Moderation trotz Corona


arox

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Bayernwelle-Moderator Thorsten Jost ist positiv auf Corona getestet worden.
Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, heute die Frühsendung zu moderieren. Natürlich nicht aus dem Bayernwelle-Sendestudio, sondern aus seinem "Wohnzimmerstudio".
Bereits an den letzten beiden Tagen hat sich seine Stimme erkältet angehört. Zumindest leichte Symptome sind also vorhanden.
Kommt das auch bei anderen Sendern vor, dass ein positiv getesteter Moderator mit (leichten) Symptomen moderieren darf?
 
Ich verstehe gerade das Problem nicht so ganz. Geht es nun darum, dass ein Moderator als Erkrankter geschützt werden sollte und deshalb nicht moderieren sollte? Oder geht es darum, dass er niemanden ansteckt? Letzteres ist ja nicht gegeben, wenn er von zuhause aus moderiert. Und übers Radio können Viren nach heutigem Wissensstand wohl nicht übertragen werden (Achtung, Scherz). Zusammengefasst: wenn jemand nur ein wenig hüstelt und niemanden in Gefahr bringt … was spricht dagegen, wenn er seiner Arbeit nachgeht, solang er sich dafür fit genug fühlt?
 
Ich verstehe gerade das Problem nicht so ganz. Geht es nun darum, dass ein Moderator als Erkrankter geschützt werden sollte und deshalb nicht moderieren sollte? Oder geht es darum, dass er niemanden ansteckt?
Oder geht es womöglich einfach nur darum, auf Biegen und Brechen eine neue Corona-Diskussion zu etablieren...?
 
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TORZ.

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dass ein positiv getesteter Moderator mit (leichten) Symptomen moderieren darf
, halte ich ebenfalls für unproblematisch. Wenn es ihm gut genug geht, um die Sendung von zu Hause aus zu fahren und seine Technik es hergibt (ist ja auch längst nicht bei jedem der Fall), ist das doch allemal besser als nur Musik ohne Moderation zu senden. Ich denke, man wird da schon sehr genau mit dem guten Mann Absprache gehalten haben, ob er sich wirklich fit genug fühlt. Und wenn dem so ist, dann ist es ja um so besser.
 

arox

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Dann klär uns bitte auf, worum es geht.
Meine Vermutung war die, dass sowas bei einem kleinem Sender wie Bayernwelle Südost eher vorkommt, als bei größeren Sendern, das hat sich aber nun nicht bestätigt.
Ich persönlich fände es besser, wenn er sich schont, aber wenn er sich fit fühlt und gerne moderieren möchte, habe ich natürlich nichts dagegen.
 

s.matze

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Um die Situation zu beurteilen, müsste man wissen, ob in diesem konkreten Fall eine Krankschreibung vorliegt oder eine Quarantäne angeordnet wurde.

Es ist immer bedenklich, im Falle einer Krankschreibung trotz Krankschreibung "zur Arbeit zu gehen" (heißt in dem Fall: zuhause zu arbeiten). Allein aus Versicherungsfragen. Aber es stellen sich auch Fragen nach der Bezahlung der Tätigkeit, denn für die Zeit der Dauer deiner Krankschreibung erhältst du Krankengeld. Gehst du dann während dieser Zeit trotz Krankschreibung stundenweise arbeiten, ist die Frage, wie das entlohnt werden soll.

Man ist ja nicht ohne Grund krankgeschrieben (falls das hier der Fall sein sollte). Gewisse Tätigkeiten, die der Erholung dienen und sogar Ausflüge oder Urlaube sind trotz Krankschreibung uU möglich. Aber eben nicht das Arbeiten. Die Krankschreibung ist ja eine temporäre "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung".

Warum also Arbeiten trotz Krankschreibung?
 
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christian s.

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Wo ist das Problem ? Radio ist doch ein Informationsmedium ! Wenn Mitarbeiter sich gut fühlen und das machen wollen können Diese doch andere Zuhörer auch über den aktuellen Gesundheitsstand informieren. Und wie es sich anfühlt , und nebenbei in unterhaltender Tätigkeit arbeiten . Die Personaldecke im Radio ist eh dünn , und jeder Chef würde sich sehr freuen über so eine Einstellung des Mitarbeiters.
 

arox

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Vor vielen Jahren habe ich bei Radio Untersberg (Vorgängersender der Bayernwelle) mal eine Moderatorin gehört, die stark erkältet war, ich war mir damals ziemlich sicher, dass sie bei einem größeren Sender nicht onair hätte gehen dürfen. Thorsten Jost hat sich heute nicht ganz so schlimm angehört, aber ich finde ein Moderator dem man anhört, dass er nicht gesund ist, sollte nicht auf Sendung gehen. Jedem ist, denke ich klar, dass man sich durchs Radio nicht anstecken kann, aber irgendwie ist sowas schon befremdlich und auch unprofessionell!
Bin schon mal gespannt ob Jost auch Morgen moderiert, Freitags wird nämlich immer ein Weißwurststfrühstück verlost und der Gewinner onair genommen.

Naja, allerdings wohl nicht für freie oder selbstständige Moderatoren...
Jost ist Programmdirektor, also ich denke schon dass er fest angestellt ist.
 

Radiokult

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Wer krank geschrieben ist, muss nicht arbeiten.
Es ist immer bedenklich, im Falle einer Krankschreibung trotz Krankschreibung "zur Arbeit zu gehen" (heißt in dem Fall: zuhause zu arbeiten). Allein aus Versicherungsfragen.
Nun, hier liegst du schlichtweg falsch. Solange es eine Genesung nicht beeinträchtigt, ist während einer Krankschreibung quasi alles erlaubt. Unter Umständen kann vom Arbeitgeber sogar Arbeit entsprechend der Erkrankung angeordnet werden. Er kann den oder die Erkrankte aber auch wieder nach Hause schicken, auch wenn er sich wieder gesund fühlt. Abhängig ist das immer vom jeweiligen Einzelfall und natürlich auch von der Art der Erkrankung. Der entsprechende Versicherungsschutz besteht weiter, völlig unabhängig davon ob man trotz Krankschreibung arbeiten geht oder nicht. Dein vermeintliches Arbeitsverbot bei Krankschreibung ist ein Relikt aus DDR-Zeiten und ein Irrglaube, der vor allem im Osten weit verbreitet ist.
 
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Haki

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Dein vermeintliches Arbeitsverbot bei Krankschreibung ist ein Relikt aus DDR-Zeiten und ein Irrglaube, der vor allem im Osten weit verbreitet ist.
Dem möchte ich widersprechen. Ich bin in Düsseldorf geboren und kenne das auch so. Hat auch was mit Versicherung zu tun, z.B. Weg zur Arbeit und zurück.

Zum Thema möchte ich beitragen, dass ich die Moderation begrüße. Infiziert zu sein heißt ja nicht automatisch krank zu sein.
 

Ammerlaender

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@Radiokult:
Dein vermeintliches Arbeitsverbot bei Krankschreibung ist ein Relikt aus DDR-Zeiten und ein Irrglaube...
Nicht ganz richtig, denn es gab auch die Möglichkeit, in Abstimmung mit dem Arzt, auf einem "Schonplatz" zu arbeiten, so es in der entsprechenden Firma und von der Ausbildung her möglich war.
Unter Umständen war sogar "Homeoffice" möglich: Die Arbeit wurde nach Hause gebracht und irgendwann abgeholt; die Technik bestand ja oftmals nur aus Schreib-, Rechenmaschine, Papier und Stift. - Der Dank der Gesellschaft war dir gewiss, mehr selten Nichts.
 
Dem möchte ich widersprechen. Ich bin in Düsseldorf geboren und kenne das auch so. Hat auch was mit Versicherung zu tun, z.B. Weg zur Arbeit und zurück.
"Ich kenne das auch so" ist aus derselben Abteilung wie "ich glaube, dass". Unter Juristen heißt es: Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung. Bei uns hier reicht sogar eine ganz schnelle Stichwortsuche bei Google und die Annahme, dass bei der Allianz genug Sachverstand vorhanden sein dürfte, um es zu wissen:


daraus:

Arbeiten trotz Krankschreibung ist grundsätzlich erlaubt.
Es gibt keine gesetzliche Regelung, die das Arbeiten trotz Krankmeldung verbietet. Denn, was viele nicht wissen: "Die Krankschreibung stellt kein Arbeitsverbot dar", so Fachanwalt für Arbeitsrecht Oliver Kieferle.
"Nimmt der Arbeitnehmer seine Arbeit frühzeitig wieder auf, ist er wie jeder andere Angestellte auch unfall- und krankenversichert.
 
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