1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Digitalradio in Österreich

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von Ertsch, 26. November 2006.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Ertsch

    Ertsch Benutzer

    Hallo Leute,

    Nachdem das Terresstrische Antennen fernsehen schrittweise auf Digital umgestellt wird und das analoge dann bald abgeschaltet wird.

    Überlege ich eigentlich schon länger wie es da beim UKW radio aussieht?

    Wird da auch bald auf DAB umgestellt?

    Sender gibts da ja derzeit nur in Wien und Insbruck oder?
     
  2. Graf

    Graf Gesperrter Benutzer

    AW: Digitaleadio in Österreich

    Das ist richtig. Testbetrieb findet nur in Wien und Innsbruck statt.
    Dort werden jeweils das Landesradio "Ö2" und die anderen ORF-Radios incl. FM4 ausgestrahlt.
    Sonst nix!
    DAB ist außerdem sehr unbekannt in Österreich und die Sendeveranstalter haben auch kein Interesse an DAB.
    Ist ja auch verständlich, wenn es nicht mal Geräte zu kaufen gibt. Außerdem, wenn der Hörer keine Programme empfangen kann in den anderen Bundesländern aus dem eigenen Land, lediglich aus Nachbarländern ... da kann ja nicht viel passieren.
    Und zudem gibt es ja keine Kanalausschreibungen für die DAB-Kanäle von der RTR.
    Somit kann sich auch kein Sender bewerben.
    Eine Abschaltung vom UKW-Band ist z. B. vom ORF letztes Jahr auch ganz klar abgelehnt "aus heutiger Sicht".
    Man will zuerst abwarten, welches Digitalradio-System sich in anderen Ländern durchsetzt wie Deutschland oder Italien.
    In Deutschland und Italien ist DAB zwar schon länger auf Sendung, großer Beliebtheit erfreut sich DAB aber nirgendwo.
    "Viele" Geräte sind noch am ehesten in Deutschland in Umlauf. In Italien viel weniger! Gekauft wurden die DAB-Radios in Deutschland aber meist von Radiofreaks und kaum vom "Normalhörer".
    Grund Nr1: zu teuer! Und zu wenig Programme!
    Also UKW bleibt noch sehr lange bestehen.
    Und Digital-Radio wird in Österreich erst kommen, wenn man bei den Nachbarn gesehen hat, welches System sich durchsetzt.
    Diese Vorgehensweise finde ich von Österreich sehr vernünftig. So werden nicht die GIS-Gebühren verschwendet, wie das in Deutschland ja der Fall war.
    DAB wurde durch die GEZ (GIS) Gebühren gefördert. Und wenn DAB doch floppt, dann haben die ganzen Zuhörer für nichts und wieder nichts bezahlt - ohne überhaupt gefragt zu werden.
    Aber gut, mal abwarten...vielleicht wird DAB in D doch noch ein Erfolg. Hängt eben auch von der Sendelesitung und dem Programmangebot ab.
     
  3. Ertsch

    Ertsch Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Vielen Dank für die Info.
     
  4. Ertsch

    Ertsch Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Österreich plant DAB-Start

    Etwa 100 Besucher folgten der Einladung der österreichischen Regulierungsbehörde RTR in Wien zur Veranstaltung ”Digitales Radio – wann, wie und warum?“ am 22. November 2006. Langsam aber sicher wird Digitalradio auch in Österreich zum Thema. Sogar bei den Radioveranstaltern wird die Digitalisierung des Hörfunks inzwischen für notwendig erachtet.

    Zahlreiche Vertreter der österreichischen Privat-Rundfunklandschaft, wie Life Radio, Radio U1, Kronehit, Arabella und Radio Osttirol bekundeten durch den Besuch der Veranstaltung ihren Informations- und Abstimmungsbedarf. Auch ORF und ORS waren mit geballter Mannschaft vertreten.

    Die wichtigsten Aussagen zur Digitalisierung des Radios kamen von der Regulierungsbehörde RTR selbst. Hier ist man sich im Klaren, dass kein Weg an DAB vorbeiführen wird. Auf der Funkverwaltungskonferenz RRC 06 konnte sich Österreich ausreichende Übertragungskapazitäten sichern. Vorerst sind drei Band-III-Bedeckungen im Detail koordiniert. Die zugesprochene Kapazität für weitere vier VHF-Bedeckungen ist vorhanden, aber noch nicht ausgearbeitet. Erst nach der vollständigen Umstellung des analogen terrestrischen Fernsehens auf DVB-T und entsprechender Nachfrage könnten diese Kapazitäten zum Einsatz gelangen.

    Anders als in Deutschland ist die maximale Sendeleistung der einzelnen DAB-Sender kein Thema. Die unsinnige, in Deutschland existente Beschränkung von einem Kilowatt auf dem VHF-Kanal 12 gibt es in Österreich nicht. Die künftigen österreichischen DAB-Kanäle dürfen mit 10 kW senden. Hofrat Franz Prull, stellvertretender Leiter der KommAustria, räumt jedoch ein, dass es zu gewissen Einschränkungen in Grenznähe zu Deutschland kommen wird. Hier werde man nicht die vollen 10 kW ausschöpfen können. Die Voraussetzungen für einen problemlosen Indoor-Empfang seien dennoch geschaffen.
    DAB-Startschuss ab 2008
    Nahmen noch vor nicht einmal einem Jahr österreichische Hörfunk-Veranstalter eine überwiegend negative Haltung zu DAB und der Digitalisierung des Radios ein, hat sich diese Meinung grundlegend gewandelt. Inzwischen scheint man erkannt zu haben, dass Digitalradio viele Möglichkeiten bietet, Radio wieder attraktiver zu machen und neue Geschäftsfelder zu entwickeln. All zu schnell wird DAB aber nicht in Österreich Einzug halten. Gegenwärtig ist man mit der Einführung von DVB-T voll und ganz ausgelastet. Sobald sie weitgehend abgeschlossen sein wird, wird man sich, zumindest seitens ORF/ORS, dem Thema DAB-Digitalradio annehmen. Erste Vorarbeiten werden bereits geleistet. So wurde auch das über Satellit verbreitete Hitradio Ö3 unter diesem Aspekt mit der Videokomponente erweitert.

    Etwa ab 2008 könnte der DAB-Startschuss fallen. Unmittelbar mit der DVB-T-Einführung hängt auch die Verfügbarkeit der weiteren DAB-Bedeckungen im VHF-Band-III zusammen. Erst nachdem die Frequenzen von analogen TV-Sendern im In- und benachbarten Ausland geräumt sind, stehen sie für DAB tatsächlich bereit.
    Wohl kein MPEG-4 zum Start
    Ein Schwerpunkt des Tages war natürlich das Thema DAB und MPEG-4 AAC. So wurde bekannt, dass die Information, DAB mit einem neuen Komprimierungsstandard auszustatten, durch Unachtsamkeit etwa ein Jahr zu früh an die Öffentlichkeit gelangt sei. Man wollte zuerst der Industrie Gelegenheit geben, sich auf den neuen Standard vorzubereiten. Man ist sich einig, dass es keinen Sinn macht, einen Übertragungsstandard zu starten, für den es noch keine Endgeräte gibt. Ein realistisches Szenario für Österreich, aber auch für Deutschland ist, vorerst DAB weiterhin ausschließlich im MPEG-1, Layer 2 zu betreiben und erst in etwa fünf Jahren behutsam auf den neuen Standard zu wechseln. Vorausgesetzt, dass genügend preiswerte Empfangsgeräte, die beide Normen beherrschen, verfügbar sind.

    Mobiler TV-Empfang scheint von der RTR eindeutig auf der Basis von DMB favorisiert zu werden. DVB-H wurde zwar erwähnt, man sieht aber offensichtlich keine Chance, dafür in Österreich ausreichende Frequenzen bereitstellen zu können.
    HD-Radio für den Lokalfunk?
    Als weiterer Digitalradio-Standard wurde HD Radio unter die Lupe genommen. Hier sieht man eventuell Chancen für kleine Radiobetreiber, die wegen ihres geringen Versorgungsgebiets nicht in einen DAB-Multiplex passen. Seitens der RTR war zu hören, dass HD Radio besser funktioniere, als man ursprünglich erwartet hatte. Durch die technische Koexistenz von analogem UKW- und digitalem HD-Signal ließe sich das Verfahren möglicherweise in die bestehende österreichische UKW-Landschaft integrieren. Das Gespräch mit einem Vertreter des HD-Radio-Pioniers in Europa, der schweizerischen Ruoss AG, machte allerdings auch klar, weshalb etliche Privatradios dieses System favorisieren: Mit HD-Radio lassen sich potenzielle neue Konkurrenten vom bestehenden Radiomarkt fernhalten. Nachdenklich sollte auch stimmen, dass sich die Ruoss AG in der Schweiz inzwischen auch auf ausgeschriebene DAB-Übertragungskapazitäten beworben hat.
    Veranstaltung mit Signalwirkung
    Die Veranstaltung ”Digitales Radio – wann, wie und warum?“ zeigt den Weg Österreichs in Richtung Digitalradio DAB auf. Von der Veranstaltung ging vor allem das Signal aus, dass sich die Radioveranstalter für die Digitalisierung ausgesprochen haben. Die geschaffenen Rahmenbedingungen dürften sowohl bei den öffentlich-rechtlichen wie kommerziellen Radiobetreibern Interesse geweckt haben.

    Quelle: http://www.rein-hoeren.de/inhalt/402.shtml
     
  5. blu

    blu Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Inzwischen scheint man erkannt zu haben, dass Digitalradio viele Möglichkeiten bietet, Radio wieder attraktiver zu machen und neue Geschäftsfelder zu entwickeln.

    das is ja interessant.
    die einfachste wäre, ein ansprechendes musikprogramm zusammenzustellen, daß sich nicht wie eine cd wiederholt.
     
  6. wasat

    wasat Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Zweckoptimismus... Aber DAB ist vom Konzept wenig flexibel und inzwischen technisch überholt.

    Das Gegenteil ist der Fall. Das DAB-System ist zu wenig flexibel, als dass es billiges Formatradio und kleinräumiges Programmradio fördern würde. Und eine andere Chance hat das Radio in einer Welt nicht, in der die Konkurrenzsituation der Medien immer vielfältiger wird.

    DAB fördert jene homogene Radiostruktur, welche sich in Europa mangels Konkurrenzsituation entwickelt hat und eigentlich nur 2 Programmformate kennt: einfältiges "Dudelradio" und steifes "Oberlehrerradio". Und es gibt immer mehr Leute, die beiden Formaten nichts mehr abgewinnen können und sich damit gänzlich als Radionutzer abmelden.

    Aus technischer Sicht kann ich das bestätigen. Auch bei einem 100 kHz-Kanalabstand sind die Störungen durch die digitalen Seitenbänder relativ gering, bei weiter entfernten Sendern kaum mehr wahrnehmbar (eigene Hörerfahrung im Fall von WRAL 101.5 in Raleigh, North Carlolina).

    Dennoch ist auch in den USA HD-Radio bisher ein Flop. In den Elektronikmärkten gibt es dutzende Emfänger für "Sirius" und "XM" (Satellitenradios), aber keinen HD-Empfänger. Auch bei der Vermarktung sieht es so aus, dass man haufenweise Plakate und Zeitungsannoncen für "XM" sieht, aber nirgendwo für HD-Radio. Diesen Oktober habe ich erstmals in einem TV-Programm zufällig einen Werbespot gesehen, in dem für HD-Radio geworben wurde.

    Dummerweise machen die Hörer nicht mit, weil sie keinen wirklichen Nutzen darin sehen.

    Der heute entscheidene Vorteil des Mediums Radio ist, dass es (beinahe) überall verfügbar ist. Das geht nur, weil Millionen Apparate bereits vorhanden sind und man neue Empfangsgeräte beinahe geschenkt bekommt. Auch die Betriebskosten (Batterien) sind verschwindend gering.

    Auch wenn sich Programmformate bei uns durchsetzen sollten, die in anderen Weltgegenden sehr erfolgreich sind (z.B. reines Talkradio), ändert sich daran nichts, dass Radio überall und einfach verfügbar sein muss. In den USA senden die meisten Talk-Stationen auf Mittelwelle. Das klingt dumpf, es rauscht und knistert manchmal, aber die Mittelwelle ist "gutmütig", weil sie um Hausecken und über Bergrücken "kriecht". Damit kann man dem Programm ungeteilt folgen und das ist das Wichtigste.

    Die RTR versucht hier erneut, ein altes Gaul von hinten aufzuzäumen. Hier haben zuerst Techniker ein Übertragungskonzept entwickelt, für das jetzt die Programme geschaffen werden sollen, um dann dafür die Hörer zu gewinnen. Umgekehrt wäre es wohl zielführender: Zuerst die geänderten Hörgewohnheiten erkunden, daraus Programmformate entwickeln und abschließend die dafür notwendigen Übertragungstechniken schaffen.
     
  7. Ertsch

    Ertsch Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Ist hier eigentlich wer im Forum der eine DAB Empfangsgerät hat?
     
  8. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Hier! Bin allerdings kein Österreicher, zähle also nicht. Hier südöstlich von München haben wir immerhin 3-4 empfangbare Pakete (Testpakete aus München eingerechnet), da beginnt DAB dann langsam, Spaß zu machen. Leider schafft es das Tiroler Paket auf deutscher Seite nur bis Oberaudorf, der eigentlich noch geplante Sender auf der Hohen Salve (der dann bis zum Inntaldreieck bei Rosenheim gereicht hätte), wurde nicht mehr realisiert. Sonst hätten wir hier nochmal ein Paket mehr. Wenn ich aber durch Tirol durchfahre und z.B. FM4 hören will, nutze ich DAB gerne, weil der Empfang dort einfach absolut konstant ist ohne Aufrauscher oder Verzerrungen, natürlich von Seitentälern abgesehen, dort kommen die beiden Innsbrucker Sender dann doch nicht rein, da fehlen einfach im Vergleich zu UKW die entsprechenden Sender.
     
  9. Graf

    Graf Gesperrter Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Ich kann vom DAB-Empfang in Innsbruck berichten.
    Habe DAB in der Stadt empfangen. Leider sind mit einer Stabantenne nur die ORF-Radios vom Kofel zu empfangen.
    Die DAB-Pakete aus Bayern oder aus Südtirol gehen absolut nicht rein.
    Der Empfang vom Kofel in der Stadt ist sehr gut.
    Die Klangqualität natürlich noch um einiges besser als bei UKW.
    Es fehlen aber die Privatsender. Und wie gesagt, man kann mit DAB leider keine Sender aus Südtirol empfangen. Was über UKW ja leicht ohne Aufwand möglich ist.
     
  10. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Aber auch nur, weil die Privaten auf der Zirog/Flatsch-Spitze ihren Sender betreiben. Von den RAS/RAI-Standorten dürfte in Innsbruck auch auf UKW nicht mehr viel gehen, denke ich.
     
  11. Graf

    Graf Gesperrter Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Das ist leider richtig. Von den Standorten wie RAI-RAS-Brenner und Sterzing-Roßkopf ist in Innsbruck nichts zu empfangen.
    Und sogar in Sterzing sind die Zirog/Flatsch-Sender nicht mehr empfangbar. Andersherum aber schon. Die Roßkopf-Sender gehen am Brenner problemlos und reichen noch bis etwa Steinach am Brenner.
     
  12. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Und DAB wird ja noch nicht mal von den Sendern am Brenner oder auf dem Roßkopf abgestrahlt, sondern nur aus Freienfeld. Kein Wunder, dass die Reichweite der Pakete quasi am Brenner endet.

    OT:
    Ja, auf UKW kann man nur hoffen, dass uns Zirog/Flatsch noch lange erhalten bleibt. Plose und Kronplatz schaffen es ja kaum über die Landesgrenzen...

    Es gibt Berichte, dass von den RAS-Sendern die Hohe Scheibe z.T. noch rund um Innsbruck zu empfangen ist, z.B. die 100,8 mit Hitradio Ö3, wenn mal Antenne Südtirol gerade ausgefallen ist. Der Sender steht ja doch auf ca. 2500m und die Hohe Scheibe kann vermutlich noch einigermaßen brauchbar in das Tal rein bis Innsbruck strahlen. Viel kommt aber wohl nicht mehr an... Und DAB wird von dort übrigens auch wieder nicht abgestrahlt...
     
  13. Graf

    Graf Gesperrter Benutzer

    AW: Digitalradio in Österreich

    Ja, man hat fast den Eindruck, dass die DAB-Packete absichtlich nicht nach Nord reinstrahlen sollen. Wie gesagt, dieser Eindruck entsteht eben.
    Also RASOE3 von Hohe Scheibe konnte ich noch nie empfangen - weder unten in der Stadt, noch oberhalb von IBK.
    DAB ist einzigst in Osttirol von der Plose evtl. empfangbar.

    Das kommt alles vom Kronplatz:
    Quelle: http://www.ras.bz.it/de/tv_radio/station.asp?stat_id=57
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen