Lobby verhindert DAB+ in Österreich


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#1
Es ist ja jetzt auch auf der Radioszene-Startseite zu lesen, dass es kein DAB+ in Österreich geben wird. Angeblich hatte es 12 Bewerber für 19 Programme auf den Call of Interest der KommAustria für einen österreichweiten Multiplex gegeben. Also mehr als davor in Deutschland. Trotzdem verhindert wohl eine Lobby aus ORF, Krone, Styria und Co. die drohende Konkurrenz. Die Argumente der KommAustria sind fadenscheinlich: Einige der Bewerber würden aus medienkonzentrationsrechtlichern Gründen keine Zulassung erhalten, andere (neue Veranstalter) würden sich wirtschaftlich nicht halten können. Aber wie heißt es so schön: Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her.

Laut meinen Infos hat es vor allem Bewerber aus dem Ausland (Deutschland, Frankreich) gegeben, unter anderem für Österreich-Ableger erfolgreicher deutscher und internationaler Konzepte (z.B. sunshine live). Da sieht man wieder, dass man in Österreich alles dafür tut die bestehende Radiolandschaft zu zementieren.
 
#3
Es waren also zu wenig Interessenten die

- nicht schon an einem oder mehreren Sendern in Österreich beteiligt sind (Medienkonzentration)
- wirtschaftlich tragfähig sind, da neu.

Viel Rest bleibt da ja nicht mehr übrig.

Hätten die deutschen Medienbehörden wie die KommAustria entschieden, hätten die Regiocast, NRJ, der ERF, Absolut Radio (Oschmann), Klassik Radio und Kiss FM keine Lizenz für den bundesweiten DAB Multiplex bekommen dürfen. Bei Lounge FM hätte man zusätzlich argumentieren können dass der Veranstalter kein wirtschaftlich tragfähiges Konzept vorgelegt hat, da noch neu. Bleibt nur Radio Horeb übrig. Das zeigt, wie absurd die Entscheidung der KommAustria ist. Ich könnte mich auch jetzt - 24 Stunden nach Bekanntgabe - noch darüber aufregen. Es tut mir leid für alle Österreicher, die an besserer Verbreitungsqualität und größerem Angebot interessiert sind. Unglaublich, was purer Lobbyismus anrichten kann. Der Mafia aus ORF, Krone und Styria und ihrem großen Einfluss auf die Medienpolitik zu Dank.
 
#4
Das ist in NRW nicht anders : die Zeitungen als Geldgeber für den lokalen Hörfunk veröffentlichen auch nichts zum Thema DAB.
Es wird verschwiegen, damit bloß niemand die Konkurrenz hört.
Dummerweise haben die Hörer längst entschieden : Warum 1 Programm zu Auswahl, wenn es auch 100 gibt ?
Und dann diejenigen, die sich freuen wenn sie als Baustellengeplärre geduldet weden. Das reicht in NRW schon, um als "erfolgreich" zu gelten.
 
#5
Diese Denkweise des ORF und Co ist vor allem äußerst kurzsichtig. Denn der ORF sagt selbst, dass immer mehr Menschen Internetradio nutzen und sich dadurch die Konkurrenz vertausendfacht, aber gleichzeitig hat man Angst vor DAB. Radiotor, Du hast mir diesen Zusammenhang einmal schlüssig erläutert, aber wenn das Internet erstmal mobiltauglich ist(wovon wir sicherlich noch 10-15 Jahre entfernt sind), wird man sich wünschen DAB eingeführt zu haben, dann allerdings ist es zu spät... . Ich glaube aber auch, dass im Zuge der europäischen Harmonisierung auch Österreich nicht an DAB+ vorbei kommen wird, feiert Digitalradio doch in einem Land nach dem nächsten Erfolge. Wenn dies die österreichische Medienanstalt mit viel Biegkragt als Mißerfolg auslegt, bitte... . Sie werden sehen was sie davon haben. Schade für alle Österreicher, die an Radio interessiert sind...
 
#6
Diese Denkweise des ORF und Co ist vor allem äußerst kurzsichtig. Denn der ORF sagt selbst, dass immer mehr Menschen Internetradio nutzen und sich dadurch die Konkurrenz vertausendfacht, aber gleichzeitig hat man Angst vor DAB. Radiotor, Du hast mir diesen Zusammenhang einmal schlüssig erläutert, aber wenn das Internet erstmal mobiltauglich ist(wovon wir sicherlich noch 10-15 Jahre entfernt sind), wird man sich wünschen DAB eingeführt zu haben, dann allerdings ist es zu spät...
Also ich nutze inzwischen mobiles Internet um im Auto Internetradio zu hören.
Klappt wunderbar, kann mir die Radiosender am Smartphone selbst aussuchen und rauschfrei übers Autoradio hören.
Einfach toll! :)
 
#9
der Rest ist selbsterklärend...
Das sehe ich nicht so.
Du stellst eine Behauptung auf, ohne sie näher zu begründen.

Ich sitze übrigens jetzt gerade bei dem schönen Wetter im Garten und höre nebenbei mit meinem Notebook und Kopfhörern Webradio (der WLAN-Router aus dem Haus reicht so weit): Damit fühle ich mich bestens bedient.
Wozu brauche ich da ein DAB(+)-taugliches Radio? :confused:
 
#10
Das sehe ich nicht so.
Du stellst eine Behauptung auf, ohne sie näher zu begründen.

Ich sitze übrigens jetzt gerade bei dem schönen Wetter im Garten und höre nebenbei mit meinem Notebook und Kopfhörern Webradio (der WLAN-Router aus dem Haus reicht so weit): Damit fühle ich mich bestens bedient.
Wozu brauche ich da ein DAB(+)-taugliches Radio? :confused:
Zuhause nutze ich auch mein WLAN-Radio , keine Frage das ist eine feine Sache. Aber schon mal versucht über das Handy im Zug Internetradio zu hören?

Wenn ich von Amberg nach Nürnberg fahre ist mit den mobilen Internet Essig, weil da fast auf der kompletten Strecke kein Empfang ist, dagegen funktioniert DAB+ dort bis auf ganz kleinen Aussetzter einwandfrei.

Meines Erachtens haben beide Systeme stärken und schwächen. Warum eigentlich nicht am besten auf beide Systeme setzen. Es gibt ja heute schon Handys die UKW empfangen, wieso in Zukunft nicht auch DAB+. Dort wo Internet mobil nicht geht, wie bei meiner fahrt mit dem Zug, kann man dann auf DAB+ umschalten.

Statt die Systeme gegenseitig Auszuspielen, sollten sich die Systeme ergänzen. Im Stationären Bereich gibt es das ja schon, das ein Radiogerät mehrer Systeme beherrscht.
 
#11
Richtig Radiobino. Genau Dein beschriebener Weg ist nach meiner Überzeugung der Vertretbare mit Radio verantwortungsvoll umzugehen. Wer Internetradio als den primären Verbreitungswegen sieht, läuft Gefahr Radio zu verramschen. Zumindest so, wie es heute mit Internetradio gehandhabt wird. Das würde nur funktionieren, wenn auch dieser Verbreitungsweg reguliert würde. Denn tausende Sender sind nicht zu finanzieren. Diejenigen die gerade so finanziell überleben, müssten das Programm so drastisch eindampfen, dass sich der Hörer bald fragen würde, wo eigentlich der Mehrwert von Radio geblieben ist. Deswegen ist DAB+ der richtige Weg Richtung Digitalisierung des Radios.
 
#13
Seit mobiles Internet am Handy selbstverständlich und erschwinglich ist, kombiniert mit Bluetooth-Streaming-fähigen Radios bzw. Radios mit AUX-In und qualitativ hochwertige Streams via App verfügbar sind, kommt außer FM4 so gut wie kein österr. Sender mehr ins Autoradio.
Moderne Foltermethoden wie KroneHit sowieso nicht.

Schade zwar, daß DAB bis auf weiteres in Ö weiterhin kein Thema sein wird, aber eine passable und angenehme Alternative.
 
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