Deutschlandradio kündigt Abschalttermine für LW, MW und UKW an


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fotoralf

Gesperrter Benutzer
#52
Wie genau würdest Du denn mit jemand wie Radiotor umgehen wollen, der hier jeden Tag wie eine Gebetsmühle dieselben Durchhalteparolen herunterleiert, um die nächsten frommen Wünsche zu angeblichen Fakten zu erklären? Glaubst Du ernsthaft, dass der mit seiner Durchhaltemeldungen und seinen getürkten Statistiken aufhört, wenn er kein Contra mehr kriegt?

Das Thema ist kontrovers und wird auch weiterhin kontrovers diskutiert werden - vor allem dann, wenn die eine Seite der anderen Seite etwas wegnehmen will, um alle zu ihrem angeblichen Glück zu zwingen.

Lösungsvorschläge werden gern angenommen.
 
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#54
Ein mögliches Lösungs - Szenario wäre folgendes:

Die ÖR´s haben bekanntlich mit dem Spagat zwischen Sendeauftrag und Quotenkapitalismus zu kämpfen. Die beste Lösung sind Spartenkanäle. Dorthin könnte alles ausgelagert werden, was die Massenkompatibilität stört, z.B. lange Sportsendungen, Musik-Spezialsendungen, Gottesdienste, politische Debatten oder, oder, oder. Wieder einmal sei ein Blick nach Skandinavien gestattet: Dort gibt es Spartenkanäle für Sport (SR 4 Radiosporten), Jazz (diverse, z.B. DR Jazz), Nostalgia (NRK Gull), Kindersendungen (SR Barn) u.v.a. Oder nach Belgien, dort gibt es einen Sportkanal (VRT Sporza). Ein solches System wäre auch bei uns zu machen, selbst auf Länderebene (warum nicht ein WDR Sport, WDR Jazz oder WDR Gold, letzteres könnte gar auf der totgesagten Mittelwelle laufen, wenn sie nicht gerade für VERA im Einsatz ist). Immerhin gibt es mit KIRAKA schon mal einen erfreulichen Ansatz.
Aber: Ein solches System wäre ohne DAB nicht zu realisieren, da es schlicht zu wenige Frequenzen gibt. Also: Spartenkanäle auf DAB! Wer sich wirklich dafür interessiert, wird auch die neue Technik gern akzeptieren, zumal sie sehr bedienerfreundlich ist. Auf UKW könnten dann die "MA-Junkies", die quotenheischenden massenkompatiblen ÖR - Vollprogramme á la WDR2 oder NDR2 weiter vor sich hin dudeln. Irgendwann werden die Entscheider bei den ÖR´s dann merken, dass kaum jemand mehr diese Programme einschaltet, weil genau das, was sie für den Geschmack der Masse halten, es eben nicht ist!
 

fotoralf

Gesperrter Benutzer
#55
Oder nach Belgien, dort gibt es einen Sportkanal (VRT Sporza).
Schön wärs. Dann könnte man abends VRT Radio 1 ohne das stundenlange Gebrüll irgendwelcher Fußballkommentatoren hören. Sporza ist eine Marke, unter der VRT die Sportberichterstattung für ihre verschiedenen Radio- und Fernsehkanäle, Internet, Videotext usw. produziert.
 
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#56
Ach? Ich habe das immer für einen eigenen Sender gehalten, da über den Internetstream Spiele der ersten und zweiten Fußballiga sowie Länderspiele übertragen werden. Und wieder was gelernt...
 
#57
Ein mögliches Lösungs - Szenario wäre folgendes:

Die ÖR´s haben bekanntlich mit dem Spagat zwischen Sendeauftrag und Quotenkapitalismus zu kämpfen. Die beste Lösung sind Spartenkanäle. Dorthin könnte alles ausgelagert werden, was die Massenkompatibilität stört, z.B. lange Sportsendungen, Musik-Spezialsendungen, Gottesdienste, politische Debatten oder, oder, oder. Ein solches System wäre auch bei uns zu machen, selbst auf Länderebene (warum nicht ein WDR Sport, WDR Jazz oder WDR Gold, letzteres könnte gar auf der totgesagten Mittelwelle laufen, wenn sie nicht gerade für VERA im Einsatz ist). Immerhin gibt es mit KIRAKA schon mal einen erfreulichen Ansatz.
Das wäre natürlich klasse, aber genau DAS dürfen die öffentlich-rechtlichen Programmme eben nicht. Es dürfen pro Bundesland nur zwei zusätzliche Programme die nicht über UKW ausgestrahlt werden im Digitalradio verbreitet werden. Ich finde diese Regelung auch schwachsinnig, aber solange dies im Rundfunkstaatvertrag so geregelt ist, wird das eine nette Utopie bleiben die niemals in die Realität umgesetzt werden kann.
 
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#58
Hat man mit der Abschaltung schon begonnen? Derzeit schweigt die 207, "Wartungsarbeiten" gut 3 Monate vor dem endgültigen Aus würden keinen Sinn machen. Oder wartet man trotzdem, weil der Sender gerade "dran" ist?
 
#62
Glaube ich eher nicht, legasthenix. Ingoy ist mit nur 100 KW viel zu schwach, um aus der Finnmark bis nach Nord-Dänemark durchzukommen. Russen gibt es auf dieser Frequenz auch nicht mehr - wohl aber Antena Satelor aus Brasov/Rumänien. Die haben zwar auch "nur" 200 KW, kommen aber in Wartungspausen des DLF zumindest im Westen Deutschlands ganz gut an.
 
#64
Richtig, Ralf. 90 bis 130 Grad, also Ost bis Südost, werden ausgeblendet. Außerdem reduziert der DLF ab 20 Uhr (bis morgens um fünf) die Sendeleistung von 500 auf 250 KW. Die Rumänen senden dagegen mit Rundstrahler - aus ihrer Sicht verständlich, liegt Brasov doch nahezu in der Mitte des Landes.
 
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#66
Schön, dass sich überhaupt noch jemand mit dieser anachronistischen Technik (die aber immerhin der Anfang allen Rundfunks war!) beschäftigt.

Übrigens (ein wenig OT): Die Langwelle ist auch das letzte terrestrische Refugium des BBC World Service in Europa! Über BBC Radio 4 auf 198 wird von zwei bis sieben Uhr früh dieses ehemalige BBC - Flaggschiff übernommen. Ansonsten gibt es nur noch Sendungen auf Kurzwelle für Afrika und Asien, wobei diese größtenteils über dortige Relaisstationen kommen und hier nicht ohne größeren Aufwand hörbar sind.
 
#68
Da haben wir ja noch recht gute Chancen, dass uns dieser Sender noch ein paar Jahre erhalten bleibt. Es sind ja immerhin drei Sender im Gleichwellenbetrieb. Für uns relevant ist natürlich der 500 KW - Brenner am traditionsreichen Standort Droitwich. Die anderen beiden, Burghead und Westerglen (Schottland) haben dank nur 50 KW Sendeleistung eher lokale Bedeutung.
 
#70
Ich komme gerade von einem 2-wöchigen Polenaufenthalt zurück. Es war einfach grosse Klasse, tagsüber via 177 kHz rauschfrei, fadingfrei den Nachrichten aus DL (zur Erinnerung, wir haben die Ukraine-Krise, die in Polen ganz anders wahrgenommen wird!) zu folgen. Abends dann die 1422 kHz aus Heusweiler, die dort bombenstark war. Ich kann so manche Argumente nicht nachvollziehen, die von alter Technik sprechen, die Sender von Transradio sind hochmodern und effektiv. Dank der sinkenden Kanalbelegung wäre - wie in den USA - eine Nachtleistung von 50 kW völlig ausreichend. Das ist vermutlich in etwa die gleiche Leistung wie der PKW des Intendanten Dr. Steul. Dieser Herr verbindet diesen Verbreitungsweg gerne mit Omas Röhren-Dampfradio. Es gibt aber hervorragende und leistungsstarke Empfangsgeräte, wie z.B. Tecsun PL-660 oder 880 für relativ kleines Geld. Insbesondere der PL-880 stellt in AM den Klang meines Sangean DAB+-Radios deutlich in den Schtten.
 
#71
Nach Durchlesen des gesamten Threats muss ich einigen Leuten hier nochmals deutlich widersprechen: In meinem Auto werkelt nun auch ein DAB+-fähiges Radio, das in AM sogar die Langwelle empfängt, die in DL lange Zeit gerätetechnisch vernachlässigt wurde. Muffeliger Empfang?! Oh nein, dank DSP-Demodulation glockenklar. Ich glaube, einige Herrschaften zehren noch aus den alten Dampf-Radiozeiten mit ausgelutschten Röhren und verstimmten ZF-Bandpassfilter.
 

fotoralf

Gesperrter Benutzer
#72
Es ist in der Tat phänomenal, was ein moderner SDR-Empfänger klanglich aus AM-Signalen herausholt. Ich hatte eine Weile einen -> Perseus und hätte nie gedacht, dass AM so sauber klingen kann. Außerdem scheint sich in zeitgenössischen Autoradios für AM die Synchrondemodulation durchzusetzen. Damit verschwindet der hässliche Anstieg der Verzerrungen bei starkem Fading.
 
#73
Ich bin dafür, dass wir eine der 4 fröhlichen Wellen, die 6090 in Reserve halten, den Chinesen die 1440 wieder wegnehmen und das Atlantic 252 morgen wieder aus Sendung geht.
 
#74
Die Aholminger Langwelle 207 kHz scheint schon abgeschaltet. Ich kann seit mehreren Tagen kein DLF mehr auf der Frequenz hören. Nach Einbruch der Dunkelheit ist Eidar auf Island und Azilal Dernate in Marokko zu hören. In der Frequenzliste ist er noch enthalten.
 
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