Warum stehen bei vielen Sendern im Radiotext nur Sterne?


Jauchverschnitt

Gesperrter Benutzer
Hallo. Warum stehen bei vielen (vor allem kleineren Stationen) oft nur * * * * * * oder ein Claim + diese Sternchen im RT? Ein BEISPIEL ist Radio WSW: Grandiose Hits - Erfrischend Deutsch * * * * * * * *
 
Das gleiche habe ich hier bei AFN auf 102,3. Dort steht "AFN * * * * * * * *". Könnte am Sendernetzbetreiber liegen, wenn der Sender keinen eigenen Text zuliefert.
 

Jauchverschnitt

Gesperrter Benutzer
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Das würde aber nicht erklären, warum weitere Sterne hinter dem Claim folgen. Anderes Beispiel: Apollo Radio: "bleiben sie anders * * * *" (Stern, 5x leer, Stern, 2 x leer, Stern, 5x leer, Stern)
 

Jauchverschnitt

Gesperrter Benutzer
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lg74

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Zeig mir Mal n Sternradio mit RDS-Anzeige. Dann reden wir weiter
Man hat ja schon Mühe, eins mit Frequenzanzeige (PLL-Abstimmung) zu finden. HMK-T200, S-T3936, sonst noch was? Von den Designstudien (Rema RS 6020 Dialog / Heli RK90 sensit cubus IR - eben nicht Stern Radio) mal abgesehen.

Dafür gab es ein Designmuster des Tapedecks HMK-D100 mit UC-Expander und digialem Zählwerk, auch schlummert in der Maskenprogrammierung des HMK-D200 der Code für einen Einmesscomputer, auch da existiert ein Muster-Exemplar, Analogwerteinstellung realisiert mit "missbrauchtem" A1524 Lautstärke-/Klangsteller-IC.

Aber ich schweife ab...

Warum da im RDS Sternchen stehen, wissen die Auftraggeber, also die jeweiligen Programme. Wenn nur statischer Text scrollt und keine dynamisch aktualisierte RDS-RT-Information, deutet das auf "man hat nicht die Möglichkeit oder man hat sich nicht die Mühe gemacht, diese Daten vom Sendesystem aus bis zu den UKW-Standorten durchzureichen" hin. Was komisch ist, weil man sowas heute eigentlich einfach auf den digitalen Zuführungen mitschicken kann.
 

JP

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Die Sterne haben Tradition. Schon vor über 20 Jahren gab es oft die typischen Radiotexte à la RDS-Radiotextversuchssendung fuer Radio XYZ * * * * * Coderstandort Dingenskirchen * * * PI-Code 1234 * * *
Die Sternchen sind pure Dekoration und einfach nur Trenner bzw. Lückenfüller.
 

s.matze

Gesperrter Benutzer
Einfacher Grund: Dass der Nutzer auf den damals (als der RDS-Standard erfunden wurde) einzeiligen Displays weiß, wann der Lauftext, der von rechts nach links kommt, zu ende ist und er sich das Weiterlesen sparen kann. Meist fängt der Text danach von vorne an. Die liefen ursprünglich sehr langsam. 1 Sekunde = 1 Buchstabe. Heute bei den großen Displays sieht man Frequenz, RDS-PS und RT auf einen Blick, und ansonsten als scrolling text.
Manche Sender haben aber auch RT1 (z.B. Titel - Interpret - Slogan) und RT2 (Telefonnummer - Email).

wissen die Auftraggeber, also die jeweiligen Programme.
Die wissen heute gar nicht mehr was ein RT ist, geschweige denn, dass sie bewusst einen ausstrahlen.

Bei SAW sind die Sterne übrigens Schneeflocken, gibt`s im RDS-PS dort nur im Winter.
 
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Musikminister

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Die Sterne erscheinen nur bei leisen Sendern. Laute Sender haben ganze Sätze im Programm. Also schnell nach Stuttgart fahren. Ab 110 dB siehst Du alles.

Die Sterne sind Platzhalter. Dort werden (sollen) nur Programminfos übertragen (Titel, Hotline, WWW. und so weiter). In das PS gehört NUR der Sendername.
 
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drod

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Ich muss korrigieren. Die Sterne sind seitdem ich diesen Sender höre, bei radio SAW 365 Tage 24/7 im RDS-PS als blinkender dynamischer Sendername zu sehen. Immerhin eine bessere Idee, als den Songtitel dort reinzupacken wie es tatsächlich einige ARD-Popdudler machen.

*S*A*W*
_S_A_W_
 
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jokeramik

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Dafür gab es ein Designmuster des Tapedecks HMK-D100 mit UC-Expander und digialem Zählwerk, auch schlummert in der Maskenprogrammierung des HMK-D200 der Code für einen Einmesscomputer, auch da existiert ein Muster-Exemplar, Analogwerteinstellung realisiert mit "missbrauchtem" A1524 Lautstärke-/Klangsteller-IC.
Das klingt ja sehr spannend!!:))) Gibt es dazu auch mehr Informationen bzw. Bilder???
VG
jokeramik
 

lg74

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Zum HMK-D100 mit digitalem Zählwerk habe ich mal entsprechende Aussagen bekommen, dass da ein Muster existierte. Dort, wo beim regulären D100 das mechanische Walzenzählwerk sitzt, war demnach eine 7-Segment-LED-Anzeige (dreistellig? vierstellig?) eingearbeitet. Dazu gab es Tasten wie beim D200 für Speichern und Abrufen von Positionen. Die Taste neben dem "Zählwerk" wäre demnach mit "UC-Expander" beschriftet gewesen.

Ich habe nochmal recherchiert. Man findet mit diesen Informationen nur das hier und ohne Registrierung kommt man nicht an die Fotos. Immerhin gab es das Gerät wohl wirklich. Magst Du Dich registrieren? ;)

Demnach wäre die "UC Expander"-Taste eine "Fake-Beschriftung" gewesen und hätte keine Funktion oder so.

Zum D210 habe ich nur ein Innenfoto einer Platine, auf der sich u.a. ein A1524 (eigentlich ein Lautstärke-, Loudness- und Klangsteller für einfachere Anlagen), ein SAB3013 (Import? Ist ein D/A-Wandler + Analogspeicher) und ein DL253D (4-auf-1-Multiplexer) befinden. Mit dieser "halb-diskreten" Schaltung realisierte man offenbar den Einmesscomputer, der "ABE" hieß (automatische Bandeinmessung). Zur Serienfertigung kam es nicht mehr - der "Systemausfall" kam dem zuvor.

Was ich aber als Foto verlinken kann, ist das verwegene Muster eines GC 6131 (mit dem 1-Motoren-Laufwerk, das in der Urversion auch in den flachen Geracord und in den KR650/660 Mono-Radiorecordern drin war) mit digitalem Zählwerk und Kassettenfachbeleuchtung mit der flachen LED-Platine, die auch in den HMK-Decks drin ist:


Mal die Impulsgenerierung anschauen: ein Karussell aus Permanentmagneten (in einem Kassettendeck!!!) vor offenbar einem Hallsensor (oder wohl eher zweien, die Richtung muss ja auch erkannt werden). Die rote 5×7 Punktmatrix müsste eine VQC10 sein, der man eine Stelle abgedeckt hat.

So "geil" zu dieser Zeit ein elektronisches Zählwerk auch ausgesehen haben möge: schaltet man das Gerät ab, ist der Zählerstand weg.

Weiter unten findet sich auch ein HMK-T100 aus der Vorserie, der nur bis 104 MHz geht.
 
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lg74

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Nachtrag: Steffen Enke hat mir 2 Fotos zum HMK-D210 zur Verfügung gestellt, die ich mit seiner Genehmigung veröffentlichen darf.

Hier die Einmess-Platine:

D210-2.jpg

Hier die Front, an der man kaum Unterschiede sieht, da es nicht mehr zu einer Bedruckungsänderung kam:

D210-1.jpg

Einziger Unterschied hier: eine weitere LED zwischen der für CrO2 und der für das Rauschminderungssystem. Beschriftet wurde sie nicht mehr. Ansonsten hätte es wohl noch den BIAS-Schalter betroffen, der im Zuge der ABE-Platine eine neue Funktion bekommen hätte.

Das Einmessen erfolgte per Testaufnahme, Rückspulen und Auswerten der Aufnahme, da keine getrennten A/W-Köpfe zur Verfügung standen. Es blieb also beim Zweikopfgerät. 1991 hat Pioneer dann beim CT-447 das gleiche Prinzip genutzt. Einmesscomputer selbst gab es aber schon weitaus eher, bei Pioneer wohl ab ca. 1983 (CT-A9 - woran man erkennen kann, dass es auch in Japan nicht immer nur "nach oben" ging, denn spätere Pioneer-Decks hatten nur noch einen simplen Bias-Steller und der Direktantrieb des "Reference Master" Laufwerks wurde gegen einen Riemenantrieb getauscht. Erst 1991 kamen die Einmesscomputer bei Pioneer zurück. Aber ich schweife ab...

Entwickelt wurden die RFT-Geräte im Wesentlichen im ZWT Dresden. Stern Radio Berlin hat nur kleinere Umbauten und Designmuster gemacht. Es gab nur wenige Musterexemplare des D210 - sozusagen eine Mauritius unter den Kassettendecks.

Korrektur zum Geracord mit digitalem Zählwerk: das ist wohl doch keine VQC10, sondern drei VQB71, die da als Anzeige dienen. Ich hatte mich von den filigranen Segmenten täuschen lassen. Es handelt sich hier aber offenbar nicht um ein offizielles Industriemuster.
 
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