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Journalist der Zukunft

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Mannis Fan, 21. November 2008.

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  1. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Der US-Journalistik-Professor Jay Rosen hat heute bei Spiegel-online in einem Interview ein Bild des Journalisten der Zukunft gezeichnet. Ich denke, es umschreibt in vielen Teilen auch den künftigen multimedialen Radiojournalisten (Warnhinweis vor dem Weiterlesen: Es geht nicht um Moderatoren und Wetterfeen, nicht um Staumelder und nicht um Glücksspiel Side-Kicks). Hier der wesentliche Auszug aus dem Interview:

     
  2. Funkgeist

    Funkgeist Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    offenkundig eine Analyse aus dem Print-Bereich in den USA mit leichten Hieben auf Internet-Feindlichkeit bei alteingesessenen Zeitungsleuten - und klar aus marktwirtschaftlicher Perspektive gedacht.
    Wenn wir´s auf Radio und hierzulande übertragen, sind die Konsequenzen bei privaten Stationen live schon derart zu erkennen, dass der klassische "Journalist" zu gewissen Teilen einfach eingedampft wurde......
     
  3. crunchnroll

    crunchnroll Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    <sarkasmus>Der Journalist der Zukunft...

    ...wird nach wie vor 16 Stunden täglich arbeiten. 6 Stunden journalistisch und 10 Stunden seinen Honoraren hinterher rennen.

    ...soll möglichst unter 25 sein und mindestens 10 Jahre Berufserfahrung mitbringen.

    ...muss am Redaktionseingang sein Hirn abgeben und Menschen wie Kai Dieckmann oder Thomas Thimme bedingungslos huldigen.

    ...muss den Duden nicht unbedingt kennen.</sarkasmus>

    PROST
     
  4. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Und jetzt laesst Du noch den Sarkasmus raus - und wir sind so ziemlich bei der Realitaet.
     
  5. ToWa

    ToWa Gesperrter Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Daß Journalisten technisch interessiert sein müssen, ist doch nun wirklich keine Neuigkeit.

    Mich wundert eher, daß kaum einer meiner Kollegen so ausgerüstet ist wie ich:

    Laptop
    UMTS-Datenkarte

    Ich liefere problemlos komplette Radiobeiträge von vor Ort.

    Aber wer das nicht kann oder will, der sollte sich halt fragen, ob er für eine aktuelle Redaktion arbeitet oder für ein Wochen-Magazin.
     
  6. crunchnroll

    crunchnroll Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    @ ToWa

    Da kenne ich aber mehrere.
    Und wenn ich das müsste... Habe auch Notebook mit Audition und einen UMTS-Stick.
    Zum Glück bin ich kein Reporter - Zu schlecht bezahlt.

    Gruss
     
  7. ToWa

    ToWa Gesperrter Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Gilt nur, wenn man für die Privaten arbeitet. :p
     
  8. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Mmm. Ich mache (hier) auch genug Fehler, aber seit ungefähr ein, zwei Jahren fällt auch mir verstärkt auf, daß in den Artikeln von Spiegel-Online bis Telepolis mitunter gravierende Fehler publiziert werden. Der "Hohn" der Leser findet sich dann garantiert in den Kommentaren.

    Ich weiß wirklich nicht, woran das liegt. "Autokorrektur", "Bei der Eingabe ersetzen" bei Word & Co mögen Gründe sein. "Grundübel" ist aber wohl, daß heute niemand mehr die Artikel in Ruhe "gegenliest", bevor sie veröffentlicht werden. Schnell - schnell - keine Zeit - raus damit!

    vg Zwerg#8
     
  9. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Genau Zwerg. Hast es erkannt. Passiert mir bei printmedien (und ab und an ein Hastigkeitsfehler hier im Forum, über den ich mich dann grau, grün und blau ärgere). Und "Gegenlesen" ist nicht nur ein Zeitproblem: Derjenige muß auch Ahnung von der Materie haben, über die man gerade schreibt...
    Und die Rechtschreibehilfsfunktion bei microsoft office ist ein Witz: Jedes vierte, füfnte Wort wird als Fehler angezeigt. Obwohl nachweislich richtig!
    Hinzu kommt, daß der Mensch als solcher eben Mensch ist... Wie oft habe ich es schon erlebt, daß trotz Warnung und Hinweise ein Wort wie "übrigends" wieder und wieder falsch geschrieben wird. (mit "d" - Fehler).
    Warum? Weil der Schreiberling der festen Überzeugung ist, es wäre SO richtig. Kriegt man nicht raus. Aber wir schweifen hier in Richtung "Sprachlotterei" ab.
    back to the topic.
     
  10. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Naja, der "Chefredakteur" als letzte Instanz vor der VÖ sollte IMHO schon "Ahnung von der Materie" (Rechtschreibung & Grammatik) haben. Das gilt für Print bzw. "Onlinepublikationen". Dort sind halt solche Fehler für immer und ewig "schwarz auf weiß" zu sehen. Peinlich.


    Beim Radio fallen kleine Fehler nicht unbedingt auf. Diese bügelt der Sprecher (normalerweise) aus. Und es ist ja auch so, daß jeder Redakteur mit der Zeit auch "die Vorlieben" der Sprecher kennt. Der eine mag "Times New Roman" mit 14 Pixeln und den Anfang eines neuen Satzes mit mindestens zwei Zeilen Abstand, ein anderes Thema mit mindestens fünf Zeilen Abstand - am liebsten aber auf einem neuen Blatt... Der andere hätte den ganzen Kram gern in "Arial" mit 16 px...

    vg Zwerg#8
     
  11. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    oder Verdana, 20pt :D (für die kurzsichtigen Nachteulen)
     
  12. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Zwerg, das greift erheblich zu kurz. Der Chefredakteur/Programmdirektor/Redaktionsleiter/Programmchef muss auch inhaltlich Ahnung von der jeweiligen Materie haben. Um einen Text auf Rechtschreibung und Grammatik zu überprüfen reicht nun wirklich die Benutzung eines Duden, dafür muss man keine Führungsposition bekleiden. Wer redaktionelle Ergüssen Freigaben erteilt, muss in der Sache informiert sein, um nachhaken zu können, um inhaltliche Unsauberkeiten (und nicht nur Fehler) zu sehen, um den Informationsaufbau und die Artikel-/Beitragsstruktur erfassen und korrigieren zu können.
    Wenn der Reporter der einzige Fachmann für die jeweilige Angelegenheit ist, dann ist eine gesicherte Informationsvermittlung nicht mehr möglich. Das schadet journalistischem Arbeiten ganz erheblich und muss langfristig zu einer schwindenden Akzeptanz journalistischer Arbeit führen.

    Was die Technikfeindlichkeit mancher Journalisten angeht, wundere ich mich auch immer wieder. Radiomacher, die den Unterschied zwischen dynamischem und Kondensator-Mikrophon nicht kennen, denen ein "Optimod" etwas gänzlich Unbekanntes ist, die geschlossene Kopfhörer nicht nötig finden, weil's sie nicht stört, wenn da "was rausgeht", um sich im Studio dann zu wundern, dass es "im Mikro immer so piepst, wenn ich die Kopfhörer lautdrehe". Von UMTS-Datenkarten und Möglichkeiten der mobilen Klangoptimierung will man da gar nicht reden. Von Publishing-Programmen fürs Internet auch nicht: "Ich mache doch Radio und nicht Internet, ich weiß auch nicht, warum ich immer einen Fotoapparat mitnehmen soll auf Termine, ich kenne mich mit dem auch nicht aus." Leider keine erdachten Äußerungen. Aber das hat den Vorteil, dass die Konkurrenz übersichtlich bleibt. - "Wie, Konkurrenz? Wir wollen doch alle gutes Programm machen."
     
  13. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Aber wir werden doch keine elektronische Presse machen wollen, das ist streng verboten!!!


    Welche Sprecher...?
     
  14. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    @K6: Ich dachte dabei zunächst an den "Nachrichtensprecher" und seinen liebsten Freund, den Redakteur.

    Aber okay, heute ist der Redakteur zugleich auch oft Sprecher - und muß seine Ergüsse selbst vortragen. So ändern sich die Zeiten.

    vg Zwerg#8
     
  15. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    AW: Journalist der Zukunft

    Zwergnase, die Zeiten ändern sich nur bedingt. Schon vor zehn Jahren haben zahlreiche Redakteure "ihre" Nachrichten selbst gelesen, im Privatfunk sowieso. Es ist eines der vielen Zeichen dafür, dass Journalisten heute längst einen weiten Arbeitshorizont haben müssen und bei aller Notwendigkeit, das "Kerngeschäft" gründlich zu pflegen, ihre Arbeitsweise verändern müssen. Ob es sinnvoll ist, auf der Schulter die Kamera zu haben, in der Hand das Mikrofon und am Ende Ton, Film und Text zu liefern, das mag dahingestellt sein.

    Mein Eindruck ist, dass, zumal wenn der Liefertermin unverändert geblieben ist, die Qualität aller drei redaktionellen Ergebnisse leidet. Auch der schnellste Journalilsmus braucht Zeit, wenn er gut sein soll. Geschwindigkeit ist oft über Effizienz, aber ab einem bestimmten Zeitpunkt nur über die Zeitbudgets mehrerer Personen zu erzielen.

    Leider denken, so meine Erfahrung, zu viele Journalisten noch sehr eindimensional in ihrem Medium. Sie merken nicht, dass sie dadurch ihren eigenen Berufsstand gefährden. Denn der Bedarf an multimedialen Verwertung von Inhalten wird steigen. Wer das nicht erkennt und mitmacht, überlässt denen den Markt, die alles machen. Ob sie das können oder nicht. Besitzstandswahrung ruiniert in diesem Fall die Qualität des Journalismus.
     

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