ARD-Radiotransponder bald Geschichte?


#26
Einige ARD-Anstalten haben sich ja vor 2 Jahren erst das neue Disnet bauen lassen: https://www.business-presse.de/IT-u...-Modernes-Distributionsnetz-Fuer-Die-Ard.html - vom MDR weiß ich, dass er UKW darin in PCM zuführt (was seine legendär lausige DAB+-Qualität gegenüber UKW noch lausiger aussehen lässt). Ob man daran auch Kleinstandorte angebunden hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Möglicherweise braucht man die Sat-Zuführung inzwischen weder als Haupot- noch als Havarieweg.

Viele Kabelnetze hängen dran, auch große bis größte. Den großen könnte die ARD gewiss IP-Pakete bereitstellen, für kleinere Netze war es das dann halt mit Hörfunk. Dann wird es halt so wie in Sachsen, wo man anfängt, die ohnehin terrestrisch greifbaren DAB+-Pakete ins Kabel zu nehmen.
 
#27
Gibt es darüber denn schon eine offizielle Meldung, dass der ARD Radiotransponder WIRKLICH abgeschaltet wird?

Wir wissen, dass die ARD Ende 2020 alle SD Programme abschaltet, ist ja auch verständlich, da alle ARD Programme ja unverschlüsselt in HD verfügbar sind.

Aber wer sagt denn, dass der Transponder 93 nicht einfach nur DVB-S2 wird und die Radiosender dort weiterhin senden?

Über Satellit hören die wenigsten Leute Radio (über Kabel glaub ich noch weniger), aber ich bezweifel, dass die ARD sich diesen Verbreitungsweg nehmen lassen wird.
 
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#28
Eine offizielle Meldung das ARD und ZDF seine SD-Programme 2020 abschaltet, gibt es auch noch nicht.

Der aktuelle Vertrag der ARD mit ASTRA geht bis Mitte 2020. Während der Fussball EM wird man aber bestimmt nicht abschalten. Um ein paar Monaten müssen sie dann noch verlängern. Das ZDF hat den Vertrag bis Ende 2020 laufen.
 
#29
Eine offizielle Meldung das ARD und ZDF seine SD-Programme 2020 abschaltet, gibt es auch noch nicht.
Wie mans nimmt. Wolfgang Wagner, Direktor Produktion & Technik beim WDR, hat die Abschaltung für die ARD im Juni dieses Jahres auf der Anga Com in Köln verkündet. Das ZDF hatte sich zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht final entschieden ob sie mitziehen. Die Privaten werden bis mindestens 2022 in SD frei verfügbar sein und so wie es aussieht wohl auch darüber hinaus, denn HD+ ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Da rächt sich dann, das man den geneingten Zuschauer gängelnd für doof erklären wollte mit der HD-Gebühr. Wozu es bisher tatsächlich keine klare Aussage gibt ist der Radiotransponder der ARD. Was die drei D-Radios auf den ZDF-Transpondern angeht, so kann man die auch problemlos auf einen der beiden HD-Transponder schieben, denn durch den Wegfall von ZDF-Kultur ist da genug Platz.

Falls der ARD Radiotransponder wirklich abgeschaltet wird, wird sich die RAS in Südtirol aber freuen, die nun dann keine Möglichkeiten mehr haben die derzeit dort ausgestrahlten ARD Sender in guter Qualität in ihre DAB+ Muxe einzuspeisen.
Und? Sind in Deutschland irgendwelche Südtiroler Programme in irgendeiner Form terrestrisch empfangbar? Die haben dort ja nun wirklich genug eigene Programme.
 
#31
Ich erinnere nur mal an die Verschlüsselungspläne der Hauptprogramme von RTL und SAT1 vor ein paar Jahren. Was ist draus geworden, richtig, nix!
Klar hat sich daraus was ergeben:
- Bei den HD-Versionen hat man die Verschlüsslung ja durchgezogen.
- Für die SD-Versionen wurde RTL/P7S1 gesetzlich vorgeschrieben, bis 2022 unverschlüsselt weiterzusenden.
 
#32
Ja, ok. Aber ich gucke auch selten Privatfernsehen, deswegen interessiert mich das jetzt nicht wirklich.

Aber zurück zum Thema:

Hier gehts auch ein bisschen um die Gebühren. Und ich finde, jeder hat ein Recht darauf alle ARD-Sender zu empfangen, auch im Hörfunk. Zwar zahlt man "nur" für sein jeweiliges Bundesland und die dazugehörige Anstalt, aber letztendlich wird das Geld ja dann durch den sogenannten "Länderfinanzausgleich" verteilt, so dass man letztendlich für alle ARD-Radios bezahlt.

Und deswegen empfinde ich das Szenario, wenn es denn so kommt, mehr als ungerecht.

Auch gebe ich zu bedenken, dass fast alle europäischen Länder mit ihren ÖR-Radioprogrammen via Satellit zu empfangen sind (z. B. Österreich, Italien, Spanien, Schweiz usw. usf.).
 
Zuletzt bearbeitet:
#35
Ich kann es mir definitiv nicht vorstellen. Bei der Analog-Abschaltung über Satellit hat man die ADR's auch bis zum Ende mitgesendet. Und der Satellit ist die einzige Möglichkeit, auf die Radioprogramme aller Bundesländer zuzugreifen ohne dass man eine Internetverbindung benötigt.
 
#37
In den Niederlanden ist keine Ebbe. Die senden über ASTRA 23,5° Ost und auf Eutelsat 9° Ost, wenn auch nur verschlüsselt.
Tatsächlich alle? Als sie noch vor langer Zeit über ASTRA 19,2° Ost sendeten waren die Regionalsender, sowie Radio 1 und Radio 5 frei empfangbar waren. Radio 2, 3FM und Radio 4 waren dagegen verschlüsselt.
Den Sinn der Verschlüsselung von mit einem Teil der niederländischen Sender habe ich nie verstanden.

Das tut die RTBF auch, sogar auf dem 'normalen' Astra, aber man kann es im Ausland nicht einmal dann empfangen, wenn man dafür bezahlen will.
Ja, das vereinte Europa. Da kann man nach Lust und Laune die Grenze der Schengen-Staaten übertreten, aber ausländisches Fernsehen kann nicht abonniert werden.
Eigentlich sollte es doch egal sein woher das Entgelt kommt, zumal die Währung ja auch oftmals die selbe wäre.
Ein Spanier darf sich also ohne weiteres irgendwo anders im europäischen Ausland niederlassen, aber seinen "Heimatsender" darf er nicht sehen.
Alles sehr logisch.
 
#38
@Lord Helmchen: Was kümmern mich die Tatsachen, wenn ich meine gesunden Vorurteile habe.
Natürlich darf der Spanier seine Heimatsender sehen, wenn er sich ein geeignetes Empfangsgerät mitbringt.
Genauso kannst du über die Grenze nach Frankreich fahren und dir dort einen Receiver für französisches Pay-TV besorgen, wenn dir danach ist.
Es gab bereits vor einigen Jahren ein europäisches Urteil, dass Pay-TV Anbietern es den Bewohnern außerhalb des eigentlichen Sendelandes nicht verbieten dürfen, Abos abzuschließen. Die Anbieter sind dabei allerdings nicht dazu verpflichtet, den Empfang auch zu erleichtern. So muss eine Box von Sky UK immer noch über eine englische Telefonleitung freigeschaltet werden, aber Sky darf es dir danach nicht verbieten, sie in eine deutsche Steckdose zu stöpseln.
Etwas anders sieht es allerdings bei öffentlich-rechtlichen Sendern aus.
 
#39
Ja, das vereinte Europa. Da kann man nach Lust und Laune die Grenze der Schengen-Staaten übertreten, aber ausländisches Fernsehen kann nicht abonniert werden.
Eigentlich sollte es doch egal sein woher das Entgelt kommt, zumal die Währung ja auch oftmals die selbe wäre.
Ein Spanier darf sich also ohne weiteres irgendwo anders im europäischen Ausland niederlassen, aber seinen "Heimatsender" darf er nicht sehen.
Alles sehr logisch.
Ist nicht vor einigen Monaten ein Gesetz seitens der EU in Kraft getreten, dass Hörfunkprogramme europaweit verbreitet werden können oder sollen, oder dass zumindest diese Grenzen (Stichwort Geoblocking, Rechteverwaltung) zumindest im Hörfunk innerhalb der EU nicht mehr zu existieren haben?
 
#41
Die Idee würde ich unterstützen. Allerdings dürfte das schon aus Kapazitätsgründen scheitern. Bis zu 18 Sender sind über einen Multiplex übertragbar, was dann allerdings auch eine entsprechend klägliche Soundqualität hätte. Würde man aber mal von den 18 ausgehen, bräuchte es dann für die etwa 80 ARD-Hörfunksender alleine schon 4 DAB+-Multiplexe. Davon abgesehen dürfte dann auch der Privatfunk ganz gepflegt auf die Barrikaden gehen, wie ich finde zu Recht.
Es ist nicht die Schuld des Hörers, dass man beispielsweise im NDR-Land nicht in der Lage ist, ein informatives, journalistisches und musikalisch breit aufgestelltes Radioprogramm auf die Beine zu stellen. Das ist die Schuld des Senders! Das legitimiert aber nunmal nicht, dass ich immer und überall auch an der Küste puls oder Radio1 hören kann und muss.
Weiter gesponnen wäre ich ja immer noch dafür, dass man mal die Zahl der Anstalten verkleinert, was nicht wenig Geld freisetzen würde, was bisher in sinnlosen Verwaltungskanälen versickert. Und davon unabhängig könnten solche mehr oder weniger regional unabhängigen Sender wie beispielsweise puls ja durchaus auch anstaltsübergreifend realisiert werden. Bei Programmen wie Cosmo gehts ja schließlich auch, womit eine Ausstrahlung ausserhalb des Kernlandes problemlos möglich wäre.
 
#42
Es ist nicht die Schuld des Hörers, dass man beispielsweise im NDR-Land nicht in der Lage ist, ein informatives, journalistisches und musikalisch breit aufgestelltes Radioprogramm auf die Beine zu stellen.
Häh?
https://www.ndr.de/info/sendungen/nachtclub/index.html
https://www.ndr.de/info/sendungen/n...nge-im-August-2019,programmuebersicht183.html
https://www.ndr.de/info/sendungen/nachtclub/Popkocher,nachtclubpopkocherindex2.html
https://www.ndr.de/info/sendungen/nachtclub/Nachtclub-UeberPop,ueberpop102.html

Die moderierten Nachtclub-Sendungen sind erwachsener und ruhiger dargeboten als das Gebimmel bei Radio Eins. Ruben Jonas Schnell, der Gründer von ByteFM, ist immer noch dabei und gestaltet regelmäßig Sendungen.

Wo ist die Popkultur im ARD-Hörfunk sonst noch so umfangreich zu Hause wie beim NDR? Auf Bayern 2 hat es noch Sendungen aus dem Zündfunk-Umfeld (und den Zündfunk selbst), bei Radio Eins gibt es 21-1 Uhr entsprechendes, wenn man bereit ist, die Soundapokalypse zu ertragen. Und sonst? hr? Nö. MDR? Nö. SWR? Nichts regelmäßiges, soweit mir bekannt. WDR? Klaus Fiehe einmal pro Woche.

Da nenne ich den NDR mal vorbildlich! Ach so: der Jazz ist ja auch noch da. Täglich. https://www.ndr.de/info/sendungen/jazz/index.html

Also: schon um NDR Info bundesweit haben zu können, ist der Hörfunktransponder und die daraus abgeleitete Kabeleinspeisung wichtig.

Was DAB+ angeht: für guten, halbwegs natürlichen Klang braucht es LC-AAC. Das ist erst ab 128 kbps brutto aufwärts mit fast allen (allen?) Empfängern praktikabel, darunter kann es grausig sein (Bug in Empfängern). Im mittleren Fehlerschutz EEP 3-A wären das glatt 9 Programme ohne Chance, z.B. noch nen EPG oder TPEG zu übertragen. Im EEP 2-B wären es 10 Programme und 24 CU blieben für TPEG übrig. Es wäre klanglich immer noch deutlich schlechter als das, was auf dem Hörfunktransponder läuft, aber es wäre mobil das beste, was man haben könnte.

So viele SFN-Bedeckungen könnte man aber weder koordinieren noch finanzieren. Es wäre aus meiner Sicht auch gar nicht nötig. Ob man regional nun NDR 2 oder hr3 oder WDR 2 oder SWR 3 hat, ist bis auf Nuancen egal. Es würde genügen, die Filetstücke der ARD anzubieten: NDR Info, Radio Eins, Bayern 2, BR Klassik, SWR 2, WDR 3, WDR 5, Cosmo bundesweit, ...

Es gibt aber keine günstigere Versorgung als die via DVB. Das sollte der ARD ihr Hörfunk schon wert sein. beim TV klagt man ja auch, dass so viel "linear" gestreamt wird, statt DVB zu nutzen: https://www.teltarif.de/ard-zdf-abschaltung-sd-satellit-hd-uhd/news/76890.html

Wolfgang Wagner vom WDR betont, dass man zwar technisch dazu in der Lage sei, aber nicht finanziell. Alleine im vergangenen Jahr seien die Kosten für Streaming, etwa aufgrund mehr Mediathek-Abrufen, um 25 Prozent gestiegen. Auch wenn es ihm wehtut, wenn junge Menschen eine Sendung übers Tablet linear streamten statt diese per Rundfunk auf dem großen Bildschirm zu schauen, könne er den Zuschauern ja nicht vorschreiben, welchen Verbreitungsweg sie nutzen sollen.

"All-IP wäre weit teurer als alles, was wir im Moment für Distribution ausgeben", sagt auch Dr. Michael Rombach vom ZDF.
 
#44
Wie wäre es denn wenn man den Hörfrunktransponder bundesweit über DAB+ verbreitet?
Teuer und kapazitätsmäßig unmöglich, siehe auch #42. Vom Rundfunkrecht vielleicht abgesehen, aber das wäre ja "formbar".

Ein best of ARD Radio Muxx halte ich hingegen für denkbar und wünschenswert. Er würde der deutschen Radiolandschaft gut tun. Bei den 3. Fernsehprogrammen scheint eine "ortswidrige" terrestrische Ausstrahlung, juristisch und finanziell, ja völlig problemlos möglich zu sein.
 
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