Welche PC-Displays?


#1
Hallo, ich aktuell bin dabei mein Radiostudio einzurichten und habe mir das D&R Airlite gekauft welches ich in Kombination mit dem Electro Voice RE320 und Mairlist nutzen möchte. Nun Benötige ich noch PC Bildschirme und wollte fragen welche sich für ein Radiostudio am besten eignen bzw. welche Zoll Größe am idealsten ist und am besten aussieht? Ich hatte da bis jetzt an ein Tripple Monitor Setup gedacht.
 
#3
Erstmal Herzlichen Glückwunsch dazu. Tolles Pult mit Funktionen, mit denen man schon fast professionell Radio machen kann. Ich habe selbst eines, und die Jungs aus Holland haben tatsächlich ein Talent, das Augenmerk auf die wirklich wichtigen Funktionen zu legen.
Jaja, die EV Mikros. Ursprünglich gar nicht für Sprachaufnahme gedacht, kam irgendjemand mal auf die Idee, dass der Frequenzgang des (populärsten) RE-20 sich ganz gut für die Mittelwelle eignen könnte. Seitdem ist es, zum Glück nur in den USA, das Radiomikrofon Nummer 1. Der alles andere als lineare Frequenzgang macht aber leider eine originalgetreue Sprachaufzeichnung unmöglich. Es gibt deutlich bessere Alternativen, teilweise sogar günstiger, als die EV Mikrofone. Dies nur am Rande.
Eignet sich hervorragend, gerade in Verbindung mit dem Airlite. Tolle Software! Ich selbst verwende die D&R Adaption Aircast die sich aber im Grunde von der Funktionalität her nicht von MAirlist unterscheidet.
Nun Benötige ich noch PC Bildschirme und wollte fragen welche sich für ein Radiostudio am besten eignen bzw. welche Zoll Größe am idealsten ist
Also ich habe zwei 24" Monitore von AOC im Einsatz. Full HD Auflösung und gute Helligkeit. Ich bin echt zufrieden damit. Übermäßig teuer sind sie auch nicht.
Das verstehe ich bis heute nicht. Warum soll ein Radiostudio, und die darin befindlichen Geräte, "toll aussehen"? Radio ist zum Hören und nicht zum Gucken. Mir persönlich ist doch egal, wie "toll" oder "nicht toll" das Studio aussieht, es muss funktionell sein und ich muss damit arbeiten können. Da interessiert es mich nicht wirklich, ob die Monitore weiß, schwarz, rund oder eckig sind. Sie müssen meine Software ordentlich darstellen können. Der Rest ist zweitrangig.
 
#4
Danke euch für die Hilfe! Ich hatte erst gedacht das SM7B von Shure zu kaufen aber da ein Radiokollege ebenfalls das re 320 hat und sehr zufrieden ist hab ich mich ein wenig von ihm überreden lassen
 
#5
Optimal sind beide Mikrofone nicht, aufgrund ihrer geringen Empfindlichkeit. Das braucht halt einen guten Mikrofonvorverstärker der viel Verstärkung bei wenig Rauschen bringt.
Auch wenn es preislich etwas darüber liegt, hätte ich eher ein Neuman BCM705 empfohlen wenn es dynamisch sein soll.
Vorteilhaft ist das RE 320 allerdings in akustisch unbehandelten Räumen weil es recht wenig Diffusschall aus dem Raum aufnimmt, weil es eben so "taub" ist.
 
#6
So schnell kommt man von der Monitor-Frage zur Mikrofon-Diskussion. Beide mögen eins gemeinsam haben: Sie sind mit einem Fingerschnipp schlicht nicht zu beantworten! Wie auch? Sie haben noch eine Gemeinsamkeit: Beide werden von einer Menge Außenwiderständen beeinflusst, die schwierig zu einem zusammenzurechnen sind.

Halten wir mal fest: Der beste Monitor im Studio ist...? Gar keiner! TFT-Displays sind die übelsten Prellböcke für das Gelaber des Moderators, was wirklich nur dann nicht stört, wenn man sich tatsächlich für Elefantenpi*iieeep* (cencored!) als Schallwandler und minderbemittelte Pre-Amps als Betriebmittel entscheidet.

Nun geht das heutzutage so nicht mehr, weil sich der Selbstfahrer nichts mehr ausdruckt und auch sonst den Ablauf des Programms allein steuern muss. Also muss man sich eher die Frage stellen: Was soll auf den Monitoren dargestellt werden und was bedeuten diese Informationen? Da Kein Monitor nicht geht, wären akustisch die Kleinsten die Besten. Aber auch das ist nur bedingt akzeptabel, denn entweder fehlt den kleinen Monitor die Auflösung, um ausreichend Arbeitsfläche zu haben, oder seine Pixeldichte ist zu hoch, um entspannt arbeiten zu können. Mit der Empfehlung, sich von Windoof- oder Lie-Nucks-Oberflächen irgendwas anderes als native Auflösungen vorrechnen zu lassen, sollte man sich übrigens nicht kommen lassen. Das resultiert nur in Resourcenverschwendung, Unschärfe und letztlich wieder Auflösungsverlust, so dass sich solche Displays keineswegs irgendwie lohnen.

Für Beiläufgiges wie eine Cartwall, ein paar Pegelmesser und andere Sachen, die sich optisch einfach erfassen lassen, muss man wahrscheinlich nicht die größte Scheibe verwenden. Aber der Monitor, von dem abgelesen werden muss und von dem aus auch der Hauptanteil konzentrativer Arbeit erfolgt, sollte ein ergonomisch sinnvolles Maß an Pixeldichte haben.. Und da halte die oben angesprochenen 24'' bei FullHD auf Dauer schon für eine Qual. Eine Qual sind auch Billigdisplays, die einem jede Kopfbewegung mit Ausblendung ihrer Randbereiche und ekliger Farbvarianz verübeln. Das schränkt die Aufstellungsmöglichkeiten weiter zusätzlich ein. Was auch noch von Interesse wäre: Welche Anschlussmöglichkeiten stehen zur Verfügung und was wird auch mit Blick auf eine ggf. Erweiterung benötigt? Fragen über Fragen... Ziemlich viele für eine Adhoc-Antwort.
 
#7
Electro Voice RE320 & PC Bildschirme.
Hallo Tobias,

das EV RE320 ist ein dynamisches Mikrofon.

Es wurde (wird?) in Amerika seit den sechzigern gerne an den analogen AM-Stationen auf Mittelwelle eingesetzt. Da man mit einem dynamischen Mikrofon, bei einem klassischen Mittelwellensender, sehr schön die Modulationsleistung und damit die Lautstärke des AM-Senders beeinflussen konnte.
Alle US amerikanischen AM Stationen auf Mittelwelle haben es eingesetzt und auch alle klangen so.
Daher hat es wohl seine Berühmtheit. Auch das Shure SM7B ist ein dynamisches Mikrofon.
Dynamische Mikrofone setzt in Deutschland fast niemand im Radiostudio ein.

Im UKW Rundfunk setzt man auf Großmebran-Kondensator-Mikrofone, das klingt sehr viel besser für FM, da dort viel mehr Bandbreite zur Verfügung steht als bei AM. (Gilt auch für Webstradio und Podcasts)

Hier klingen fast alle öffentlich rechtlichen UKW Radiosender seit Menschengedenken nach Neumann U 87.
Es kommt hierbei mehr auf den möglichst abbildungstreuen, angennehmen und runden Klang der Sprecherstimme an. Großmembran Kondensatoren sind wesentlich sensibler und reagieren sehr viel schneller auf Transienten der menschlichen Stimme. Es sind optimale Sprechermikrofone.
Sie benötigen 48 V Phantomspeisung die das D&R Pult aber an den XLR Mike-Inputs per Default schon liefert.
Da das Neumann U 87 mit 2,5 k€ etwas kostspielig ist, wäre meine Empfehlung für ein gutes Preisleistungsverhältnis, bei extremer Rauscharmut, ordentlicher Dynamik und sehr guter Klang-Abbildung das Røde NT1000, ab etwa 188,- € (black Edition).

Die großen, dynamischen Shure SM7B lassen sich besser im Musik-Studio, auf der Bühne und bei Liverecordings einsetzen, wenn es mal lauter wird. Z.B. zum Abnehmen einer Bassdrum.

Jeder LCD-Monitor der Dir gefällt kann im Studio eingesetzt werden.
Wir haben zwei 21" Wald- und Wiesen-Monitore, an Monitorarmenschwenkarmen (von Yellowtec M!KA).
Ein Monitor ist für die mAirlist Übersicht und das Playlistenlisten Edit, der andere für das Skript, den Browser, zur Aufzeichnung, o.ä.
Wichtig ist ein guter Kontrastbereich und gute Abbildungsschärfe und bei uns die variabel schwenkbaren Monitorarme an der VESA-Halterung, das ist aber Monitor Standard ab 130,- €.

Auf Gamer-Screens mit schneller Reaktionszeit besser verzichten.
Hier ist meist der Farb- und Kontrastswert zugunsten der Geschwindigkeit unzureichend. Auch nicht benötigt werden, eingebaute Boxen, oder eine Cam.

Touchscreens sind nur auf den ersten Blick schick und scheinbar praktisch. Im Studio-Alltag wenn sie über dem Mischpult hängen, wird die Bedienung mit ausgestrecktem Arm, mit der Zeit zu anstrengend.
Touchscreens macht nur Sinn wenn man das Studiokonzept von Grund auf strategisch ändert, z.B. auf den Mischer ganz verzichten will, oder für DAW-Mischer, oder virtuelles FX Rack, an der Stelle wird dann ein Touchscreen als schräges Bedienpult im Studiotisch fest einbaut.

Nachteil bei allen Touchscreens im Studio ist leider die fehlende Haptik, wie ein zum Start aufgelegter Finger auf dem Fader, der Jingle Cartwall, dem Gastmikro und so weiter.
Sowie dem Mangel der aller meisten Audio- und Studio-Software, das sie gar nicht Multitouch fähig programmiert wurden! (nur ein Mouse Stack).

Da es aber im Radio Einsatz wichtig ist auch mal zwei Knöppe gleichzeitig drücken zu können, um mehrere Events on air gleichzeitig exakt auslösen zu können, fällt man immer wieder auf USB-Hardware-Extensions oder die gute alte GPIO-Mischpultsteuerung (Faderstart kann des D&R Airlite ja) zurück und setzt lieber auf einfache handelsübliche LCD Screens zur beschicken der Studioautomationssoftware und zum ablesen des Mod-Skripts.

Schöne Grüße
Codo
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
[OT]

Die großen, dynamischen Shure SM7B lassen sich besser im Musik-Studio, auf der Bühne und bei Liverecordings einsetzen, wenn es mal lauter wird. Z.B. zum Abnehmen einer Bassdrum.
Das möchte ich so nicht unterschreiben. Mit dem SM7B kann man schon durchaus gute Sprachaufnahmen anfertigen (selber getestet in einem fremden Studio). Man braucht halt nur, wie bereits erwähnt, einen amtlichen Vorverstärker dahinter.

[/OT]

Hinsichtlich des bzw. der Displays sei nur eins gesagt: Es soll funktionell sein.
Riesige Bildschirme bringen nichts, wenn das Auge sich darauf verläuft und nicht auf Anhieb den zentralen Ankerpunkt mit allen relevanten Informationen findet und erfasst.

"Toll aussehen", @Tobias R , ist ein (durchaus erwünschtes) Nebenprodukt einer funktionellen Umgebung, in der man gerne arbeitet. Aber es sollte nicht der Selbstzweck oder gar der Dreh- und Angelpunkt der Sendeplatzplanung sein.
 
#9
Danke für die Zahlreichen Tipps und Antworten! Es ist einfach toll das einem hier als neues Mitglied so geholfen wird! Naja als erst werden kommende Woche Schreiner Arbeiten erledigt und die Arbeitsfläche wird errichtet. Das mit der Technik kann noch einige Zeit dauern da das D&R Airlite laut Musicstore erst ab dem 12. Januar Lieferbar ist.
 
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