HITRADIO RTL jetzt ein Oldie-Sender?


#1
"80er, 90er, 100% Sachsen - Sound", so klingt seit einiger Zeit der neue Claim bei HITRADIO RTL. Da war das Programm erst noch Chart - lastig, nun entscheidet man sich für ein Oldieformat.

Bevor die Typischen "Ich höre HITRADIO RTL schon sein Jahren nicht mehr" - Kommentare kommen, stelle ich mal Fragen. Vielleicht werden die Beiträge ja mal kreativer: Aus welchem Grund ein Oldieformat? Sehen sie den Erfolg vom Berliner Rundfunk 91.4 und denken sich, wenn es in Berlin so gut läuft, dann versuchen wir es mal in Sachsen? Abgesehen von dem Erfolg von R.SA, der vielleicht auch ein Grund sein könnte?

Die Sendungen "HITRADIO RTL Partymix mit Enrico Ostendorf" und "der Wunschhitmix" sind auch nicht mehr im Programm gelistet. Das Ende der Sendungen ist wohl besiegelt.
 
#2
Ich glaube nicht, dass RTL jemals wieder den Fehler begeht, einen Oldiesender zu starten. Da werden sie aus Erfahrung klug geworden sein.. Was du meinst, ist das übliche "80er-, 90er und das beste von heute"-Gedudel, das sie alle machen.
 
#3
Bei mir auf Arbeit ertönt aus dem Nachbarbüro manchmal Hitradio RTL. Ist mir auch schon aufgefallen, dass egal welche leisen Töne ich da von nebenan vernehme: Es ist immer irgendein ausgelutsches 80er/90er Gedudel.

Der Slogan kommt einem natürlich nur gaaanz zufällig von einem Berliner Programm bekannt vor. Aber beim Kopieren kennt man sich beim Sachsen-RTL sowieso gut aus.
 
#4
Etwa im letzten Dezember war der Relaunch. Beim Chartradio gingen immer mehr Hörer verloren. Bei 50+ hat man Hörer dazu gewonnen, bei 14-49 Hörer verloren. 50+ hat die Verluste nicht ausgleichen können. Für einen Sender der überall in Sachsen zu empfangen ist, hat der Sender nicht sehr viele Hörer.
 
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#5
Wann kommt Antenne Sachsen zurück? Sehr interessant übrigens, das die offensichtlich den selben Berater wie Radio Berlin haben. Dämliche Claims einfach übernehmen. Sehr einfallsreich.
 
#6
Viel mehr irritiert mich, dass das Verkehrsfunk-Signal genau so klingt wie bei Ö3. Ach du lieber Himmel, wer kommt denn auf solche absurden Ideen?

Überhaupt: die ganze Verpackung tönt wie ein einziger Billigschlager. Sogar das gerade laufende, knapp 40jährige "C.C. Catch - Strangers By Night" klingt frisch und modern dagegen. Hilfe, wo sind meine Pillen...?!
 
#7
Und wieso tragen die laut Homepage dann überhaupt noch "Stars For Free" aus? Das passt ja dann auch nicht mehr wirklich zum 80/90er Aufguss. Ziemlich planlos das ganze, wie immer. RSA braucht keine Angst haben. Und die jüngeren Anbieter dürfen sich auch freuen.
 
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#9
Und wieso tragen die laut Homepage dann überhaupt noch "Stars For Free" aus? Das passt ja dann auch nicht mehr wirklich zum 80/90er Aufguss.
Auf der Homepage sieht man ja auch die "gewünschten" Hörer, ca. max. 30jährige Partypeople, die vermutlich gerade zu Papis Sandra-Mucke abhotten und sich schon auf Muttis Lieblingslied "I wanna dance with somebody" freuen. :rolleyes:
Da geht gerade 'ne Menge schief!
 
#10
stimmt...Habe ich übersehen. Ich wurde zu sehr von Vincent Weiß und Sarah Connor abgelenkt (sorry, Mama). Egal. Auf geht's, Sandra. Gemeinsam sind wir stark! Bald auch im Radio (:thumbsup:).
 
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#12
"Die 80er" gab es in der ehemaligen DDR nicht. Und auch sonst nirgendwo im Osten.

Nur deshalb ist es erklärbar, warum Konzerte mit den Stars der "80er" insbesondere in Russland so gefragt sind. Ein Glücksfall für Leute wie Lian Ross, C.C. Catch oder Sabrina Salerno. Die können noch im Rentenalter absahnen. Aber halt im Osten. Daher kommen ihnen die ausgelutschten Songs gar nicht so ausgelutscht vor.
 
#13
"Die 80er" gab es in der ehemaligen DDR nicht. Und auch sonst nirgendwo im Osten.
Nur deshalb ist es erklärbar, warum Konzerte mit den Stars der "80er" insbesondere in Russland so gefragt sind.
Das ist mal ganz schöner Quark. Solange die Bands weitestgehend unpolitisch waren, tourten nicht wenige von denen auch durch die DDR und erst recht durch den restlichen Ostblock. Ausserdem erschienen unzählige Alben von West-Künstlern auch im Ostblock incl. DDR.
Warum ausgerechnet der süßlich-kitschige Bohlen-Sound vor allem in Rußland nach wie vor so eine enorme Anhängerschaft hat, kann wahrscheinlich niemand so genau erklären. Vermutlich mag man dort einfach diesen billigen Dreiklang. Mit dem was du dir da zurecht deutelst, hat das jedenfalls reichlich wenig zu tun.
 
#14
Ich glaube die Ursachen sind schnell erklärt. Seit Jahren versucht man mit Krampf Hörer zurück zu gewinnen. Durch ständig wechselnde Programmdirektoren gibt es seit Jahren keine kontinuierliches Programm. Oft wechselnde Programmrichtungen kommen beim Hörer schlecht an. Letztes Jahr versuchte man das Programm auf eine Art witzig zu gestalten was sehr in die Hose ging. Seit Januar diesen Jahres hat man versucht gegen zu steuern und nun die Programmleitung aus internen MA zu besetzen. Dies wurde diese Woche offiziell bestätigt. Schaut man auf andere Sender ist erkennbar das diejenigen die kaum große Änderungen seit Jahren im Programm vorgenommen haben auch kontinuierlich hohe Einschaltquoten haben. Dazu auch ein schöner Beitrag http://www.radiowoche.de/yvonne-malak-die-macht-der-morgenshow/
 
#15
"Die 80er" gab es in der ehemaligen DDR nicht. Und auch sonst nirgendwo im Osten.

Nur deshalb ist es erklärbar, warum Konzerte mit den Stars der "80er" insbesondere in Russland so gefragt sind. Ein Glücksfall für Leute wie Lian Ross, C.C. Catch oder Sabrina Salerno. Die können noch im Rentenalter absahnen. Aber halt im Osten. Daher kommen ihnen die ausgelutschten Songs gar nicht so ausgelutscht vor.
Ich hab hier ja schon viel Unsinn gelesen. Aber das schlägt ALLES.😅

Radiokult hat dazu schon entsprechendes gepostet. Um es mal auf eine einfache Formulierung zu bringen: die 80er gab es aber sowas von, im Osten!!!^^ Das hat auch emotionale Gründe. Gerade in den 80ern passierte immens viel in der DDR, die ganzen Umbrüche und Reibungen. Außerdem kamen gerade in diesem Jahrzehnt so viele 'Westkünstler' in den Osten, wie nie zuvor. Depeche Mode, Bruce Springsteen, Bryan Adams...und und und. Ach ja, und dann gab es ja auch noch das "Westradio".
 
#16
Oha, 2 Jahre nicht gehört und der Sender klingt komplett anders aber irgendwie auch nicht richtig rund. HITradio??? Und dann fast nur alte Sachen. Kaum noch englischsprachige (aktuelle) Charts, aber viel neues auf deutsch.- Kein "Ihr" und "Euch" mehr, dafür jetzt (wieder) "Sie" und "Ihnen" !?

Gesungene Jingles werden am Ende über dem Lied viel zu früh abgespielt was danach noch paar Sekunden weiterläuft bevor das neue kommt. Dann laufen die Lieder mal wieder bis zum bitteren Ende langsam aus. Klingt total schräg!

Die wenigen aktuelle Titel wiederholen sich nach genau 2 Stunden (dieses komische DJ Antoine Teil, 17:17 und dann wieder 19:15 gestern) wie bei eibem Jugendsender. Danach dann wieder so altes Zeug. Das passt irgendwie alles nicht so richtig zusammen.Die Jingles passen auch gar nicht richtig zur Musik die da gespielt wird! Und die Musikmischung alt / neu passt nicht zusammen.

Die (abgedroschenen und inhaltshohlen) Sprüche sind alle von anderen Sendern geklaut:
"Kurz gesagt was wichtig ist" kennt man von Njoy (NDR), die beginnen ihre Nachrichten mit dem Satz. Und das als ARD Sender...
"Sofort / schnell informiert wenn es / etwas passiert" (hatten schon Antenne Bayern, Radio Regenbogen und glaub ich auch die Antenne in Österreich)

Von der Musik her laufen aber zumindest doch einige Lieder die man im Norden, Westen und Süden weniger bis gar nicht hört_
Sandra & Michael Cretu - We will be together
Roxette - I wish i could fly
(endlich mal nicht Joyride oder Sleeping in my car)
Klaus Lage - Monopoli
Valerie Dore - The night
(ewig nicht gehört) :)

Ansonsten: Mein Highlight ist die gebrüllte "Alko Sparkauf - alles muss raus" Werbung. Naja, 100 % Sachsen Sound eben :D
Und irgendwie auch ziemlich kurios und lustig dass da Werbung für den Bürgersender Apolloradio läuft (wahrscheinlich die bessere Musik). Müssen die das senden?

@ ricardo w.:

Der Party Hitmix ist zwar über die Webseite nicht mehr zu finden (toter Link im Menü) aber lief gestern abend zumindest mit entsprechenden Ansagen. Keine Ahnung ob das der typische Ostendorfmix war oder irgendeine andere Produktion. Regiocast oder was es da sonst noch gibt. Die Seite ist jedenfalls weg ("Sendungen" und dann ausklappen nach rechts):
https://www.hitradio-rtl.de/sendungen/#!/beitrag/party-hitmix-147220/

"Der erwartete Inhalt konnte leider nicht gefunden werden

Wir haben unsere Website neu strukturiert und konnten dabei nicht alle bisherigen Inhalte erneuern.

Wir hoffen, Sie finden das Gewünschte über unsere Suche.

Ansonsten wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Stöbern auf unserem neuen Angebot.
"

Naja komisches Programm dieser 100 % Sachsensound...
 

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#17
Und irgendwie auch ziemlich kurios und lustig dass da Werbung für den Bürgersender Apolloradio läuft (wahrscheinlich die bessere Musik). Müssen die das senden?
Apollo Radio ist ein gemeinsamer Sender von BCS (Hitradio RTL/sächsische Stadtsender, Regiocast (PSR, R.SA) und Energy Sachsen. Auf den Frequenzen hört man zeitweise die jeweiligen Bürgerradios der einzelnen Städte.
 
#18
Ist (schlechter) Italo-Disco in Sachsen grad die große Nummer oder was? :eek:
Ein gelungenes Classic-Hit-Format stelle ich mir etwas anders vor.
Gut, dass die ihre Marktlücke suchen ist nicht verwunderlich. Seit Jump auch wieder (schon seit ein paar Jahren) im AC-Mainstream angekommen ist, dudeln in Sachsen fast alle dasselbe: PSR, die Stadtradios, RTL und Jump sind austauschbar, MDR1 und RSA sind etwas älter und Änärtschi etwas jünger. Das war es. RTL und Radio Dresden sind ja unter einem Dach. Da muss man die Formate schon etwas voneinander abgrenzen. Eine Zeit lang schien es, als ob RTL das jüngere Publikum bedienen soll, jetzt hat man die Vorzeichen wieder umgekehrt...man weiß wohl nicht so richtig, wohin.

@Echo: Mit dem Oldieformat war man anfangs(!), als es noch gut und flott gemacht war, durchaus erfolgreich beim bundesweiten RTL, das war um 1992 bis 1995.
 
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#19
"Die 80er" gab es in der ehemaligen DDR nicht. Und auch sonst nirgendwo im Osten.
Waaaaaahhhh!

Geil, dann bin ich ja 10 Jahre jünger als ich bislang annahm. Oder gab es "die 70er" auch nicht in der ehemaligen DDR und ich bin also erst 1990 am 3. Oktober geboren worden? Meine Fresse, jetzt versteh ich, warum ich so jung aussehe.

Freundchen, lass Dir sagen: abgesehen von UKW-technisch völlig gearschten Tälern weit, weit in Sachsen waren bei den Jüngeren in der DDR RIAS 2 (und davor die Jugendsendungen vom RIAS generell), Bayern 3, hr3, NDR 2 und der SFB und dann auch Antenne Bayern oder FFN sehr wohl ein Begriff, während die Älteren oft Bayern 1 oder RIAS 1 hörten. Im Fernsehen sah man "Formel Eins" (nein, da ging es nicht um Rennwagen, sondern soweit ich mich erinnere um einen Cadillac und einen weißen Hund).

Es gab sogar die segensreiche Erfindung "Tonband" oder auch "Kompaktkassette" nebst zugehörigen Aufnahme- und Abspielgeräten in der DDR zu kaufen - zu entsprechenden Preisen. Und angehört wurde das, was man da aufnahm, nicht etwa nur aufm Klo (hallo Udo!), sondern z.B. in der Schuldisco, im Jugendclub etc. - trotz "60:40-Regelung" *hüstel*. Oder man schnitt kreuzbrav beim Stefan Lasch in der "Podiumsdiscothek" mit oder ganze Plattenseiten bei "Duett" (nicht die Zigarettensorte, sondern die DT64-Sendung für Raubkopierer).

In den DT64-Electronics lief der "Depeche-Mode-Titel der Woche", mein ganzer Jahrgang war um 1986/87 herum massiv Depeche-Mode-geil, aufm Jugendtreff liefen die Ärzte ("Geschwisterliebe" - jawoll!) ausm Ghettoblaster, Blaster und Kassette von Tante oder sonstwem mitgebracht. Und die Nachtlücke von DT64 schloss Stimme der DDR mit geilem Musikprogramm - selbst gehört "Ich bin der lustige Astronaut" von den Ärzten irgendwann nach Mitternacht, während ich die Telefonzentrale des Wehrausbildungslagers betreuen durfte, um bei entsprechenden Anrufen die zu dieser Zeit vollständig ins Delirium übergegangenen Schweralkoholiker (anzusprechen mit "Herr Genosse Major" oder so) an die Strippe zu lotsen.

Und ganz, ganz früher (ja, ich weiß, "die 50er" gab es ja vermutlich auch nicht in der Zone) konnte es schon passieren, dass mein Vater auf dem Bayerischen Rundfunk heiße Swing-Musik mitschnitt und später nach dem Filetieren des Senkelbandes (76 cm/s) einzelne Titel davon im Betriebsfunk des Volkseigenen Betriebes, in dem er arbeitete, als Mittagspausenunterhaltung über die 100-Volt-Lautsprecheranlage servierte.

Was hat man sich da denn bitteschön darunter vorzustellen? "Öh la Palöma blanca"? "Maschen-Draht-Zaun"?
Wenn schon, dann bitte "Moschn-Drohd-Zaoun" oder so.

Die Sachsen-Songs gehören ja eigentlich zu nem anderen Programm:



"Volksfest in Sachsen" geht dann aber nochmal anders. Aber das findest Du selbst im Netz. Tip: ist gebührenfinanziert. System-Medien und so... ;)
 
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#20
"Die 80er" gab es in der ehemaligen DDR nicht. Und auch sonst nirgendwo im Osten.
Und auch sonst nirgendwo. Wir haben gelebt, aber nicht gefühlt in einem Jahrzehnt. Auch die Entwicklung der Popularmusik vollzog sich nicht in Dekaden, sondern sukzessive, teilweise auch schubweise. Dass es musikalisch und stilistisch so etwas wie "Die 80er" oder "Die 90er" gab, wollen uns irgendwelche Formatradioberaterspezialisten weismachen. Den Ursprung hat dies vielleicht darin, dass in Musikplanungsprogrammen verschiedene "Container" mit Musik befüllt werden. Und irgendwie muss man diese Container, aus denen die Stundenuhren befüllt werden, ja einteilen. Da bietet sich halt statistisch eine Einteilung in Jahrzehnte ein. Man könnte genauso gut einteilen in 1975-1984, 1985-1994 und so weiter. Es ist wie mit dem "meteorologischen Sommer". Auch ein rein statistischer Begriff...
 
#21
Dazu möchte ich auch mal etwas sagen... DDR und keine 80er.. Manche denken auch, dass DDR - Leute auf Pferden geritten sind und mit Steinen Holz gemacht haben, Alter Schwede... Naja... Also ich höre immer wieder die Kassetten von meinem Vater, er hat damals zu DDR - Zeiten von NDR 2 mitgeschnitten und natürlich von DDR Sendern. Also ich kann nicht behaupten, dass es sowas nicht gab oder es bzw. keine "Möglichkeiten" gab, so etwas zu hören.
 

DOSORDIE

Gesperrter Benutzer
#22
Naja stimmt schon irgendwie,

New Wave, Punk und NDW gabs auch vor 1981 und 1980 gehört ja genau genommen noch zu den 70ern. Und in den frühen 90ern klingen viele Titel noch sehr nach 80er, während man bei Hip Hop und Dance schon vor 1990 den Eindruck hat, die Zukunft hat begonnen, genau so wie bis 1982 speziell in Deutschland und umliegenden Ländern noch sehr viel Discolastiger Pop und eigenartig schlagereske Titel von Holland Girl Groups in den Charts sind und die zunehmend elektronische Popmusik aus England und USA nicht ganz hier an kommen will, bis schließlich die NDW 1983 ihren kommerziellen Höhepunkt erlebt und danach nur noch Nachwehen erzeugt.

Eigentlich ist der Mainstream hier - finde ich zumindest - in dem, was man heute „80er“ nennt erst um 1983 richtig angekommen und verlässt diesen „Zustand“ erst gegen 91/92 mit so Titeln wie „I am the one and only“ von Chesney Hawks so, was noch arg nach „80er“ klingt um dann in die sogenannten „90er“ aufzubrechen, aber das ist eine andere Geschichte!

Trotzdem, das System mit den Dekaden gefällt mir schon ganz gut.

Die „80er“ gab es aber sogar in der DDR eigenen Musik. Ich mag das eigentlich nicht, wenn Leute denken Sie kennen sich aus mit Ostmusik, wenn sie „Puhdys und Karat“ nennen, aber die sind natürlich auch gute Beispiele für eine relativ große Masse an deutscher Rock und Popmusik aus der DDR bzw auch Schlager, der soundtechnisch genau das Westdesign kopiert.

Manche haben das gut hin bekommen, Andere wieder eher schlecht. Die Mittel waren halt nicht immer so, wie in der BRD und bei manchen Titeln hört man das massiv, wo dann plötzlich der Sequenzer asynchron zum Beat läuft, das Ganze dann aber trotzdem auf der Rock Bilanz mit drauf ist. Da gabs schon echt gruselige Sachen, aber auch verdammt gute, wo man modernste Technik aus dem Westen durch Beziehungen vom berliner Hansastudio geliehen hat. Die Silly Platten sind ein gutes Beispiel dafür.

Aber auch Leute, die ein Bisschen Ahnung von Sounddesign hatten wie H&N, haben den perfekten Eurodisco Sound mit relativ begrenzten Mitteln auf Westniveau hin bekommen.

Eigentlich verpasst man eine ganze Menge, wenn man Ostmusik komplett ignoriert.

Aber auch im Fernsehen und Radio ist der Einfluss aus dem Westen nie spurlos vorbei gegangen. Man muss sich nur mal das DT 64 Jingle Package anhören, die Computeranimationen bei Bong die aussehen, als kämen sie aus einem C64 oder die fliegenden Schriften bei rund, die NICHT aus einem Computer kamen....

Selbst das Design elektronischer Geräte holte in den 80ern - wenn auch erst zum Ende hin - wieder etwas auf (siehe SKR 550 und 700 und einige Fernseher als Beispiel)...

LG Tobi
 
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