Vieles neu beim rbb (Radio) 2019


rbbKultur muss 1 Million Euro einsparen - bei einem Etat von jetzt 5 Millionen (laut Verdi).
Da bin ich gespannt, welche Auswirkungen das aufs Programm hat und welche Sendungen dem zum Opfer fallen werden.

Tagesspiegel: Sparen bei RBBKultur
Verdi: Den rbb kaputt sparen? Nicht mit uns!

TRAURIG, wirklich sehr schade. Wobei ich schon dafür bin, den Kulturbegriff (auch musikalisch, dabei aber nicht verflachend) zu öffnen. Aber am Programm sparen ist ein No-Go.

Passend dazu fielen eben die 23Uhr Nachrichten aus; nach dem Jingle ertönte Stille und nach einer kurzen Entschuldigung, dass die Nachrichten ausfallen müssten, begann paar Minuten früher die Sendung "Late Night Jazz".

Hat Dorothea Echte eventuell vergessen, diese für Kulturradio einzulesen? rbb 88.8 übernahm ja von Antenne Brandenburg die Nachrichten und Inforadio sendet ab da die ARD Infonacht.
 
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In der freien Wirtschaft ja, nicht so im ÖR.
Das ist ein Ammenmärchen, welches vor allem ÖR-Mitarbeiter bzw. die zuständigen Gewerkschaften gerne postulieren. Im übrigen ging das beim rbb schon einmal. Nach der Fusion von ORB und SFB zum rbb, hat man, wenn ich mich recht entsinne, auch rund 300 Festangestellte vor die Tür gesetzt.

Inzwischen gibts übrigens auch eine Reaktion von verdi zu der geplanten "Kürzungsorgie". Bei allem Respekt, aber ein solches Protestschreiben mit "Wehret den Anfängen" zu unterzeichnen, finde ich dann doch etwas sehr dick aufgetragen.
https://rundfunk.verdi.de/ueber-uns/nachrichten/++co++da6812a8-90d1-11e9-96f1-525400afa9cc
Übrigens, liebe Gewerkschafter, wir leben im 21. Jahrhundert. Was soll man da noch mit einer "hauseigenen Programmzeitschrift"? Das ist pure Geldverschwendung. Ich wäre sehr dafür diese Zeitschrift einzustampfen und mit dem dann frei gewordenen Geld endlich mal dafür zu sorgen, dass zum Beispiel EPG- und Radiotext-Daten im laufenden Programm stimmen! Bei Radio 1, welches derzeit bekanntlich die Top100-Sommersonntage fährt, stehen dort Sonntag für Sonntag falsche Programminformationen.
 
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Man hat doch beim RBB schon so ziemlich alles kaputtgespart was es mal gab
und was die einzigartige Vielfalt der 2-Länderanstalt einmal ausgemacht hat.

Fassen wir mal zusammen was seit der engen Zusammenarbeit (Gemeinschaftsprogramm)
und insbesondere nach der Fusion vor 16 Jahren alles dem Rotstift zum Opfer gefallen ist:

SFB 1 + SFB 2 kurz nach der Wiedervereinigung
Rockradio B
Radio 4u
Radio Brandenburg
SFB 4 Sonder- und Ausländerprogramme
Radio Multikulti (wird 1 zu 1 WDR Cosmo mit NRW Bezug durchgeschliffen, medienrechtlich äußerst fragwürdig aus meiner Sicht - was sagt der Staatsvertrag dazu? gilt das dank Zulieferung als RBB Programm?)
Stadtradio 88acht (das alte)
SFB 3 - Radio Kultur (SFB)
Abendprogramm / Musiksondersendungen bei Antenne Brandenburg (statt dessen Übernahme von Pop nach 10 aus Berlin)
Messewellen / Ifa-Radio / Veranstaltungsradio (Fritz - Loveparade usw.)

Vor etlichen Jahren um die Jahrtausendwende gab es noch ein Gartenschauradio von Antenne Brandenburg in Potsdam auf einem eigenen Sender. Dieses Jahr in Wittstock Fehlanzeige.

Klar gibt es keine LP mehr, aber Dutzende andere Veranstaltungen (CSD usw)
nur die Festival und Eventradios machen andere die teilweise gar nicht auf
UKW dort zu hören sind(Pure FM, Sunshine live). Was macht der RBB? Gar nichts.
Auch im TV gähnende Leere außer der "Schlagernacht", wo die dort gespielte Musik weder bei 88acht noch bei Antenne Brandenburg noch läuft. Bloß nicht langweilen.

Im Grunde ist auch Fritz inzwischen klinisch tot. George Ezra und Ed Sheeran wie bei Energy und RTL.

Aber Hauptsache man hat nachts eigene Nachrichten von Antenne Brandenburg
im ARD Nachtprogramm, warum kann man nicht die vom NDR senden??
 
Ich gebe zu, das ist verkürzt ausgedrückt, aber die Rahmenbedingungen für eine betriebsbedingte Kündigung sind im ÖR einfach andere, als in der freien Wirtschaft. Das fängt schon allein damit an, dass der ÖR über klar definierte Mittel verfügt, die eine betriebsbedingte Kündigung von vornherein ausschließen, da die wirtschaftliche Gesamtlage keine Auswirkungen auf das eingenommene Geld hat. Ergo muss dann zuforderst dort gespart werden, wo nicht betriebsbedingt gekündigt werden muss. Da ist man dann ganz schnell bei Freien. Und auch bei denen geht das nicht von jetzt auf gleich. Es gibt Ankündigungsfristen im Bezug auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit und vieles mehr.
Und zur Fusion von ORB und SFB sei gesagt: Rechtlich handelte es sich dabei um eine sogenannte "Auflösung des Arbeitgebers". Das rechtfertigt eine betriebsbedingte Kündigung sofort, auch bei öffentlich-rechtlichen Körperschaften.

@Pfälzerwald: Nur weil dir die Qualität der Programme nicht mehr gefällt, heißt das nicht, dass sie signifikant günstiger produziert werden.
 
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Also ich will jetzt nicht den Kürzungsfreund geben, aber ein paar Dinge sind dann doch etwas verkürzt dargestellt, @Pfälzerwald . Nur weil sich Programmnamen geändert haben, ist das Programm selbst nicht immer zwangsläufig schlechter geworden.

SFB 1 + SFB 2 kurz nach der Wiedervereinigung
Ersteres existiert bis heute als Radio Berlin 88.8. Letzteres ging auf in Radio4U, woraus später Radio Fritz wurde.

Verschmolzen zu Radio Fritz, welches, auch wenn das vor allem in Bezug auf Radio4U niemand wahr haben will, über viele Jahre um Längen besser war als die beiden Einzelprogramme.

SFB 4 Sonder- und Ausländerprogramme
Das benötigt man wozu genau? Ich sags mal ganz salopp: Wir leben nicht mehr in den 60er oder 70er Jahren. Informationsbeschaffung geht heute per Handy. Dafür brauchts kein Radioprogramm mehr.

Radio Multikulti (wird 1 zu 1 WDR Cosmo mit NRW Bezug durchgeschliffen, medienrechtlich äußerst fragwürdig aus meiner Sicht - was sagt der Staatsvertrag dazu? gilt das dank Zulieferung als RBB Programm?)
Cosmo ist ein Gemeinschaftsprogramm von WDR, Radio Bremen und rbb. Wo ist das Problem?

d'accord

heißt heute rbb kulturradio

Abendprogramm / Musiksondersendungen bei Antenne Brandenburg (statt dessen Übernahme von Pop nach 10 aus Berlin)
d'accord

Messewellen / Ifa-Radio / Veranstaltungsradio (Fritz - Loveparade usw.)
Seit dem weitestgehenden Rückzug der größten Rundfunk- und TV-Programme von der IFA, ist diese nicht mehr so medienrelevant wie sie mal war. Das es das IFA-Radio nicht mehr gibt ist in der Tat bedauerlich, aber letztlich auch verschmerzbar. Zur Grünen Woche oder ähnlichen Großveranstaltungen hat es meines Wissens nie eine extra Messewelle gegeben. Die Loveparade gibts auch nicht mehr. Und davon ab ist der große Techno-Boom der 90er eh schon lange Geschichte.

Festival und Eventradios machen andere die teilweise gar nicht auf UKW dort zu hören sind
Nun, wenn ich mich recht entsinne war das IFA-Radio auf der 104.6 in den 80ern auch keine Produktion des SFB, sondern eine private Geschichte. Kann mich da aber irren.

Auch im TV gähnende Leere außer der "Schlagernacht", wo die dort gespielte Musik weder bei 88acht noch bei Antenne Brandenburg noch läuft. Bloß nicht langweilen.
d'accord

Im Grunde ist auch Fritz inzwischen klinisch tot.
Das würde ich jetzt, wenn auch etwas zähneknirschend, nicht so sehen. Die Zeit unserer Jugend war eine andere als die der Jugend heute. Folglich hört sich auch ein junges Programm heute anders an als vor 25 Jahren. Ich gebe zu das es ein ziemlicher Lernprozeß ist, das zu akzeptieren und zu verstehen. Aber so ist es nunmal.

George Ezra und Ed Sheeran wie bei Energy und RTL.
Also früher liefen Modern Talking sowohl auf Rias2 als auch auf SFB2. Wo ist da jetzt das Problem? Wenn ichs mir recht überlege, liefen da sogar Sachen wie Purple Schulz, den manche heute fälschlicherweise in die Schlagerecke stellen.
 
@Radiokult: Kleine Korrekturen/Ergänzungen meinerseits:

Ersteres existiert bis heute als Radio Berlin 88.8. Letzteres ging auf in Radio4U, woraus später Radio Fritz wurde.
Nicht ganz, SFB 2 wurde zuerst zu Radio B2 -und zwar ab 1994- (das war ebenfalls ein Gemeinschaftsprogramm von SFB/ORB), welcher bis zum Sendestart von radioeins (1997) auf Sendung war, danach übernahm radioKultur die Frequenzen von Radio B2. Und wie du richtig geschrieben hast: Radio 4U und Rockradio B wurden zu Fritz.

Nun, wenn ich mich recht entsinne war das IFA-Radio auf der 104.6 in den 80ern auch keine Produktion des SFB, sondern eine private Geschichte. Kann mich da aber irren.
Die 104.6 MHz war erst ab der IFA 1991 für das Messeradio in Betrieb, davor sendete das IFA Messeradio Anfang/Mitte der 1980er Jahre auf der SFB 4 Frequenz 98,2 MHz und dann ab 1987 bis 1989 auf der 103,4 MHz, das war (jedenfalls bis 1985) eine Gemeinschaftsveranstaltung des SFB und des RIAS.
 
Wir leben nicht mehr in den 60er oder 70er Jahren. Informationsbeschaffung geht heute per Handy. Dafür brauchts kein Radioprogramm mehr.
Wenn so argumentiert, kann man sämtliche Hörfunk- und Fernsehprogramme jetzt und hier einstellen. Gibt's ja alles im Internet. (Übrigens: Inhalte im Internet müssen auch von jemandem produziert werden.)
 
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Wenn so argumentiert, kann man sämtliche Hörfunk- und Fernsehprogramme jetzt und hier einstellen. Gibt's ja alles im Internet.
Das ist mit Verlaub Quark. Diese Ausländerprogramme hatten schon in den 70ern kaum Hörer. Heute informieren sich Ausländer, auch dank des Internets, nachweislich aus heimatlichen Informationsquellen. Das war in den 70ern schwieriger, aber auch da war das ein ganzes Stück weit schon so, Stichwort Kurzwelle. Wenn wir Deutschen ins Ausland fahren, bedienen wir uns ja auch zuerst, soweit verfügbar, der Deutschen Welle als Informationsquelle und nicht irgendeinem Sender vor Ort. Die Programme vor Ort konsumiert man eher zur Unterhaltung oder aus Interesse, wie die dort Radio/TV machen. Mehr aber auch nicht.
 
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Es ist aber schon ein kleiner Unterschied, ob man in einem Land (in dem es möglicherweise keinen freien Rundfunk gibt) Urlaub macht oder sich für begrenzte Zeit aufhält, oder ob man in ein Land einwandert - und das möglicherweise unfreiwillig, weil in der Heimat krieg herrscht oder man verfolgt wird. Diesen Menschen sollte der öffentliche-rechtliche Rundfunk heutzutage sehr wohl ein Angebot machen und sie in einer Auswahl an Sprachen über Deutschland informieren und "unterrichten", um dieses altmodische, aber passende Wort zu gebrauchen. Sowohl in linearen Programmen als auch online. Selbst wenn es im Heimatland freie Presse gibt, wird man dort nicht erfahren, was in der "neuen" Heimat passiert oder wie Dinge hier ablaufen.

Sicherlich möchte niemand mehr die Ausländerprogramme wie anno 1970. Es ging auch viel weniger um diesen konkreten Fall, sondern darum, dass man mit "gibt's doch im Internet" schlicht und ergreifend alles rechtfertigen kann, was nicht mehr im Programm stattfindet.
 
Habe jetzt einige Male "100% Dance" auf rbb 88.8 gehört, der Musikmix passt, aber ich bin fassungslos wie oft sich die Titel mittlerweile wiederholen :eek:, man möge die Listen der letzten 3 Wochen gerne selbst vergleichen um zu sehen, dass das nicht nur ein Gefühl ist.
Schade, aus einer Mischung aus vornehmlich 80ern und 90ern sowie etwas aktuellem könnte man soooo viel machen ohne sich auch nur ansatzweise in absehbarer Zeit zu wiederholen...
 
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Vor zwei Wochen habe ich auf RadioEins die Arena gehört, und dort wurden andere Sound-Elemente (Sendungsintro, Nachrichten) verwendet. Insgesamt klang es düsterer. Das Nachrichtenintro erinnerte mich an die Titelmusik vom Arte Journal (Youtube-Link), gemischt mit dem ersten Ton der Tagesschau-Melodie.
Als ich später reinhörte, war wieder alles normal.
Weiß jemand, was das war? Ich frage mich, warum man für wenige Stunden das Sounddesign auswechseln sollte. Ich bin mir aber sicher, dass es wirklich so passiert ist, da ich die Sendung über mehrere Stunden gehört habe.
 
Und ich frage mich, wie Hendrik Schröder morgen von 6-9Uhr auf radioeins in Potsdam und von 10-13Uhr in Berlin für rbb 88,8 moderieren kann? Ist das Programm aus Berlin nicht live?

Ist ja schön stressig genug, wenn er montags bis 19Uhr auf rbb 88,8 und ab 22Uhr auf Fritz den Blue Moon moderiert. Dazwischen hört man manchmal auf INFOradio noch eine Konzertkritik.
 
Und ich frage mich, wie Hendrik Schröder morgen von 6-9Uhr auf radioeins in Potsdam und von 10-13Uhr in Berlin für rbb 88,8 moderieren kann? Ist das Programm aus Berlin nicht live?

Ist ja schön stressig genug, wenn er montags bis 19Uhr auf rbb 88,8 und ab 22Uhr auf Fritz den Blue Moon moderiert. Dazwischen hört man manchmal auf INFOradio noch eine Konzertkritik.
Die Strecke von 17 bis 19 Uhr moderiert ja regulär Ingo Hoppe, der war jetzt wohl ein paar Wochen im Urlaub und wurde jeweils in der ersten Wochenhälfte durch Schröder und in der zweiten von Uwe Hessenmüller vertreten, nächste Woche ist er aber wieder da und sollte dann auch wieder am Samstagvormittag zum Einsatz kommen.
 
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Donnerwetter, was heute technisch alles möglich ist.
Das hat Antenne Brandenburg schon 1991 so gemacht. Der Moderator sitzt im Regionalstudio in Cottbus (damals noch die Külzstr.) und tut so als würde er aus Potsdam (damals noch Puschkinallee) senden. (Regulär kam die Sendung Mo-Fr 14.00-15.00h immer aus Potsdam.)
Tja und ich war damals live im Studio dabei und gleichzeitig Hauptgrund für diese Aktion. ;o)
 
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Es gibt ne ganz einfache Lösung. Er sitzt in einem Studio in Potsdam und sendet live auf 88,8.
Stellt sich die Frage, ob es so ist. Redaktion sitzt in Berlin ...

Übrigens wurde der Sendeplan aktualisiert, Ingo Hoppe (der gestern auch schon - genauso wie Marco Seiffert- auf der Bühne des Bürgerfestes des Bundespräsidenten moderierte) scheint bereits morgen wieder um 17Uhr on Air zu sein.
 
Nochmals: In den 1980ern Jahren gab es kein IFA Radio auf der 104.6 MHz, da diese Frequenz noch nicht einmal zur Verfügung stand. Diese Frequenz gehörte der DDR und sollte für ein weiteres Programm von Radio DDR genutzt werden, genauso wie die landesweite dritte TV Kette, welche für ein "DDR 3" geplant war. Diese Senderkette beinhaltete u.a. den starken 1000 KW Kanal E44 vom Alexanderplatz und der ab 1993 zuerst von VOX und dann von Pro Sieben genutzt wurde und ab 2002 für DVB-T-alt zur Verfügung stand.

Das von Dennis King veranstaltete Programm namens "City Radio" sendete im Sommer 1987 auf der 103,4 MHz, sozusagen als "technischer Probebetrieb", bevor im Dezember 1987 dann "Radio in Berlin" (später "Hit 104") und "Radio 100" im sogenannten Timesharing auf Sendung gegangen sind. Das IFA Messeradio sendete von 1985 bis 1989 noch auf der von SFB 4 genutzten Frequenz 98,2 MHz. Dann stand vor dem Sendestart von 104.6 RTL tatsächlich die 104.6 MHz für das IFA Messeradio zur Verfügung, dieser wurde nochmals u.a. vom SFB veranstaltet.
 
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