Kompressor mit Mic. in & out


Special-A

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Mahlzeit,
Mich beschäftigt schon lange eine Frage: Gibt es einen Compressor der sowohl im Eingang als auch im Ausgang über Mic. Pegel verfügt? Folgendes Problem: Mein Mixer (Dateq Apollo) verfügt über keinen Insert Weg, denn wenn er den hätte, würde sich die Frage erübrigen. Also "Reihenschaltung": Mic->Compressor->Pult. Nun würde man ja sagen können ok, Mic Preamp! Aber dort liegt das Problem am Ausgang, denn dort liegt dann Line-Pegel an. Der Dateq bietet hier dann aber nur RCA INs. Das wäre schlecht. Also was könnte man tun?
 

lg74

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Es gibt ja Mikrofonvorverstärker mit eingebauter Dynamikbearbeitung und ggf. weiteren Verbiegungsmöglichkeiten. Wenn sie edel sind oder edel wirken sollen, werden sie gern Channel Strip" genannt. Der Mindprint En-Voice war so ein Klassiker, der dbx 286 ist ein immer noch neu zu habender Klassiker: https://www.thomann.de/de/dbx_286_s.htm .

Wenns fast gar nichts kosten darf, kann man ja auch nach einem gebrauchten Behringer VX2000 Ausschau halten und hoffen, den für weniger als die Hälfte eines dbx 286 zu bekommen:

Behringer VX2000.jpg

Ich habe bloß nicht die leiseste Ahnung, wie das Ding sich so schlägt. Es geht ja um "zarte" Signale und um eine Bearbeitung, bei der man Murks-Qualität schnell hören kann.

Das Ding hat einen Ausgangs-Pegelsteller. Der ist bis "minus Unendlich" beschriftet und dürfte unterhalb von "-20" hübsch ruppig sein in der Benutzung. Ich vermute aber Rast-Poti, also nicht gleich durch Angucken zu verstellen. Dennoch freilich eine Gefahr, wenn nach wenigen Grad Regelweg alles was dahinter hängt wegfliegt.

Du könntest entweder über den RCA-In des Apollo gehen und den Mic-Kanal halt nur als Line-Kanal benutzen. RCA-taugliche Pegel sind direkt an den Ausgangspegelstellern der Channelstrips bequem einstellbar, Du brauchst nur ein Adapterkabel XLR-Weiblich auf 2 parallelgeschaltete RCA-Stecker und legst den "cold" des XLR-Weibchens auf die Masse der RCA-Stecker. Das wäre bei trafosymmetrischen XLR-Ausgängen Pflicht (sonst hängt die Quelle einbeinig in der Luft), die Behringer-typische elektronische "Servosymmetrierung" sollte damit aber auch klarkommen.

Oder Du nimmst den XLR-Eingang des Apollo und setzt den Pegel des Channelstrips um etwa 40 dB (1:100) runter. Aus satten 2 Volt werden somit 20 Millivolt, der Pegel eines "lauten" Kondensatormikrofons. Das lässt sich dann bequem mit dem Eingangssteller des Apollo anpassen. So ein Dingens https://www.jts-europe.de/produkte/mikrofone-und-funksysteme/zubehoer/ma-123/?r=pdf ist zwar für Mikrofone, sollte aber hoffentlich auch keinen Schaden nehmen, wenn man es mit Line-Pegeln betriebt. Und es kostet nicht viel: https://www.thomann.de/de/jts_ma_123.htm . Leider steht es derbe aus dem Gerät heraus, in das man es steckt. Ich hätte Angst um meine XLR-Buchsen und ggf. deren Verlötung auf der Platine. Zwischen 2 Kabeln würde mir das Ding schon deutlich besser gefallen. Die passende Dämpfung (Spannungsteiler) bekommt man aber vermutlich auch direkt in einen XLR-Stecker gelötet.
 
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Ralle_Köln

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Wie sind denn die Rahmenbedingungen (also, welches Mikrofon, welche Akustik, wofür wird es gebraucht...) und der finanzielle Rahmen?

Gegen des SPL Track one (mittlerweile neu als „MK II“-Variante zu haben) habe ich nichts negatives zu sagen. Vorverstärker macht rauschfrei seine Arbeit, der Kompressor ist recht einfach „pumpfrei“ einzustellen, Filter greifen an den Punkten, die an den Reglern stehen.
Ein bisschen esoterisch wirkt der Kuhschwanzfilter für die Höhen, der als „Air Band“ bezeichnet wird, zumindest bei der alten Version der Geräte (außerdem habe ich das schöne Wort „Kuhschwanzfilter“ lange nicht mehr benutzt... ist ein high shelf).
Ein halbwegs brauchbarer De-Esser ist auch dabei.

Würde aus dem SPL dann tatsächlich asymmetrisch mit kurzem Kabel mit Line-Pegel in das Dateq-Pult gehen. Wenn‘s symmetrisch sein muss (also merkliche Störungen eingefangen werden die nur so unterbunden werden können) - Spannungsteiler hinter den Ausgang und in den MIC-Eingang des Pults. Unschön (da wir einen Line-Pegel reduzieren nur um ihn dann im Mixer wieder auf Line aufzuholen), aber funktionieren wird das.

Findet bei uns tatsächlich noch Verwendung in der Fernsehvertonung eines kleineren Studios und an diversen Außenposten unserer schönen „Arbeitsgemeinschaft“, die sich dann hinten raus weiter mit R und D abkürzt.
Rührt noch aus einer Zeit, als die im „kleinerem“ Videoschnitt verwendeten Pulte keine Dynamikbearbeitung konnten - die SPLs sind heute, wo man alles im Pult an Bord hätte - trotzdem geblieben und wegen der einfachen Einstellbarkeit bei Fernsehcuttern für die schnellen Mischungen, die nicht von Technikern vorgenommen werden sehr beliebt.

Wenn es eher um „ich bespreche einen Rode-Dynamiker für Webradio oder zum Spaß in einem akustisch nicht ausgebauten Raum“ geht besser den von lg74 ins Spiel gebrachten dbx nehmen. Grundsolide und für den Zweck angemessen.
 
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