Gendern im Radio


Mannis Fan

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Da ich mit dem "ekligen Vokabular" gemeint war: Ehrlich gesagt, ich hätte das noch toleriert und locker auch weiter ausgehalten. Also zu meinem Schutz jedenfalls muss diese partielle Sperrung des Users oder der Userin nicht sein.
 

Habakukk

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Manche Sprecher/Sprecherinnen/Sprechenden haben das mit der Pause beim Gendersternchen ja nicht so gut drauf. Das klingt dann, als wären nur Frauen gemeint, auch wenn es offensichtlich um beide Geschlechter geht.

Und bei der Nennung beider Geschlechter wird oft so gehudelt, dass man denkt, trotzdem nur ein Geschlecht gehört zu haben ("liebe Wähler und Wähler")...

Ich dachte mir dann: warum nicht einfach ab jetzt für 100 Jahre das Generische Femininum einführen? Das wäre nur gerecht nach so vielen Jahren Generisches Maskulinum. Und: man könnte auf dieses grausame Verhunzen der Sprache mit solch umständlichen Konstrukten verzichten. Ich glaube, daran könnte ich mich deutlich schneller gewöhnen.
 

Nordi207

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Das mit der zu kurzen Pause ist in der Tat das Problem, weswegen ich oft Ablehnung gegen diese Form des Genderns erlebe. Sie scheint ein Problem zu lösen, wärend sie ein neues schafft. (Nur Frauen angesprochen...?) Für viele (ja, auch für mich) war die maskuliene Form schon immer auch ein Neutrum, besonders im Plural.
Für mich persöhnlich sind die Nennungen beider Geschlechter leider richtige Zungenbrecher. (Das hat nicht mit Unwillen sondern mit können zutun)

Wenn man das alles hier und in den Links so liest, könnte man meinen, die deutsche Sprache sei von Grund auf diskriminierend.
 

AgnesGerner

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Man könnte fast meinen, dass wir zurzeit sonst keine Probleme haben.

Aber ich befürchte, dass die Seuche des Gendermainstreamings nicht irgendwann vorbei sein wird wie die Coronapandemie.
Übrigens, Gendermainstreaming wird gern mit Gentrifizierung verwechselt, wie in einem anderen Forum schon mehrfach geschehen. Das sind zwei grundverschiedene Angelegenheiten, aber darauf will ich jetzt nicht näher eingehen, das würde den Rahmen hier sprengen.
 

Beyme

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Übrigens, Gendermainstreaming wird gern mit Gentrifizierung verwechselt, wie in einem anderen Forum schon mehrfach geschehen. Das sind zwei grundverschiedene Angelegenheiten,
Richtig, und keine davon hat was mit geschlechtergerechter Sprache zu tun. Darum wundere ich mich gerade über den Zusammenhang mit diesem Thread.
 
Zuletzt bearbeitet:

Radiocat

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Freilich. Pädagogik und Pädophilie sind ja auch zwei paar Stiefel, auch wenn beide Begriffe mit Päd anfangen. So gewisse Zusammenhänge sind aber (hier wie dort) nicht ganz zu leugnen. ;)
 
AgnesGerner, 25.11.2020: "Dieses unsägliche Gendern in der deutschen Sprache, die in ihrer langjährigen Entwicklungsgeschichte schon viele durch Willkür einer verblendeten Minderheit Sprachbeugungen überlebt hat, wird sich auch nur als ein episodenhafter Versuch erweisen wie ein schleichender Furz, dessen Geruch sich im Luftstrom der frischen Luft verflüchtigt."
AgnesGerner, 23.02.2021: "ich befürchte, dass die Seuche des Gendermainstreamings nicht irgendwann vorbei sein wird wie die Coronapandemie."
 

AgnesGerner

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@Phrasenschwein

Haha, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Aber damals ist mir diese neuartige Unsitte noch nicht im TV begegnet, was ja mittlerweile auch da (zumindest bei den öffentlich-rechtlichen Sendern) Einzug gehalten hat.
 

Nordi207

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Mir ist so, als habe das Gendern mit Beginn der Pandemie Anfang 2020 erst so richtig an Fahrt aufgenommen. Es gibt es natürlich schon länger, aber seit Corona scheint es so eine Art Auflockerungsthema zu sein.
 

Wombel

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Schon wieder eine Contradictio in adjecto in der Anwendung der sprachlichen Anpassung im Sinne einer Geschlechtergerechtigkeit:
Nachrichten DLF:
"...Erstmals übernimmt eine Frau das Amt der Generalsekretärin der katholischen Deutschen Bischofskonferenz..."
Meine Überlegung:
Es gibt zwei Ämter, einmal das für die Generalsekretärin, einmal das für den Generalsekretär.
Welches Geschlecht sollte dann die Generalsekretärin haben, außer weiblich (oder divers etc.pp.)
Oder, die maskuline Form der Ämterbezeichnung sollte auf die Vergangenheit ersteckend eliminiert werden.
Das hieße, ein Bundeskanzler Adenauer ist dann plätzlich als Bundeskanzlerin zu bezeichnen.
Dabei wäre es doch so einfach gewesen, diesen Lapsus durch eine Formulierung nachfolgender Art zu umgehen:
"...Erstmals löst Frau Sowieso den bislang amtierenden Generalsekretär Sowieso im Amt ab. Damit ist das erste Mal in der katholischen Kirche dieses Amt auf eine Frau übergegangen..."
 

Topfgucker-SFX

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Wieso schreibst du eigentlich hier, wenn du in der Tat absolut keine Ahnung hast?! Dein Vokabular ist sowas von eklig. Thema verfehlt, wenn du von Türen und Genus schreibst..
Mannis Fan lese ich hier mit am liebsten. Finde es immer putzig, wenn er mal wieder etwas mit Ansage ignoriert. ;)

Du scheinst generell ein Problem mit dem weiblichen Genus - nicht nur in der Sprache - zu haben.

Du hast also eine Verschwörung ausgemacht. Mich würde brennend interessieren: Wer steckt hinter der "Propaganda" und was will er damit erreichen?
Das würde mich allerdings auch mal interessieren.

Ein bisschen mehr Entspannung würde der Debatte gut tun.
Denke, man muss sich da zurücklehnen und abwarten wie sich der Faden entwickelt. Anspannung und Entspannung sind natürliche Prozesse, über die ich für meinen Teil jedenfalls nicht immer die volle Herrschaft habe.
Ich lehne mich in der Gender-Sache zurück und warte ab, welche Form/Schreib/Sprechweise sich längerfristig durchsetzt. Sprache hat sich verändert und wird sich immer wieder verändern. Das ist ein gesellschaftlicher Prozess.
Wenn die sympathische heute-Moderatorin mir mir von heute auf morgen etwas von "Journalist.....innen" erzählt, dann ist das sicher nicht das Produkt einer natürlichen Wandlung der Sprache. Mit welcher Veränderung in der Sprache wird sie uns vielleicht morgen schon beglücken? Mit Klicklauten etwa, während sie "Robert Habeck" sagt, verbunden mit der guten Absicht, Afrika nicht länger auszugrenzen?
Da fordern also wohl überwiegend Frauen, dass sie in der deutschen Schreib/Sprechweise gleichbehandelt und sichtbar werden. Warum auch nicht, sie sind ja ca. die Hälfte der dt. Bevölkerung. Weil sie aber immer noch an vielen Ecken als "das schwache Geschlecht" behandelt werden (weniger Lohn für gleiche Arbeit, Sexismus usw.), wird auch diese Forderung von einigen vehement abgeschmettert.
Jemand wunderte sich einmal, warum Arbeitgeber eigentlich so gerne Männer einstellen - wenn sie einer Frau für die gleiche Arbeit doch weniger Lohn bezahlen müssen. - Persönlich kannte ich allerdings mal eine, die schuftete am Bildschirm-Arbeitsplatz in der Tat für zwei. Und war richtig gut bei dem was sie tat. Bekam natürlich auch mehr Geld als ich Schluri. - Bin dann als Quereinsteiger zum Radio.

"Das war schon immer so, wieso sollte es sich jetzt ändern?" können nur die sagen, die von dieser Ungleichbehandlung nicht betroffen sind und auch kein offenes Ohr dafür haben. Das meiner Meinung nach stur und ignorant.
Kenne ich noch von meiner Schwester seiner EUROPA-Kinderschallplatte. Ziegenpeter von "Heidi" sagte das: "Weil´s immer schon so war bei uns!" - Ein ignoranter Sturkopf, ein schweizerischer! Ähnlich äußerte der Almlümmel sich ein anderes Mal über den Vorgang des Alpenglühens, aber das kriege ich jetzt im Wortlaut nicht mehr hin. Ich würde so etwas heute eh nicht mehr anhören, weil PoC in der Schweizer Alpensaga deutlich unterrepräsentiert sind. Jedenfalls nicht solange dieser unerträgliche Vorgang nicht rückgängig gemacht worden ist. (Rollstuhl-Klara zählt nicht, die konnte ja irgendwann später wieder laufen.)
Gleiches gilt für Rassismus in der Sprache. Da weisen Gruppen von Menschen auf rassistische/abwertende Begriffe hin, in der Hoffnung, dass diese nicht mehr verwendet werden. Anstatt sich damit zu beschäftigen und ggf. persönlich was zu ändern, wird sich aber von einigen darüber lustig gemacht und deren Forderungen wieder abgewertet.
Und dann hatten wir noch eine Kinderschallplatte, die hieß: "Zehn kleine Negerlein - Die schönsten Kinderlieder". Hier kamen wiederum verhältnismäßig viele PoC drin vor - zehn an der Zahl, um genau zu sein. - Ein Meilenstein in Sachen Toleranz und Vielfalt! Und das bereits in den 70ern.

Für sie ist es wohl einfacher rumzupöbeln, als sich mit der Sache an sich auseinanderzusetzen. Da dreht man dann den Spieß lieber um und fühlt sich selber als Opfer, wenn man die Person darauf aufmerksam macht, dass sie rassistische/abwertende Begriffe benutzt. (Nichts darf man mehr sagen!) Gleichzeitig sagen Sie zu den Leuten, die sie abwerten, "stellt euch nicht so an. Ist ja nicht böse gemeint."
Von welcher Kinderschallplatte ist das denn? - Der kleine Muck? Goldmarie und Pechmarie? Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn? ... Gefällt mir jedenfalls.
Um es abzukürzen: Mehr inhaltliche Auseinandersetzung mit den Forderungen, weniger Sturheit und Ignoranz.
Umverteilung jetzt!

... Nein, man muss die Frauen und die Menschen schon alle gleich behandeln, stimmt schon. Aber ich sach ma: Sturheit und Ignoranz haben die Konservativen nicht ausschließlich für sich gepachtet.

Ich bin mir da übrigens nicht so sicher. Meine persönliche Vermutung ist eher, dass er Dich in der kurzen Taktung mit dem Topfgucker verwechselt hat (als Du Topfguckers Anmerkungen zum Genus fortgeführt hast)
Danke, Beyme, das bedeutet mir sehr viel! *rotwerd*

Und nicht die gute alte Menschenverachtung vergessen!
Man kann es nicht oft genug sagen/schreiben.
Ach selbstverständlich, die Menschenverachtung! Das mit der Menschenverachtung versteht sich doch von selbst, oder!? - Aber abgesehen von dem weiblichen Genus, dem strukturellen Rassismus und der Menschenverachtung - was haben die Römer je für uns getan?

Manche Sprecher/Sprecherinnen/Sprechenden haben das mit der Pause beim Gendersternchen ja nicht so gut drauf. Das klingt dann, als wären nur Frauen gemeint, auch wenn es offensichtlich um beide Geschlechter geht.
Da ich (etwa einen Millimeter rechts von Herbert Grönemeyer) ja überall Verschwörungen wittere, dachte ich lange Zeit, wir lebten unter der allweisen Herrschaft der "U". Dabei war natürlich stets die EU gemeint gewesen. (Zuviele Likörende oder Weinende am Vorabend?)

Aber was ist eigentlich die "Aaaaaacht", von der in den Verkehrsmeldungen im Radio oft die Rede ist? - Die Tafelrunde der "U" vielleicht?

Und bei der Nennung beider Geschlechter wird oft so gehudelt, dass man denkt, trotzdem nur ein Geschlecht gehört zu haben ("liebe Wähler und Wähler")...
Dabei könnte alles so einfach sein: "Liebe Einige, verehrter Konsens,"... Naja, dann unter Kanzler Habeck vielleicht.

Das wäre nur gerecht nach so vielen Jahren Generisches Maskulinum. Und: man könnte auf dieses grausame Verhunzen der Sprache mit solch umständlichen Konstrukten verzichten. Ich glaube, daran könnte ich mich deutlich schneller gewöhnen.
Dabei hatte ich gerade gelernt, dass Sprache eine Art natürlicher Fluss ist, der keine Staudämmenden benötigt. Selbst unser grüner Gottministerpräsident Winfried K. stimmt mir zu, dass die Menschen so reden sollen wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Hierfür bin ich ihm dankbar.
 

Topfgucker-SFX

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Er hat mir ja auch beim Inhalt geholfen! Er hat die Sache mit der lauwarmen Seifenlösung gelöscht, an der Stelle, bei der es um die Einführung des weiblichen Genus für hundert Jahre ging.
 

Beyme

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@Radiocat So unterschiedlich können die Wahrnehmungen sein. Ich finde, der Text lebt in weiten Teilen von der Verächtlichungmachung insbesondere der Argumente von @fritz2006 und reiner Lust an der Provokation, wenn dann auch noch Rassismus eingewoben wird. Vielleicht wäre "Polemik" das treffendere Wort als "Kolumne". Der Text ist meines Erachtens in keiner Weise auf Austausch ausgerichtet und es nicht möglich, konstruktiv darauf einzugehen.

Aber das kommt wohl dabei raus, wenn sich gewisse Leute durch die Art Moderation hier im Forum bestärkt fühlen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Radiocat

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Du scheinst mir so humorbefreit wie die meisten der Zeitgenossen, die so ähnlich ticken wie Du. Das Bedenkliche ist, dass solche sich mittlerweile in einflussreichen Stellen befinden und uns diese politische Korrektheit und Humorlosigkeit aufzwingen möchten. Ich werde mich dem widersetzen, allerdings nicht humorlos. Jeder und alles hat es verdient, dass darüber gelacht wird. Das ist wahre Gleichberechtigung. Ansonsten hilft: Entspannt durchs Leben gehen, zurücklehnen und öfter mal schmunzeln.
 
Wenn es nach den selbsternannten Inhabern der moralischen Deutungshoheit geht, sind Satire, Ironie, Sarkasmus und Bissigkeit natürlich ganz allein Beiträgen vorbehalten, die sich gegen konservative und liberale Positionen richten, niemals aber gegen die eigene Weltanschauung. Das ist dann immer der Moment, wo den vermeintlich Toleranten ihre eigene Intoleranz auf die Füße fällt.
 

Wombel

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Schon wieder eine Contradictio in adjecto in der Anwendung der sprachlichen Anpassung im Sinne einer Geschlechtergerechtigkeit:
DLF hat schon nachgesteuert:
24.02.2021 09:43 O-Ton: Florin: "...Ob man das wohl so sagen kann: "Generalsekretärin", man sagt das nicht so..."
Vorher ist die maskuline Form plötzlich wieder drin. "Generalsekretär".
 
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