Text-to-Speech - die Zukunft des Radios?


#1
Die Deutsche Bahn hat eine neue (Train)-Station-Voice. Heiko Grauel bespricht nun die deutschen Bahnhöfe und Züge. Nun ist die Bahn natürlich kein Radiosender, aber die Technik ist beeindruckt. Es mussten 14.000 Sätze eingesprochen werden. Noch können diese Text to Speech Systeme keine Stimmungen erzeugen, aber sie sind auf dem besten Weg dorthin. Wer weiß schon wie Radio am Ende dieses Jahrzehnts klingen wird.
 
#3
Die Deutsche Bahn hat eine neue (Train)-Station-Voice. Heiko Grauel bespricht nun die deutschen Bahnhöfe und Züge.
Auch wenn das Thema hier gar nicht hingehört:
So wie du es schreibst, könnte das beim Lesen den Eindruck erwecken, das sei ab sofort und bundesweit überall der Fall, was nicht stimmt. Stichprobe heute in mehreren großen dt. Hauptbahnhöfen ergab:
In den Zügen laufen noch die Ansagen der bisherigen, bekannten Männerstimme Herr Ruff, in den Bahnhöfen selber weiterhin die gewohnten Text-Bausteine des unbekannten Fräuleins ("Blech-Else")
Mitarbeiter von der zuständigen DB Station und Service runzeln nur die Stirn, haben davon z.T. gar nichts gehört, dass da irgendetwas umgestellt wird (obwohl DIE es eigentlich wissen MÜSSTEN).

Über den neuen Sprecher findet sich übrigens ein schönes Porträt in derletzten DB Kundenzeitung "Mobil" (Dezember - Ausgabe ab Seite 120 "Die neue Stimme der Bahn")

https://mobil.deutschebahn.com/mobil-magazin-download oder direkt
https://mobil.deutschebahn.com/syst...0/061/original/DBMOBIL_12-2019.pdf?1574948275

Dort steht:

"Die Bahnhofsdurchsagen im Land erklingen bald mit einer neuen Stimme. [...] Voraussichtlich ab Dezember wirdman ihn an den ersten der 5700 deutschen Bahnhöfe hören. [...]Zunächst in Plauen imVogtland, Dresden-Neustadt und Ren-ningen, nach und nach auch im Rest der Republik."

Das wird also noch eine Weile dauern. Und vielleicht interessant zum workload:

"Die Aufnahmen für die DB begannen im Frühjahr. Insgesamt 60 Stunden, jeweils vier bis fünf Stunden am Tag, verbrachte Grauel in dem Aufnahmestudio in Frankfurt."

Geht doch. Und dann 60 mit dem Tagessatz multiplizieren... :) Hoffentlich lassen sie ihn nicht bei "...heute ... Minuten Verspätung " am Ende genauso mit der Stimme nach oben gehen wie die Dame zur Zeit, dass man immer denkt, was kommt als Begründung und dann enttäuscht ist, dass es keine gibt!

Wer weiß schon wie Radio am Ende dieses Jahrzehnts klingen wird.
Sorry für das Ausschweifen.
Vielleicht schweigt das Radio auch am Ende dieses Jahrzehnts. So wie das lineare TV und die Printabos.
 
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#4
Wer weiß schon wie Radio am Ende dieses Jahrzehnts klingen wird.
Deezer bietet eine solche Funktion in der Beta App schon an, nennt sich dort "Radio Anchor". Nach jedem zweiten Song meldet sich dies Funktion und spricht so Sätze wie Beispielsweise, "Das war X mit Y aus deiner Playlist Z, jetzt wird es rockig mit A und dem Song B" alles klingt derzeit noch etwas nach Computer und ist in Englisch, aber man entwickelt so eine Option/Funktion ja nicht einfach nur so.
 
#5
Stichprobe heute in mehreren großen dt. Hauptbahnhöfen ergab: In den Zügen laufen noch die Ansagen der bisherigen, bekannten Männerstimme Herr Ruff.
Der neue Sprecher kommt, aber bei der Deutschen Bahn muss man immer eine kleine Verspätung einkalkulieren.

Deezer bietet eine solche Funktion in der Beta App schon an, nennt sich dort "Radio Anchor".
Echt? Vielleicht könnte man das in naher Zukunft mit der Stimme von Dieter Thomas Heck realisieren?
Ich glaube schon das so etwas technisch möglich sein wird.
 
#7
In den Zügen laufen noch die Ansagen der bisherigen, bekannten Männerstimme Herr Ruff, in den Bahnhöfen selber weiterhin die gewohnten Text-Bausteine des unbekannten Fräuleins ("Blech-Else").
Und nur letztere, übrigens seinerzeit eingesprochen von Alisa Palmer, werden nach und nach ersetzt, diverse Radiostimmen hört man derweil in den Privatbahnen, u.a. Marc Weiß (Radio NRW) in der eurobahn oder Michael Latz (NDR) in der Nordwestbahn.
 
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#8
Auf Radioszene habe ich einen Artikel gelesen, worauf das Radio alles verzichten kann/könnte. Im DLF und SWR Thread auch.

Verkehr: verzichten wir, macht das Navi.
Wetter: verzichten wir, das macht die App (genauer)
Nachrichten: Internet, wir leben digital.
Musik: Streamingdienste
Moderatoren: Brauchen wir nicht, die technischen Möglichkeiten sind gigantisch.

Im SWR 3 Thread schrieb jemand, dass nur die älteren noch linear Radio hören. Prima. Wenn die älteren verstorben sind, können wir die Funkhäuser schließen. Sämtliche Zielgruppen sind dann endlich weg. Es scheint ja auch überhaupt kein Interesse für Hörfunk mehr zu bestehen. Wenn ich auf Radioszene lese, worauf wir alles verzichten könnten, wird mir übel.

Aber egal, es heißt ja auch nicht mehr Hörfunk bzw. Radio. Es heißt jetzt Audio. Ganz toll. Also versorgen wir die wenigen Leutchen noch ein paar Jährchen mit den größten Hits der 80er und dann auf Wiedersehen. Die übrig gebliebenen Mitarbeiter aus dem Funkhaus können bis zu ihrer Rente als Influencer arbeiten. Soll voll im Trend sein.
 
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