Marktbereinigung: Wen wird es treffen?


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#1
Privatradios vor "Marktbereinigung"?

Hermann Stümpert, Medienberater und Radiopionier bei R.SH, erwartet in den nächsten Jahren ein Sterben kleinerer Radioanbieter und eine Marktbereinigung im gesamten Privatradiomarkt. Auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig kritisierte er mangelnden Mut der Radiomacher zu unverwechselbaren Programmangeboten.
Die Senderverantwortlichen würden insgsamt zu stark auf die Konkurrenz achten, so Stümpert weiter. Künftig werde der zunehmende Einheitsbrei bei den Radioformaten nicht mehr die für die Werbetreibenden nötigen Zuhörerzahlen garantieren können. Er setzt dagegen auf Wortprogramme und journalistische Beiträge als USP der Zukunft: "Radio darf nicht vergessen, dass es eine publizistische Funktion hat", betonte Stümpert in Leipzig.
(aus: "Der Kontakter")

Stümpi, für diese Aussage könnte ich Dich knutschen!


Welchen "Einheitsbrei"-Sender wird die "Marktbereinigung" wohl zuerst treffen?
 

Arbeitslos

Gesperrter Benutzer
#2
Jaja Stümpert, erst quer durch Deutschland allen möglichen Radiostationen den gleichen Einheitsbrei verkaufen, und jetzt muss alles wieder ganz anders aussehen...
Ich bin mir sicher, daß sich auch diesmal wieder genügend zahlungskräftige Kundschaft finden lässt

Und in 10 Jahren verkaufen wir dann wieder Einheitsbrei als allerneuste Errungenschaft
 

Arbeitslos

Gesperrter Benutzer
#5
Nochmal zur Verdeutlichung:
Ich bewundere Leute wie Stümper(t), die es fertigbringen, ganz Deutschland ihre Einheitssoße verkaufen zu können, 10 Jahre später, wenn Ebbe in der Kasse ist, womöglich mit Erfolg das genaue Gegenteil propagieren, um dann wiederum 10 Jahre später mit der gleichen Masche nochmal absahnen zu können.

@Funker: Genau. Rockland Rheinland-Pfalz ist so ziemlich das beste Beispiel, wie man einen ehemals hörbaren Sender kaputtformatieren/jinglen/claimen kann
 
#7
@schnuffel
Vielleicht könnte man erstmal bei den Prozenten der Gesellschafter ansetzen? Ein Radio muss nicht 30% Rendite bringen, da ist man auch mit 20 Prozent noch fett genug dabei. Agenturjournalismus bringt keine Arbeitsplätze in den Radios.
 
#9
Sorry,

aber Hermann Stümperts beste Zeit liegt lange zurück. Spontan fallen mir 3 Sender ein, die mit dem Namen Stümpert verbunden sind: Inforadio 101, Berlin - ganz schnell wieder geschlossen, BB-Radio - ein RW-Flop bis die Geschäftsführung und Programmleitung wechselte und Rockland, die verdammt lange brauchten bis sie in der MA ausgewiesen wurden.

Allmächtige Berater, die alle 10 Tage in den Sender einfallen und dann wild "rumberaten", willfährige HiWi's in den Stationen, die jede Anweisung kritik- und ideenlos umsetzen und Deputies der Berater im Sender, deren Stärke auf jeden Fall nicht Fachkenntnis ist, sind nun einmal kein Beratungskonzept um Sender nach vorn zu bringen. Irgendwann merken auch die "dämlichen" Gesellschafter welche Berater etwas taugen oder nicht. Tja und irgendwann einmal ist der Ruf nicht mehr der Beste und in Ösi-Land können sich die meisten Deutschen Berater ja auch nicht mehr sehen lassen.

Vielen Radiosendern würde es wesentlich besser gehen, wenn das Management (GF, PDm ML) und Besitzer sich wirklich einmal mit dem Programm (Produkt) auseinandersetzen würden. Die fahren zwar immer gern nach USA zur NAB und RAB, aber verstehen und lernen - Fehlanzeige. Statt Workshops oder Vorträge zu besuchen ziehen sie Shopping-Center und die abendlichen Parties vor. Macht ja nix, der Sender zahlt die Spesen.
 
#10
@Triluu:
aber stümpert war zumindest dafür verantwortlich, dass alle populären spezialsendungen rausgeworfen wurden um das programm "durchhörbarer" zu machen. stattdessen läuft jetzt jeden abend die automation mit so ultrarockigen titeln wie "milk and toast and honey" und "life is a rollercoaster" (kein witz!!!)
 
#11
Hallo Funker! darüber daß Rockland so mau geworden ist brauchen wir wohl nicht zu diskutieren - oder Sven?
Was macht die andere Sache, werden wir bald wieder Kollegen?

Gruß ......
 
#12
Schade, dass sich das hier alles ein bisschen zu einem Sturmtief gegen Stümpert zusammengebraut hat. Das wollte ich nicht. Eigentlich ist es auch egal, wer in der Meldung zitiert wird und was für eine Vergangenheit der hat. Die Kernaussage fand ich jedenfalls bemerkenswert. Sie spiegelt immerhin eine der Haupt-Meinungen aus diesem Radioszene-Forum wieder. Aber dazu ist leider den wenigsten etwas eingefallen.

Nachdem wir nun alle wissen "wie total scheisse" Hermann Stümpert ist und welche "Fehler" er gemacht hat, möchte ich gern die Diskussion nochmal aufs Thema zurück bringen. Sie wird für die betreffenden Mitarbeiter von beträchtlichem Wert sein! Also: Welche(n) Sender wird die Marktbereinigung zuerst treffen und warum?
 
#13
Hallo in die Szene,

ich glaube auch dass es in Zukunft ein paar kleine Sender "zerreisen" wird. In Zeiten in denen viele das Gleiche machen wird es die kosten, die sich dem nicht anschließen oder ein Alternativkonzept nicht ordentlich und mit Pride und Passion verkaufen. Dafür ist oftmals HUMANPOWER nötig. Die guten Leute wollen dafür ordentlich Kohle. Die haben die kleinen Stationen nicht oder wollen sie dafür nicht ausgeben. Manchmal haben auch Leute was zu sagen, die von der Materie keine Ahnung haben. Das rächt sich glaube ich. Die großen Sender (in BW RR,HRA1 und R7) wird es immer geben. Da wird, wenn es auch nicht alle glauben wollen, professionel gearbeitet.
 
#16
@Real:
bingo! ich bin nicht "DER" funker sven hennrich und hab auch nie beruflich mit radio rockland-pfalz zu tun gehabt. ich selbst arbeite bei einem sender in baden-württemberg, den es auch nach dem 1.1.2003 noch geben wird *g*.
allerdings hab ich die entwicklung von rockland von der turbulenten lizenzierung im januar 98 über den sendestart im august 98 bis hin zur schleichenden verflachung 2001 als "neutraler beobachter" mitverfolgt und hab den sender früher bei meinen fahrten durchs land der rheinländer und pfälzer auch immer gern gehört. die stimmung im camp rockland scheint ja nun nicht mehr die allerbeste zu sein...wen wunderts.
also nix für ungut und gruss an die leuts aussem camp!
 
#18
Hier einmal ein paar Wandel- & Wackel-Kandidaten (nicht vollständig)bei denen demnächst was passieren könnte:

- NORA und Delta - Schleswig-Holstein, die RSH-Beiboote dümpeln seit Jahren dahin, hier könnte strategisch was passieren

- Oldie 95.0 - Hamburg, der wievielte Relaunch ist das eigentlich? Kaum Reichweite und daher auch kam Einnahmen, der letzte Versuch??

- Alster Radio - Hamburg, wird das neue Format arbeiten, mit diesen Reichweiten können die mittelfristig nur schwer überleben

- Ostseewelle - Rostock, bei kaum einen Sender wurde soviel falsch gemacht, ausserdem sollen schon sehr hohe Verluste angehäuft worden sein, irgenwann werden die Gesellschafter ihr Interesse an der OW verloren haben

- Hundert,6 - Berlin, die Lizenz ist ausgeschrieben, schafft Thimme es den Froschfunk wieder zu aktivieren?

- Spreeradio - Berlin, man munkelt von einem anstehenden Gesellschafterwechsel, Frage was kommt dann nach Dornier? Wenn Hundert,6 starkt wird, wirds eng für Spreeradio

- Big FM - Mannheim, die Ziele wurden bisher nicht ganz erreicht und auch die Einnahmen könnte wohl besser sein

- Oldie FM - Leipzig, wirtschaftlich nicht wirklich spannend, könnte ein Baustein in einer Strategie von Linnebach sein

- ENERGY Sachsen, wer wird da in Zukunft das Sagen haben, Otto oder NRJ? Könnte durchaus sein, daß dann der Sender mittelfristig einen anderen Namen haben wird

- MEGA Radio, Mittelwellensender sind teuer im Betrieb, kann die Spotcom Werbeeinahmen generieren?

- Jam FM, in der Frequenzakquise erfolgreich, die Reichweiten sind eher mau, schaffen es Bimmermann und Nordmann aus Frequenzen Hörer & Einnahmen zu machen?

- FAZ Businessradio, die FAZ muß sparen. Wenn Frankfurt nicht einnahmetechnisch einschlägt, dann könnte es eng werden

- Klassikradio, Kubak holt eine Frequenz nach der anderen, aber das Sendernetz wird immer teurer, halten die Werbeeinnahmen Schritt?

- RTL Das Oldie Radio, kann man einen Sender fast nur mit CPO-Erlösen betreiben? Gibt es vielleicht eine Vernetzung mit RTL-BaWü?
 
#19
Auch in NRW könnte es einige kleine Stationen treffen. So langsam kippt das Zwei-Säulen-Modell. Nach den Aachenern will jetzt auch Radio Essen aussteigen. Wenn der Verbund sich (mittelfristig) auflöst, könnten auch hier kleine Stationen dran glauben müssen.
 
#20
Der Markt wird vor allem auch diejenigen weg - bereinigen, die immer noch auf die junge - dynamische und werberelevante Zielgruppe der 19-49 jährigen sowie auf die Jugendlichen setzt. Zu viele stürzen sich auf diese Zielgruppe. Dabei wird diese immer kleiner und irrelevanter. Wer noch auf den Zug aufspringen möchte, kratzt die Kurve und setzt auf die reiferen Consumer !
Bereits 45% aller Neuwägen werden von der 50+-Generation gekauft, 80% aller teuren Top-Marken ebenso und 50% aller Hautpflegemittel.

Die internationale Senoragency-Network eröffnet nun im deutschsprachigen Raum in Wien ab 1.Juni eine Niederlassung.
Zu deren Kunden gehören Avis, Coca.Cola, Peugeot, Siemens, Beiersdorf, Danone, Estee Lauder und und und !
Wer von denen allerdings Werbeaufträge will, muß das programmliche Umfeld bieten !

In jugendlich-pupertären Spaßprogrammen ohne Hintergrund mit Rotationen der Bravo-CDs ist da allerdings nichts zu machen.

Mehr unter www.senioragency.com
 
#24
Die Frage ist ja nicht "wo ist die Masse der Hörer", sondern, "wo sind die Hörer, die sich durch Werbung beeinflussen lassen".

Und ist die Werbeindustrie bei den Kids meist besser aufgehoben.
 
#25
An Bayern 1 wundert mich höchstens, dass die doch eher konservative Bevölkerung so viele englischsprachige Titel toleriert. In manchen Stunden liegt der Anteil bei über 50%.

Aber die lockere und nicht zu aufdringliche Moderation, die starke inhaltliche Heimatverbundenheit und die enorme musikalische Vielfalt (besonders in den Abendstunden) dürften doch eher für Pluspunkte bei den Hörern sorgen.

Was den Bayerischen Rundfunk allgemein betrifft: Er gilt vielen als konservativ. Der Begriff konservativ ("bewahrend") kann aber auch positiv sein: Viele Qualitätssendungen (vor allem in Bayern 2) wurden bewahrt und z.T. ausgebaut, während z.B. der SWR viele Schätze aus SDR1-Zeiten verloren hat und nun in 4 von 5 Radioprogrammen gnadenlos populär zu sein versucht.
 
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