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Kein HD-Radio in Deutschland?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von agermanintheburgh, 18. August 2006.

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  1. hallo, ich bin jetzt eine weile in deutschland und habe mich folgendes gefragt: gibt es in deutschland kein HD radio?
    in den US ist es auch noch ziemlich neu, aber die meisten stationen broadcasten in HD. man kann auch schon fast überall HD radios kaufen.
    in deutschland scheint es das überhaupt nicht zu geben. ich habe bei amazon deutschland und auch bei google deutschland nach "hd radio" gesucht und überhaupt nichts gefunden!?
    wird es überhaupt hd in deutschland geben? ich dachte europa wäre auf diesem gebiet fortschrittlicher... :confused:
     
  2. Qualiton

    Qualiton Benutzer

    AW: HD Radio?

    Was ist HD Radio? Kein Bescheidwisser online, der mich dummen Menschen aufklären kann?:confused:
     
  3. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    AW: Kein HD-Radio in Deutschland?

    Zur Aufklärung: HD Radio ist ein System, mit dem analoge UKW-Signale digitalisiert werden können. Der Vorteil: der Sender kann seine UKW-Frequenzen auch digital behalten und mittels Gleichwellen die Reichweiten gar noch ausbauen. Und: man kann parallel analog und digital senden. In der Schweiz wird HD Radio schon erprobt. Man braucht natürlich neue Empfänger, und HD Radio ist hier nur eines von fünf möglichen Analog-UKW-Nachfolgeverfahren. Da sollte man wie seinerzeit bei den Videorecordern erst mal abwarten, welches System sich letztlich durchsetzt.
     
  4. Qualiton

    Qualiton Benutzer

    AW: Kein HD-Radio in Deutschland?

    Danke Radiotor!:)
     
  5. icke2

    icke2 Benutzer

    AW: Kein HD-Radio in Deutschland?

    Und als Ergänzung dazu was in Wikipedia steht:

    HD Radio ist ein aus den USA stammendes, digitales Radiosystem, das konkurrierend zu DAB entwickelt wurde. Es ist außer in den USA bisher nur in der Schweiz geplant im Gegensatz zu DAB, welches in der übrigen Welt akzeptiert wurde. Der inoffizielle, technische Name für HD Radio lautet IBOC für "In-band-on-channel". Entwickelt wurde der Standard vom Unternehmen iBiquity, das für diesen Zweck gegründet wurde. Der Vorteil von HD Radio liegt darin, dass es im Gegensatz zu DAB nicht nur rein digital funktioniert, sondern auch als Hybridsystem gleichzeitig mit dem analogen AM- und FM-Rundfunk betrieben werden kann. Dadurch steigt allerdings der Frequenzbedarf und es kommt zur Störung von Nachbarkanälen.

    Die Amis haben doch schon immer ihre eigene Suppe geköchelt, siehe NTSC beim Farbfernsehen ;)
    HD-Radio hat also nichts mit HighDefinition-Radio zu tun, wie ich erst dachte.
    Asche auf mein Haupt.
     
  6. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    AW: Kein HD-Radio in Deutschland?

    "Es ist außer in den USA bisher nur in der Schweiz geplant"

    Das ist imho nicht so richtig. Geplant ist da gar nichts, es handelt sich hier nur um Testabstrahlungen, um Alternativen zu DAB auszuloten, weil DAB den Privatsendern viel zu überreguliert ist.

    Selbst wenn der erste Eindruck von HD-Radio in der Schweiz anscheinend recht positiv war, heißt das aber noch lange nicht, dass da bereits irgendwelche Planungen laufen, HD-Radio einzuführen. Genauso gut kann es auch sein, dass nach den HD-Radio-Tests vielleicht noch DRM+ Tests kommen, wenn dieses System mal verfügbar ist.

    High-Definition wird es beim terrestrischen Radio so oder so wohl nie geben, es sei denn, es ist irgendwann mal ein Punkt mit mehr als ausreichenden Kapazitäten für alle erreicht. Ansonsten wird man immer zugunsten geringerer Kosten / mehr Programmen an Bitrate und damit Klang sparen.
     
  7. K 6

    K 6 Benutzer

    AW: Kein HD-Radio in Deutschland?

    Mit „High Definition“ hat der IBOC-Kram auch nicht unbedingt viel zu tun. Große Mode ist dem Vernehmen nach, digital zwei Programme zu senden (Hauptprogramm plus ein Zusatzprogramm). Und das bei m.W. 96 kbit/s verfügbarer Bandbreite. Ist zwar kein MP2, aber toll klingt das auch mit dem IBOC-Codec (der m.W. proprietär ist, also kein AAC oder sonstiges Standardverfahren) nicht mehr.

    So „on channel“, wie der Name suggeriert, ist IBOC auch nicht, weil die Digitalsignale über und unter dem FM-Signal ausgestrahlt werden. Ich sehe nicht, wie das zur europäischen Frequenzplanung mit ihrem 100-kHz-Raster passen soll.

    Übrigens: Ibiquity kassiert in den USA von den Hörfunksendern Lizenzgebühren für den Einsatz dieses Verfahrens.
     
  8. AW: Kein HD-Radio in Deutschland?

    ich finde, dass hd radio viele vorteile hat.
    viele sender haben einen 2 kanal, die qualität ist viel besser als mit FM radio und es kostet nicht gebühren, wie sirius satellite radio zum beispiel. alles was man benötigt, ist ein neues radio. ich verstehe nicht, warum es in europa niemand benutzt, da es meines erachtens nach viel besser klingt, als normales FM radio.
     
  9. alqaszar

    alqaszar Benutzer

    AW: Kein HD-Radio in Deutschland?

    Das Problem ist schlicht: In den USA ist das UKW-Band strikt nur alle 200 kHz belegt. Das Signal kann also bis zu 200 kHz breit sein, ohne die benachbarten Frequenzen zu stören. In Europa wären maximal 100 kHz möglich, und davon braucht das analoge UKW-Signal ja schon drei Viertel. Es steht also in Europa aus technischen Gründen weniger als die Hälfte der Kapazität für "HD-Radio" zur Verfügung.

    Das würde bedeuten, man könnte nur einen einzigen Kanal verbreiten, und dessen Klang wäre dann dem herkömmlichen, analogen UKW-Klang auch noch unterlegen. Zwar gäbe es auch dafür Einsatzgebiete, da man diesen Kanal für zusätzliche Informationen wie etwa Verkehrsinformationen nutzen könnte.

    Allerdings ist der Mehrwert weder für den Anbieter noch für die Hörer offenbar dermaßen interessant, als dass sich diese Technik wirklich durchsetzen könnte.

    In Europa setzt man bei der Digitalisierung des Radios auf den Standard DAB, welcher in Deutschland unter der Bezeichnung "Digitalradio" vermarktet wird. Im Gegensatz zu HD-Radio sendet dieses System in einem eigenen Frequenzbereich, was ein neues Sendernetz erforderlich macht.

    Außer im Vereinigten Königreich sind noch nirgendwo nenneswerte Stückzahlen an Empfängern verkauft worden, obwohl das System sich bereits seit einigen Jahren in Betrieb befindet. Das liegt unter anderem an den enormen Kosten, die sich sowohl für die Anbieter- als auch für die Hörer ergeben und an einigen, besonders in Deutschland gemachten Fehlern auf technisch-administrativen Gebiet.
     

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