Quo vadis, Deutschlandradio?


Die Produktion des Hörspiels „Die Enden der Parabel“ nach dem Roman des amerikanischen Schriftstellers Thomas Pynchon ist in jeder Hinsicht ein Großprojekt. Erstmalig hat der Autor einer Bearbeitung seines Opus Magnum zugestimmt. In der Regie von Klaus Buhlert ist ein fast 15-stündiges, hochkarätig besetztes Hörspiel entstanden. Die Radiopremiere im Deutschlandfunk startet mit einer großen Pynchon-Radionacht vom 18. auf den 19.April 2020.
https://www.deutschlandfunkkultur.d...gravity-s.3692.de.html?dram:article_id=470278
 
Na endlich! Die Deutschlandradios haben ihre Radiostreams verbessert. AAC 256 kbit/s 48 Khz Stereo.
Es wäre schön wenn sich nun auch die anderen Öffentlich-Rechtlichen Radiosender dem anschließen würden.
Leider versorgt man bei Deutschlandfunk Kultur den Stream mit dem UKW-Processing - wenn auch zumindest ohne Limiter.

Deutschlandfunk Kultur UKW:

dlfkultur_ukw.jpg

Deutschlandfunk Kultur AAC 256 kbit/s Stream:

dlfkultur_stream256.jpg

Allerdings ziehe ich DVB-S weiterhin vor, da zum Glück wohl nach wie vor ohne Processing:

dlfkultur_dvb-s.jpg

Beim Deutschlandfunk unterscheidet sich das Processing sowieso nicht, dort ist auf UKW nur der Limiter ordentlich am werkeln:

Deutschlandfunk UKW:

dlf_ukw.jpg

Deutschlandfunk AAC 256 kbit/s Stream:

dlf_stream256.jpg

Deutschlandfunk DVB-S:

dlf_dvb-s.jpg
 
Besten Dank für die Info!

Und wieder erweist sich AAC als inkompatibel - zumindest bei mir.

Im Winamp 5.66 knacken alle Streams. Im VLC 3.0.8 (den ich aufgrund seines GUI hasse und nicht zur Audio-Wiedergabe haben will), laufen sie knackfrei.

Schneide ich via VLC den Stream mit, ist das File auch auf dem Winamp knackfrei spielbar. Schafft man das irgendwie auch mit dem Livestream?

Der 48-kbps-Stream startet sowohl auf Winamp als auch auf VLC mal in mono, mal in stereo. Kann das jemand nachvollziehen? Außerdem ist er witzigerweise LC-AAC, was zwar keinen Dreck durch die Spektralbandreplikation reinbringt, aber schon etwas zischelt. Kann man abwägen, läuft erstaunlich gut.

Solange AAC sich so verhält und nicht problemlos abgespielt werden kann, ist das eine nette Spielerei, aber nicht wirklich der große Wurf. Ein anständiges 256er MP3 wäre letztlich fast genausogut wie ein 256er LC-AAC, würde aber hochkompatibel sein.

(Ja, Meckern auf hohem Niveau...)

Wie ist das auf Hardware-Playern? Also auf den typischen Internetradios? Oder auf den DAB-Internetradio-Kombis? Wird das da unterstützt? Und korrekt decodiert?

Es wäre schön wenn sich nun auch die anderen Öffentlich-Rechtlichen Radiosender dem anschließen würden.
Bitte mit MP3. Dann läuft es wenigstens kompatibel. Bei den Popwellen würden ja schon 192er MP3-Streams gut sein, bei den gehobenen Wellen dann 256er.

Man kann die Streams ja auch parallel in MP3 und AAC anbieten. Jeder hört zur gleichen Zeit ohnehin nur einen davon, es gibt also keine größere Datenlast.
 
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Nachtrag: ich hatte mal an einem (!) Musiktitel (an diesem) eine Testreihe gemacht mit MPEG 1 Layer 2, MP3 (LAME 3.93) und LC-AAC (Fraunhofer). Hatte das aber dann nicht im Blindhörtest ausgewertet, sondern unerlaubterweise technisch, durch Differenzbildung mit dem Original. Und dann nach TruePeak und Lautheit (R128) der Artefakte sortiert. Das ist nicht korrekt, da es die psychoakustischen Eigenschaften nicht berücksichtigt: Wenn man technisch auswertet, muss man die Maskierungsschwelle hernehmen und schauen, ob die Artefakte darüberliegen. Das kann ich mangels der psychoakustischen Daten nicht.

Ist aber auch so ganz interessant:


Artefakte nach Lautheit sortiert

96 LC-AAC
192 MP2
128 LC-AAC
160 LC-AAC
192 MP3 lame 3.93.1 stereo
256 MP2
192 LC-AAC
192 MP3 lame 3.93.1 joint stereo
224 LC-AAC
256 LC-AAC
256 MP3 lame 3.93.1 stereo
320 MP2



Artefakte nach Peak Level sortiert

96 LC-AAC
192 MP2
128 LC-AAC
192 MP3 lame 3.93.1 stereo
160 LC-AAC
256 MP2
192 MP3 lame 3.93.1 joint stereo
192 LC-AAC
224 LC-AAC
256 MP3 lame 3.93.1 stereo
256 LC-AAC
320 MP2

Quelle: CD, 3 dB abgesenkt und auf 48 kHz resampled

Am Hörfunktransponder geht also nach wie vor nichts vorbei (nichts, was nicht FLAC hieße). Krass, was Layer 2 bei den hohen Bitraten für einen qualitativen Sprung macht. Die 256 Layer 2 der DRadios via DVB-S könnte man hingegen beinahe schon mit nem 192er MP3 einfangen.
 
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Allerdings ziehe ich DVB-S weiterhin vor, da zum Glück wohl nach wie vor ohne Processing:
Ich hoffe auch, dass das ohne Processing bleibt, muss aber anmerken, dass man es deswegen sauschlecht auf UKW umsetzen kann mit Kopfstellenumsetzern. Man muss mehrere dB Lautheit aufgeben, damit es vor allem bei Sprecherinnen nicht spuckt wegen Hubüberschreitung. Wir sind nach wenigen Tagen dann doch auf UKW-Umsetzung übergegangen, um das wegzubekommen und hatten glücklicherweise (und völlig überraschend, sonst hätte ichs gleich so gemacht) perfekten UKW-Empfang dafür. Alle anderen Frequenzen vom gleichen Senderstandort sind an der Kopfstelle nur als Murks zu empfangen, nur DLF Kultur nicht. Glück gehabt. DLF holen wir von einem anderen UKW-Standort, da gibt es ohnehin keine Probleme.

DLF Nova umzusetzen ist aber auch so eine Story. Geht auch nur mit deutlicher Unterpegelung. Sonst spuckts derbe. Da ist ja sowieso nix für UKW im Signalweg, weils nirgendwo offiziell auf UKW verbreitet wird. Es geht aber trotzdem ganz gut, siehe Anhang.

DLF Nova auf UKW.jpg
 

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damit es vor allem bei Sprecherinnen nicht spuckt wegen Hubüberschreitung. DLF-Magazin vom 5. Dezember 2019.

Habe es aufgegeben, mich mit diesen "Dreckeffekten" weiter zu beschäftigen. Das Befremdliche ist nur, dass einem ständig einsuggeriert wird, dass die Digitalisierung erhebliche Klangverbesserungen brächte.
"DAB+ mehr Radio". So hört es sich an. Siehe Bild.
 

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War Dein Beispiel von DAB+?

Ich bezog mich auf die Umsetzung einer nicht für UKW aufbereiteten "Sendeleitung" auf UKW. Und das ist eine Randanwendung mit sinkender Tendenz (Kabel-UKW gibt es ja bei den zwei größten Netzbetreibern nicht mehr, was ich sehr bedauere). Der Spuckeffekt auf UKW ist so alt wie UKW und wurde schon vor über 60 Jahren nebst Wegen zur Abhilfe erforscht.


Falls Du DAB+ meinst, wäre zu schauen, ob der Effekt schon in der Produktion drin war oder erst durch DAB+ mit seinem leider auch bei den DRadios HE-AAC entstanden ist.

Es ist ein riesengroßer Vorteil der digitalen Wege (auch DAB+!), dass keine Preemphasis mehr im Spiel ist und man linear aussteuern kann, keinen Transientenlimiter braucht etc. Ich will diesen Vorteil über die digitalen Wege auch nicht missen, er zahlt sich normalerweise klanglich aus. Wenn es abseits von UKW zu Problemen damit kommt, sind vermutlich minderwertige Komponenten im Spiel. Nicht jede Analogelektronik kann mit sauberen transienten Signalen umgehen und sie so belassen, wie sie sind. Meine 50-EUR-Kondensatormikrofone machen bei S-Lauten auch etwas, was 500-EUR-Neumänner nicht machen...
 
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Es wäre schön wenn sich nun auch die anderen Öffentlich-Rechtlichen Radiosender dem anschließen würden.
Der MDR nutzt ebenfalls bereits aac Streams. Da sind aber selbst die "höchsten" angebotenen Bitraten nur 72kbps und es klingt genau so schäbig wie auf DAB+ (wo wahrscheinlich die Netto Audio Bitrate auch nur bei ca 72-74kbps liegt). Aber hohe Qualität sucht man beim MDR eh vergebens
http://mdr-284320-0.cast.mdr.de/mdr/284320/0/aac/high/stream.aac
http://mdr-284330-0.cast.mdr.de/mdr/284330/0/aac/high/stream.aac
 
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Der hessische Rundfunk wird künftig, wie auch der Deutschlandfunk bereits heute, adaptive HLS-Streams mit AAC zusätzlich anbieten. Einen Termin gibt es aber noch nicht und auch die kbit-Stufen sind derzeit noch nicht festgelegt.
 
Noch mal zur Frage nach den Gründen für die Neubetitelung der Sendestrecken im Deutschlandfunk:

Weil nicht sichergestellt werden kann, dass Beiträge
1. vorliegen
2. zur passenden Zeit sendefertig sind
3. nicht zugunsten aktueller Berichterstattung aus dem Laufplan fliegen.
Bislang stämmt der DLF sein tagtägliches Programmschema beinahe komplett nach der Sortierung vor Einführung des neuen Sendeplans. Wirklich "verwässert" wurde nur bei "Europa heute" und "Wirtschaft und Gesellschaft". Obendrein haben "Tag für Tag" und "Forschung aktuell" die Plätze getauscht und "Kultur heute" wurde vorverlegt; mehr ist aber nicht passiert.

Darum könnten die alten Sendungsbezeichnungen mindestens als Untertitel weiterbestehen, in der EPG realisierbar wie bei der herkömmlichen "Radionacht"; in der Mediathek heißen sie eh noch so wie früher. Dafür spricht auch, dass manche Fachredaktionen ihre Sendungen immer noch selbst moderieren ("Forschung aktuell", "Umwelt und Verbraucher") und dies nicht an die oder den Strecken-Mod delegieren.

Was jedenfalls nicht sein müsste, sind umwegige Alternativ-Betitelungen, um dem nachfolgenden Programminhalt doch noch irgendwie einen Namen zu verpassen: "Deutschland heute" scheint jetzt inoffiziell "Blick in die Bundesländer" zu heißen. Kapiert man genauso, keine Frage; ich find's trotzdem unnötig umständlich.
 
Dann schau nochmal kurz auf das Datum der verlinkten EPG ;)

Apropos DLF Kultur, dort moderiert anders als bei den Kölnern jeweils einer oder eine die 3 bis 4 Stunden lange Strecke und damit auch alle in ihr eingegliederten regulären Sendungen.

Nachwievor stören mich vor allem die trivialen Oberbezeichnungen a la „Der Vormittag“, sorry, leider durch den Dudelfunk verbrannt.

Dann doch schon eher bei dem bewährten bleiben und da wo es arg vom gewohnten abweicht auf das bei spontanen Sondersendungen etablierte „Deutschlandfunk aktuell“ umschwenken.
 
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Apropos DLF Kultur, dort moderiert anders als bei den Kölnern jeweils einer oder eine die 3 bis 4 Stunden lange Strecke und damit auch alle in ihr eingegliederten regulären Sendungen.
Seit diesem Montag allerdings präsentiert der/die jeweilige Moderator/-in sein/ihr wiederholtes „Im Gespräch“ von 2019 oder 2018 um 09:05uhr.
Finde es schon schwach, dass man diese Sendung nicht mit neuen Folgen bespielen kann.
 
Ja, da sind sie nicht die einzigen mit, technisch wäre doch sowohl das Zuschalten des Gesprächspartners als auch ein Mindestabstand zu diesem im Studio realisierbar.
 
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Wo wir gerade beim Deutschlandradio und täglichen Gesprächsformaten, bei Corona und bei "Ideen und Maßnahmen..." und wobei auch immer...

...also wo wir gerade dabei sind, bietet sich für morgen vielleicht dieser Programmhinweis an.
 
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