Live Interviews über Handy...


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#1
Habe gehört, das es irgend eine Lösung gibt ein Interview z.B. direkt vom Handy aus live auf Sendung zu schicken.
Da soll es ein fix und fertiges Gerät geben aber auch kann man sich sowas selber bauen mit Hilfe der Freisprecheinrichtung - wer weiß da Rat oder hat Erfahrungen damit?

Im Studio ist es einfach, da kann ein Telefonhybrid ja den Anruf auf den Mischer bringen - aber wie ist das mit dem Handy?
 
#2
also beste erfahrungen hatte ich mit einem nokia gemacht... billigsdorfer-freisprecheinrichtung, unten anstöpseln, beim ohrstoppel und mikro jeweils einen klinkenstecker dran und entsprechend ans mischpult angedockt... einzig: du mußt da einen kondensator einbauen (ich glaub es war ein kondensator, sorry, hat mir ein technikfreak gelötet), damit der anrufer ausser bröseln, rauschen und knacksen auch noch was versteht von dir! :D
 
#3
Ich hab es genauso gemacht wie radioxtreme: Billig-Freisprecheinrichtung und dann Mini-Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikro dran (war für Live-Reportagen gedacht). Hat an meinem Nokia 6210 wunderbar funktioniert, auch ohne dass man irgendwas am Pegel ändern musste (mit einem Sony ECM-MS907).

Leider war dann das neue 6310i etwas wählerischer, was Drittanbieter-FSEs angeht, sprich: das Teil wurde nicht mehr erkannt. Und dafür dann eine Original Nokia-Freisprecheinrichtung zu kaufen und zu zerlegen, das war mir etwas teuer ...

Wenn ich das Ding jetzt brauche, nehme ich also wieder das alte 6210 in Betrieb.

Einen Kondensator oder sowas hab ich übrigens nicht gebraucht. Wofür soll der gut gewesen sein, radioxtreme? Um irgendwas zu entstören?

yps
 
#4
hallo yps! ja, ich bin ja direkt vom mischpult ins handy zurück.. das is ja ein line-signal, und selbiges ist viel stärker als das mikro-signal.... irgendwie wurde das dann wieder gedämpft und auf "mikrofon-eingangs-stärke" runter gebracht... (gott, alle techniker, die das lesen, mögen es mir verzeihen, ich hoff, ihr kommts vor lachen irgendwann mal wieder auf eure sessel zurück :D:D:D:D)
 
#5
Original geschrieben von yps77
Ich hab es genauso gemacht wie radioxtreme: Billig-Freisprecheinrichtung und dann Mini-Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikro dran (war für Live-Reportagen gedacht). Hat an meinem Nokia 6210 wunderbar funktioniert, auch ohne dass man irgendwas am Pegel ändern musste (mit einem Sony ECM-MS907).

Leider war dann das neue 6310i etwas wählerischer, was Drittanbieter-FSEs angeht, sprich: das Teil wurde nicht mehr erkannt. Und dafür dann eine Original Nokia-Freisprecheinrichtung zu kaufen und zu zerlegen, das war mir etwas teuer ...

Wenn ich das Ding jetzt brauche, nehme ich also wieder das alte 6210 in Betrieb.

Einen Kondensator oder sowas hab ich übrigens nicht gebraucht. Wofür soll der gut gewesen sein, radioxtreme? Um irgendwas zu entstören?

yps
Der Kondensator dient zum Abblocken der Tonaderspeisung für das Elektret-Mikrofon in der FSE. Mit einem SONY ECM-MS907 funktioniert es nur deshalb ohne, weil dieses Mikrofon für den Betrieb an einem unsymmetrischen Mikrofoneingang mit Tonaderspeisung (wie man ihn auch an Soundkarten, DAT- und MD-Recordern und Diktiergeräten findet) ausgelegt ist. Für ein dynamisches Mikro ist der besagte Kondensator nötig, für den Betrieb an einem Line-Ausgang zusätzlich noch ein Dämpfungsglied (2 Widerstände oder Trimmpoti). Für den Betrieb mit einem Mischpult empfiehlt sich außerdem eine externe Antenne (v.a. im D-Netz!) und ein kleiner 1:1 Audio-Trenntrafo von Bürklin, Conrad o.ä. Ansonsten verwandelt sich die ganze Anlage schnell in eine große Antenne, die einen kleinen Teil der HF auffängt, in der Mikrofonvorstufe des Mischpultes demoduliert und entsprechende Störungen (das berühmte "Handyknacken") auf das Signal aufprägt.
Ich bin generell kein so großer Freund von Handys für Tonübertragungen im Radio - die besten Erfahrungen habe ich noch mit einem alten Siemens E10D gemacht, aber schon das kommt eigentlich nicht mehr an die Qualität von Festnetz oder C-Netz ran...
 
#6
@radioxtreme

...dann war es ein Widerstand :)

Das gleiche müsste übrigens auch mit DECT-Telefonen funktionieren, während man für feste Telefone dringend noch einen Trenntrafo braucht :)

Christoph
 
#7
Danke erst mal für die Postings. Einen Telefonhybrid für die Studioseite habe ich, also kein Problem das Signal aus dem Festnetz aufs Mischpult zu bekommen.

Es geht an und für sich nur um die Aufschaltung eines vernünftigen Mikros aufs das Handy, wobei auch nur der Sendeweg zum Studio interessant ist und nicht die Rücksendung.
Wichtig für mich wäre, daß nur dieser eine Weg einigermaßen sauber rüberkommt. Eine externe Antenne ist machbar und ein kleines Minimischpult auch, da alles mit dem Handy sowieso in einen kleinen Koffer eingebaut werden sollte.

Natürlich kann man auch den Rückweg nutzen und sich einen kleinen Knopf ins Ohr setzen - aber das ist ja einfach.

(Habe ein Nokia 5110 mit der Orginal Autofreisprecheinrichtung
mit Außenantenne auf Lager)

Bei der Freisprecheinrichtung habe ich ja ein kleines Mikro, was normalerweise im Auto in Mundhöhe angebracht wird - da muß ja jetzt Chinchstecker angelötet werden und in ein kleines Mischpult geführt werden, um dann z.B. ein Kondensatormikro als Sprechermikrofon einzusetzen. Vorher kann man ja einen Trenntrafo schalten der eine galvanische Trennung macht.
Jetzt kann man am Mixer die Eingangs und Ausgangspegel einstellen.
Wo zwischen muß denn jetzt der Kondensator gelegt werden - parallel oder in Reihe - wie groß muß der Wert sein???
Kann man da die Enstörkondensatoren aus dem Autohifi Bereich nehmen?
Die galvanischen Trenntrafos aus dem Auto HIFI sind optimal, denn die habe ich auch im Studio verarbeitet....
 
#8
Original geschrieben von Fruity
Vorher kann man ja einen Trenntrafo schalten der eine galvanische Trennung macht.
Jetzt kann man am Mixer die Eingangs und Ausgangspegel einstellen.
Das wird aber trotzdem Probleme machen, da du dann den Trennübertrager mit Mikrofonpegel betreibst, was die Empfindlichkeit für Einstreuungen stark erhöht. Sinn macht die ganze Anordnung dann, wenn der Übertrager mit Line-Pegel direkt aus dem Pult angefahren wird und erst unmittelbar vor dem Eingang zum Handy ein Dämpfungsglied um 40-50 dB ein Signal mit Mikrofonpegel draus macht.

Original geschrieben von Fruity

Wo zwischen muß denn jetzt der Kondensator gelegt werden - parallel oder in Reihe - wie groß muß der Wert sein???
1 Mikrofarad, Tantal (Polung beachten) oder Metallfolie in Reihe mit dem signalführenden Leiter.

Original geschrieben von Fruity

Die galvanischen Trenntrafos aus dem Auto HIFI sind optimal, denn die habe ich auch im Studio verarbeitet....
Na ja, für diesen Zweck sind die eher suboptimal und außerdem zu groß und teuer. Diese Übertrager haben üblicherweise eine Impedanz von 20 kOhm oder mehr - mit einem 1:1 Übertrager (600 Ohm) kommen die heutigen niederohmigen Mischpultausgänge problemlos klar, und du fängst dir weniger Störungen ein weil wesentlich mehr Strom bei gleichem Pegel fließt. Außerdem kannst du dann das Dämpfungsglied viel niederohmiger dimensionieren, damit "sieht" der Mikrofoneingang des Handys eine niedrigere Quellimpedanz, die eher der des Elektret-Mikrofons entspricht. Auch das führt letzten Endes zu besserem Geräuschspannungsabstand=weniger Störungen.
 
#9
Danke für Deine tollen Ausführungen - werde es mal als Versuch montieren. Glaube auch, daß dies nicht nur mich, sondern auch andere interessiert. Werde nach Fertigstellung meiner "Konstruktion" die Ergebnisse posten und Qualität als MP3 File hinterlegen, damit man sich ein "Ohr" davon machen kann...
 
#10
Fruity: Das mit der Auto-FSE würde ich nicht machen. Das besondere an der ist ja, dass sie einen Anti-Rückkopplungs-Mechanismus hat, für den Betrieb mit Mikro und Lautsprecher im Auto. Wenn du aber nun anstelle des Lautsprechers einen Kopfhörer anschließt, ist diese Schaltung in der FSE in Bezug auf die Soundqualität höchstens hinderlich. Finde ich.

Also am besten ne "billige" Ohrstöpsel-FSE nehmen, als die gute CARK-91 zu opfern :)

yps
 
#13
Noch ne ganz blöde Idee, die für die Qualität aber besser sein sollte:

Einfach Schlepptopp anschließen, HSCSD-Verbindung aufbauen und dann mit irgendeinem Codec übertragen? Sollte besser klingen als das normale Gespräch. Nachteil: Geht nur bei D2 (Vodafone) und E-Plus.
 
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