DAB+ in Norddeutschland


#1
Seit längerer Zeit frage ich mich schon warum die Leistungsstärke des DAB+-Bundesmux in Norddeutschland, vor allem an der Küste, im Durchschnitt geringer ist als in anderen Gegenden.
Hier ein paar Beispiele in Norddeuschland (MV, SH, HH, nördliches NDS, Bremen):
Schwerin (1 KW)
Rostock (2,5 KW)
Lübeck (2 KW)
Züssow (4 KW)* in Planung
Garz (Rügen)* in Planung
Röbel (5 KW)* in Planung
Kiel (5 KW)
Hamburg/Heinrich-Hertz-Turm (10 KW)
Hamburg-Moorfleet (1 KW)
Heide (5 KW)* in Planung
Flensburg (2,5 KW)* in Planung
Cuxhaven (1 KW)
Bremerhaven (1 KW)
Aurich (4 KW)
Bremen (10 KW)
Visselhövede (10 KW)

Und hier aus Sachsen und Bayern
Leipzig/Messegrund (10 KW)
Oschatz/Collmberg (10 KW)
Löbau/Schafberg (10 KW)
Dresden-Wachwitz (10 KW)
Chemnitz/Geyer (10 KW)
Auerbach/Schöneck (10 KW)
Kreuzberg (Rhön) (10 KW)
Ochsenkopf (10 KW)
Pfaffenberg (10 KW)
Bamberg/Geisberg (10 KW)
Würzburg/Frankenwarte, BR (10 KW)
Amberg Hirschau/Rotbühl (10 KW)
Nürnberg-Schweinau (10 KW)
Büttelberg (10 KW)
Hohe Linie (10 KW)
Gelbelsee (10 KW)
Brotjacklriegel (4 KW)
Landshut-Altdorf (10 KW)
Ulm/Kuhberg [bwü] (10 KW)
Augsburg/Hotelturm (10 KW)
München/Olympiaturm (10 KW)
Wendelstein (2 KW)
Oberammergau/Laber (5 KW)* in Planung
Grünten (Allgäu) (4 KW)
 
#4
Genau. Hier ist Flachland. Ich bin z.B. immer sehr verwundert, wie weitreichend das 1kW des NDR aus Steinkimmen ist. Aber das wird aus einer Höhe vom 302m über ein komplett flaches Umland gesendet. Wenn hier irgendwas 30 m höher als die Umgebung ist, gilt das bereits als Berg!
Und dieses 1kW reicht genau so weit, wenn nicht noch weiter, als die 10kW des Bundesmux aus Bremen mit seiner deutlich geringeren Antennenhöhe.
1 kW ist also keineswegs lächerlich, wenn die (viel wichtigere) Antennenhöhe nicht lächerlich ist. Zudem haben wir, gerade direkt an der Küste (bis 50km landeinwärts), deutlich häufiger Tropo als das Binnenland.
 
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#5
Zu große Reichweiten eines einzelnen Senders in einen Gleichwellennetz sind auch nicht wünschenswert. Bei UKW wird mit bis zu 100 kW gepowert, bei DAB+ ist bei 10 kW Schluss.
 
#9
Aber auch nur, weil man nicht mit mehr Leistung senden will. Dass mehr Power auch sinnvoll ist, sieht man an Italien, Niederlande, Dänemark und England.
Woran siehst Du, daß das "sinnvoll" ist?
Ich sehe nur: es wird gemacht. Aber ob es dann auch mit dem SFN "meistens" funktioniert...?!?

Dänemark...? Da senden nur drei Standorte mit 7,9 kW, was bereits die höchste in DNK verwendete Sendeleistung ist.
NL: auch da wird nur in den kleinen Regionalmuxen mit hoher Leistung gesendet, bei den landesweiten Muxen sind 8 bzw. 10 kW die höchsten Sendeleistungen.
Italien: Angaben zu Sendeleistungen sind mit Vorsicht zu genießen...
England: ebenfalls max. 10 kW (hab aber nicht alles durchgesehen), aber ganz viele Standorte kleinerer Leistung.
 
#10
Aber auch nur, weil man nicht mit mehr Leistung senden will. Dass mehr Power auch sinnvoll ist, sieht man an Italien, Niederlande, Dänemark und England.
Das ist so nicht richtig. Es kommt auf die "richtige" Sendeleistung an und die hängt neben dem System (Modulation, Coderate etc. ergibt die Mindestnutzfeldstärke) von der Topographie und den Standorten (Ort, Antennenhöhe, -diagramm etc.) ab. Bei zu hoher Sendeleistung stört man entweder im eigenen SFN, wenn das Guardintervall zu klein ist oder spätestens das nächste Allotment, das denselben Kanal benutzt.
 
#13
Ich bin technisch auch nicht so versiert, aber auch mir leuchtet es ein, das man auf dem flachen Land, also Norddeutschland oder an der See mit weniger KW auskommt, als im Mittelgebirge oder gar in einer richtigen Gebirgslandschaft, wo eben der ein und andere Berg oder Hügel den Empfang beeinträchtigt.

Ich finde es da eher eine Frechheit was sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Nordrhein-Westfalen (NRW) in einer Mittelgebirgslandschaft wie dem Bergischen Land, Sauerland oder Siegerland erlaubt :wall:

Das ist echt der Hammer:

Bergisches Land: Gummersbach (Engelskirchen-Hohe Warte) 0,5 KW
Sauerland: Nordhelle (Ebbegebirge) 1,5 KW
Sauerland: Olsberg 1,0 KW
Siegerland: Ederkopf 1,5 KW
Siegerland: Siegen - Giersberg 1,o KW


Absolut lächerlich für eine Mittelgebirgslandschaft :mad:
 
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#15
DAB+ steckt ja noch mehr oder minder in den Kinderschuhen.....so , und generell gilt Flachland ist leichter zu versorgen als Mittelgebirge, erst Recht bei DAB+.

Es kann im Lauf der Zeit sicher noch Anpassungen in Standorten und Sendekraft geben, wenn man weiß ob und wohin Hörerströme wechseln wollen...es kommt auch ein wenig auf die Einwohnerzahl einer Region an, die man mit einem Sendestandort erreichen kann oder will.
Aber grundsätzlich gilt erstmal 1 KW ist besser als gar KEIN KW...wobei der Ausbau gerade im Nordosten Deutschlands( Uckermark/Vorpommern) noch grössere Reserven hat!
 
#18
DAB+ steckt ja noch mehr oder minder in den Kinderschuhen.....so
Naja, ich würde nicht sagen, das DAB+ 5 Jahre nach der Einführung noch in den Kinderschuhen steckt ;) Im Jahr 2011 in Deutschland gestartet, erlebt man gerade beim Bundesmux, (über den derzeit 13 Bundesweite, nationale Radioprogramme zu empfangen sind), doch schon Ende 2016 eine sehr gute Versorgung! Immerhin wurden bereits über 100 Sendeanlagen in Betrieb genommen. :thumbsup:

Was den Regionalmux betrifft, da ist die Verbreitung in der Tat von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Führend sind sicherlich Länder wie Bayern oder Hessen. Nordrhein-Westfalen und auch ganz Norddeutschland, also das Sendegebiet vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) hängen der Zeit sicherlich ein wenig hinterher. Aber auch hier gilt sicherlich: DAB+ ist nicht mehr wegzudiskutieren. Das Rad der Zeit kann man nicht mehr zurück drehen und auch nicht aufhalten. Wer nicht mit der Zeit geht, wird irgendwann auf der Strecke bleiben und seine Hörer verlieren :D
 
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#25
Also bei Castrop-Rauxel geht es noch gerade so mobil.
Hier im Weserbergland. Strecke zwischen Hameln und Salzhemmendorf auch nur noch mit starken Aussetzern, allerdings kommt aus Osnabrück mit UKW hier kaum noch was an
 
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