Werbepegel?


Pianist_Berlin

Benutzer
Mahlzeit!

Ich muss mal schnell einen kurzen Text für einen Radiospot einsprechen. Aus bestimmten Gründen liegt mir daran, diese Zulieferung im korrekten Pegel anzuliefern, damit derjenige, der das einzubauen hat, im Idealfall nichts mehr dran machen muss. Ist es im Hörfunk immer noch korrekt, auf Spitzenpegel 0 dB auf dem RTW 1206 zu pegeln? Da ich meine Filme seit Jahren nur noch nach EBU R 128 mische, habe ich keinen RTW 1206 mehr angeschlossen, kann ihn aber rauskramen. EBU R 128 wäre vermutlich einen Tick zu leise, oder?

Matthias
 

lg74

Benutzer
Ich hätte R128 erwartet. Ein Blick in die Anforderungen der BR Media für Hörfunkwerbung beim BR bestätigt das: https://br-media.de/sites/default/files/2020-09/Radio Tarife 2021_0.pdf - Seite 44:

Lautheitsnormierte Tonaussteuerung
Bei der Werbespot-Produktion sind die Spezifikationen für die lautheitsnormierte Tonaussteuerung nach EBU R 128 zu beachten.

„EBU-Mode“ Lautheitsmesser (Hardware oder Software)
Zielwert (Target Level) der Programmlautheit ................................ -23,0 LUFS (0 LU)
maximale Momentary Loudness........................................................... -15,0 LUFS (+8 LU)
maximale Short-Term Loudness ............................................................ -20,0 LUFS (+3 LU)
entsprechend den „Practical Guidelines“ (EBU Tech 3343),
Punkt 10.1 Commercials (Advertisements) and Trailers
maximaler Spitzenpegel (Maximum True Peak Level).................. -1 dBTP

Mehr dazu:

Der BR produziert auch seine Hörfunkwellen alle nach R128 mit -23 LUFS Ziel-Lautheit.


Und dann schaue ich beim MDR und finde https://www.mdrmedia.de/allgemeine-geschaeftsbedingungen

Audiomaterial muss als unkomprimiertes RIFF WAV-Format mit einer Samplingrate von 44,1 kHz (oder höher) und einer Auflösung von 16 Bit (oder höher) oder als MPEG 1 Layer III (*.mp3) mit einem Stream von mindestens 256 kBit/s angeliefert werden. Der Pegel soll auf -1 dBFS TPL (True Peak Level) ausgesteuert sein. Die tatsächliche Länge darf maximal 12 Frames (etwa 480ms) von der gebuchten Länge abweichen. Die Längenmessung erfolgt automatisiert durch Gates bei -40dBFS.

Da steht überhaupt nichts von der Lautheit. Da aber auch beim MDR für Ausstrahlung über mehrere Anstalten der Weg via NDR angegeben ist, genau wie beim BR, gehe ich davon aus, dass man das klitzekleine Detail mit -23 LUFS einfach vergessen hat. ;)


Schauen wir noch zum WDR: https://wdr-mediagroup.com/download/spezialmodule/tarife/Online-Tarife_Radio_2021-25.09.2020.pdf Seite 13. Da geht es allen Ernstes noch um Senkelband, aber, oh Wunder, auch um Dateien:

1. Audiodateien
In den Formaten:
– unkomprimiertes WAV-File mit 44,1- oder 48-kHz-Abtastrate und mindestens
16-Bit-Auflösung, stereo
– komprimiertes MPEG-Audio, Layer 2 oder 3, mit 44,1 oder 48 kHz (stereo) und einer
Bitrate von mindestens 256 kbit/s
– Normalisierung auf 0 dBFS (digitale Vollaussteuerung)




Der rbb schreibt dazu gleich gar nichts: https://www.mss-online.de/agb/ .
Die wissen wohl, dass ihre Optimods eh alles auf Einheits-Brikett pressen. :wow:


Ja, liebe ARD, positioniert euch mal bitte...
 
Zuletzt bearbeitet:

Südfunk 3

Benutzer
Wenn der zugelieferte Teil nur ein Baustein eines Spots, der nach Lautheit ausgesteuert wird, sein soll, dann läßt sich vorab nicht sagen, wie groß dessen absoluter Pegel sein muß, denn das hängt von den anderen Programmelementen ab, die im Spot vorkommen. Insofern würde ich das Produkt mit einer sauberen Vollaussteuerung abliefern. Die 0 dB auf dem analogen RTW (10 ms Integrationszeit) sind da sicher ein passender Wert.

Aber aus obigem Grund: Zumindest der Pegel wird im Zuge der weiteren Bearbeitung bearbeitet werden. Also ist es auch nicht falsch, wenn Du auf maximal –1 dBTP aussteuerst. (Vor späterer Kompression oder ähnlichem kannst Du Dich ohnehin nicht schützen.)
 
Zuletzt bearbeitet:

Pianist_Berlin

Benutzer
Ich musste ja gar nicht den RTW 1206 anschließen, man kann ja beim TM3 einfach durch Wischen von R 128 auf Spitzenpegel umschalten. Die Welt ist so einfach.

Dankeschön!

Matthias
 

Funkminister

Benutzer
Mit -9dBFS machst Du vermutlich nichts verkehrt, im Zweifelsfall wird es - wie schon angeführt - im besten Fall nichtdestruktiv auf einen Zielwert gebracht, oder halt verbrikettiert.
Ich bremse meine R128-konformen Mischungen bei -4dBTP, bis dahin kommen aber wirklich nur laute Spitzen.
Wenn Du den trockenen Text zulieferst, wird die komplette Produktion dann nicht eh noch von jemandem endgefertigt?

P.S. auf'm TM3 kriegt man sogar QPPM und R128 nebeneinander, ist eng aber passt ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben