Radio und Coronavirus: Wirtschaftliche Auswirkungen


Zwerg#8

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Die gute Nachricht: Die Rente - ähm - das Weihnachtsgeld ist sicher!

Wie u.a. tagesschau.de unter Berufung auf das Statistische Bundesamt schreibt, erhalten Tarifbeschäftigte in der Radiobranche in diesem Jahr 5509 Euro (brutto) Weihnachtsgeld.

Nicht schlecht. Das gilt aber halt nur für Tarifbeschäftigte.
 
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Tweety

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Interessant. Also in NRW fordert man direkt eine Beschäftigungsgarantie für die Angestellten im Lokalfunk. Warum dann nicht direkt ein Beamtenverhältnis anstreben? Die machen sich echt langsam lächerlich.
 
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antonia-123

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Die fehlende lokale Werbung - ist sie wirklich verschwunden ? Wenn ich die heute nun mal üblichen Streams einschalte (vorhin bei laut.fm und Absolut getestet), dann kommt dort immer lokale Werbung aus meiner Gegend - zielorientiert durch die Zuordnung der IP , vermute ich mal. Durch Corona ist halt viel in Bewegung geraten. Der Blick in die Bilanzen der einzelnen Sender ist ehrhellend. Das, was da im Pressetext steht, zeugt von absolutem Reformunwillen eines Systems, das sich seit 1990 nur in wenigen Fällen wirklich getragen hat. So oder so sollten die CDU-Politiker aufpassen, dass sie weiterhin mit den alten Loren das Geld in die Funkhäuser transportieren. Sonst wechselt die Berichterstattung dieser 'Qualitätssender' ganz schnell wieder in Pro-SPD. Hmmmmjaaa... Wer noch etwas Zeit hat, kann sich ja mal die Bilanzen der einzelnen Sender durchlesen. north-data ist ein Freund.
 
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Dr. Fu Man Chu

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Die Bilanzen für 2020 wirst Du frühestens im Laufe von 2021 lesen @antonia-123. Der Punkt ist wichtig, im Web kann ich Werbung genau lokalisieren, die Unterscheidung zwischen National, Regional, Lokal ist damit hinfällig. Es ist alles eine Frage des Targeting. Da wird es für alle Lokalmedien eng. Ich höre über Spotify mittlerweile etliche lokalisierte Spots. Mich erinnert das ein wenig an Heizer auf einer Elok. Der Strukturwandel ist da und mit welchem Recht werden hier Subventionen gefordert?
 

Alpharadio

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@s. Matze: Du kannst hier nur motzen! Stell Dir mal vor, dass gerade bei den NRW Lokalradios viele Stellen verloren gehen könnten. Ich hoffe, dass Du einen sicheren Job hast. Mach am besten Deinen eigenen Sender auf, wenn Du alles besser weißt und der Radiogott bist. Aber so viel, wie Du hier schreibst, bist Du wohl eh zu Hause und langweilst Dich 😡
 
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s.matze

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dass gerade bei den NRW Lokalradios viele Stellen verloren gehen könnten
Keine Sorge, das wird nicht passieren. Am Ende zahlt der Bürger doppelt: Einmal mit seiner Haushaltsabgabe für den WDR, und einmal in Form von umgeschichteten Steuern aus dem Landessäckel für den tollen innovativen und unverzichtbaren Lokalfunk (wobei beide sowieso immer das selbe berichten).
Es könnten auch bei den Hafenarbeitern in Hamburg, bei VW in Wolfsburg, in der Luftfahrtbranche, in den Skigebieten, in der Gastronomie , bei den Schmetterlingsparks und den Konzertagenturen viele Stellen verloren gehen.
Das ist nun mal das unternehmerische Risiko im Kapitalismus.
Nennt man Marktbereinigung.
Kein Grund gleich persönlich zu werden.
Wenn der Staat da eingreift ist das Wettbewerbsverzerrung!
Vielleicht hätte man mal im Medienland NRW wie in den anderen 15 Bundesländern eine Konkurrenz zum WDR-radioNRW-Kartell zulassen sollen.
Dann wäre die Situation heute sicher eine andere.
So hält sich mein Mitleid für diesen Klüngel doch sehr in Grenzen.
Man ist es gewohnt, dass die Politik ihre schützende Hand darüber hält. Durch DAB und Internet merken die Bewohner NRWs langsam dass es auch was anderes gibt als Antenne Landkreisname und Radio Stadt.
Wenn das ein oder andere Lokalradio zusperrt, sind noch 3 oder 4 andere aus den Nachbarkreisen zu empfangen die das Gebiet mitversorgen.
Wenn mein Lieblingsitaliener schließt, muss ich auch zum Inder, zum Griechen oder zum Chinesen gehen. Da schmeckt es genauso gut.
Wo ist das Problem?
So läuft das nunmal mit den Gesetzen des freien Marktes.
Da muss man sich was einfallen lassen.
Und wer nicht mithalten kann, kommt völlig zurecht unter die Räder und wer nicht investiert bleibt auf der Strecke. Selber Schuld. Pech gehabt. Aber dafür noch die Bürger (die sowieso schon Rundfunkgebühren für WDR und DLRadio zahlen müssen) anzupumpen ist reichlich unverschämt. Das tut nämlich mein Lieblingsitaliener nicht!
 

muted

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Die Frage ist doch nicht, ob es um (rückzuzahlende) Überbrückungshilfe geht, sondern man möchte sich Beihilfen sichern.

Und das wäre aus mehreren Gründen problematisch:

- Die Lokalsender sind Privatsender. Bei der Liberalisierung des Medienmarktes in den 1980ern konnten private Radios direkt auf die installierte Gerätebasis der Bürger zugreifen. Dieser Marktzugang wurde letztlich von der Allgemeinheit finanziert: Hätten die Bürger damals den Rundfunk nicht genutzt oder abgelehnt, weil sie lieber Zeitungen gelesen hätten, wären die Investitionen der öffentlich-rechtlichen Sender in das Rundfunksystem unwiderbringlich verloren gewesen. Ich kenne kaum eine andere Branche (außerhalb privatisierter Staatsunternehmen), bei der der Marktzugang derart aufgebaut wurde. Man könnte also meinen, das wäre schon "Förderung genug" gewesen.

- Wir haben ein duales Rundfunksystem: Öffentlich-rechtlich (überwiegend beitragsfinanziert) und privat (über den Markt finanziert). Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf aus rechtlichen Gründen nicht vom Staat finanziert werden. Daher ist er ein Sondervermögen und wird von den Nutzern finanziert. Privatsender sind Wirtschaftsunternehmen (die in der Vergangenheit teilweise gut verdient haben) und damit dem Marktrisiko ausgesetzt. Wird das Format nicht angenommen, gibt der Werbemarkt es nicht her, sind die Kosten zu hoch? Unternehmerisches Risiko, Ende der Diskussion. Eine öffentliche Finanzierung wäre nichts anderes als eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der öffentlich-rechtlichen Sender. Für das duale Rundfunksystem wäre es zudem höchst merkwürdig, wenn die Allgemeinheit beide Bereiche (mit)finanzieren sollte. Wofür brauchen wir dann noch eine Abgrenzung?

- Wer die Musik bezahlt, bestimmt meist auch, was gespielt wird. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird nicht aus Steuern finanziert, um die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Staat und den Einfluss der Politiker auf die Inhalte zu verhindern. Wenn die Privatsender jetzt bei den Politikern "bitte bitte" machen und sich die Schatullen tatsächlich öffnen, dürfte manch einer doch ganz dankbar sein und vielleicht auch etwas freundlicher berichten. Keine Unterstellung, aber wo man sich hilft, da kennt man sich meistens auch.

- Linearer Rundfunk ist eine schrumpfende Branche (und die inhaltsleeren privaten Musikabspielstationen sind die, die am ehesten gegen Streaming ausgetauscht werden können). Angenommen, die Allgemeinheit hilft den Privatsendern. Heute etwas "Distributionskostenzuschuss", morgen etwas "Strukturhilfe"... und übermorgen? Vollfinanzierung aus öffentlichen Geldern?

Sorry, aber das kann es nicht sein. Natürlich bin ich dafür, Arbeitsplätze zu erhalten, denn die Arbeitslosen müssen auch von der Allgemeinheit bezahlt werden. Aber die suboptimalen Strukturen müssen alle Unternehmen selbst in den Griff kriegen oder aus dem Markt austreten. Das ist in jeder anderen Branche so. Und ich sehe ehrlich gesagt auch keine öffentliche Aufgabe im Abspielen von Musik und Werbung, der Durchführung von Major-Promotions und dem Ansagen von Hits und Comedy, die der Staat aus übergeordneten Gründen unbedingt erhalten müsste...
 

Alpharadio

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@s.matze: Es gibt doch eh keinen Radiosender, der Dir gefällt. Dann lass das Radio doch einfach aus. Wird keiner gezwungen, es zu hören. Und weil Du DAB immer wieder erwähnst. Es ist kein Allheilmittel. Diese Sender können nicht regional sein. Das wäre auch zu teuer. Der NRW Lokalfunk kann dies aber. Und im Gegensatz zu anderen Firmen, die Steuergelder kassieren wegen Corona und dann eh ins Ausland gehen, bleiben diese Sender ja in NRW und zahlen auch dort Steuern. Privatsender sind eben abhängig vom Werbemarkt. Und wenn Du Dich informieren würdest, sind die Gesellschafter das Problem in der Struktur. Hier hängen Zeitungen drin. Diese verkaufen immer weniger Abos und gedruckte Zeitungen. Die Zeitungen sterben immer mehr aus, weil sich jeder im Netz informiert. Die Gesellschafter der Radios holen sich aber das Geld aus genau diesem Medium, um ihre tote Zeitung am Leben zu erhalten. Das Problem ist also vielfältig. Es geht auch darum, dass diese Sender ja auch nach Corona wieder normal Geld verdienen und dann Steuern, etc. zahlen. Das Land wird die Unterstützung auch an Bedingungen knüpfen oder eventuell eine Rückzahlung verlangen. Was auch vollkommen ok ist.
 

antonia-123

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Selbst wenn die 1000 Journalisten im NRW-Radiomarkt flöten gehen würden .... das ist täglich zu sehen. Schaut einfach täglich in die Liste von Egon Kreutzer. Ich gehe im übrigen davon aus, dass die künftig nicht mehr benötigten Radiojournalisten in NRW in ihre erlernten Berufe zurück wechseln.
Und wie heisst es noch : Kontakte schaden nur dem, der keine hat.
Kerine Sorge: Auch in 2021 wird NRW die SPD-Misere mitschleppen, während die Werbung längst auf den Nachkommen der UKW-Funks spielt. ( und ja, der Lokalredakteur schaut jetzt traurig auf seinen alten vergilbten Kalender von 1994 .... so schön, schön war die Zeit (Freddy). )
 

antonia-123

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@Tweety . Was gibts da zu lachen ?

NoName : Herr Clement, was ist jetzt mit dem Bürgerfunk ?
Er : Wählen Sie mich, dann sehen wir weiter.

Ups ....intern .... nach ü15 Jahren sicher verjährt.
Hach ja, Medien sind durchschaubar. :)
 

Funkminister

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@antonia-123 Ich kenne nun auch nur meinen eigenen Tarifvertrag, der seit vielen Jahren kein Weihnachtsgeld mehr vorsieht. Und 5.509€ wären schon ziemlich fett gewesen, das liegt deutlich rechts auf der Gehaltsverteilungskurve...
 

s.matze

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Die notleidenden Hamburger Radiosender erhalten insgesamt 850.000 Euro aus dem Steuersack!
Wenn das mal keine Wettbewerbsverzerrung ist...Interessant wäre, wer wieviel bekommt?
Geht das nach Größe oder Mitarbeiteranzahl, oder danach wer am lautesten jammer (RHH) ?
Bekommt Energy auch was davon ab, die man ja gern "loswerden " wollte? Und Byte? Und Neuling Fluxx?

Gerade in der Krise kommt lokalen Radiosendern eine wichtige Rolle zu. In den professionellen Medien finden die Hörerinnen und Hörer wichtige journalistische Einordnungen. Die privaten Sender tragen maßgeblich zur Vielfalt der Hörfunklandschaft bei, insbesondere durch Informations- und Unterhaltungsangebote mit lokalem Themenbezug.


Meine Meinung: Bei den Tafeln oder der Hamburger Obdachlosenhilfe wären diese 850.000 Euro wesentlich besser aufgehoben, denn diese mache nicht jedes Jahr Millionenerlöse aus dem Werbezeitenverkauf!

Zusammen mit den 3,2 Millionen Euro (!!!) die die Stadt Hamburg vor wenigen Tagen für eine neue "Winter"beleuchtung zum Fenster rausgeschmissen hat (die sieht sowieso keiner wenn alle zuhause sind) wäre das schon eine stattliche Summe, mit der man alle Wohnsitzlosen der Hansestadt ihr Leben lang von der Straße holen könnte.

Von daher finde ich es zynisch und scheinheilig, das Zweisäulenmodell für eine Zwangssubventionierung der Privaten aus Steuermitteln zu missbrauchen. Somit zahlt der Bürger nämlich gleich doppelt, für das selbe Angebot (Radio Hamburg und NDR 2 / Energy und N-JOY / HH ZWEI und 90,3 / Klassikradio und NDR Kultur / ...)

Und dann noch so zu tun, als wäre die Stadtvertretung so großzügig. Sollen doch die Herren Politiker die 850.000 Euro von ihrem Gehalt bezahlen, in dem sie ein paar Jahre auf die Diätenerhöhung verzichten!

Ich schäme mich für den Hamburger Senat und diesen Bürgermeister, der sich nicht zu peinlich ist, mit so einer Meldung noch zu protzen - nur wenige Tage nach der Bekanntgabe des Millionenbetrags für die Anschaffung der "Winter"beleuchtung.
 
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Dr. Fu Man Chu

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@smatze
Meinungsfreudigkeit weiß ich sehr zu schätzen, nur sollte man schon schauen, was man mit einander vergleicht. Konkret, ein Business Improvement District und Aktivitäten, Investitionen, Zahlungen daraus, sind etwas ganz anderes als eine Mediensubventionierung. Die ich im übrigen ablehne. Denn jahrzehntelang waren die Sender Gold- oder Silbengruben. Da sind auch die Eigentümer gefordert. Nur, die haben das Geld verjuxt...

BIDs, die immer ein kleines geographisches Gebiet umfassen, finanzieren sich aus kommunale Abgaben, die in Projekte finanzieren. Mit der Abgabe werden die Grundeigentümer belastet. Der Mehrwert: Quartiere werden dadurch gezielt entwickelt und im Endeffekt profitiert davon natürlich auch der Eigentümer eine Immobilie. Das Modell ist sehr erfolgreich.

Die Stadt hat also gar kein Geld aus dem Fenster geschmissen, sie sitzt nur in den Gremien mit drin. Was sinnvoll ist, denn viele Projekte sind eng mit den Behörden vernetzt.

Zum Thema Obdachlos*Innen. Die bekommen wesentlich weniger Aufmerksamkeit bzw. Hilfe/Unterstützung als z.B. Flüchtling*innen. Das wird zwar nicht gern diskutiert, ist aber so. Zumal das Problem erst richtig durch die EU brisant wurde. Obdachlose Suchkrank*Innen haben in Deutschland wesentlich bessere Lebensbedingungen als in den ehemaligen Staaten des Ostblocks. Wer es nicht glaubt, einfach einmal die einschlägigen Polizeimeldungen lesen oder durch eine Fußgängerzone/Bahnhofsviertel einer Metropole gehen. Das Problem zu lösen ist komplex und eignet sich wirklich nicht für Bauchdiskussionen. Aber, da kann keiner Meriten erwerben und auch all unsere Schneeflocken machen einen großen Bogen um das Thema. Ihr Gewissen kaufen Sie sich mit 1-2 Euros frei, die sie Bettler*Innen geben.

Sorry, Politiker*Innen haben zwar eine stolze Altersversorgung, aber überbezahlt ist eigentlich keiner. Mit wesentlich kürzen Arbeitszeiten, ohne ständige Überwachung durch die Medien toppt man schnell das Gehalt des 1. Bürgermeisters in Hamburg.

Auch wenn die Öffis schon kritisch sehe. Zwischen einem 90.3 und HH2 und NDR Kultur und Klassik Radio sehe ich schon mehr als deutliche Abstände.

Ansonsten, wenn Du Dich so schämst, stell Dich mit nem Pappschild auf die Mönckebergstraße und schäme Dich ganz dolle. Ende - Aus - ich gebe zurück ans Funkhaus.
 

DelToro

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Sehr bedauerlich in diesem Zusammenhang finde ich, dass zwar alle diese Pressemeldung treu und brav verlautbaren weiterverbreiten (und zwar wort-wörtlich), aber niemand die Frage stellt, welche ominösen 6 Sender nun für förderungswürdig befunden wurden. Copy/Paste-"Journalismus" nennt sich das wohl. Oder Desinteresse.
Wer sind die Empfänger der Förderung? Ist das geheim? Und darf das bei öffentlich gewährter Förderung geheim bleiben? Kann man das irgendwo nachlesen? Eine knapp 12-sekündige Google-Suche meinerseits brachte keine Erkenntnisse.

Ganz wertfrei gefragt: Warum wird übrigens nur die Zeit von August bis Dezember 2020 gefördert, obwohl der Einbruch der Werbeerlöse zu einer ganz anderen Zeit stattfand?
 

s.matze

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Gibt doch nur diese 6 :


Radio Hamburg (1)
(Radio) HAMBURG ZWEI
Radio Energy
Alsteradio (Betreiber von Rock Antenne HH & 91,7 Xfm)
Flux FM
Klassikradio

DAB-Prorgamme wird man kaum fördern (wollen).
 
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