenschwerpunkten und nur reg. Auseinanderschaltungen um halb
-keine dümmlichen Quiz- und Rateshows mehr fürs Erste und im NDR
-keine Tierdokus mehr
-keine Arztserien mehr
-kein Kochen (Sass) mehr
-keine Dorfgeschichten mehr
-keine Landpartie mehr
-keine Treckerfahrer mehr
-keine Roten Rosen mehr
-keine Wetterstudios, Wetterfrösche, Wettergespräche usw. mehr
(sondern die Meldungen vom Wetterdienst einfach vorlesen, fertig aus)
-kein Schlüsselschorse der durchs Land tourt
-keine Übertragung der 3.Fußballiga mehr am Samstag mit eigenem Kommentator, die Spiele laufen meist auch in irgendeinem anderen Dritten
-weg mit dem Verkehrsservice, ist überholt und macht bei der Größe des Sendegebiet keinen Sinn

Dann bleibt genug Geld übrig um
-die regionale Berichterstattung auszubauen
-Livemoderation in den NDR 1-Wellen bis Mitternacht und von 20 bis 0 Uhr mehr Inhalte bei NDR 1
-Nachrichten und Inhalte bei NDR 2 deutlich hochfahren
-NDR Info zum Nachrichtenradio machen, wie es der Name erwarten lässt, ohne dass die Musiksendungen ins digitale Nirvana abgeschoben werden.

Und dann haben wir jedes unserer Angebote geprüft und auf Basis dieser sechs Parameter ein Ampelsystem entwickelt. Rot heißt: streichen. Gelb heißt: wird geprüft. Grün heißt: unverzichtbar.
Lachhaft. Die NDR-Wetterfarbe. Wahrscheinlich mit verbundenen Augen mit einem Textmarker draufgetippt? Hätte man auch Schnick-schnack-schnuck, Knobelbecher oder Ene mene muh spielen können. Fehlt nur noch die 100köpfige Fachjury. Sowas auch noch zuzugeben. Die Entscheidungsfindung war bestimmt genauso hoch komplex wie das Auswahlverfahren des deutschen Beitrags zum ESC...
 
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#18
NDR plus zieht nach Hannover um, das noch zur Ergänzung für alle die den Artikel vom RND nicht gelesen haben.
Als Ausgleich für die Verlagerung einer (teuren Außen-)Fernsehproduktion aus Hannover ins Studio nach Hamburg. Ich lehne mich mal aus dem Fenster: solange der NDR sich solche Länderproporz-Umzüge leisten kann, ist die Lage nicht "schlimm" ;).

Wie genau sehen denn die Einsparungen im Bereich Verwaltung aus? Dazu schweigt sich der NDR in der Presseinfo aus.
Die Kommunikationsstrategie verstehe ich auch nicht. Lauter Kleinigkeiten-Streichungen, die jeweils irgendwas im unteren sechsstelligen Bereich pro Jahr ausmachen, führen sie exakt auf. Und bei den strategischen Fragen kommt kaum was außer nunmehr-Allgemeinplätzen.
 
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#19
Wundert mich, dass neben dem Mittags- und Abendecho nicht auch die "Berichte von heute" gestrichen werden. Oder hat der NDR das in seiner Ankündigung nur vergessen?

Hat der Rundfunkrat all das schon abgenickt? Wird das neue Sparprogramm überhaupt noch dem öffentlich-rechtlichen Auftrag gerecht?
 
#21
Gibt es bereits eine Zusammenfassung was alles wegfällt? Sind ja bisher überwiegend bruchstückhafte Informationen.

Speziell interessiert mich NDR 90,3 und NDR2.
 
#22
#23
Was verursacht dem NDR eigentlich am meisten an Kosten? Ich schätze es ist das Personal, denn gutes Personal ist bekanntlich teuer. Hoffentlich wird es nicht so schlimm werden wie in Amerika. Unter der Woche eine moderierte Morning-show und eine Drivetime-show, am Wochenende die 80er Nonstop. Mir ist jedoch auch klar das sich die Zeiten geändert haben und immer mehr Leute sich Online informieren, da verstehe ich das der NDR sein Programm entsprechend anpassen möchte.

Wie lange wird Carlo von Tiedemann noch beim NDR moderieren? Es scheint ja viele Hörer zu geben die an seinen Lippen hängen, allerdings ist mir aufgefallen wenn man ihm über einen längeren Zeitraum zuhört, wiederholt er seine Anekdoten immerzu, das liegt sicher auch an der mageren Musikrotation von Radio 90,3. Dennoch, Harald Schmidt hat den richtigen Moment zu aufhören erwischt und die Leute erinnern sich gerne an seine Sendung zurück.
 
#25
Das liegt einfach daran, dass es inzwischen viel mehr Nachrichten gibt und auch das Informationsbedürfnis der Nutzer zugenommen hat.

Damals™ hat irgendein Politiker irgendeinen Blödsinn gesagt und einer hat darauf etwas geantwortet und gut war's.
Heute wird doch schon jeder Twitter-Pups zur Breaking News aufgeblasen, die mindestens 24 Stunden lang heiß diskutiert werden muss (und danach auch schon auf ewig vergessen ist).
 
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