ARD wünscht Entscheidungsfreiheit bei Programm-Ausspielwegen


Radiokult

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Im Bereich U30 wirst Du sehr viele, im Bereich U20 vermutlich fast alle, finden, die weder ein klassisches Fernsehgerät, noch ein Radio besitzen. Medienkonsum erfolgt da ausschließlich online, über Handy, Tablet und PC, und nur noch selten linear.
Und das die ÖRs da auf einem richtigen Weg sind, zeigen die Klickzahlen von Funk. Zum einen widerlegen diese sehr eindrucksvoll das Märchen, das die ÖRs die Jugend nicht mehr erreichen würden. Und zum anderen sollen auch die Mediatheken-Zugriffe ganz allgemein recht umfangreich sein.
Ändert aber dennoch nichts an meinem Gesagten und das man zumindest für die gefühlten nächsten 10 Jahre irgendeinen gangbaren Mittelweg finden muss.
 

da_hooliii

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Und das die ÖRs da auf einem richtigen Weg sind, zeigen die Klickzahlen von Funk. Zum einen widerlegen diese sehr eindrucksvoll das Märchen, das die ÖRs die Jugend nicht mehr erreichen würden.
Naja.. das ist aber leider auch nur die halbe Wahrheit. Viele der YouTuber und Formate gab es auch bevor es Funk gab. Das ist eben auch so ein Märchen, die ÖRs hätten da ganz viele Ideen oder Konzepte für ein jüngeres Publikum entwickelt - so ist es nicht. Viele Kanäle wurden einfach aufgekauft. Die jungen Leuten gucken es dann nicht an weil es die ÖRs sondern weil sie die Kanäle mögen. Die würden es auch gucken wenn es keine ÖRs wären.
 

Mischpult

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Wenn wir von Breitband reden, sollten wir von mindestens 50 MBit reden. Alles darunter hat mit Breitband nicht allzuviel zu tun. Ein Mehrpersonen-Haushalt braucht auch mindestens diese 50 MBit, wenn man Medien aller Art per Stream konsumieren möchte. Wenn der eine das schaut, der andere das und das Kind

Die Diskussion hier gleitet ab. Wir sprechen gerade nicht darüber, das komplette Angebot ins Netz zu verlagern. Wir sprechen über einzelne Angebote. Und die lassen sich heute schon nahezu flächendeckend nutzen. Die Lücken werden jeden Tag kleiner.

Natürlich funktioniert das aktuell noch nicht, wenn alle 12 Haushaltsmitglieder im 11. Stock eines abgelegenen Hochhauses in ihrer Drei-Zimmer-Wohnung gleichzeitig unterschiedliche 1080p-Streams schauen wollen und nur 30 MBit/s verfügbar sind. Meinetwegen schicken wir diesen Leuten die Sendungen auf USB-Stick, Festplatte oder Diskette zu, wenn wir damit das Geld sparen für einen Alibi-Linearkanal, den es nur gibt, weil der Landtag drei Jahre braucht, um festzustellen, dass dieses Internet nicht weggeht. Ein Alibi-Linearkanal, der gefüllt werden muss, und das mit irgendwelchen Webvideos oder Podcasts geschieht, die nie für linear gemacht wurden. Das kann kein Mensch bei Verstand wollen. Und noch weniger die Alternative: alles Geld im Bestand lassen und weiter so tun, als hätte der technische Fortschritt 2004 plötzlich aufgehört.

Naja.. das ist aber leider auch nur die halbe Wahrheit. Viele der YouTuber und Formate gab es auch bevor es Funk gab

Ja, weil die ÖR viel zu spät eingestiegen sind und so große Lücken aufgelassen haben, dass manchmal selbst Hobbyisten sie füllen konnten. Grund für den verspäteten Einstieg war maßgeblich die Vorstellung, man brauche einen linearen (!) Jugendkanal, weil ja alles von Relevanz linear war und das also immer so bleiben würde und dieses Internet schon wieder weggehen würde oder jedenfalls nur als programmbegleitendes Medium bleibt ;)
 
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Cha

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Sparen würde ich endlich mal bei SD. Und nicht beim Hörfunk.
Ich hätte da einen Vorschlag, wie die ÖR sogar bis zu 4 Transponder einsparen könnten, OHNE den Hörfunktransponder anzutasten und OHNE SD abzuschalten. Man müsste dafür nur zwei Dinge machen:

1. die beiden ZDF-HD-Transponder 10 und 11 zusammenfassen. Auf TP10 sind aktuell 3 HD-Programme und auf TP11 lächerliche 2 HD-Programme drauf.

2. Die Ausstrahlungen der Regionalsendungen in den Dritten Programmen grundlegend überdenken. Müssen die Regionalsendungen wirklich alle zeitgleich laufen? Nehmen wir mal das MDR Fernsehen als Beispiel: Um 19:00 Uhr wird der MDR auseinandergeschaltet für die Sendungen Sachsenspiegel, Sachsen-Anhalt Heute und Thüringen Journal. Die Sendungen könnte man genauso gut nacheinander ausstrahlen, z.B.:
18:30 Sachsenspiegel
19:00 Sachsen-Anhalt Heute
19:30 Thüringen Journal
20:00 Tagesschau
Somit braucht man nur noch einmal "MDR Fernsehen" bzw. "MDR Fernsehen HD" über Sat, anstelle von drei Versionen. Das gleiche gilt für BR, NDR, rbb und SWR Fernsehen. Beim WDR könnte man je 3 Lokalzeiten hintereinander zeigen und somit nur noch 4 Programmplätze statt 11 belegen.

Im Anhang hab ich das ganze mal in Tabellenform dargestellt - oben der Staus quo, unten mein Konzept.

Vorteile:
- nur noch 10 statt 14 TPs -> spart 'ne Menge Geld
- Hörfunkangebot bleibt unverändert erhalten
- SD-Ausstrahlungen bleiben auch erhalten

Nachteile:
- Zuschauer der Dritten Programme müssen sich an neue Sendezeiten für ihre Regionalmagazine gewöhnen (dürfte nach einigen Monaten sicher kein Thema mehr sein)
- Sendersuchlauf nötig für einige Dritte, sowie die bisherigen Programme von TP10
 

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lg74

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Die Regionalzeiten sind in der Tat ein Problem, allerdings wird es nur beim WDR wirklich heftig. Doch auch damit kann man etwas sinnvolles anstellen - später mehr dazu.

Auf den anderen TP laufen schon genug Programme, um in der regional-freien Zeit noch eine ordentliche Videobitrate zu bekommen - die Fernseher werden ja auch immer größer und die Artefakte damit immer auffälliger, in der Regionalzeit schrumpft die Videobitrate teils schon erheblich.

Schau Dir mal TP 61 an. Da ist der Scanner nur außerhalb der Regionalzeiten drübergelaufen:


Im Mittel so 12 MBit/s für Video. Das ist nicht "zuviel". Während der Regionalisierung (MDR 3-fach!) geht das dann entsprechend runter.

Bei TP 19 kann man das gut sehen, da ist der Scanner auch mal zur Regionalisierung drüber:


In der SWR-Regio sind es 4 Programme. Da liegt die Videodatenrate schon bei ca. 7 MBit/s.


TP 25 hat in der NDR-Regio 6 Programme laufen:


Da sind es dann nur noch etwa 4-5 MBit/s im Mittel für Video. Das ist deutlich unter "optimal".

Es ist also eher so, dass man die TP so konfiguriert hat, dass sie außerhalb der Regio ordentliche Qualität liefern, zur Regio aber schon unterhalb von "optimal" laufen.


Dauerhaft in konstanter Konfiguration läuft TP 39, da kann man dann auch die gemessenen Mittelwerte heranziehen:


6 bis knapp 8 MBit/s im Mittel für Video. Das ist schon grenzwertig. Und soll noch weiter runter (ca. 1 MBit/s je Programm) für die Radioprogramme, die man da mit reinpressen will.


Ich sehe es eher als Problem an, dass die HD-TP der ARD (und des ZDF) alles schmale TP sind. Mit breiten TP hätte man bei hohen Empfangsreserven mit DVB-S2, QPSK, 27500 kSymb/s, 9/10 arbeiten können - das ergibt 49 MBit/s netto, also ca. 7 MBit/s mehr als die schmalen TP in DVB-S2, 8PSK, Pilot, 22000 kSymb/s, 2/3. Und das würde auch für 1:1-Kabelumsetzungen optimal sein (knapp über 50 MBit/s passen in einen 256-QAM-Kabelkanal, es müssen ja auch noch NIT, LCN etc. Platz finden) und nicht 8 MBit/s Verschnitt hinterlassen, mit denen die Kabelnetzbetreiber kaum was sinnvolles anfangen können (und kleinere Netze gar nicht die Technik zum Auffüllen haben). Sky betreibt viele seiner TP so.

Möglich wäre mit den schmalen TP auch ein Fehlerschutz von 3/4 statt 2/3, das bringt 5 MBit/s je TP mehr - auf 5 TP könnte man so das komplette ARD-Radio in bisheriger Qualität unterbringen. Dumm halt nur, dass diese Konfigurationsänderung 1,3 dB mehr C/N zum Tuner-Lock braucht. Ein 75er Spiegel hätte nur noch die Empfangsreserven eines 65er Spiegels. Ein 85er Spiegel käme nicht mal mehr auf die Reserven, die jetzt ein 78er Spiegel hat. Ein 100er Spiegel käme noch auf die Reserven, die jetzt ein 85er Spiegel hat.

Es würde mehr als eng für die kleinen "ich darf eigentlich keine Schüssel aufstellen"-Spiegel. Bei Regen ists dann gleich weg. HD+ macht das mit 3 TP (41, 53, 55), Sky mit einem (47). Müsste man mal genauer anschauen, Kunden wollen die ja auch nicht unbedingt vergraulen. Aber die ARD wird sich kaum Empfangsreserven selbst wegnehmen und dann Stress an der technischen Hotline abbekommen wollen.


Beim ZDF sähe ich es als Option, Neo HD mit rüber zu 3Sat HD zu nehmen. Das könnte man dann mit z.B. 12 MBit/s für 3Sat HD, je 8 MBit/s für Neo HD und Info HD und 7 MBit/s für KiKa HD laufen lassen. Neo und Info sind letztlich Zusatzkanäle, KiKa wird oft auf kleineren Bildschirmen geschaut (Kinderzimmer) und Kinder ticken auch nicht so, dass sie mit der Lupe vorm 65" UHD-TV stehen und Schlieren im Cornerlogo suchen. Die freuen sich einfach übers Programm. Die Bernd-Schleife nach Sendeschluss kann dann noch weiter runter, wodurch Neo und Info abends / nachts höher könnten.

Dann wäre ZDF HD auf TP 11 alleine. Da könnte man die Programme des DRadio dazu nehmen (unter Verlust der Kompatibilität der Empfangsgeräte mit DVB-S-Tuner) und hätte dann genau den Platz, den man für einen UHD-Kanal des ZDF bräuchte. Und für einen von 3Sat - 2 Services, immer nur einer aktiv, der andere mit Standbild Programmankündigung. Voll bekäme man das wohl die nächsten 3 Jahre nicht.

Die ARD hat genau diesen Platz auf dem neuen TP 21 des WDR. Außerhalb der Regio, also vor allem in der PrimeTime, sind da 25 MBit/s frei für UHD. Da könnten die ARD-Anstalten ihre ersten Inhalte reinkippen, ggf. arte ebenso, also 2 Services "ARD UHD 1" und "arte UHD", jeweils nur einer aktiv, der andere mit Standbild Programmankündigung - meist würden in den kommenden 2 Jahren wohl beide ein Standbild zeigen. Ist ja keine Schande, man muss sich nur mal anschauen, wie oft RTL UHD aktiv ist:


Ansonsten steht das auch leer in der Landschaft herum.


Zum ARD-Hörfunk:

Da man TP 71 und TP 85 offenbar bis Ende 2024 mit SD erhalten will, sähe ich eine großartige Möglichkeit, den Hörfunk zumindest erstmal bis dorthin zum Nulltarif zu retten. TP 71 (aus Frankfurt) müsste das komplette Radiopaket bekommen, so wie es derzeit auf TP 93 läuft. Und statt der beiden TV-Programme von dort dann beide SWR-Regios in SD. Das sind die mit der längsten Trennung am Vorabend. TP 85 bekäme dafür Das Erste SD, Bayerisches FS SD, Hessen FS SD, WDR Köln SD, MDR SD, NDR SD, RBB SD - das wird zur Regio mal kurz brutal mit 11 Services (wenn ich mich nicht verzählt habe), außerhalb jeglicher Regio sind es dann 7 Services.

Entsprechend hätte man mittlere Videodatenraten von 4 MBit/s bis 2,5 MBit/s. Das ist die alte DVB-T-Qualität oder etwas darunter. Oder auch Vodafone-Ost-SD-"Plattformstandard". Das wäre aber völlig egal, denn es geht nicht mehr um "Highend", es ist ja SD, das "Auslaufmodell", das eigentlich schon seit einem Jahr abgeschaltet sein sollte. Wer Wert auf hohe Bildqualität legt, hat seit ca. 2010 schon HD zu Hause. Wer noch SD bei den Öffis nutzt, hat sehr wahrscheinlich auch keine besonders großen Bildschirme - oder sogar noch eine Röhre. Entsprechend würde ich auch den Ton reduzieren, maximal 2 mal 192 Layer II je Programm und keine AC3-Surroundspur.

Klingt schlimm? Nun, die Rai macht das so auf Hotbird-TP 124:


Die packen sogar 15 SD-Services in MPEG2-Video auf einen TP, der nur mit knapp 34 MBit/s betrieben wird und nicht mit 38 MBit/s wie die breiten SD-TP der ARD. Macht im Mittel 1,5 MBit/s. Ich kann das empfangen, manches ist offen - man kann damit zumindest "Fernsehen gucken" - diese Screenshots sind Originalgröße:

RaiNews24 - SD - 1,5 MBps 1.jpgRaiNews24 - SD - 1,5 MBps 2.jpgRai3 - SD - 1,5 MBps 1.jpgRai3 - SD - 1,5 MBps 2.jpg

Das reicht doch für ein System, das es bei der ARD seit einem Jahr nicht mehr geben sollte, völlig aus. Und würde bis Ende 2024 die Übertragung der Hörfunkprogramme kompatibel zu den heute verkauften Endgeräten und in voller Qualität ermöglichen. Dann schaut man weiter. Sollten die Satelliten dann noch längerfristig leben, wären die beiden breiten TP ideale Träger für 1 + 2 UHD-Kanäle und weiterhin den ARD-Hörfunk in Layer II. Den sollte man so lange auf diesem Standard lassen, wie HDTV lebt. Denn auch dort läuft der Ton in Layer II und AC3 und nicht etwa in AAC.

Aber das ist vermutlich viel zu einfach, um es realisieren zu können...

So würde ich das jedenfalls machen, wenn ich was entscheiden dürfte. Noch lieber wären mir wegen der Kabeleinspeisungen breite TP, aber die haben ARD und ZDF nunmal nicht für HD.
 
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Mannis Fan

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Zeitgemäße Verbreitungswege sind aber immens wichtig, wenn man nicht riskieren will, dass ganze Generationen wegbrechen.
Wenn es so etwas wie ein Grundversorgungsbedürfnis gibt und nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk Garant dieser Grundversorgung ist (dafür wurde er schließlich gegründet), dann brechen nicht "ganze Generationen weg", außer sie erfüllen ihre Grundversorgungsbedürfnisse irgend wo anders. Sobald sie das aber können, ist die Grundversorgung auch ohne ARD und ZDF gesichert, da müssen sie dann also nicht mehr hinterherlaufen.
 

lg74

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Ganz so einfach würde ich es mir da nicht machen, @Mannis Fan. Natürlich ist es wurscht, wo z.B. die jüngere Generation Belangloses, Unterhaltung auf niedrigem Niveau etc. herholt. Heikel wird es für mich, nur noch so etwas konsumiert wird oder wenn die gesellschaftlich relevanteren Themen auch überall, nur nicht bei den Öffis geholt werden.

Natürlich kann man auf zig Webseiten und tausendfach auf Youtube etc. richtig "gutes Zeugs" aus aller Welt holen ("gut" im Sinne von "da sieht man Versuche, zukunftsfähig zu leben bzw. die Zivilgesellschaft auf einen guten Weg zu bringen") - ich meine da z.B. sowas). Aber es gibt halt auch genug mediale Parallelwelten, die auf Wege führen, die nicht in einer guten Zukunft enden können. Hier sehe ich nach wie vor die öffentlich-rechtlichen in der Pflicht. Sie haben die Aufgabe, da etwas zu liefern - auch für die jüngere Generation. Wenn das "ganz spezielle Zeugs" für junges Publikum dann fast ausschließlich online läuft, geht das auch für mich ok. Es ist aber auch wichtig, auf den linearen Wegen zu versuchen, erstens jüngeres Publikum zu erreichen und das zweitens auch mit global wichtigen Inhalten zu schaffen und nicht nur mit simpler Unterhaltung.

(Ich merke, ich kann nicht mehr schlüssg formulieren. War ein langer Tag, ich höre besser mal auf.)
 

thorr

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Es ist aber auch wichtig, auf den linearen Wegen zu versuchen, erstens jüngeres Publikum zu erreichen und das zweitens auch mit global wichtigen Inhalten zu schaffen und nicht nur mit simpler Unterhaltung.
Zustimmung. Es wäre falsch, die linearen Ausspielwege nur noch als Auslaufmodell zu betrachten und dort nichts Neues mehr zu wagen. Das Ziel der Transformation sollte nicht ein Entweder-oder sein, sondern ein Sowohl-als-auch - genau so, wie die verschiedenen Ausspielwege genutzt werden. Das Internet ist ein starker Ausspielweg zur jungen Zielgruppe, der hinzugekommen ist und somit bedient werden muss, aber auch die linearen Ausspielwege werden weiterhin genutzt und müssen sich somit künftig den Markt mit dem Internet teilen.

Das Internet kann man nicht "mal eben einschalten und hören/schauen, was da so gerade läuft". Als Inspirationsquelle im Alltag dienen keine etwaigen Algorithmen, die einem eh nur vorschlagen, was man sowieso schon so oder so ähnlich kennt, sondern lineare Programme, die einen auch mit Ungewohntem/Unbequemem konfrontieren.
 

Philclock

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Naja, also man kann das ja miteinander verknüpfen und gut ist es. Vor allem sind manche Inhalte schwer zu finden und noch viel schlechter beworben, da sehe ich sher viel Potenzial. Also ein Programm für den Linearen und den Online-Auspielweg und eine gute Auffindbarkeit der Inhalte im Internet, das ist in meinen Augen das Wichtigste. Ich hab es selbst erlebt, wie ein Radiomacher auf meinen Einwand mt einer guten Auswahl an Schlagworten abgewunken hat, dabei sind solche Arbeiten für den Hintergrund sehr wichtig, damit sowas auch über die Suchmaschinen gut zu finden ist. Das ist auch der Grund, warum YouTube so populär ist, es funktioniert gut und die Inhalte findet man gut! Ich glaube nicht daran, dass man hier in 10 Jahren auf UKW verzichten kann. Aber interessant wird es, wenn es ums Fernsehen geht, da wird das Lineare Programm mehr und mehr nicht mehr genutzt, mal sehen was da noch kommen wird.
 

thorr

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Aber interessant wird es, wenn es ums Fernsehen geht, da wird das Lineare Programm mehr und mehr nicht mehr genutzt, mal sehen was da noch kommen wird.
Guter Punkt! Ich kann mir auch vorstellen, dass das Fernsehen als Einschaltmedium mehr unter Druck geraten wird als das Radio.

Bei der ARD ist ja vieles, was Online-Content angeht, schon auf gutem Weg. Inzwischen hat fast jeder Radiosender eine App, die mal mehr, mal weniger gut umgesetzt ist. Es gibt die ARD Audiothek. Es gibt die Dlf Audiothek. Man merkt beiden an, dass richtig gut in ihre Entwicklung investiert wurde und die sind durchaus populär. Audio-Content erlebt eine gewisse Renaissance im digitalen Zeitalter dadurch, dass er für die Menschen auf ihren Wegen von A nach B verfügbarer wird.
 

exhörer

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Wenn es so etwas wie ein Grundversorgungsbedürfnis gibt und nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk Garant dieser Grundversorgung ist (dafür wurde er schließlich gegründet), dann brechen nicht "ganze Generationen weg", außer sie erfüllen ihre Grundversorgungsbedürfnisse irgend wo anders. Sobald sie das aber können, ist die Grundversorgung auch ohne ARD und ZDF gesichert, da müssen sie dann also nicht mehr hinterherlaufen.
Du kennst doch die Inhalte der Kommerzsender... Mit Grundversorgung hat das nicht viel zu tun, und kann es auch nicht, denn wer zahlt, bestimmt.
 

exhörer

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Das Internet kann man nicht "mal eben einschalten und hören/schauen, was da so gerade läuft".
Aber sicher doch. Jedesmal, wenn ich auf YouTube gehe, passiert genau das, dass ich so viele Vorschläge bekomme, dass ich erstmal für längere Zeit an YouTube gefesselt bin.
Und dann gibt's natürlich noch Webradios...

Als Inspirationsquelle im Alltag dienen keine etwaigen Algorithmen, die einem eh nur vorschlagen, was man sowieso schon so oder so ähnlich kennt, sondern lineare Programme, die einen auch mit Ungewohntem/Unbequemem konfrontieren.
Soweit die Theorie. Die Praxis zeige aber, dass die linearen Programme (zumindest diejenigen, die 90% der Bevölkerung erreichen) tatsächlich nur das abnudeln, was jeder Hörer längst auswendig kennt, und Ungewohntes ganz bewußt vermieden wird.
 

Nordi207

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Hätte man in SD auch Datenraten ähnlich denen der Mediaset-Programme gefahren, dann hätten wir kein HD benötigt.🤩😁
 

Mannis Fan

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Hier sehe ich nach wie vor die öffentlich-rechtlichen in der Pflicht.
Hier sehe ich sie auch in der Pflicht. Aber sie liefern nicht immer. Stattdessen hecheln sie den verlorenen Zuschauern und Zuschauerinnen auf allen denkbaren Kanälen und Ausspielwegen hinterher und verzetteln sich dabei in technischer Logistik, anstatt sich auf ihre Inhalte zu konzentrieren und damit so zu überzeugen, dass man sie gezielt ansteuert.
 

da_hooliii

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Zustimmung. Es wäre falsch, die linearen Ausspielwege nur noch als Auslaufmodell zu betrachten und dort nichts Neues mehr zu wagen.
Lineares Programm ist aber an einem Punkt angekommen an dem man nichts mehr Neues wagen kann. Linear lockt wenn dann nur so Menschen vor den Bildschirm wenn es darum geht Livesport wie Fußball WM/EM etc. zu zeigen. Mit der 20. Wiederholung von Bares für Rares oder Rote Rosen lockt man doch keine neuen Zuschauer vor den Fernseher und auch sogenannte "Shows für die ganze Familie" bringen keinen Sinn (hat man schon bei Wetten Dass?? damals erkannt mit den sinkenden Quoten und das war noch vor dem Durchbruch von Streamingdiensten) wenn das Konsumverhalten je jünger die Familienmitglieder sind so extrem vom linearen Fernsehen abweicht. Lineares Fernsehen existiert auch nur noch weil es genug alte Menschen gibt, die es noch aus deren Zeiten kennen als sie selbst jung waren und im Alter ändert man das Konsumverhalten dann auch nicht mehr großartig. Wäre der Bevölkgerungsdurchschnitt deutlich jünger dann wäre das lineare Fernsehen in der Form längst tot. Es bringt aber auch nichts nur an alten Verhaltensweisen festzuhalten bis man in der Bedeutungslosigkeit ist. Wichtig ist auch die Digitalisierung voranzubekommen sonst fällt man auf Dauer total auf die Schnauze. Das merkt man ja auch in der Pandemie aktuell, wenn man da hört, dass Coronazahlen teilweise noch über Faxgeräte (so ein Teil hab ich seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt) verwendet werden. Ähnlich erschreckend finde ich es, dass es noch Leute gibt, die aufgrund eines uralten Fernsehers oder zu schlecht ausgebauter Internetverbindung noch nicht mal die Inhalte der Mediathek nutzen können und das im Jahr 2021!!.
 

Radiokult

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Lineares Programm ist aber an einem Punkt angekommen an dem man nichts mehr Neues wagen kann.... Lineares Fernsehen existiert auch nur noch weil es genug alte Menschen gibt, die es noch aus deren Zeiten kennen als sie selbst jung waren und im Alter ändert man das Konsumverhalten dann auch nicht mehr großartig. Wäre der Bevölkgerungsdurchschnitt deutlich jünger dann wäre das lineare Fernsehen in der Form längst tot.
Das ist eine gewagte Behauptung. RocketBeansTV ist seit Jahren der existierende Gegenbeweis. Und auf etlichen Twitch-Kanälen wird im Grunde auch nichts anderes als lineares Programm produziert. Was den herkömmlichen linearen Programmanbietern abhanden gekommen ist, ist der Mut für innovative Inhalte, die man auch zur besten Sendezeit im Hauptprogramm ausstrahlt und nicht nachts auf irgendwelchen Spartenkanälen versteckt.
Andererseits, wenn man sich die Live-Zuschauerzahlen bei diversen Twitch-Streams anschaut und das mit den Quoten von beispielsweise "Bares für rares" vergleicht, braucht man sich damit keinesfalls verstecken.
Die Krux ist, dass die Quotenmessung der herkömmlichen linearen Programme auf der herkömmlichen Messung beruhen und diverse Zugriffe auf Livestreams der Sender nicht in die Messung einfließen.
Übrigens, wenn das lineare TV tot wäre, warum gehen dann immer mehr Online-Portale dazu über lineare Kanäle einzurichten? RakutenTV hat beispielsweise mittlerweile mindestens 4 davon. Wie kommt das?
 

da_hooliii

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Und auf etlichen Twitch-Kanälen wird im Grunde auch nichts anderes als lineares Programm produziert.
Es ist live in dem Moment ja - aber die Interaktion ist dann doch eine andere und es ist nicht dieses "Millionen schauen gespannt vor den Fernsehgeräten". Man kann auf Twitch direkt kommentieren, Abos versenden, Geld spenden etc. Die Reaktionszeit des Publikums hat eine völlig andere Dynamik. Das ist weit weg von irgendwelchen Shows, in denen man viele Kameraleute, Kabelträger etc. hat und das dann im linearen Fernsehen läuft. Einen Twitchstream kriegt man ohne großen Aufwand hin.
Das ist eine gewagte Behauptung. RocketBeansTV ist seit Jahren der existierende Gegenbeweis. Und auf etlichen Twitch-Kanälen wird im Grunde auch nichts anderes als lineares Programm produziert. Was den herkömmlichen linearen Programmanbietern abhanden gekommen ist, ist der Mut für innovative Inhalte, die man auch zur besten Sendezeit im Hauptprogramm ausstrahlt und nicht nachts auf irgendwelchen Spartenkanälen versteckt.
Andererseits, wenn man sich die Live-Zuschauerzahlen bei diversen Twitch-Streams anschaut und das mit den Quoten von beispielsweise "Bares für rares" vergleicht, braucht man sich damit keinesfalls verstecken.
Die Krux ist, dass die Quotenmessung der herkömmlichen linearen Programme auf der herkömmlichen Messung beruhen und diverse Zugriffe auf Livestreams der Sender nicht in die Messung einfließen.
Übrigens, wenn das lineare TV tot wäre, warum gehen dann immer mehr Online-Portale dazu über lineare Kanäle einzurichten? RakutenTV hat beispielsweise mittlerweile mindestens 4 davon. Wie kommt das?


und das mit den Quoten von beispielsweise "Bares für rares" vergleicht, braucht man sich damit keinesfalls verstecken.
Die Krux ist, dass die Quotenmessung der herkömmlichen linearen Programme auf der herkömmlichen Messung beruhen und diverse Zugriffe auf Livestreams der Sender nicht in die Messung einfließen.
Mich würden mal wirklich eine reale Messung von Zuschauerzahlen interessieren ohne so ein uraltes Quotenbemessungsverfahren. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß, dass da eine Person so eine Quotenbox hat und als Testperson ständig den Fernseher laufen lassen hat und wenn die Person mal die Wäsche aufhängt und im Wohnzimmer läuft der Fernseher ist das hochgerechnet so viel wert wie mehrere zehntausend Zuschauer, die eingeschaltet haben.

Übrigens, wenn das lineare TV tot wäre, warum gehen dann immer mehr Online-Portale dazu über lineare Kanäle einzurichten? RakutenTV hat beispielsweise mittlerweile mindestens 4 davon. Wie kommt das?

Das muss nichts bedeuten, dass wenn etwas im TV läuft, dass es auch erfolgreich ist. Knossi hat auch einen TV-Vertrag bekommen und ist auf YouTube und Twitch einer der erfolgreichsten überhaupt aber nach kurzer Zeit wurde es ja dann eingestellt. Es werden auch weiterhin Internet-Formate ins lineare Fernsehen kommen aber ob eine Nachfrage danach besteht ist eine andere Frage. YouTube haben manche TV-Sendungen auch für sich entdeckt und da läuft es von den Zahlen her sogar deutlich erfolgreicher als wenn es im TV läuft.
 

Radiokult

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aber die Interaktion ist dann doch eine andere
Das ist eines der Probleme bei den herkömmlichen Sendern. Diese Interaktion wäre völlig problemlos machbar. Man tut es aber aus irgendwelchen Gründen einfach nicht mehr. Wenn ich mir überlege, was es alles an Live-Interaktionsformaten im herkömmlichen Fernsehen mal gab, teils lange bevor es das Internet gab, und wieviel davon heute noch übrig geblieben ist, fragt man sich schon in welcher Welt manche Programmverantwortlichen heute leben.
Beispiele gäbe es reichlich: "Der goldene Schuss", ZDF-Spielshow aus den 60ern (!) - da bestimmten die Zuschauer live das Spielgeschehen. Heute im ÖR undenkbar. "Pronto Salvatore", Live-Game-Show Anfang der 90er auf RTL, "Superball" in den 90ern im Sat1-Frühstücksfernsehen. Diverse Call-in-Shows von Kuttner bis Domian usw. Nichts davon gibt es mehr im herkömmlichen linearen Fernsehen. In bestimmten Bereichen sind die herkömmlichen Sender vom Trendsetter zum Schlusslicht geworden. Das ist das eigentlich erschreckende.
 

Mischpult

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Linear sind natürlich wieter Neuerungen möglich. Linear hat seine Vorteile und wird seinen Platz behalten. Dafür muss man aber auch bereit sein, linear neu zu denken und linear nicht einfach als Radio oder Fernsehen zu betrachten, wie es das vor 20 Jahren einmal war. Das geht nicht, ohne Vertrautes loszulassen, und dass das auf Widerstand stößt, sieht man schon hier, wo gefühlt jede kleinste Veränderung einen harschen Kritiker findet. Nonlinear hat es da einfacher. Da beschwert sich halt niemand mit einem Groll, als sollte sein Wohnzimmer in fünf Minuten dem Erdboden gleich gemacht werden, dass der "Nachtclub" jetzt um 20 Uhr statt um 0 Uhr gesendet wird. Gab ja vorher keinen Nachtclub. Die Haben-wir-schon-immer-so-gemacht-Fraktion hat weniger zu sagen.
 
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Mannis Fan

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wo gefühlt jede kleinste Veränderung einen harschen Kritiker findet.
Nach meinem Empfinden gilt die Kritk selten einer "kleinsten Veränderung", sondern sie gilt vor allem der Reduktion. Es fallen gegenüber früher zu viele Dinge weg, das ist nicht Veränderung, sondern Weglassen. Z.B. Wortantteil, Nachrichtenlänge, Musikvielfalt, moderierte Nachtstrecken, inhaltliche Sondersendungen, Live-Gäste. Das ist nicht innovative Veränderung, sondern Sparen am falschen Fleck.
 

Mischpult

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Nach meinem Empfinden gilt die Kritk selten einer "kleinsten Veränderung", sondern sie gilt vor allem der Reduktion. Es fallen gegenüber früher zu viele Dinge weg, das ist nicht Veränderung, sondern Weglassen

Haarspalterei, weil der Übergang fließend ist und Neues nicht dauerhaft entstehen kann, ohne Altes wegzulassen. Hätte es Diskussionsplattformen wie diese hier schon vor 60 Jahren gegeben, das Board wäre voll mit Meinungen, dass an der Kino-Wochenschau nicht einfach gekürzt werden dürfe, weil: gibt ja noch Leute ohne Fernsehen und Radio.
 

Cha

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Beispiele gäbe es reichlich: "Der goldene Schuss", ZDF-Spielshow aus den 60ern (!) - da bestimmten die Zuschauer live das Spielgeschehen. Heute im ÖR undenkbar. "Pronto Salvatore", Live-Game-Show Anfang der 90er auf RTL, "Superball" in den 90ern im Sat1-Frühstücksfernsehen. Diverse Call-in-Shows von Kuttner bis Domian usw. Nichts davon gibt es mehr im herkömmlichen linearen Fernsehen.
Als es den Superball noch gab, wurde noch fast ausschließlich analog geschaut. Das Spiel ist heute technisch nicht mehr machbar, da die digitale Ausstrahlung ca. 2 Sekunden Zeitverzögerung mit sich bringt. Wenn das Hindernis also auf dem eigenen Bildschirm auftaucht und der Anrufer "LINKS!!" ist Telefon brüllt, ist der Ball in dem Moment bereits dagegen gekracht.
 

Radiokult

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Das ist mir bekannt. Das Problem gabs schon damals. Man konnte genau analysieren, ob der Zuschauer per terrestrischen Signal zuschaute oder per Sat. Da das Sat-Signal aufgrund des Wege ebenfalls etwa 1 bis 2 Sekunden dem terrestrischen hinterher hinkte, hatten Sat-Mitspieler meist das Nachsehen. Das alles ändert aber nichts daran, dass diverse andere Live-Interaktionsformate ohne jedes Problem machbar wären.
 
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