Deutschlandweites öffentlich-rechtliches Jugendradio


flipchen

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B.B. Jerome & The Bang Gang - Shock Rock

Hallo,

Ich habe in letzter Zeit über längere Zeit Fritz, PULS und DLF Nova gehört und finde, dass es an der Zeit ist, ein Deutschlandjugendradio mit Inhalten aus allen 3 Sendern zu machen. Der Musikmix aus allen 3 Sendern (das kommerzielle von Fritz, das alternative nicht kommerzielle von PULS und DLF Nova) in Verbindung mit der Call-In Show bei Fritz von 14-16 Uhr, den jeweiligen Special-Sendungen und dem Blue Moon von 22 – 0 Uhr (bei dem auch Leute außerhalb Berlin/Brandenburgs anrufen) sind doch predistiniert für ein zumindestens bis 24 Uhr moderiertes Jugendradio.

Was haltet ihr davon?

VG Flips
 

CosmicKaizer

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Ich halte viel davon. Nur leider ist das erstmal völlig irrelevant.

Grundsätzlich ist DLF Nova ein bundesweites, öffentlich-rechtliches Jugendradio.
Für einen neuen, wie auch immer gearteten bundesweiten öffentlich-rechtlichen Jugendsender müsste es eine Änderung des gesetzlichen Auftrages für alle Landesrundfunkanstalten geben. Es müsste eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrages beschlossen werden. Nachdem Desaster um die 86 Cent Beitragserhöhung halte ich das für ausgeschlossen. Der neue Sender müsste finanziert werden. Der neue Sender müsste die Interessen von allen Landesrundfunkanstalten berücksichtigen - da würden dann auch Qualitätsangebote wie MDR Hüpf, No Joy und You.fm Beiträge zuliefern müssen.

Außerdem muss man sich wirklich die Frage stellen: warum? Die reale Zielgruppe der "Jugend"radios ist Ü30. U30 wird doch kaum noch erreicht. Das kann funk besser.

Selbst mobil kann man doch mittlerweile fast überall alles hören. Unterwegs läuft bei mir Angel Radio aus Pourtsmouth, UK.

Ein gemeinsamer Jugendsender? Noch ist es vor der Wahl, da würde ich erstmal die Bundestagskandidaten Deiner Region ansprechen. Bis auf die von den Blauen.
 

s.matze

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finde, dass es an der Zeit ist, ein Deutschlandjugendradio mit Inhalten aus allen 3 Sendern zu machen
Aha, also noch ein weiteres, in einem vom demografischen Wandel geprägten, überalterten Land von allen Beitragszahlern per Zwang über Rundfunkgebühr finanziertes Programm für eine Zielgruppe, die dem Radio längst den Rücken gekehrt hat und zu fast 100% nur noch auf Streamingplattformen im Netz zu finden ist?

Neben den 64 ARD-Hörfunkprogrammen und den drei Deutschlandradios also eine weitere Radiowelle?

Die ARD ist doch jetzt schon mit ihrem Radioangebot hoffnungslos überfordert und bekommt keine vernünftigen Popwellen, keine vernünftigen Regionalwellen und keine vernünftigen Jugendradios hin. In manchen Bundesländern nicht mal einen vernünftigen Kultursender (RB, NDR, RBB, MDR) oder ein vernünftiges Inforadio (SWR).

Woher die Hoffnung, dass das hier besser würde? So eine Art "Funk" zum Hören, wo man irgendwelche Sternchen mitspricht in jedem zweiten Wort, die da gar nicht hingehören, wo man veganen Edamer und Bratwürste auf Erbsenproteinbasis testet und die Erstwähler schon dahingehend "erzieht", welche Partei in einer Farbe des Grases die richtige für sie ist?

Bitte nicht! Die ARD muss sparen. Soll sie doch damit anfangen, ein paar ihrer überflüssigen Wellen einzustampfen. Eine weitere öffentlich-rechtliche Jugendwelle für ein Publikum, das nicht zuhört, braucht es nun wirklich nicht. Es hätte schon gereicht, ab etwa Ende der 90er Jahre, seine bestehenden Jugendwellen konsequent zu verjüngen, musikalisch alternativer mit Fokus auf Neuentdeckungen und europäischen Künstlern statt auf den rein englischsprachigen US-Markt auszurichten und mit nennenswerten, tagesaktuellen und relevanten Inhalten aus dem jeweiligen Sendegebiet zu füllen.

Dann hätte die ARD nicht das Problem, welches sie heute hat: Dass ihnen die Hörer von Sendern wie Njoy, Fritz oder 1Live ergrauen und ergreisen, während keine Teens und Twens mehr nachwachsen, weil man diese mit der inhaltlichen Verflachung und der musikalisch-monotonen Massenverblödung seit über 20 Jahren sehr erfolgreich vergrault hat.

Im Übrigen gab es das hier geforderte Programm:


 
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Radiokult

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Nova ist ja wenn man so will, schon ein quasi bundesweit verfügbares Jugendradio. Obs da noch ein weiteres braucht? Für die allermeisten Leute ist Radio schon heute nur noch Nebenbeimedium und im besten Falle akustischer Klangteppich beim Verrichten verschiedenster Tätigkeiten. Warum sollte das jetzt ausgerechnet bei der Jugend anders sein? So verlockend die Idee auch wäre, Hörer die einmal weg sind, bekommt man so einfach nicht zurück. Und Versuche mehr Inhalt ins Programm zu packen, hats ja durchaus gegeben, siehe Sputnik. Es hielt nur nicht allzulange an. Und davon abgesehen kosten "richtige" Inhalte nunmal Geld, welches aber wiederum auch umsonst investiert wäre, wenn am Ende keiner zuhört. Teufelskreis.
 
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s.matze

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Für die allermeisten Leute ist Radio schon heute nur noch Nebenbeimedium
Wie wahr, wie wahr.
Und leider haben die ö.-r. Jugendwellen ihren großen Anteil daran, indem sie die Tagesflächen verflacht, das Wochenende größtenteils unmoderiert laufen lassen und die Musikspezialsendungen am Abend (Soundgarden, Night Voyager, Soundfiles, Nightflight, HR-Clubnight, Partyservice) eingestellt oder gekürzt (Plan B) haben. Insbesondere HR XXL war (in den Anfangsjahren), genau wie FRITZ einmal das, was man einen mustergültigen Jugendsender nennen konnte, der für jede Geschmacksrichtung eine Sendung im Programm hatte. Auch der BR hat sein Puls immer weiter ausgedünnt.
 
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Fritz war bis Januar 2019 genau das, was gefordert wurde! Der Musikmix aus Mainstream und Indie/Alternative und allem was da aus der Region kam traf genau meinen Nerv. Noch mehr bevor der erste Kalhschlag im Sommer 2007 erfolgte, danach war wenigstens die Musik immer noch recht tauglich und annehmbar. Was man damals dort entdecken konnte, davon zehre ich noch heute. Im deutschsprachigen Raum trat lediglich Radio Top40 bis zum Sommer 2008 in diese Kerbe (wenn auch noch etwas bunter und progressiver von der Musikauswahl her).
 

Mannis Fan

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Der neue Sender müsste finanziert werden. Der neue Sender müsste die Interessen von allen Landesrundfunkanstalten berücksichtigen - da würden dann auch Qualitätsangebote wie MDR Hüpf, No Joy und You.fm Beiträge zuliefern müssen.
Ein solcher Sender müsste die Angebote der Landesanstalten ersetzen - nicht on top dazukommen. Dann wäre die Finanzierung kein Problem mehr.
Aber da stehen wir vor der gleichen Wand, wie bei den übrigen Programmen: Braucht jede Landesanstalt ein drittes Programm? Ein viertes Programm? Ein Kulturprogramm? In der jeweiligen Musikauswahl gleichen sie sich alle und sind keineswegs landes- oder regionaltypisch. Das könnte man in allen Fällen zu einem bundesweiten Angebot zusammenführen. Aber mach das mal gegen die Eitelkeiten dre Länderanstalten und gegen die gültige Gesetzeslage (die man selbstverständlich ohne die Eitelkeiten der Länderanstalten und ihren entsprechenden Eonfluss auf die Gesetzgeber längst hätte ändern können).
Man dreht sich im Kreise - und wir demnächst über die nächsten 86 Cent Finanzierungsbedarf reden, weil die Kreativität der Sender stets auf Zuwachs gerichtet ist, so gut wie nie auf Verzicht.
 
Ein immerhin fast bundesweites junges Radio (nicht Jugendradio!!, soetwas bieten die Öffis bis auf RB Next nicht an) gibt es doch längst. Zwar nur nachts aber es nennt sich "Junge Nacht der ARD" .

Und DLF Nova wurde ja genannt, auch wenn der Meinung nach eher die Lücke zwischen den älteren (SWR1, MDR Sachsen, Antenne BB) und jüngeren Radios (DASDING, SPUTNIK, YOU FM, 1LIVE diggi) schließt.


Ist doch alles da, was will man also mehr?
 
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StabsstelleIV

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"Junge Nacht der ARD"
An der es so ein paar Dinge gibt, die einen erstaunt zurücklassen.
  • das "Programm" ist so dermaßen schnarchnasig, dass ich selbst mit meinen 48 dabei einschlafe
  • der Name. Fehlt nur noch "Die junge Nacht der ARD - ein Strauß bunter Melodien zum Mitsingen und Mitklatschen
  • hätte das "Programm" vielleicht Chancen in der Zielgruppe, wenn man es einstellte und stattdessen Bremen Next durchschleifte
 

Sieber

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Ich halte viel davon.
Ich nicht.
Grundsätzlich ist DLF Nova ein bundesweites, öffentlich-rechtliches Jugendradio.
Für einen neuen, wie auch immer gearteten bundesweiten öffentlich-rechtlichen Jugendsender müsste es eine Änderung des gesetzlichen Auftrages für alle Landesrundfunkanstalten geben.
Richtig. Und das wird nicht kommen. Zumal es auf dem Papier bereits mit DLF Nova so was gibt.
Ein gemeinsamer Jugendsender? Noch ist es vor der Wahl, da würde ich erstmal die Bundestagskandidaten Deiner Region ansprechen. Bis auf die von den Blauen.
Nö. Rundfunk ist Ländersache. Die Bundestagskandidaten würden dann auf ihre Länderkollegen verweisen müssen.
 

Tweety

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Nova ist ja wenn man so will, schon ein quasi bundesweit verfügbares Jugendradio.
Was auch konsequent an der Zielgruppe vorbeisendet. Kennt kein Mensch in der Altersgruppe der Teenager und hört erst Recht keiner. Unter einem Jugendradio stelle ich mir auch ein bisschen was anderes vor. Ok, ich bin nicht die Zielgruppe, aber wenn es sowas in meiner Jugend schon gegeben hätte, ich hätte es auch mit Sicherheit NICHT gehört.
 
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Leute wann versteht ihr es denn endlich? Das was ihr Jugendradios nennt SIND KEINE Jugendradios. DLF Nova sendet nicht an dieser Zielgruppe vorbei, weil der Sender von vornherein nicht für diese Zielgruppe gedacht ist, sondern eine ganz andere anspricht. Das gleiche gilt auch für die anderen jungen Sender. Warum ist das so schwer nachzuvollziehen?

Das ist ja wie, wenn ich mich über einen Mediamarkt beschweren würde, dass er keine Lebensmittel verkauft.

Eure Schlussfolgerungen ergeben keinen Sinn.
 
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thorr

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Kennt kein Mensch in der Altersgruppe der Teenager und hört erst Recht keiner.
Sagt wer? Immer diese Behauptungen ohne Grundlage.

wenn es sowas in meiner Jugend schon gegeben hätte, ich hätte es auch mit Sicherheit NICHT gehört.
Ich war sehr froh, als Dlf Nova 2014 in dee heutigen Form gestartet ist. Da war ich kurz vor meinem Studium und an diese Zielgruppe richtet sich Dlf Nova auch: Es ist eine Art Campusradio für die 20- bis 30-Jährigen. (Nicht umsonst heißt die Abendsendung "Ab 21" und wirbt damit, die virtuelle WG-Küche zu sein.)

Dlf Nova ist in dem Sinne auch nicht unbedingt ein Jugendradio im Sinne der Programme der Landesrundfunkanstalten – sonst hätte es da auch noch viel mehr Protest von dieser Seite damals gegeben.
 
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Etwas als etwas verkaufen ist aber etwas anderes, als das was dann auch tatsächlich angeboten wird. Und da merkt man dies eben deutlich, dass das keine Jugendradios sind. Da können die noch so oft sagen, dass es Jugendradios sind. Richtiger wirds dadurch aber trotzdem nicht.
 
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