Frage zum SFB2-Programm nach dem Start von Radio 4U am 30. April 1990


Cora-Radio

Benutzer
Mich interessiert wie SFB2 den Wegfall vom SF-Beat und den abendlichen Musikspezialsendungen die meineswissens alle zu Radio 4U wechselten kompensierte. Die Googlesuche nach Programmübersichten für SFB2 in der genannten Zeit führte leider zu keinen Ergebnissen.
 

Radiokult

Benutzer
Interessant finde ich beim ersten Programmschema, dass SFB2 bis 2 Uhr die ARD-Popnacht übernahm und dann zwischen 2 und 5 das Programm von SFB1, womit dann auch auf SFB2 Nachtexpress und ARD-Radiowecker liefen. Wie paßte das denn zusammen?
 
Zuletzt bearbeitet:

RadioHead

Benutzer
Das war bis April 1992 allgemein so, auch bei hr3. Damals ging die Popnacht werktags zwei Stunden und am Wochenende vier Stunden. Das heißt, dass Samstag und Sonntag immerhin noch der Radiowecker auf hr3 oder SFB2 liefen (auch bei WDR1 war das so, bei SR1 und sicher auch bei Bremen4). Seit April 1992 dauert die Popnacht unter der Woche fünf Stunden und am Wochenende sechs Stunden. SFB2 hätte natürlich auch von 2-5 Uhr zu SWF3 schalten können, wie NDR2, Bayern 3 oder SDR3 das gemacht haben.

In der Hessen-Hörzu stand da aber nichts von "Übernahme von hr1", die Programme sahen wie folgt aus: "4.05 Radiowecker. (5.05 oder) 6.05 das normale Programm. 0.05 ARD-Popnacht. 2.05 Nachtexpress." So sah das bei uns aus!

Viel interessanter finde ich da, dass SFB2 am 15. Februar 1993, übrigens exakt eine Woche vor Umbenennung in Radio B Zwei, bereits um 4 Uhr aus der fünfstündigen Popnacht ausgestiegen ist und einen eigenen SFB2-Wecker veranstaltet hat. Und das Morgenmagazin erst ab 6 startete statt wie 1990/91 schon um 5. What? :eek:
 
Zuletzt bearbeitet:

count down

Benutzer
Interessant finde ich beim ersten Programmschema, dass SFB2 bis 2 Uhr die ARD-Popnacht übernahm und dann zwischen 2 und 5 das Programm von SFB1, womit dann auch auf SFB2 Nachtexpress und ARD-Radiowecker liefen. Wie paßte das denn zusammen?
Gar nicht. Aber was sollten SFB2 und die anderen Popnacht-Wellen machen? Die Popnacht ging werktags ja nur bis zwei Uhr. Manchmal wurden um zwei Uhr wohl sogar die neuen Hörer der Popnacht begrüßt, deren "Waggons jetzt an den Nachtexpress angekoppelt worden sind".
 
Zuletzt bearbeitet:

Ö-R_fan

Benutzer
Hat jemand Informationen bzw. Material über die Entwicklung des Programmschemas von "Radio B Zwei"?

Ein Sendeschema gibt es auf der Wikipedia-Seite von "Radio B Zwei", leider steht da nicht das Jahr dabei.
Ich bin, wegen Recherchen über die Sendepause von "Roots" auf radioeins, im RollingStone-Forum auf einen interessanten Beitrag von Wolfgang Doebeling gestoßen. Dort erläutert er detailliert, welche Sender die Sendung schon durchwandert hat. Mir war überhaupt nicht bewusst, dass die Sendung sogar mal auf "Radio Kultur" und auch auf "SFB 4 / Radio Multkulti" lief... dort angeblich bis zu dessen Abwicklung.
https://forum.rollingstone.de/foren/topic/29-03-2020/page/5/#post-11124223

Weiterhin erwähnt er auch, dass Roots "als einziges Musikspecial unbeschadet das B2-Fiasko überstanden hat".
Weiß jemand, was und wann dieses B2-Fiasko war? Was ist da vorgefallen? Und was waren die anderen Musikspecials, die es nicht überstanden haben?
 
Zuletzt bearbeitet:

Sunshiner

Benutzer
Hey, das ist ja interessant.
Dann würde ich vorschlagen, dass der am 01.07. von mir erstellte Thread zum SFB-Programm von den Admins gelöscht werden kann und dass wir hier in diesem Thread auch über Sprecher und Moderatoren des SFB diskutieren können und gerne auch über die Frage, wie lange die Nachrichtenverpackung erhalten geblieben ist, die man zwischen 1987 und 1989 gehört ht.
Ich bin nämlich auch auf der Suche vom Opener des SFB 2 Morgenecho, von SFB 1 "Guten Morgen Berlin" sowie SFB 2 "Sonntags immer" aus der genannten Zeit . Gruß
Sunshiner .
 

Ö-R_fan

Benutzer
Nach einigem Recherchieren bin ich auf einen sehr interessanten Artikel der taz vom 16. 4. 1994 gestoßen: https://taz.de/Der-Tod-eines-Genres/!1567058/
Dort wird beschrieben, dass ab dem 01.05.1994 die "Nachtclub-Schiene" auf Radio B Zwei abgeschafft wird und u.a. Wolfgang Döbeling nicht mehr auf Sendung sein wird.
Vermutlich ist das das von mir gesuchte Datum des "B2-Fiaskos".

Da SFB4 MultiKulti erst 1994 im September auf Sendung ging, wäre Roots von Mai - Sep 1994 auf Radio Kultur (welches da noch SFB 3 hieß) gelaufen.


Überhaupt ist der oben erwähnte taz-Artikel sehr interessant, da auch zu der Zeit schon die Programme flacher wurden und negative Begriffe wie „Durchhörbarkeit“, „durchformatiert“ usw. fielen. Genau die Probleme, mit denen wir uns auch heute noch beschäftigen. Zum Glück hat man dann 1997 mit radioeins zumindest beim rbb (SFB/ORB) die Kurve in Sachen Popkultur gekriegt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Radioinsider

Benutzer
Der SFB versuchte damals mit Radio BZWEI (so wurde das Programm ausgeschrieben) einiges: Werbeplakate in der ganzen Stadt (dort wurde vor allem die Morgensendung angepriesen), T-Shirts und anderes Werbematerial verschenken (eins habe ich irgendwo noch) vor der grossen Kaufhaus-Kette, welche sechs Filialen in Berlin schliessen wird usw. trotzdem konnte das Programm niemand mehr vom Hocker reissen und die Quoten spriessten nach unten. Das daraus dann direkt und indirekt radioeins entstanden ist, spricht eine eigene Sprache.

Radioeins hatte Anfangs keine allzu guten Kritiken, wenn ich mich nicht irre, gab es damals ziemlich schlechte Resonanzen wegen einiger Moderatoren und dessen Moderationstil, so wurde u.a. Knut Elstermann kritisiert, das er wie ein Angsthase (!) hinter dem Mikrofon wirkt. Das Programm brauchte einige Zeit, um die Kurve zu kriegen.
 

RadioHead

Benutzer
Radioeins hatte Anfangs keine allzu guten Kritiken, wenn ich mich nicht irre, gab es damals ziemlich schlechte Resonanzen (...). Das Programm brauchte einige Zeit, um die Kurve zu kriegen.

Wie wahr! Dazu aus der taz vom 23. Juni 1999, Ausgabe 5867: https://taz.de/!1283437/

Falls das nicht angezeigt wird: "Einmaligkeit als Problem. Radio Eins wollte Quote ohne Gedudel. Doch mangels Hörern taucht es in der heute veröffentlichten Mediaanalyse nicht mal auf." Von Ania Mauruschat. Vielleicht findet ihr es so. :)
 

Ö-R_fan

Benutzer
Da bin ich aber froh, dass sich radioeins nach anfänglicher Kritik und sehr schwachen Quoten mittlerweile in der Berliner/Brandenburger Radiolandschaft etabliert hat. Aber wie kam das zustande? Denn speziell sind sie ja, zum Glück, immernoch.
Hab mal irgendwo gelesen, dass sie Anfang der 00er-Jahre ziemlich mainstreamig waren. Ob es damit zu tun hat oder damit, dass die Leute mittlerweile mehr als Ende der 90er das Chartgedudel satt haben?


@astereix cool. sehr interessante Broschüre. Hast du die anderen Seiten zu den anderen Sendern auch noch? :)
 

astereix

Benutzer
Radio Eins entwickelte sich in der Tat etwa Ende 1999 / Anfang 2000 musikalisch stärker in Richtung Mainstream und eher seichterem Sound. Lehnert stand massiv unter Druck, zumal er bereits vor Sendestart, insbesondere zum Sendestart und auch bei späterer Gelegenheit immer recht vollmundig aufgetreten ist.

Zur genaueren Einordnung muss aber, auch wenn es sich nicht immer größter Beliebtheit erfreut, das Bild der damaligen Zeit erheblich vervollständigt werden. Radio Eins wurde eben auch, und zwar zunächst in erheblichem Maße, an Radio Brandenburg gemessen, das journalistisch in einer ganz anderen Liga unterwegs war. Da es sich zudem seit 1995 immer stärker als alternatives Kulturradio entwickelte, wurde es zunehmend Radioheimat für diejenigen, die sich nach wesentlicher Prägung durch und starken Sympathien (hier entscheidend auch die bewusste Abgrenzung zu Radio 4U) für das Nachwende-DT64 sowohl durch Radio Fritz (grundsätzlich) als auch die fortschreitende Verflachung bei MDR Sputnik enttäuscht sahen.

Radio Eins kam nun relativ großspurig daher, ohne erkennbar an die journalitische Qualität des unmittelbaren Frequenzvorläufers anzuknüpfen. Zumindest aus der damaligen Sicht dieses Klientels... Kolportierte Äußerungen wie "Elstermann moderiert wie ein Angsthase" oder die spätere Einlassung von Lehnert via Berliner Zeitung "Andreas Ulrich (und Andreas Müller) müssten lockerer werden..." wurden als wenig zielführend eingestuft.

Elstermann hatte sich bei DT64/MDR Sputnik und Radio Brandenburg bereits einen untadeligen Ruf als äußerst kompetenter und auch streitbarer Moderator erworben, und gerade Ulrich galt - wenn auch nicht unsympathisch gemeint - als "lockere Plaudertasche", der sein Fähnchen durchaus nicht ungern in den Wind hängt, der gerade weht.

Einmal ganz konkret und sicher subjektiv für mich gesprochen: mir war Radio Eins, trotz einer zu Beginn genau meinen Geschmack treffenden Musikfarbe, schlichtweg völlig unsympathisch und in der eigenen Kommunikation unlauter und unglaubwürdig. (Ich habe dann zufällig in 2001 FM4 entdeckt, was mich persönlich sehr stark an DT64 / Rockradio B erinnerte, bei mir dann einen Sympathieeeffekt auslöste, und letztlich bis ca. 2007 "Radioheimat" war).

Nach einer gewissen Zeit, also so um 2007 herum, und mit dem Wechsel von Lehnert zu F. Barckhausen hatte ich mit dem o.g. Groll abgeschlossen, und wieder Radio Eins gehört. Nie mit der allergrößten Begeisterung, aber durchaus mit der Anerkennung, dass es sich in Relation zum überwiegenden Rest um ein einzigartiges, respektables Hörfunkprogramm im deutschen Raum handelt.
Für die entscheidenden gesellschaftlichen Debatten und intellektuellen Diskurse heutzutage wünschte ich mir allerdings ein DT64 oder Radio Brandenburg, hier wirkt Radio Eins oft zu selbstverliebt, oberflächlich, teilweise auch ahnungslos und irgendwie "seelenlos" auf mich.

Noch ein Aspekt zum Anfang von Radio Eins: obwohl medial als "Zusammenfügung von Radio B Zwei und (Teilen von) Radio Brandenburg" gepriesen, gab es de facto keine Einbeziehung beider Seiten bei der Gründungsformation von Radio Eins. Die lag allein bei Lehnert und seinen beiden Adjutanten Wieprecht und Skuppin. Die meisten Kolleg*innen von B Zwei und Radio Brandenburg wussten bis kurz vor Sendestart nicht einmal, was aus ihnen bzw. ihren Sendungen wird. Das hat in der Mannschaft ein erhebliches Misstrauen geschürt, das das Arbeitsklima erheblich vergiftete. Brisantestes Beispiel ist wohl das vom (Un-)Verhältnis Lehnert / A. Barckhausen (übrigens der Bruder vom späteren Radio-Eins-Chef. F. Barckhausen), die nicht miteinander gesprochen haben. Beides übrigens SFB-Leute (Westler), so dass das gern von Lehnert ins Spiel gebrachte Argument eines "Ost-/West-Konfliktes" irgendwie nicht ganz stimmig war.

Pressemäßig empfehle ich in dringender Ergänzung zum durchaus interessanten taz-Artikel von 1999 Beiträge in der Berliner Zeitung zwischen 1997 und 2000 (i.W. von Frank Junghänel), aus denen man die von mir geschilderten Konfliktpunkte und argumentativen "Nebelkerzen" entnehmen und erkennen kann.
 

Kreisel

Benutzer
Wie war radioeins denn zum Sendestart musikalisch aufgestellt? Kann das Programm zwar seit Weihnachten 1998 via Satellit empfangen, weiß aber nicht mehr, wann ich zum Hörer wurde. Radio Brandenburg habe ich leider nicht miterleben dürfen. Von deiner Beschreibung her hätte es mir bestimmt gefallen.
 

astereix

Benutzer
Der musikalische Schwerpunkt lag auf Independent / Alternative (Mainstream Alternative), damals also im wesentlichen Brit-Pop, Grunge und Trip-Hop.

Einige Beispiele von Interpreten, die typisch für das (Tages-)Programm waren: Blur, Oasis, Nirvana, Morcheeba, Massive Attack, Portishead, StereoMC's, Smoke City, Monaco (Peter Hook-Projekt), Die Sterne, Tocotronic, Gus Gus, Teenage Fanclub, The Clash, Sex Pistols, Sisters of Mercy, The Levellers, The Verve (Richard Ashcroft), The Smiths, Pearl Jam, Faith No More, Suede, Saint Etienne, Belle and Sebastian, Björk, Blumfeld, Chumbawamba, Lightning Seeds, Placebo, Space, Stereolab, Killing Joke, Inspiral Carpets, Virginia Jetzt, Transister, Waterboys, Gene usw. usf.

Die Musik war die ersten Jahre auch im Tagesprogramm quasi handverlesen, die Rotation sehr breit (das Versprechen, sich an einem Tag songmäßig nicht zu wiederholen, dürfte eingehalten und sogar übertroffen worden sein). Bemängelt wurde, dass die zugebenermaßen als musikjournalistische Aushängeschilder einzustufenden Musikspezialsendungen doch mehr oder weniger den gleichen Acker pflügten; Jazz, Punk, Hardcore, World, Ambient und weitere spezielle Stilrichtungen fehlten hier als eigene Genres.

"Legendär" ist die Story einer Kassette, die Peter Radszuhn im Vorfeld von Radio Eins der damaligen ORB-Hörfunkchefin Hannelore Steer zusammenstellte, um Beispiele der künftigen Musikfarbe zu geben. Was nun genau drauf war, ist nicht bekannt, allerdings kann davon ausgegangen werden, dass Radszuhn hier sich nicht "verbogen" hat. Na ja, er war zu dieser Zeit auch schon Musikchef von Radio Brandenburg, so dass vielleicht bei Frau Steer der ganz große Überraschungseffekt ausgeblieben ist.

Erster Song auf Radio Eins war - ich glaube aber das ist bekannt - "Start me up" von den Rolling Stones. Die liefen auch, wie zudem weitere Pop-/Rock-Klassiker, allerdings eher dezent untergemischt. Die Vermutung des Tagesspiegels nach Sendestart auf Grund von Interviewäußerungen, bei Radio Eins handele es sich um "ein Rolling Stone(s)-Radio", hat sich dann nicht bestätigt.;)
 
Zuletzt bearbeitet:

Kreisel

Benutzer
Vielen Dank für diese interessanten Ausführungren. Dass "Start me up" der Startsong war, war mir nicht bekannt. Dieser Titel wurde aber glaube ich auch bei Radio Salü und Main FM als erstes gespielt. Wurde wohl ähnlich gerne genommen wie "We will rock you".
 

astereix

Benutzer
...
Weiterhin erwähnt er [Doebeling] auch, dass Roots "als einziges Musikspecial unbeschadet das B2-Fiasko überstanden hat".
Weiß jemand, was und wann dieses B2-Fiasko war? Was ist da vorgefallen? Und was waren die anderen Musikspecials, die es nicht überstanden haben?

Ein konkretes Ereignis gab es eigentlich nicht. Ich vermute, Wolfgang Doebeling meint mit "B2-Fiasko" - genaugenommen ein "SFB2-/B2-Fiasko" die Entwicklung dieses Programms spätestens seit dem 1.5.1990, vielleicht auch schon ab 1987.

Noch 1985 (und wenn ich nicht ganz falsch liege auch noch 1986) war SFB 2 das meistgehörte Programm in West-Berlin, noch vor Rias 2. Die Programmreform des SFB-Hörfunks zum 1.1.1987 war eigentlich im Wesentlichen dadurch motiviert, dass das quotenmäßig etwas schwächelnde SFB 1 "Werbefunk" war, das quotenstarke SFB 2 dagegen werbefrei. Insofern sah die Reform zum 1.1.1987 eine Öffnung von SFB 2 zu Werbung vor, um hier halt etwas mehr vom Kuchen abzukommen.

Weitere Impulse waren die Etablierung der 24-h-Pop-und Servicewelle Rias 2 im Oktober 1985 und der anstehende Beginn des Privatfunks in West-Berlin (die Frequenz 100,6 MHz wurde 1986 ausgeschrieben und vergeben, weitere Frequenzen (wie 103,4 MHz) waren bereits avisiert).

Auch wenn aus meiner Sicht SFB 2 zwischen 1987 und 1990 das publizistisch (sowohl in Wort als auch Musik) stärkste Programm der Stadt war, kommt man nicht daran vorbei, den quotenmäßigen Abfall zugunsten von Rias 2 und Radio 100,6 festzuhalten. Mit der Reform zum 30.4./1.5.1990 (Gründung Radio 4U) wurde dann SFB 2 im Grunde genommen auch noch diese publizistische Seele genommen. Zudem war der SFB ingesamt völlig unfähig und unwillig, auf die gesellschaftlichen Veränderungen im Osten auch nur ansatzweise zu reagieren. Die SFB-Programme dümpelten allesamt in einem West-Berliner Mief, dass auch hier Gorbatschows Worte vom "Zu-Spät-Kommenden" wohl zutreffend gewesen wären... und die Ost-Berliner sich hier komplett "abgehängt" fühlten und auch hier jedes Klientel ein anderes Programm außerhalb des SFB für sich fand.

Radio B2 war der letzte Versuch, über ein SFB-/ORB-Gemeinschaftsprogramm (Federführung SFB) die Kurve zu kriegen. Publizistisch änderte sich nichts, das Ende ist bekannt.

Nachfolgend noch ein Artikel aus der damaligen Tageszeitung "Neue Zeit" zum Sendestart von Radio B 2". Dass Radio B 2 die erste ORB-/SFB-Gemeinschaftswelle, noch vor Radio Fritz, ist heute wohl nicht mehr geläufig. Und mal ehrlich: mehr als eine medienhistorische Fußnote dürfte dieser Fakt auch kaum sein.
 

Anhänge

  • NeueZeit_1993-02-20_07.pdf
    1,3 MB · Aufrufe: 17
Zuletzt bearbeitet:

astereix

Benutzer
Weiterhin erwähnt er auch, dass Roots "als einziges Musikspecial unbeschadet das B2-Fiasko überstanden hat".
Weiß jemand, was und wann dieses B2-Fiasko war? Was ist da vorgefallen? Und was waren die anderen Musikspecials, die es nicht überstanden haben?
Mit den vielen kleineren (und wenigen großen) Programmreformen bei SFB 2 bzw. B 2 lässt sich schlussendlich nicht genau sagen, wann welche Musiksendung an- und wann sie wieder abgesetzt wurde. Die Aussage von Doebeling ist aber mit Blick auf ca. das letzte B-2-Jahr nicht ganz korrekt. Irgendwann in 1996 (dann vermutlich gegen Ende des Jahres) bzw. Anfang 1997 kam es zu einer dieser zahlreichen "kleinen Reförmchen", bei der die 22 bis 0 Uhr-Strecke umgestaltet und mit Musikspecials belegt wurde. Was ich noch zusammenbekomme:

Mo Reggae, World mit Andreas Müller (wurde genauso auf Radio Eins als Dubsolution fortgesetzt)*
Di Independent, Alternative mit Milena Fessmann (wurde genauso auf Radio Eins als Free Falling fortgesetzt)*
Mi Rock mit Uwe Wohlmacher
Do oder Fr Hitparade mit Martin Schülke // ??
Sa ??
So Roots mit Wolfgang Doebeling

* Es kann sein, dass diese beiden Sendungen bereits auf B2 ihren Namen oder einen ähnlichen hatten. Zumindest wären das zwei weitere Musikspezialsendungen von B2, deren Konzept und Moderation "1:1" von Radio Eins weitergeführt wurden, auch wenn sie natürlich nicht die Tradition wie Roots hatten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben