Amtlich: RTL Group kauft AVE Beteiligungen


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#1
Sodele !

Die RTL Group hat per "ots" mitgeteilt, dass sie alle Holtzbrinck-Anteile bei Radio und Fernsehen eingekauft hat. Hitradio RTL sozusagen. Was bisher also Gerücht war ist nun vollzogen.
 
#2
und hier ganz genau....

RTL Group übernimmt Holtzbrincks Fernseh- und Radio-Aktivitäten
[13.08.2002 - 08:00 Uhr]
Luxemburg (ots) - RTL Group, Europas Nummer Eins in TV, Radio und
TV-Produktion, übernimmt von der deutschen Verlagsgruppe Georg von
Holtzbrinck deren Fernseh- und Radio-Aktivitäten. Die Vereinbarung
sieht vor, dass RTL Group von der Holtzbrinck-Gruppe für insgesamt
170 Millionen Euro deren 47,3-Prozentanteil an Deutschlands führendem
privaten Nachrichtensender n-tv sowie deren Anteile an 12
Radiosendern erwirbt. Die Uebernahme steht unter dem Vorbehalt der
kartell- und medienrechtlichen Genehmigungen sowie des Verzichts von
Mitgesellschaftern auf ihr Vorerwerbsrecht.

Mit dem Einstieg bei n-tv stärkt die RTL Group ihre Kompetenz im
Nachrichtenbereich und baut ihre Position als Deutschlands führende
TV-Senderfamilie aus. Die Verantwortung für die Beteiligung wird bei
RTL Television und dessen Geschäftsführer Gerhard Zeiler liegen; für
die operative Zusammenarbeit mit n-tv ist bei RTL Television Hans
Mahr zuständig. n-tv hat seinen Sitz in Berlin, hat 2001 einen Umsatz
von 72 Millionen Euro generiert und hält gegenwärtig einen
Marktanteil von 0,7 Prozent am gesamten Zuschauermarkt.

Darüber hinaus festigt die RTL Group ihre Position als heute schon
umsatzmässig grösster Radioplayer in Deutschland und übernimmt
Holtzbrincks Radio-Holding AVE. Sie hält Anteile an 12 Sendern in
mehreren Bundesländern, in denen die RTL Group im Radio bisher kaum
aktiv war. Damit dehnt die RTL Group in Deutschland ihre
Radio-Abdeckung auf alle Bundesländer ausser Hessen und
Schleswig-Holstein aus. Die deutschen Radio-Beteiligungen der RTL
Group werden in Berlin von Jürgen Filla, Geschäftsführer von RTL
Radio Deutschland, geführt. Das bisherige Portfolio umfasst 8 Sender
und Senderbeteiligungen mit Sitz in Berlin, Luxemburg, Hamburg,
Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern sowie ein neu
lizensierter Sender in Baden-Württtemberg.

Didier Bellens, Chief Executive Officer (CEO) der RTL Group:
"Unsere Strategie ist es, unser Fernseh-, Radio- und
Content-Portfolio in den wichtigsten europäischen Märkten weiter zu
entwickeln. Die Akquisition von Holtzbrincks deutschen Fernseh- und
Radio-Beteiligungen ist eine perfekte Umsetzung dieser Strategie. Mit
dem Einstieg bei n-tv, der unangefochtenen Nummer Eins unter den
Nachrichtensendern, festigen wir in unserem wichtigsten Markt unsere
Position. Im Radio können wir unser Portfolio auf ideale Weise
ergänzen und den europaweiten Austausch von Erfahrungen und Know-how
verstärken."



ots Originaltext: RTL Group

Kontakt:

Markus Payer
Head of Media Relations
RTL Group
Tel.: 00352/ 421 42-5020
E-mail: markus.payer@rtlgroup.com
 
#3
Der Kress-Report hat vor ein oder zwei Wochen schon darüber spekuliert, dass der Name Hitradio RTL nun in einigen weiteren Bundesländern Einzug hält. Meine Vermutung: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Die schwächelnden Hitradio Antenne-Sender könnten mit dem Berliner Hot AC-Format, aggressivem Marketing und einer klaren Positionierung den privaten Marktführern, aber auch öffentlich-rechtlichen Konkurrenten (NDR 2, N-Joy, Jump) künftig das Leben schwer machen. Der Name RTL ist in Deutschland schon bei Vierjährigen bekannt.
 
#4
Quelle NLM:

Hitradio Antenne
Gesellschafter:
AVE Gesellschaft für Hörfunkbeteiligung;
Studio Gong Programmanbieter für Niedersachsen;
RB Rundfunkbeteiligungs GmbH Hannover;
Beteiligungsgesellschaft Neue Zeitung mbH und Co.KG
Ev. Kirchenfunk;
Medienpool GmbH, München;
Harald Tenzer;
DG Bank AG;
Mediengesellschaft Mittelstand;
Dombücherstube GmbH;
Brune-Rieck- Beteiligungs GmbH;
Bernward Mediengesellschaft mbH

So war es bisher. Entnehme ich der o.g. Reihenfolge, daß die AVE Mehrheitsgesellschafter war und RTL das jetzt wird? Was werden die wohl am Programm drehen - und was haben die eh schon gebeutelten Kollegen zu befürchten?
 
#6
Also, meine persönliche Spekulation sieht so aus:
Radio Regenbogen und BB Radio werden auch in Zukunft unverändert heißen, sie werden aber evtl. noch besser auf die jeweiligen RTL-Sender im Markt abgestimmt, sprich 104.6 RTL und Hitradio RTL BaWü. Bei Hitradio Antenne wird man zunächst nichts ändern, um Ruhe in den Laden zu bringen. Gibt es aber in der kommenden MA weitere Verluste, bekommt die schwächelnde Dachmarke das Label RTL, von mir aus auch "Hitradio RTL" aufgebrummt, und in der Tat könnte das agressive Berliner Format an die Stelle der bisherigen Soft-AC-Sender rücken. Wäre auch gut im Kampf um die Quote in Ostdeutschland; Jump bekommt einen weiteren ernsten Konkurrenten. In den anderen Märkten sind die Ex-AVE-Beteiligungen einfach zu gering oder die Marken zu gut etabliert, dass es durchgreifende Änderungen gibt. Spasnnend ist allerdings die Frage der Vermarktung: Gründet RTL nun - ähnlich NRJ - eine eigene Vermarktungstochter oder wird evtl. die RTL-Tochter IP Hörfunk wieder ausgegraben???
 
#7
aus dpa:

AVE-Geschäftsführer Hilmar von Poser sagte, er werde dafür
eintreten, «dass die AVE-Radiobeteiligungen auch in Zukunft bei
Wahrung der regionalen Eigenheiten ein qualitativ hochwertiges
Programm produzieren». Der niedersächsische CDU-Landesvorsitzende
Christian Wulff forderte, dass Hannover auch nach der Übernahme Sitz
der AVE bleiben müsse.
 
#8
Und nochmal aus dpa
Hirche (FDP): Sender-Verkauf an RTL verstößt gegen Lizenzvergabe =

Hannover (dpa/lni) - Der Verkauf der Radio-Holding AVE (Hannover)
mit Anteilen an 12 Privatsendern an die RTL Group verstößt nach
Ansicht des niedersächsischen FDP-Vorsitzenden Walter Hirche gegen
die Bedingungen der Lizenzvergabe. Hirche forderte am Mittwoch die
Landesmedienanstalten in Niedersachsen und den anderen betroffenen
Bundesländern auf, die Übernahme der Holtzbrinck-Anteile durch die
RTL Group zu überprüfen.

«Da werden die Bedingungen der Lizenzvergabe unterlaufen», sagte

Hirche. Nach den Lizenzauflagen für die Privatsender müssen in den
jeweiligen Bundesländern mittelständische Anbieter berücksichtigt und
die Programme im Land produziert werden. Es handele sich insgesamt um
die Erreichbarkeit von 31 Millionen Hörern, erklärte der FDP-
Bundestagsabgeordnete.

«Mit dem Verkauf geht aus meiner Sicht ein Stückchen
Medienvielfalt verloren», erklärte Hirche. Internationale
Großkonzerne treten an die Stelle des Mittelstandes und «verändern
die Medienlandschaft nachhaltig». Künftig gebe es als Senderbetreiber
nur noch die «SPD-nahe, international verankerte RTL Group mit
Bertelsmann und die eher bürgerlich orientierten Konzerne wie
Springer». «Wenn wir bald nur noch Große haben, ist das
medienpolitisch schlecht», sagte Hirche.

Die Bertelsmann-Fernsehtochter RTL Group hat für insgesamt 170
Millionen Euro von der Holtzbrinck-Gruppe deren 47,3 Prozent an
Deutschlands führendem privaten Nachrichtensender n-tv sowie deren
Radioanteile gekauft. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt
kartell- und medienrechtlicher Genehmigungen. Auch müssen die
Mitgesellschafter auf ihr Vorerwerbsrecht verzichten.

Ob die NLM das beeindruckt? Antenne holt, wenn es kritisch wird, sicherlich wieder die heuchlerische Arbeitsplatz-Keule raus...
 
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