MDR-Ausstieg Thüringens denkbar?

Sprollywood.

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Der MDR ist ja in Thüringen nun nicht gerade für Qualität im Hörfunk bekannt.

Bei Lanz wurde eben ein interessantes Szenario als Bestanteil eines Gedankenspiels thematisiert:
Ein MP Bernd Höcke könnte - theoretisch - den RfStV mit dem Mitteldeutschen Rundfunk aufkündigen. Dieser würde dann als Zweiländeranstalt (wie RBB oder SWR) fortbestehen und müsste mit weniger Ressourcen auskommen, also künftig auf die Einnahmen der Bewohner eines von drei Bundesländern verzichten.
Es würde dann auch kein LFH Erfurt mehr geben, so der Studiogast.

Wie realistisch ist dieses Szenario? Und was wären die Konsequenzen, z.B. für Sputnik (UKW Sachsen-Anhalt), würde man diese Welle einstellen?
Was passiert in dem Fall mit dem Personal aus EF, was bislang für MDR 1 - Radio Thüringen und MDR MeineSchlagerWelt verantwortlich ist?

Oder spielt die ARD wieder beleidigte Leberwurst und erklagt sich auf unsere Kosten ihr Existenzrecht vor dem BVerfG in Karlsruhe?

Fun fact: Anstatt "MDR" wurde in den UT zur Lanz-Sendung beim ersten Mal "NDR" und beim zweiten Mal "MPR" eingeblendet.
 
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Du hast wohl auch den Talk mit Markus Lanz gesehen, in dem ein Menschenrechtsanwalt verschiedene Schreckensszenarien im Falle eines Wahlsiegs der AfD durchspielte.

Im Kern ging es um den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit AfD und Linkspartei, der dazu führen könnte dass Thüringen nach der Wahl im Chaos versinkt. Norbert Röttgen wand sich angesichts dieser Frage zwar wie ein Regenwurm und verlor sich in bizarren moralpoetischen Ausflüchten, ließ aber durchscheinen dass man im Extremfall auch mit der Linken stimmen würde.
 
Schreckensszenarien im Falle eines Wahlsiegs der AfD durchspielte.

Markus Lanz ist genau so wie all die anderen "öffentlich rechtlichen Talkshows" die reinste Hetzsendung gegen die AfD.

Man denke nur einmal daran, wie Tino Chrupalla im November dort war und er hat es allen linksgrünen in der Runde gezeigt und hatte die besten Argumente, sowie Fachwissen ohne Ende und vor allem war er auf alles vorbereitet, was man von Markus Lanz selbst in dieser Folge und auch von Ricarda Lang kürzlich dort ja überhaupt nicht sagen kann.

Robert Sesselmann ist seit fast einem Jahr Landrat in Sonneberg und ich wohne 15 Kilometer entfernt und nein, Sonneberg ist unter einem AfD Landrat NICHT im Chaos versunken, ganz im Gegenteil. Von daher erst einmal Björn Höcke, sollte er in Thüringen an die Macht kommen, machen lassen, bevor man ihn sinnlos verteufelt und Hass und Hetze streut, so wie es die Linken, ARD und ZDF zu gerne tun.

Zum Szenario, MDR Ausstieg aus Thüringen: Halte ich persönlich für unwahrscheinlich, denn auch in Sachsen finden Wahlen statt und auch in Sachsen ist die AfD an der Spitze mit über 30 Prozent. Ich bin mir sicher, wenn unter Höcke in Thüringen der Rundfunkstaatsvertrag gekündigt werden würde, dann würde man das sicherlich auch parallel in Sachsen im Falle eines AfD Sieges machen, und daran glaube ich nun wirklich nicht.

Was ich eher für wahrscheinlich halte ist, dass man sich dafür einsetzt, dass der öffentlich rechtliche Rundfunk im linearen Bereich um einiges zusammen geschrumpft wird und dass der Rundfunkbeitrag demzufolge dann erheblich geringer wird.
 
Aus naheliegenden Gründen auch hier nochmals die Erinnerung, dass ihr Euch bitte auf die radio- und medienbezogenen Aspekte beschränken mögt, verbunden mit der vermutlich wenig überraschenden Info, dass auch dieser Thread fortan bis auf Weiteres moderiert wird.
 
Dieses Gedankenspiel gab es übrigens auch gestern etwas detailierter bei Mediasres im DLF. Ein "alternativer" Rundfunksender der in Thüringen den mdr ersetzt und ähnlich der TVP in Polen einer PiS bis zuletzt der Regendschaft nach dem Mund redet fände ich maximalst gruselig. Auch der Kika und ARD Kultur durch den Koordinationsstellen in Erfurt und respektive Weimar wäre da auch betroffen.
 
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Was ich eher für wahrscheinlich halte ist, dass man sich dafür einsetzt, dass der öffentlich rechtliche Rundfunk im linearen Bereich um einiges zusammen geschrumpft wird und dass der Rundfunkbeitrag demzufolge dann erheblich geringer wird.
Wo will man denn da noch sparen? Nachts produziert man zwei Gemeinschaftssendungen, eine (rotierend aus allen drei LFHen) für die Landesprogramme (seit einigen Jahren auch bundesweit als Hitnacht angeboten, zuvor nur in Mitteldeutschland als 3-Länder-Nacht), und dann eine Schlagersendung, die gänzlich unmoderiert ist - derzeit beim BR, seit Jahresbeginn auch zusätzlich beim NDR, Ausweitung wohl geplant oder zumindest denkbar.

Zusätzlich zu MDR Kultur hat man zwei Spin-offs aus der Taufe gehoben: MDR Tweens (vormals Figarino) und MDR Klassik. Beide dürften so gut wie keine Kosten verursachen, da entweder reine Musikstrecken oder Wiederholungen aus dem Hauptprogramm.

MDR Aktuell besteht zum Großteil einer Sendestunde aus Wiederholungen bereits verlesener Meldungen, die kostenintensive Produktion der Infonacht hat man aufgegeben und diese Verantwortung an den NDR abgetreten.

Bleiben noch die Landeswellen. Hier ist in EF seit einigen Jahren der Schwerpunkt klar auf Oldies der 70er und 80er erkennbar, abends und am Wochenende wurden schon Moderationsschienen zusammengelegt nach meinem Empfinden.

Popwellen (Hot AC/CHR) leistet man sich dagegen gleich zwei, wobei diese nicht in Thüringen produziert werden. Dort übernimmt man seit geraumer Zeit schon die Nachrichten von MDR Aktuell statt eigener Schichten, Sputnik ist teilweise vorproduziert oder gänzlich unmoderiert. Bei Jump wurden die Live-Strecken gefühlt auch gekürzt. Sputnik als Programm rein für Sachsen-Anhalt könnte tatsächlich auf den Prüfstand, hier sehe ich aber den Einfluss von Thüringen nicht, da nicht dafür zuständig.

Der Rundfunkbeitrag wird garantiert nicht gesenkt, schon inflationsbedingt nicht. Und wenn, dann gilt dieser bundesweit.
 
Sagen wir es mal so: Es wäre nicht das erste Mal das Thüringen den Verbund mit dem mdr und damit die ARD verlassen wollen würde. Ein ähnliches Szenario ist vor zwei oder drei Jahren schon einmal an die Wand gemalt worden, wenn auch aus anderen Gründen.
Rein praktisch betrachtet halte ich ein solches Ansinnen für ziemlichen Quatsch. Da Thüringen vergleichsweise klein ist, strahlen so oder so aus allen Ecken Programme nach Thüringen ein. Insofern wäre eine Abschaltung und oder ein "auf Linie bringen" dieser Programme vertane Müh. Man kennt das analog vom einstigen DDR-Rundfunk. Der hatte zwar auch seine Hörer, aber eben nur im Segment Unterhaltung. Informationen haben sich die Leute woanders hergeholt. Und so ähnlich würde es auch einem wie auch immer gestalteten Thüringer Rundfunk ohne mdr ergehen. Was die Leute, übrigens auch zahlreiche Journalisten, immer gerne übersehen: 30% AfD sind 30% AfD-Stimmen der Leute die zur Wahl gegangen sind. Das sind mitnichten 30% der Thüringer Gesamtbevölkerung. Wir sollten alle erstmal die Wahl abwarten und dann kann man weitersehen. Bis zum Herbst kann noch viel passieren. Vorher wäre es geradezu müßig ausgerechnet über die Medienlangschaft zu diskutieren. Da gäbe es nun wahrlich wichtigere Baustellen, nicht nur in Thüringen.
 
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Das Szenario ist so neu nicht. Ernst Albrecht hat dem NDR, bzw. den damals 2 anderen NDR-Ländern auch mit Kündigung des RfStV gedroht. Niedersachsen ist nicht ausgestiegen.
 
Heute Thema bei medias res im Deutschlandfunk:


Damit wäre es dann übrigens vorbei:

Der Medienstandort Thüringen​

"Thüringen hat sich seit der Wiedergründung als Freistaat im Jahr 1990 zu einem dynamischen Medienstandort entwickelt. Im Freistaat gibt es einer Studie der Bauhaus-Universität Weimar zufolge über 840 Medienunternehmen. Insbesondere in der Landeshauptstadt Erfurt haben sich in den letzten Jahren im Umfeld von MDR und gemeinsam von ARD und ZDF getragenen Kinderkanal KiKA und seit 2007 auch im und um das KinderMedienZentrum und den Studiopark einige Produktions-, Technik- und IT-Firmen angesiedelt. Das KinderMedienZentrum bietet nicht allein Studioflächen verschiedener Größen für Kino-, TV- und Show-Produktionen, sondern auch Existenzgründern, Spin-offs, kleinen und mittleren Unternehmen ein eigenes Gründerzentrum."

 
Alle aufgeregten Gemüter kann ich beruhigen. Dieses Szenario wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit NICHT eintreten.

Was man aber nicht ganz ausschließen kann ,wäre zumindest die OPTION, daß es irgendwann ein gemeinsames MDR (1) Programm mit "Fenstern" für Sachsen,Sachsen-Anhalt und Thüringen geben kann.Aber das, auch definitiv nicht Heute und Morgen!

Die im Eingangspost erwähnte politische Person , heißt mit Vornamen Björn. Nur der Richtigkeit halber.
 
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Der Thüringer Landessender hat kurz nach der Wende, also in der Zeit der Abwicklung des DDR-Rundfunks und des DFF, sehr eng mit dem HR in Frankfurt zusammengearbeitet. Das Modell einer solchen Zweiländeranstalt für Sachsen+Sachsen-Anhalt einerseits (MDR neu) und für Hessen+Thüringen andererseits wäre sicherlich eine gute Alternative. Dann müsste auch der HR nicht immer mehr SWR-Radio übertragen...

Für den MDR wäre es aber eine Horrorvorstellung, die UKW-Frequenzen von SPUTNIK hergeben zu müssen.
 
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Rein praktisch betrachtet halte ich ein solches Ansinnen für ziemlichen Quatsch. Da Thüringen vergleichsweise klein ist, strahlen so oder so aus allen Ecken Programme nach Thüringen ein. Insofern wäre eine Abschaltung und oder ein "auf Linie bringen" dieser Programme vertane Müh.
Und warum sollte man überhaupt aus einer bezahlten eierlegenden Wollmilch-Sau aussteigen wenn man dann doch mitbestimmen kann?
Treiben wir es mal nicht ganz so kraß: Bayern und der BR. Da gab es, mancher wird sagen zur guten Zeit, entsprechende Sendungen. Es gab aber auch immer Anteile die nicht auf einen CSU-Sender haben schließen lassen.
Die AfD würde ich nicht als dumm einschätzen. Warum sollte man einen Propaganda-Sender fahren mit Strahlkraft in die gesamte Republik und Inhalt wie ein Reichsrundfunk? Oder eben eine schwache Landesrunfunkanstalt haben und dann im Gegenzug, bzw. Mangel, das rot-grüne D-Radio landesweit aufschalten?
 
Allen Eventualitäten zum Trotz hat man sich jahrelang einen Dreck darum geschert, was die Menschen im Freistaat wollen. Bereits MDR LIFE war ein inhaltlicher Offenbarungseid. Mit dem Musiksender Jump wurde das noch getoppt. Es war ein Automatismus: Der Bürger in Mitteldeutschland blecht, und der MDR liefert - irgendwas.

Beim MDR musste man sich nie Gedanken machen um die Programmqualität oder um die Relevanz von Inhalten (MDR Info, später Aktuell ausgenommen). Die Gelder flossen ohnehin nach HAL und nach EF. Nun, da der ewig sprudelnde Quell eventuell zu versiegen droht, bekommt man es in Halle auf einmal mit der Angst zu tun. Sieht man etwa jetzt, dass man an der Verblödung, Verrohung und Abstumpfung der Menschen seinen Anteil geleistet hat? Wie wäre es denn, wenn man einfach mal anfängt, gutes Radioprogramm zu machen? Ansätze dafür gab es um 2008 herum bei Sputnik. Dann muss man sich auch nicht den Angriffen von Rechtsaußen ausgesetzt sehen. Auch Inhalte für die bürgerliche Mittel, für das konservative Bürgertum muss es geben, statt Agenda Setting der "üblichen" Themen (Klimawandel).

Wenn das Ganze zu einer Debatte um mehr Qualität im MDR-Hörfunk (insbes. Jump, Sputnik, Tweens aber auch den Landeswellen) führt, soll uns die Diskussion um dieses mögliche (!) Szenario allemal Recht sein.
 
Der Thüringer Landessender hat kurz nach der Wende, also in der Zeit der Abwicklung des DDR-Rundfunks und des DFF, sehr eng mit dem HR in Frankfurt zusammengearbeitet. Das Modell einer solchen Zweiländeranstalt für Sachsen+Sachsen-Anhalt einerseits (MDR neu) und für Hessen+Thüringen andererseits wäre sicherlich eine gute Alternative. Dann müsste auch der HR nicht immer mehr SWR-Radio übertragen...

Für den MDR wäre es aber eine Horrorvorstellung, die UKW-Frequenzen von SPUTNIK hergeben zu müssen.
MDR Sputnik sendet in Thüringen nicht über UKW.
 
Nein natürlich nicht, aber wenn der MDR sparen müsste (und darauf würde es zwangsläufig hinauslaufen, sofern ihnen die Gebührengelder aus Thüringen gestrichen werden), muss man ja mal sehen, was ist überflüssig beim Rundfunk, was kann man einsparen. Sputnik (ohnehin kaputtgespart) könnte ohne weiteres sofort weg, aber man trennt sich nicht davon. Einfach weil man die Frequenzen in S-Anhalt nicht abgeben will!
 
Könntest du aus dem Artikel etwas zitieren? Kann den leider nicht lesen.

 
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Das trifft sich sehr gut. Immer weniger Programm für imme rmehr Geld. Wind auf die Mühlen der ÖR-Kritiker.

Wenn der MDR nur noch von 6 bis 20 Uhr Programm macht, also 14 von 24 Stunden, soltten die Menschen in Mitteldeutschland auch nur noch 70 % des Beitrags zahlen müssen.

Denn das Nachtprogramm von SWR oder NDR wird bereits aus den Geldern der dortigen Beitragszahler finanziert.

Wie gut, dass die geplante Übernahme der Gemeinschaftssendungen ohnehin in eine Zeit fällt, in der der MDR keine Werbung verkaufen kann. So hält sich der "Verlust" in Grenzen und fällt weniger stark ins Budget.

Zwischen 20.00 Uhr und 05.50 Uhr sowie an Sonntagen und im gesamten Sendegebiet anerkannten Feiertagen darf Hörfunkwerbung nicht ausgestrahlt werden.(https://www.mdr.de/in-eigener-sache/wie-wir-arbeiten-100.html)

Die Sparpläne sind übrigens nicht neu. So berichteten mehrere Medien bereits im November
 
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Es sollte einen bundeseinheitlichen Rundfunkbeitrag für alle Sender geben. Sprich: Jeder aus jedem Bundesland zahlt für jeden Sender aus jedem Bundesland. Das wäre nur gerecht und würde obige Diskussion erübrigen.
 
Zwischen 20.00 Uhr und 05.50 Uhr sowie an Sonntagen und im gesamten Sendegebiet anerkannten Feiertagen darf Hörfunkwerbung nicht ausgestrahlt werden
Was schon seit gefühlten hundert Jahren bei allen ÖRs so ist. Und komm mir jetzt nicht mit Präsentationswerbung...

Und davon unabhängig finde ich das schon ziemlich bemerkenswert. Ausgerechnet die Anstalt, die am betontesten einen auf regional macht, übernimmt dann ausgerechnet das Programm des SWR bei der Unterhaltung? Sinnvoll wäre ein wie auch immer geartetes gemeinsames Abendprogramm von rbb und mdr gewesen. So geht man einen Schritt weiter in Richtung eigene Abschaffung, denn was soll man mit dem "Gedudel" aus BaWü, im Zweifel gespickt mit Infos, die den geneigten mdr-Hörer höchstens marginal interessieren dürften. Das ist im Grunde völliger Nonsens.
 
1. Ist der Gebührenbetrag ("GEZ") bundesweit gleich.
2. Gibt es das durch den ARD-Finanzausgleich schon.
Was durchaus hinterfragt werden kann, wenn jemand aus Essen-Steele Radio Bremen mitfinanziert.
Gut, es gibt auch einen Länderfinanzausgleich.
 
Immer weniger Programm für imme rmehr Geld.

Wenn der MDR nur noch von 6 bis 20 Uhr Programm macht, also 14 von 24 Stunden, soltten die Menschen in Mitteldeutschland auch nur noch 70 % des Beitrags zahlen müssen.

Willst oder kannst Du nicht verstehen, dass die Sender im Moment viel Programmgeld umschichten in andere Angebote, insbesondere in non-lineare Angebote mit denen sie andere Nutzergruppen erreichen (wollen) als es mit linearem Radio möglich ist?
 
Willst oder kannst Du nicht verstehen, dass die Sender im Moment viel Programmgeld umschichten in andere Angebote, insbesondere in non-lineare Angebote mit denen sie andere Nutzergruppen erreichen (wollen) als es mit linearem Radio möglich ist?

Ihr Auftrag leitet sich aber immer noch aus der Rundfunkfreiheit her und nicht aus irgendwelchen non-linearen Angeboten bei TikTok und Co und einem Minimum von zu erreichenden Zielgruppen anderswo.
 
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