Es war einmal: Störgeräusch am Anfang des Frequenzbandes


#1
Liebe Radiohörer- und innen,

meine Frage richtet sich eher an die älteren Leute hier.
Ich erinnere mich noch sehr gut wie ich als Kind fasziniert vor dem Radio saß und mit dem Störgeräusch spielte welches ganz am anfang des Frequenzbandes entstand. Es war ein hohes pfeifen / piepsen, welches sich ständig auf neue Art und Weise modulierte. Fast wie ein elektronischer Vogel, der sich immer wieder neue Melodien ausdenkt. Dieses Störsignal scheint es heute gar nicht mehr zu geben, jedenfalls bekomme ich es mit keinem Radio empfangen.

Kennt das jemand? Ich würde gerne wissen wie man das nennt und warum es entstanden ist.
Ich habe es damals auf edem Canton Reveiver meiner Eltern gehört, es kam auch im Auto (VW Käfer) und dort war es etwas anders, manchmal ein bischen wilder als auf der heimischen Anlage.

Ich freue mich auf alle Beiträge.
Schöne Grüße
 
#3
Hallo Grün,

danke dir, das ist genau was ich meine!
Mit deinem Stichwort habe ich das hier gefunden: https://rephlex.de/blog/2010/10/31/...n-am-unteren-ende-des-radios-fm-ukw-87-5-mhz/

Dort gibt es sogar eine Aufnahme: https://rephlex.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/eurosignal.mp3
heisst das also dass ich heutzutage ein Funkgerät bräuchte um das Live zu hören?
Interessanterweise finde ich die Aufnahme etwas weniger spannend als es Live zu erleben, das ist natürlich reine psychologie, aber so tickt der Mensch nunmal :)

Vielen dank und liebe Grüße
 
#8
Nicht zu fassen, was ein Zufall - ich habe mir selbige Frage immer wieder seit meiner Kindheit gestellt (und durchaus auch mal anderen Personsn, aber nie eine Antwort bekommen) und witzigerweise kam sie mir gestern Nachmittag wieder in den Sinn. Ich kaute aber noch an einer Formulierung, auf "Gedüdel" bin ich einfach nicht gekommen ;)
 
#10
Eurosignal war ein Pagerdienst. In Prä-Mobilfunk-Zeiten konnte man sich so unterwegs "anfunken" lassen. Allerdings bekam man nur mitgeteilt, wer einen kontaktieren wollte. Jede Tonfolge war einem Teilnehmer zugeteilt, dessen Gerät "piepste", wenn "seine" Tonfolge ausgestrahlt wurde. Das Signal wurde knapp unterhalb 87.5MHz deutschlandweit ausgestrahlt, lustigerweise in manchen Regionen in FM und in anderen in AM. In letzteren störte das Signal oft noch breitbandig bis knapp über 88MHz ins UKW-Band hinein. Mit dem Polizeifunk hatte das gar nichts zu tun, der sendete und sendet noch etwas weiter "unten" nebst einigen anderen BOS-Diensten.
 
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#11
heisst das also dass ich heutzutage ein Funkgerät bräuchte um das Live zu hören?
Nein, da es heute nicht mehr ausgestrahlt wird, kann auch kein Funk- oder sonstiges Gerät das mehr empfangen.
Es gibt einige Musikstücke aus dem elektronischen Bereich, in denen das Eurosignal verarbeitet wurde.

Wenn Du immer noch Spaß an diesem Geräusch findest: man kann sich das auch selber nachbauen, siehe: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,164803,164803#msg-164803
 
#12
Interessanter Thread. Ich habe so ein Gerät von Bosch selber genutzt und auch heute noch in irgendeiner Schachtel. Zubehör war eine Autohalterung, in der es geladen wurde und auch gleichzeitig mit der Autoradioantenne gekoppelt war für besseren Empfang. Ein ähnliches Ladegerät mit Netzstecker gab es für zuhause. Dann noch eine Ledergürteltasche für unterwegs. Man konnte sich bis zu vier Telefonnummern zuteilen lassen. Je nachdem welche gewählt wurde wurde auf dem kleinen LCD-Display 1-4 Striche angezeigt und es gab einen Signalton, der auch stummschaltbar war. Nun musste je nach Signal noch die Bedeutung festgelegt werden, z.B. ein Strich = im Büro anrufen, zwei Striche = zuhause anrufen, drei Striche = sofort zurückkommen etc. Man konnte mit dem Gerät also nur empfangen. War man gerade auf der Autobahn oder in der Stadt unterwegs, ging die Suche nach einer Telefonzelle los. Es konnte also nach der Auslösung noch eine Weile dauern, bis sich der angepiepste meldete, aber zumindestens konnte man ihn erreichen. Ein Kollege - freelancer - war der erste, der sich ein C-Netz-Mobiltelefon anschaffte. Massig Platzbedarf im Kofferraum - Festeinbau. Kosten: 12.000 DM, 120 DM Grund-Gebühren im Monat. In seiner ersten drei Monaten war es noch grundgebührenfrei, weil das Netz noch nicht richtig ausgebaut war. Das war noch um 1985-88 rum. Nachdem die Telefone kleiner und billiger wurden (z.B. der Motorola-Knochen) wurde das Ende von Eurosignal eingeläutet.
 
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