hr4 - Noch mehr Gedudel oder Hessen-Welle?


In Rheine scheint man ja wirklich zuviel Zeit (oder ist es eher Frust oder Langeweile?) zu haben. Nicht, dass man dort vor lauter Analyse nicht mehr zum Hören diverser Auslandsdienste auf der Kurzwelle kommt...

Für alle Träumer, die meinen, die Leute stehen heute noch bei Schlager Schlange, seien beispielhaft diese Artikel aus den angrenzenden Nachbarbundesländern empfohlen:
https://www.schwarzwaelder-bote.de/...rty.83884d52-bffb-47fe-9ded-ab2764d608db.html
https://rp-online.de/nrw/staedte/ne...party-in-der-eissporthalle-neuss_aid-38202889

Immer wieder liest und hört man bei derartigen Veranstaltungen von "Differenzen" oder kurzzeitigen Absagen einzelner Künstler oder gleich des gesamten Events "mangels Interesse". Ausnahmen in Form einzelner "Hits" aus diesem Bereich, meist künstlich gehypet (Holzmichel, Atemlos, Ein Stern) mal ausgenommen.

Fakt ist, dass der Schlager im Radio schlecht testet und außer einer äußerst überschaubaren, aber lauthals einfordernden Minderheit gar nicht stattfindet. Nicht umsonst hat sogar ein Programm wie B2, das mit dem Claim "Wir lieben Schlager" und "Deutschlands Schlagerradio" wirbt, seine Playlist mit schlimmstem Deutschpop der Neuzeit angereichert. Oder meint ihr, die Sender machen das aus lauter Spaß um die alternden Hörer zu verärgern, damit diese einen Herzinfarkt bekommen?

Es rechnet sich einfach nicht mehr, für Programme wie HR4 und SWR4, die ja auch Werbung senden, ein solches Format zu fahren. Da laufen die Hörer in Scharen davon, und nicht nur die jungen. Auch die Herren ab 50 die gerne Rockmusik hören oder die Single-Damen ab 35. Das Dilemma steckt da eher in der riesigen Schnittmenge an Titeln zwischen HR1 und HR3 und YOUFM sowie SWR1 und SWR3 und DASDING !!! HR4 hat es hier musikalisch geschafft, sich durchaus breiter aufzustellen und behutsam zu verjüngen, ohne dabei seinen alten Fans vor den Kopf zu stoßen. Wie gesagt: Seid froh dass ihr nicht an der Küste oder in den Alpen wohnt, da besteht die Länderwelle nämlich nur noch aus Jeans on, You got it, Words dont come easy, Papa dont preach, Girls just wanna have fun und We built this city. Englisch ist auf NDR 1 / MDR 1 / BR1 inzwischen Amtssprache geworden.

Und zum Wochenendprogramm vom HR sei angemerkt, dass es sicher 65 Prozent oder mehr Bundesbürger gibt die sich einen Sch... für den blöden Fußball interessieren und bewusst keine Bundesligasendung hören. Wenn man denen eine attraktive Alternative, z.B. ein vorproduziertes Interview / Talkprogramm eignet sich doch in dieser hörerschwachen Zeit am Nachmittag, die für die MA-Ausweisung zudem nicht relevant ist, bestens, bietet, wird das auch dankbar angenommen. Nicht umsonst gibt es entsprechende Best of Formate oder aufgezeichnete Gesprächsrunden innerhalb der ARD Radioflotte am Wochenede (tagsüber) zu Hauf. Wer Fußball will, hat meist ohnehin Sky oder schaut online bzw. abends dann die Sportschau. Ein paar Übriggebliebene hören noch die Konferenz. Da aber die Reichweite des Hörfunks generell abnimmt ist das verglichen mit früher, als es noch Live-Übertragungen kompletter Liga- und Länderspiele über die Mittelwelle gab, doch recht überschaubar. Am Wochenende kommt der Sport im HR bereits im Ersten, Dritten Hörfunkprogramm und im Inforadio. Wozu also noch ellenlange Live-Schalten im Vierten? Hier werden doch ständig von selbsternannten Experten spezielle Formate und mehr Mut zu Experimentellen Formaten eingefordert. Und dann ist mal was geplant, und sofort wird geschrien "Und der Fußball?".

Dagegen Sonntagabend 22 bis 24 als Sendezeit für eine Special Interest Show oder eine Diskussionsrunde und dann auch noch LIVE ist einfach nur weltfremd!!! Wer so etwas anregt, hat keine Ahnung von den Abläufen in einer Redaktion geschweige denn vom Lebensalltag der Deutschen. Kommt mal raus aus eurer Filterblase. Sowas muss alles vorbereitet werden. Im "Idealfall" ist von FREITAGmittag bis MONTAGmorgen um 5 kein Mensch im Studio. Ist heute vielerorts üblich. Wer soll das also moderieren, die Technik überwachen, Gäste einladen, spontane Absagen kompensieren an einem Sonntagabend...Da passiert gar nichts im Radio! Früher liefen da noch mal Easy Sounds Specials oder Kuppelshows, für die man aber Personal brauchte. Die Leute die am Sonntag zwischen 22 und 24 Uhr Radiohören kann man an einer Hand abzählen. Da schlafen 70 Prozent der Bürger, weil sie am Montag arbeiten müssen. Und der Rest schaut sich die Zusammenfassung der Bundesliga an. Der Deutsche schaut am Sonntagabend seinen Tatort und geht danach ins Bett. Wer hockt sich danach noch vor sein Radio und hört sich bis Mitternacht eine (möglicherweise noch intellektuell fordernde, anregende, stimulierende) Talksendung an? Noch dazu, wenn er in 4 bis 5 Stunden wieder aufstehen muss, um pünktlich seinen Arbeitsplatz zu erreichen? Man sollte schon etwas in die Lebenswirklichkeit der Bundesbürger hineinschauen bevor man solche unrealistischen Vorschläge äußerst. Die Idee in aller Ehren, aber das würde nach 3 Ausgaben genauso verschwinden wie sämtliche früheren Sondersendungen die es im deutschen Radio mal gab. Nicht umsonst sind all die Musik Specials (weil hier Fritz mit dem Bluemoon genannt wurde, das Stahlwerk z.B. - die Metalsendung läuft unter der Woche und nicht mehr wie früher am Sonntagabend, dort gibt es statt dessen die Aufzeichnung eines Podcastst, laut Fritz-eigener Seite passiert das am Mittwoch) seit Jahren alle auf einen anderen Sendeplatz umgezogen. Der Sonntagabend ist extrem undankbar und vor allem äußerst kostenintensiv. Man bekommt keine Interviewgäste (Gesprächspartner), weil diese eben auch den Tatort schauen und in dieser Zeit ab 8 nicht zum Sender fahren wollen oder in der Maske sitzen wollen, und danach ins Bett gehen, oder eben in den ARD TV Anstalten kluge Worte nach Wahlen von sich geben, und dazu kommt: Das Personal muss extra beordert werden, für eine Zeit, die MA-technisch NULL Relevanz hat und in der ansonsten prima die Automation laufen kann, und wenn man Pech hat werden noch Wochenende- und Feiertagszuschläge fällig. Die Intendanz würde sich bedanken. Und wenn dann die Gebühren erhöht werden, sind die jenigen, die solche Sendungen in absolut unbedeutenden Tagesrandzeiten (!!) einfordern doch meist die ersten die wegen dem Geld schreien.
 
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Bisschen O.T.: Verkehrsmeldungen vom Bildschirm: Fortschritt. "Früher" liefen studentische Boten treppauf, treppab mit aus IBM-Kugelkopfmaschinen gezogenen DIN-A4-Blättern durchs halbe Funkhaus. ;)
Und Pfälzerwald: Wenn ich Deinen wortgewaltigen Beitrag mal auf seinen Kern reduziere, bleibt nicht viel mehr übrig als "Schafft alles ab, was keine Quote bringt!" Das ist genau die Einstellung, die Radio in Deutschland zu diesem ärmlichen Klangkrüppel gemacht hat, das es heute (meist) ist.
 
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Nicht umsonst hat sogar ein Programm wie B2, das mit dem Claim "Wir lieben Schlager" und "Deutschlands Schlagerradio" wirbt, seine Playlist mit schlimmstem Deutschpop der Neuzeit angereichert. Oder meint ihr, die Sender machen das aus lauter Spaß um die alternden Hörer zu verärgern, damit diese einen Herzinfarkt bekommen?
Nö, das hat damit zu tun, dass die dortigen Musikverantwortlichen dafür geschmackliche Vorlieben haben und dieses Genre unbedingt ins Programm bringen wollen. Ich halte das bei größeren Dosen für abträglich.

HR4 hat es hier musikalisch geschafft, sich durchaus breiter aufzustellen und behutsam zu verjüngen, ohne dabei seinen alten Fans vor den Kopf zu stoßen.
Falsch. Behutsam ist das falsche Adjektiv. Bei diesem Bemühen hat hr4 bei der letzten MA zweistellig verloren.

Ich habe seit Einführung des Privatradios zuhauf von dort solche "Analysen" gehört und dessen dortige Umsetzung beobachtet. Dass aber die ÖRs ohne Not in den Wettlauf mit den Privaten um Flachfunk eingetreten sind, immer schon missbilligt. Wir sehen heute, wohin es geführt hat. Es hat auch mit daran gelegen, dass es immer mehr Menschen gegeben hat, die das Privatradiokonzept den ÖRs nicht nur angeraten, sondern als Mitarbeiter darin sogar umgesetzt haben. Auch Du, @Pfälzerwald, scheinst zu deren Verfechter zu gehören. Bitte nicht persönlich nehmen, aber ich halte Deine Empfehlungen gegenüber hr4 für falsch.
 
Viel mehr Moderationen gab es heute auch von Britta Wiegand am Nachmittag nicht, vom Inhalt ganz zu schweigen.
Schulenburg ist übrigens im Urlaub, nächsten Samstag ist Michael Meyer an der Stelle zu hören, wie Wiegand kurz vor Schluss sagte. Aber scheint wohl so vorgeschrieben zu sein, dass die Moderatoren am Samstagnachmittag wenig reden sollen...

In der Tanzparty mit Martin Woelke kamen heute ganz nette Lieder. Beinahe hätte es heute wieder ein 4:0 im Backenspiel gegeben, doch in Runde 1 verloren die Wildecker Herzbuben trotz Führung zu Beginn gegen Semino Rossi. Die restlichen Runden waren aber eindeutig für die dicken Backen.
Heute waren die Backentitel auch alle gesungene Lieder. Sonst kommt es häufig vor, dass fast ausschließlich nur Blasmusiktitel oder andere Instrumentalstücke vorgestellt werden. Meines Erachtens wäre es ausgewogen, 2 Instrumentaltitel und 2 gesungene Titel bei den dicken Backen pro Sendung vorzuschlagen.
Löblich an Herrn Woelke war heute, dass er zweimal eingeplante Titel von Künstlern gegen Wunschtitel mit denselben Interpreten ausgetauscht hat und das sogar erwähnte. So sagte er, dass er eigentlich "Jetzt geht die Party richtig los" von Severine eingeplant hätte, nun aber "Sieben Tränen" von ihr spielen würde, weil sich das jemand gewünscht hatte.
Dasselbe bei Andreas Martin. Eingeplant war nach 19 Uhr "Ich fang dir den Mond". Während der Nachrichten wünschte sich dann aber jemand von ihm "Wenn du mich noch willst". Und siehe da, genauso erzählte er es und tauschte dann "Ich fang dir den Mond" gegen "Wenn du mich noch willst" aus. Das finde ich flexibel.

Am Montag gibt es übrigens in Gedenken an Udo Jürgens 85. Geburtstag einen Udo Jürgens-Tag, wie Woelke noch erwähnte. Einmal pro Stunde soll es dann einen Udo Jürgens-Hit geben sowie Interviews mit Weggefährten wie u.a. mit Pepe Lienhard.
Ich gehe aber leider davon aus, dass sie dann einmal die Stunde ein Lied spielen werden, das eh in der Rotation ist. Das sind meines Wissens mindestens 14 Lieder und das wird für 14 Stunden von 6 bis 20 Uhr reichen. Ich befürchte sogar eher, dass sie grade in "Wünsch dir was" dann nur Wünsche von Udo Jürgens spielen werden, ganz egal ob sich jemand dann wochenlang vorher für den Tag etwas bestellt hat oder am Freitag auf den Anrufbeantworter sich einen anderen Künstler bestellt hat. Obwohl man so etwas ja gut ab 19 Uhr machen könnte. Ist nur eine Vermutung von mir, aber bei Roland Kaiser machten sie kürzlich etwas Ähnliches...
 
Schon klar. Dennoch sollte man bei hr4 nicht auf "Herren ab 50 die gerne Rockmusik hören oder die Single-Damen ab 35" (ähm, hä?), sondern mehr auf Vielfalt bauen, sprich: mehr Titel im erlaubten Titelpool. Meine im Vergleich zum Spotify-Archiv bescheidene Festplatte böte hr4 zumindest kilometerhohe Luft nach oben.
 
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Seltsam, dass die das von 14-15 Uhr gemacht haben. Kann sein, weil Dieter Voss Gotts Manager Wolfgang Kaminski gut kennt und mit ihm ein Telefoninterview gemacht hat. Sonst machen die das ja von 19-20 Uhr. Aber dadurch gab es jetzt inklusive "Wünsch dir was" 2 Stunden hochwertigeres Programm.
Das Musikprogramm für das Special müssen die aber während der Sendung zusammengesucht haben, weil viele der Titel, die in der Vorschau standen, nicht gespielt wurden, wie z.B. Du bist da für mich, Lago Maggiore, Ich bin der Adler, du der Wind, Ich kann rote Rosen nicht mehr sehen. Vielleicht hört man die noch im Laufe des Nachmittags.
 
Zum plötzlichen Tode von Karel Gott
"Plötzlich" ??? Der Mann war seit vielen Jahren sehr schwer krank und bereits mehrfach im Krankenhaus. So traurig es ist aber überraschend kommt es nicht. Im Gegenteil. Karel Gott hat bereits mehrfach Zeitungsberichten über seinen angeblichen Tod widersprechen müssen! Umso schlimmer, dass er jetzt den Kampf gegen den Krebs verloren hat und kaum darüber berichtet wird. Immerhin war er einer der bekanntesten und beliebtesten Interpreten in deutscher Sprache der letzten Jahrzehnte.
 
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