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Moderator sucht Webradio

Dieses Thema im Forum "Internetradio allgemein" wurde erstellt von radiofm, 23. Mai 2006.

  1. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

  2. killed_by_video

    killed_by_video Benutzer

    Da die Frage ja nicht an dich (Malte_R) gerichtet war, ist deine Antwort ins Reich der Spekulation zu verordnen.

    Spekulieren kann man natürlich vortrefflich, wenn man denn will.
    Ich als Personaler lese, wie in jedem Lebenslauf, aus kurzen Verweildauern immer etwas heraus, was in der Persönlichkeitsstruktur verordnet ist und vielleicht mit mangelnder Anpassungsfähigkeit, dem Zurückbleiben hinter Erwartungen und eventuell gar Schwierigkeiten mit Autoritäten und bestehenden Strukturen zu tun hat.
    Das würde mich als Entscheider definitiv abschrecken, daher die Frage an den Radiomann, der ja seine Antwort bislang schuldig blieb - vielleicht gibt es ja triftige Gründe...

    Wer sich selbst musikalisch "von den 70ern bis heute" einsortiert ist übrigens so breit und unspezialisiert aufgestellt, dass es wohl kaum an der Musikschiene gelegen haben wird.
    Aber auch das ist alles Spekulation. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Februar 2018
  3. Heinrich_Konkurs

    Heinrich_Konkurs Benutzer

    Da wird aber sehr vorschnell interpretiert mit Persönlichkeitsstruktur, mangelnder Anpassungsfähigkeit, nicht erfüllten Erwartungen usw.

    Als Moderator stelle ich ganz bestimmte Ansprüche an die Radio-/Sendeleitung, und einer der ganz Wichtigen ist ein vernünftiger Umgang mit Menschen, die ihre Freizeit und ihr Engagement kostenlos für den Sender hergeben. Meine drei letzten Exits aus einem Radiosender sahen so aus:

    Sender 1: Ich war erst wenige Monate dabei und lief auf meinen Jahresurlaub zu. Urlaube waren der Sendeleitung rechtzeitig zu melden (habe ich gemacht), für die eigenen festen Sendetermine in der Urlaubszeit musste man selbst die Vertretung organisieren (ich habe Wochen vorher alle Kolleginnen und Kollegen mehrfach angemailt, wer in den drei Wochen meine Sendung übernehmen kann. Rückmeldung = Null!). Ich habe die fehlende Vertretung an die Sendeleitung gemeldet und bin für drei Wochen in Urlaub gegangen. Bei meiner Rückkehr waren drei Meldungen auf meinem AB, wo ich (Zitat) "verdammt noch mal stecke, meine Sendung würde jetzt eigentlich laufen und wieso ich nicht senden würde", gefolgt von ein paar sehr deftigen Ausdrücken sowie massiven Vorwürfen, ich würde dem Sende schaden. Folge: Mein Ausstieg aus dem Sendebetrieb. Wer mich beschimpft, bei dem sende ich nicht. Verweildauer bei diesem Sender: weniger als ein halbes Jahr

    Sender 2: Weitestgehende Freiheit in der Sendegestaltung, guter Zuspruch bei den Hörerzahlen. Plötzlich fängt die Sendeleitung an, politische Statements von sich zu geben, die ich gar nicht lustig fand. Es wurde Werbeblöcke in die Sendungen gelegt, die von einer Partei stammten, die offenkundig ziemlich rechts angesiedelt ist. Bei Diskussionen mit der Sendeleitung zu dem Einsatz dieser Werbespots kam es zu heftgen Auseinandersetzungen. Diese Art des politischen Statements konnte und wollte ich nicht tragen. Da war dann für mich Schluss. Verweildauer bei diesem Sender: etwa ein Jahr

    Sender 3: Auch hier sehr ordentliche Hörerzahlen. Zusage der Radioleitung, dass man seine Sendungen frei gestalten kann, solange man die vorgegebene Sendestruktur einhält (Werbung, Nachrichten usw.). Es gab ein Regelwerk, das genau vorgab, wie und was zu senden war. Das Regelwerk ließ dem Moderator aber weitestgehende Freiheiten. Nach drei Monaten setzte der Sender plötzlich auf maximale Expansion. Es wurde zunächst ein Überbau ins Leben gerufen, unter dem mehrere verschiedene Sender geführt werden sollten: Mainstream, Schlager, Rock und noch so einige Musikrichtungen. Jetzt wurden nach gefahrenen Sendungen plötzlich seitens der Radio-/Sendeleitung Vorwürfe laut, dass man mit seiner Sendung gegen Regeln verstoßen habe - diese Regeln sind aber alle nachträglich eingeführt und den Moderatoren nie verkündet worden. So hieß es z. B., Themensendungen müssten bei der Radioleitung vorab genehmigt werden. Sendungen, deren Musikinhalte die Schwester-Sender berührten (z. B. im Mainstream-Sender Rockmusik, die mit der Musik des Rocksenders kollidierte), wurden einen Tag vor Sendetermin plötzlich verboten. Sendevorbereitung für die Katz' - Sendung fiel ersatzlos aus. Alles Regeln, die kurzfristig eingeführt und vor allem nie offen verkündet worden waren. Trotzdem gab es massiven Anpfiff und schwere Vorwürfe bis ins Persönliche. Krönung des schrägen Verhaltens der Radioleitung: Wenige Tage nach der geplatzten Sendung wurde der Rockstream sang- und klanglos und wieder ohne Vorankündigung eingestellt. Ich habe mich ziemlich verarscht gefühlt. Verweildauer: kein halbes Jahr

    Alle drei Sender waren keine kleinen Sender, also keines dieser 20-Zuhörer-Webradios, wo man irgendwelchen "Chat-Freunden" seine Lieblingshits Partykeller-like vorspielt.

    Problem mit Autoritäten? Ja, gebe ich zu. Aber immer nur dann, wenn mir dermaßen bescheuert ans Bei gepinkelt wird. Wenn meine Mitteilungen von der Sendeleitung konsequent ignoriert werden, ich für mir unliebsame politische Statements missbraucht werde und die blanke Willkür bei den Regeln des Sendebetriebs bestehen, dann habe ich tatsächlich ein Problem mit den Autoritäten. Allerdings hätte ich jetzt gerne gewusst, ob ihr diese ganzen Kröten anstandslos geschluckt hättet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. März 2018
  4. killed_by_video

    killed_by_video Benutzer

    Da ist dein Schritt für mich absolut nachvollziehbar, wie auch bei
    und
    ebenso.

    Nie im Leben.

    Ich lasse mich immer gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn es eines gibt. Die Chance gibt mir der originale "Radiomann", auf den diese wirklich interessante Diskussion ja zurückgeht, durch sein Fernbleiben nach seinem Beitrag aber leider nicht. ;) Peace.
     
    Zuletzt bearbeitet: 02. März 2018
  5. Studio Rebstock

    Studio Rebstock Benutzer

    @Heinrich_Konkurs ich bin da weitestgehend bei Dir und finde, man muss auch mal Rückgrat zeigen. Letztlich zeichnet das ja die Persönlichkeit aus, nach der immer so händeringend gesucht wird (ja, es gibt auch welche, die Sprechpuppen suchen, aber lass' die Pfeifen pfeifen).
    Deine Story hat mich jetzt so angefixt, dass ich - wenn Du aktuell auf einer Station zu hören wärst - gerne mal in eine Deiner Sendungen reinhören würde.

    In Stichworten:
    • Sender 1 hätte eine andere Möglichkeit finden können (in Absprache, natürlich). Ansonsten wurde der Name "Sendeleitung" eher als hohle Phrase missbraucht.
    • Sender 2: Gehen und Aus. Nicht diskutieren. Darstellen dass es da Konfliktpotential zu den Inhalten der eigenen Sendungen geben kann und man sowohl der Glaubwürdigkeit des Senders als auch der eigenen schaden würde. Ende und tschüs.
      - gilt bei mir mir übrigens auch für Religionen und sonstigen Ideologien, die meinem freiheitlichen Weltbild in die Quere kommen -
    • Sender 3: That's life. Expansion ohne passendes Wachstum der inneren Führungsstruktur = Inhomogenität, Disharmonie. Der - im Grunde - logische Abgang von Moderatoren führt früher oder später zur Implosion. Es kommt dann entweder zu einer parallelen Neugründung (typisch Webradio, leider) oder zu einer späteren Übernahme des implodierten Senders durch Dritte, ohne dass der ursprüngliche Esprit je wieder zustande käme.
    Was aber folgt daraus? Dass ein Webradiosender eigentlich nur aus einem Haufen egozentrischer Individualisten bestehen kann?
    Das wäre vielleicht etwas überzogen, aber im Kern: Ja.
    Ich steh' ja auf diese Konstrukte des äußeren Rahmens, der alle ach so toll zusammenhält. Einfache Registrierungen beim Sender sind ja wohl das Mindeste :rolleyes:; der Klassiker dürfte wohl die Mitgliedschaft sein (und wech!).

    Ich rechne weder Musikstücke noch Sendevorbereitung oder sonstige Eigenleistungen für den Sender auf (wenn ich relativ einfach an O-Töne mit dem Pocketrecorder komme, mache ich ja auch kein Beitragshonorar geltend). Meine Mitarbeit ist Unterstützung für den Sender, dass er a) Livesendungen bringen kann, b.) ggf. Podcasts in seine Mediathek sowie c) Off-Beiträge für die Rotation bekommt. Jeder Mitarbeiter und seine Leistung bringt den Sender voran und ist daher als (wertvolles!) Kapital zu betrachten.
    Wer mit diesem kapital nicht pfleglich umzugehen weiß, droht es zu verlieren.

    Meine Mitarbeit ist freiwilliger Natur. Ich liefere. Wie weit ich mich anpasse und mich beuge, ist meine Entscheidung. Manche Dinge sind kompromissfähig, andere ein No-Go. Fertig, ab.
    Wer mich nicht will, hat meine Mitarbeit auch nicht verdient.

    Sollte es jemand in den Zeilen vorab nicht herausgelesen haben: Ja, ich bin arrogant.
    Und das ist auch verdammt gut so.

    Von daher: Mach weiter so - meine Unterstützung hast Du. Unbekannterweise. :)
     
    Madmykel gefällt das.
  6. k-projekt

    k-projekt Benutzer

    Bleibt zu hoffen, dass der Suchende hier auch gefunden wird.
     

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