Funkhaus historisch: Nalepastraße


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Hallo auch,

bin erst seit kurzem hier. Bin ein Tonmeisterstudent aus Berlin.
Auf der Suche nach Unterlagen über alte RFZ-Studiogeräte bin ich auf folgende Seite gestoßen:

http://www.raupenhaus.de/down/load.php

Dort gibt es auch die Unterlagen über das KSG unter "Studiotechnik".

Nur so nebenbei. Hatte es einen besonderen Grund, daß die RFZ-Module mit "quasi negativer" Spannung arbeiten, bzw. die Minus-Leitung geregelt und die Plusleitung geerdet ist?
Das hat mich doch ein wenig verwundert.

Gruß aus Berlin

MarkusP.
 
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Die ersten mit Transistoren entwickelten Studiogeräte stammen noch aus einer Zeit als es nur Germaniumtransistoren gab. Diese sind alle pnp-Transistoren. D.h. im Gegensatz zu den später verwendeten npn-Transistoren, die auch in der 700er Technik (+24V) ihren Dienst tun, wurden die 300er Schaltungen wegen der umgehrten Polarität der Germaniumtransistoren mit negativer Spannung betrieben. In heutugen Misch- und Verstärkerbaugruppen werden meist Plus und Minus Betriebsspannungen für die verwendeten Operationsverstärker verwendet.
 
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Danke audio,
ich habe lange überlegt, wie ich das formulieren und erklären soll.

@Markusmoog1: Danke für den Raupenhaus-Link, der ist mir mal bei einem Rechnerwechsel abhanden gekommen.

Grüße

KMT-E*


*Kinematische Meßtechnik Block E
 
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Hallo auch,

herzlichen Dank schon mal für die Erklärung.
Negative Betriebsspannung für PNP-Transistoren erklärt das ganze natürlich.
Wurde denn 300-er-Technik im Mischbetrieb mit 700-er Technik verwendet, bzw. sollte diese untereinander tauschbar sein?
Dies würde diesen "Kunstgriff" erklären.
Bei reiner Verwendung von 700-er Technik macht er doch eigentlich keinen Sinn?!?

Interessant finde ich, daß sich in das ein oder andere Modul der 700-er Technik "West-Transistoren" eingeschlichen haben, so die BCxxx im V781. Die eigene Transistoren waren doch eher die SC/SD/SF etc.. pp, bzw. die russichen Typen.

Gruß aus Berlin

MarkusP.
 
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Hier mal ein Photo eines offenen RFZ Faders:



Auf der Suche nach dem Grund schwergängigem Reglerweges oder wackelnden Schlittens, stößt man (für mich etwas unerwartet) auf ein Verschleisteil aus Filz!
Was sehr gut ist, weil ein Filzring besser selbst herzustellen ist als das gießen von Plastikersatzteilen.
Überhaupt die DDR-Plaste werden langsam ganzschön spröde.
Metall und Plastik sind hier schon Notdürftig verklebt. Aber was soll man machen:



Der "Kohlebahn Putzschaumstoff" ist bei den meisten Reglern schon zu Staub zerfallen.
Ersatz aus Basotect macht einen guten Eindruck.
Normaler Noppenschaum quitscht.
 

Anhänge

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Hallo Marek, noch ein B1000 Ü-Wagen bei einem Trabitreff
Hallo Joerg,

den B1000 kenne ich schon - er ist jedoch nur ein entsprechend lackierter Kleinbus ohne jegliche technische Ausstattung. Gab es beim Fernsehen und Rundfunk zum Personentransport. Die Kamera entstammt dem hier bereits behandelten Mercedes Bildübertragungswagen unseres befreundeten Vereines aus Coswig (Fläming).

Marek
 
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Hallo,
leider sind die Beiträge schon von 2005, ich weiss also nicht, ob ihr alle noch da seid.
du hattest geschrieben, dass du mit einem Herren in Kontakt stehst, der sehr früh in der Nalepastrasse gearbeitet hat. Ich bin auf der Suche nach Personen der ersten Stunde.
Es wird bestimmt nicht einfach sein, noch jemanden zu finden, der zwischen 1953-62 dort war. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen. Das würde mich sehr freuen. Auch für weitere historische Hinweise bin ich dankbar
 
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Es wird bestimmt nicht einfach sein, noch jemanden zu finden, der zwischen 1953-62 dort war.
Das wird in der Tat schwierig. Du mußt damit rechnen, daß solche Leute längst im verdienten Ruhestand sind. Ich, auch Pensionär, war bis 1975 in der Nalepastraße. Das eigentliche Problem aber ist, daß diese von Dir gesuchte Generation kaum in der Onlinewelt, also auch hier, vertreten ist, weil die meisten davon den Einstieg in die Computerei nicht mehr mitvollzogen haben. Stelle Deine Fragen trotzdem hier. Es lesen auch einige alte Herren aus der Nalepastraße mit. Und es gibt Jüngere, die sich sehr intensiv mit der Nalepageschichte beschäftigt haben.

Liebe Grüße, Jürgen.
 
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Hallo Zusammen,

Ich bin neu hier und habe eigentlich nicht viel mit dem Radio zu tun. In meiner Freizeit beschäftige ich mich sehr intensiv mit analoger Studiotechnik. Zur Zeit sammle ich überall solche Geräte zusammen, mit dem Ziel irgendwann, in möglichst absehbarer Zukunft, ein kleines, voll analoges "Funkhaus" zusammen zu bauen.

In der letzten Zeit interessiere ich mich, der Zuverlässigkeit halber, immer mehr für die Osttechnik. Momentan besitze ich ein paar T2221, eine Mechlabor STM-200b (jedoch nur mono bestückt) und eine Mechlabor STM-610.

Leider habe ich es noch nicht geschafft, hier alles restlos durch zu lesen, trotzdem möchte ich gerne mal folgende Frage stellen:

Kann mir jemand von Euch einen kurzen Überblick über die vor der Wende eingesetzten Studiogeräte geben? Zusätzlich zu den oben erwähnten Geräten habe ich schon mal Bilder von einem T146, einem SL-102 (Mechlabor), einer R722 und einer T4224 gesehen, habe aber leider auch da keine weiteren Informationen. Im weiteren wäre ich froh, wenn mir jemand eine Übersicht über die RFZ Mischpulte geben könnte, ich kenne da nur die Bilder vom DT-64 Pult und von dem aus der Hörspielregie. Die Pulte machen auf mich einen sehr guten und soliden eindruck.

Falls noch irgendwo solche Technik (zu zahlbaren Preisen) zu haben wäre, wäre ich da übrigens sehr interessiert.

Ich danke euch schon zum Voraus viel mal für Eure Bemühungen.

Falls übrigens jemand von Euch Infos zu alten Studergeräten sucht kann er sich gerne an mich wenden, ich besitze viele Geräte aus der Anfangszeit von Studer bis in die 80er Jahre und natürlich auch technische Unterlagen dazu. Wenn Ihr wollt kann ich mal versuchen ein paar bilder davon ein zu stellen.

Viele Grüsse aus der Schweiz

Simon
 
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Auf der Suche nach dem Grund schwergängigem Reglerweges oder wackelnden Schlittens, stößt man (für mich etwas unerwartet) auf ein Verschleisteil aus Filz!
Was sehr gut ist, weil ein Filzring besser selbst herzustellen ist als das gießen von Plastikersatzteilen.
Überhaupt die DDR-Plaste werden langsam ganzschön spröde.
Metall und Plastik sind hier schon Notdürftig verklebt. Aber was soll man machen:
Oh Gott meine erste Arbeit als Facharbeiter in der Messtechnik. Die "neuen" Filze weiten damit alle Regler mit gleichem Kraftaufwand bewegt werden konnten. Es gab sogar eine Lehre wo man ablesen konnte wieviel Nm Kraft notwendig waren um den Regler zu öffnen. Was ne Scheissarbeit.
Gruss
 
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Oh Gott meine erste Arbeit als Facharbeiter in der Messtechnik. Die "neuen" Filze weiten damit alle Regler mit gleichem Kraftaufwand bewegt werden konnten. Es gab sogar eine Lehre wo man ablesen konnte wieviel Nm Kraft notwendig waren um den Regler zu öffnen. Was ne Scheissarbeit.
Gruss
Na zum Glück haben wir keine solche Lehre. :D
Aber Arbeit wirds wohl trotzdem.
 
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... kennt jemand die Vergangenheit vom Funkhaus Grünau? ... Ich habe dort übrigens von 1964-1967 gelernt-war eine tolle Zeit.
Hallo Klaus und alle anderen,

Wolfhard Besser hatte ja schon ausführlich hier im Forum darauf geantwortet. Aber es gibt inzwischen auch einen Wikipedia-Artikel zum Thema. -> Funkhaus Grünau. Im Zusammenhang mit der Erstellung dieses Artikels wurde auch Deutscher Soldatensender 935 ergänzt und erweitert. Vielleicht interessiert es ja jemanden hier. BTW, Klaus, kennen wir uns möglicherweise? Klaus Bauerfeld, einer der besten Lehrlinge? Ich war von 1966 bis 1968 in Grünau blutjunger Lehrmeister.

Liebe Grüße, Jürgen.
 
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Auf Youtube ist ein Bericht von 1991 (?) über DT64 aufgetaucht.


Schnell geschnitten, aber es gibt einige Einblicke in das Funkhaus Nalepastraße, in heruntergekommene Redaktionsbüros (der Zustand war mir nicht als so schlimm in Erinnerung) und in Kontrollraum K6 nebst Sprecherraum. Alles da: das 700er RFZ-Pult, die Mehrkanal-Pegelanzeige, deren Sinn ich noch immer nicht ergründen konnte, der Aphex Dominator im Sendeweg, die Mechlabor-Plattenspieler und die Mechlabor-Bandmaschinen aus Ungarn, die Gefell-Mikrofone - und die Studer-CD-Player.

Die grünen 7-Segment-Anzeigen gehörten dem (Eigenbau?)-Gerät, das sie liebevoll "WUP" nannten: wählbarer Umfrage-Prozessor. Also eine TED-Anlage mit Zählung der Anrufe auf maximal 10 Leitungen. "Ihr Anruf wurde gezählt, bitte auflegen."

CD-Player hatten sie übrigens schon 1987 bekommen, also lange vor der Wende. Nicht, daß jemand denkt...


Hier noch das Portrait über die Ferienwelle Rostock, interessant nicht nur in technischer Hinsicht.


Es lief da kurz nach der Wende erwartungsgemäß auch mit RFZ-Pult, man hatte aber schon eine Pegelanzeige aus Jüngers früher Schaffensphase (als Delta Systems), man hatte die großen Geithains und offenbar Neumänner. Interessant ist für mich, wie groß das lokale Musikarchiv war - es handelte sich also zu DDR-Zeiten schon um weit mehr als nur eine kleine Außenstelle der Nalepastraße. Und ebenfalls neu war mir, daß es die Nordlichter in der Zeit zwischen DDR und NDR auf 2 Programme gebracht hatten. Die Sachsen hatten derer ja bekanntlich sogar drei...

Sehr sympathisch das ganze. Und schade, daß da der NDR drübergerollt ist. NDR 2 brauchte da oben wirklich niemand.


Ach so: RIAS 2 gibt es hier zu sehen. Und man merkt, wie widerwärtig billig die Geisteshaltung hinter dem Programm war. On air kam die gar nicht so derbe rüber wie hier direkt im Interview mit Andreas Dorfmann. Das ist ja Verachtung pur. Ekelhaft.
 
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Sehr schönes Video von der Ferienwelle - ich hab da (ca. 1982/83) eine Zeitlang gejobt und in dem Film einiges wiedererkannt., auch ein paar ehemalige Kollegen.
Der Tontechniker bei 0:40 - 0:50 dürfte Uwe Lenschow gewesen sein, wie heisst denn der Moderator bei 1:50 ? Er kommt mir auch bekannt vor.
Lang ist's her, Nostalgie... ;)
 
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Sehr schönes Video von DT 64. Schiewack scheint die Zeit aber längst vergessen zu haben, höre Jump ...

Dafür hat sich Kollege Wassermann kaum verändert, die Rotzbremse ist weg ...
 
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Hallo zusammen,
ich bin neu hier und habe mit großem Interresse das gesamte Thema gelesen und bin begeistert wie viel Wissen hier zusammengetragen wurde. Respekt! Wäre ja schon fast genug für nen schönes Buch! Ich bin selber gelegentlich in der Nalepastraße aktiv und mich interessiert sehr was wohl früher in den Räumen passierte. Konkret geht es um das Studio R1. Ist im Block A in der 1. Etage. Hat jemand ne Ahnung was da früher drin war? Gibt ja nicht so viele R-Räume glaub ich...
 
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Hallo zusammen,
Konkret geht es um das Studio R1. Ist im Block A in der 1. Etage. Hat jemand ne Ahnung was da früher drin war? Gibt ja nicht so viele R-Räume glaub ich...
Man unterschied A- (Aufnahme-), C- (Cutter-), P- (Produktions-), R- (Regie-) und K-Räume (Kontroll-). Anschaulich beschrieben wurden diese Räume in der Zeitschrift "Radio und Fernsehen", Heft 14, 1955. Aus diesem Artikel stammt auch das Bild des R-Raumes.
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Ob es nun R1 oder R2 war, geht aus dem Bild nicht hervor. Es gab nur zwei R-Räume. R2 wurde später in K13 umbenannt. Man sieht auf dem Bild im Vordergrund das Tonmischpult mit 'üppigen' acht Reglern und im Hintergrund Bandmaschinen R28 und ein Plattenlaufwerk.

Herzliche Grüße, Jürgen
 
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Hallo zusammen,
habe dieses Forum zufällig gefunden. Ich hab gleich eine Frage: Kennt jemand Christian Jaskula? Er war in den 70ern in der Nalepastraße tätig. Mit Messtechnik und ich glaube Studiotechnik hatte er zu tun. Danke.
 
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