Müssen Radiosender in der Zeit der Digitalisierung zwingend Nachrichten bringen?


radiobino

Benutzer
Auf Grund der Diskussion im Schwarzwaldradio Thread möchte ich hier ein Thread eröffnen ob jeder Radiosender überhaupt Nachrichten senden muss.

Im TV Bereich kennen wir es ja das es immer mehr Spartensender gibt mit unterschiedlicher Ausrichtung bei denen es keine Nachrichten gibt.

Wie ist es beim Radio? Auch dort gibt es dank Digitalisierung immer mehr Spartensender.

Ist es da zwingend nötig dass da bei jeden Sender, egal ob Sparte oder nicht, Nachrichten gesendet werden?

Oder reicht es, wie zum Beispiel bei Schwarzwaldradio nur zu bestimmten Zeiten?

Ich bin auf eure Meinung gespannt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Cha

kwegener

Benutzer
Nein, ich halte es nicht für notwendig, dass ein jedes Programm Nachrichten senden muss. Bei manchen Formaten wirken Nachrichten sogar fehl am Platz, z.B. bei Radio Bollerwagen. Hier wäre zu überlegen, ob Nachrichten in Proletensprache oder in gelallter Aussprache vielleicht sogar passender wären. Das wäre doch sogar noch originell.

Bei FIP in Frankreich laufen auch keine Nachrichten (mehr) (Sparmaßnahme), finde ich jetzt nicht schlimm. Im Gegenteil. Man soll sich beim Hören des Programms doch wohl fühlen, und nicht mit der aktuellen weltpolitischen Lage konfrontiert werden.

Und durch das bloße Aussenden von Nachrichten werden Formatradios (auch) nicht zum Vollprogramm...
 
Zuletzt bearbeitet:

ndrgast

Benutzer
Meine Meinung: "Lineares Radio? - Da sind aktuelle Nachrichten Pflicht!"
Ob ein Sender die Nachrichten selbst produziert, oder von einem anderen Sender übernimmt oder einkauft: Über die Dosis kann man diskutieren. Aber ein Totalverzicht? - Wenn ein Sender für 'seine' Hörer-Zielgruppe Nachrichten für überflüssig hält ... na dann möchte ich mich nicht einer solchen Dumpfbacken(?)-Hörerzielgruppe zurechnen lassen. Schlimmer, als wenn man sicch outet, "Bild" als (einzige) Tageszeitung zu lesen. "Bild" als Zeitung ist ein Sonderfall: Keiner liest sie; jeder weiß, was drin steht. ...
Radiosender ohne Nachrichten? - Das wäre ein Experiment.
"NDR 2" wagt seit den 1980-er / 1990-er Jahren so etwas ähnliches mit der Strategie: "Das Programm entworten!": Kuriere weg, Nachrichten auf <2'59'' eindampfen und 'verzichtbar' machen. ... DAS kommt schon nah ran an "Dumpfbacken-Radio"; die eingestreute Werbung zählt da schon quasi zu den Qualitätselementen.
"NDR 1 NDS" fährt da im Tages-Magazin-Programm 05:00 - 16:00 eine Doppelstrategie: 'Echte' Nachrichten in einem Raster. Dazwischen? - Praktisch inhaltsleeres Bla-Bla-Bla; Profilierungsversuch als Autofaherwelle mit aktuellen Verkehrshinweisen runter gebrochen bis zur letzten umgefallenen Milchkanne.
Dazu: "Das Wetter!" - Ansonsten könnte man das Programm für ein Jahr, zweiundfünfzig Wochen, vorproduzieren, um dann jahreszeitlich: "Aktuell!" zu senden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Casey

Benutzer
Es gibt durchweg nur noch „schlechte“ Nachrichten. Ukraine Krieg, Pandemie, Klimakrise, Inflation usw. Ein Großteil der Hörer will keine negativen Nachrichten mehr, die gibt es ja zur Genüge in der Zeitung oder Online.
Meine Meinung: ein Programm ohne News (oder nur mit positiven Nachrichten) wäre eine gute Alternative.
 

Matty

Benutzer
in der Zeit der Digitalisierung überhaupt noch senden?
Ist für die Hörer bis auf Anschaffung der Radios halt kostenlos und anonym.
Ob die nun analog oder digital senden spielt dabei keine Rolle.
Nachrichten hätte ich schon gern, insbesondere auf längeren Autofahrten und auch auf der Arbeit wo man oftmals das Handy nicht nutzen kann/darf aber Radio erlaubt ist.
 

ndrgast

Benutzer
N-Joy hat doch seine Hörer befragt!
Na ja ... N-Joy-Hörer sind m. E. von NDR-Hörfunk schon mächtig weich gemacht in der Birne. Die Forderung: "Bitte nur positive Nachrichten!" ist krass, ist ein Indiz für klare Unterbelichtung. Oder Depression wegen der Überflutung mit negativen Nachrichten. Ich kreide da NDR-Hörfunk Schuld an, weil kaum Medienkompetenz vermittelt wird. ... Viele regeln da ab. Der Wunsch nach mehr positiven Nachrichten ist nachvollziehbar. Aber nur noch positive Nachrichten? DAS kann es ja nicht sein.
 

Sieber

Benutzer
Nachrichten sind nicht "schlecht" oder "gut", sondern Nachrichten. Die Nachricht vom Ergebnis BS gegen Hertha im Pokal ist für die einen "gut", für den einen "schlecht"...
Und weiter gedacht: Wenn Wort in Form von Nachrichten das linerare Radio stören kann, wie ist es dann mit sonstigem Wort? Also Moderation jeglicher Art? Auch gleich weg! Nur Musik, Musik, Musik.
So setzt sich lineares (analoges) Radio gegen Spotify & Co. durch.
DLF machen Sie den 1. Schritt.
 
Zuletzt bearbeitet:

drod

Benutzer
Ja, denn wir brauchen weiterhin linearen klassischen Rundfunk als Internet-Alternative. Klingt komisch, ist aber so. Ein Nachrichtensprecher, der die erarbeiteten Meldungen vorliest ist nochmal anders als ein hingeklatschter Tweet.

Sowas wie Voicetrack-Baukasten-Nachrichten von Regiocast, dpa oder BLR braucht das Land hingegen nicht.
 

Radiokult

Benutzer
Die eigentliche Frage ist doch gar nicht, ob man noch Nachrichten senden sollte oder nicht. Die Frage ist, ob der stündliche Rhythmus tatsächlich noch zu jeder Tageszeit angebracht ist. In der Morgenschiene zwischen 6 und 10 sollten sie aktuell noch drin sein, keine Frage, und in der Nachmittags-/Vorabendschiene von sagen wir mal 15 bis 18/19 Uhr auch. Aber sonst? Es gibt doch jetzt schon genug Programme wo die Nachrichten nach 20 Uhr im Grunde nur eine reine Alibi-Sendung, weil ständige Wiederholung, sind. Dann kann man sie auch ganz weglassen. Davon abgesehen verändert sich auch die Nachrichtenlage über Nacht eher selten. Das ändert aber ausdrücklich nichts daran, das man im Fall der Fälle natürlich zeitnah bzw. im besten Falle sofort reagieren können muss, wenn irgendwas von entsprechender Tragweite passiert! Allerdings wäre das dann schon einer der Punkte, wo es bei vielen Sendern schon jetzt hapert, siehe das bereits angesprochene Beispiel Aartal, wo sich insbesondere der ÖR alles andere als mit Ruhm bekleckert hat. Die Diskussion um "nur gute Nachrichten" halte ich für ausgemachten Quatsch. Insofern war die Entscheidung des Schwarzwaldradios richtig, zu bestimmten Zeiten gar keine Nachrichten mehr zu senden. Das ist dann nämlich alle mal besser als nur "gute Nachrichten" zu versenden.
Die schöne Legende vom schnellsten Medium Radio ist im übrigen auch ganz nett, aber sie ist schlicht Schnee von gestern. Sämtliche Nachrichten-Ticker laufen heutzutage übers Internet, womit klar ist, dass die Nachricht natürlich zuerst im Netz ist, bevor sie überhaupt irgendein Nachrichtenredakteur oder Sprecher zu Gesicht bekommt. Fax-Ticker gibt es meines Wissens nach keine mehr.

Radio ohne Nachrichten ist lineares Spotify. Damit machen sich die Sender aus meiner Sicht selbst überflüssig.
Warum machen manche eigentlich ihr eigenes Medium so klein? Ich werde das wohl niemals nachvollziehen können. Der größte und wichtigste Vorteil von herkömmlichen Radio gegenüber Spotify ist mitnichten eine Nachrichtensendung. Das war sie auch nie! Der alles entscheidende Unterschied ist die Möglichkeit der persönlichen Ansprache des Nutzers und die direkte Interaktion mit dem Nutzer - live und quasi zu jeder Tageszeit. Das macht herkömmliches Radio aus! Bei Spotify folgt nur ein Titel tot auf den nächsten im Rahmen irgendwelcher vorher festgelegten Playlisten - ein Übel das auch so mancher Radiosender lange bevor es Spotify gab, bereits in den Nachtschienen drauf hatte und hat. Gebracht hat es den Sendern nichts. Die Zeiten zwischen der Musik mit Leben füllen ist das, was Radio zu dem macht was es ist. Nachrichten sind dabei höchstens ein Baustein, mehr nicht.
 

ndrgast

Benutzer
Legende? ... Schnee von gestern?
Die schöne Legende vom schnellsten Medium Radio ist im übrigen auch ganz nett, aber sie ist schlicht Schnee von gestern.
Im Fernsehen laufen auf n-tv und WELT die Nachrichtenfilmchen in Dauerschleife. - Für News-Junkies ist der unten durchlaufende Info-Streifen interessant. ... Oder man hört durchgängig DLF: DORT finde ich gut, dass die verlesenen Nachrichten zeitnah redaktionell aktualisiert werden. Wenig störend, dass sich Meldungen 1/2-stündlich und 1-stündlich 1:1 wiederholen. - Zwischen den Nachrichten bleiben 20 bis 25 Minuten Erholungszeit. Gut, dass es da auch noch weiter echten Input gibt: Mal mehr Musik, mal mehr Wort; meistens eine gute 'hörbare' Mischung. ... Alles eine Frage der Marketing-Strategie.
 

Radiokult

Benutzer
Meine Anmerkungen bezogen sich ausschließlich auf die sogenannten Service-Wellen, sprich die früheren Einser und den Privatfunk. Bei den Infosendern und/oder dem DLF ist natürlich klar, dass schon alleine des Formates wegen Nachrichten zwingend zum Programminhalt gehören.
 

Chepper91

Benutzer
N-Joy hat doch seine Hörer befragt! Warum wollen die denn keine negativen Nachrichten mehr? Die Welt ist schlecht genug! Ich würde sie abschaffen

Die Umfrage war lediglich nur für eine Rubrik in der neuen Morningshow.

Radio ohne Nachrichten ist lineares Spotify. Damit machen sich die Sender aus meiner Sicht selbst überflüssig.

Genau, Nachrichten gehören zu einen Radioprogramm dazu. Sonst wäre ein Sender irgendwie nutzlos.
 

CosmicKaizer

Benutzer
Ich bin da echt im Zwiespalt, da meine beiden Lieblingssender völlig konträr sind: einerseits Inforadio vom rbb - andererseits *dennamendarfichnichtmehrnennen* aus Havant, UK - komplett ohne Nachrichten. Zumindest eine regelmäßige Struktur ist mir schon wichtig - und die ist auch beim Sender aus Havant gegeben.
 
Radio ohne Nachrichten ist lineares Spotify. Damit machen sich die Sender aus meiner Sicht selbst überflüssig.
Damit ist aus meiner Sicht auch alles gesagt. Es bringt auch nichts, die Nostalgiebrille aufzusetzen, dass früher alles besser war und die Welt heute nur noch schlechte Nachrichten hat, zumal dies schlicht und einfach nicht stimmt. Informiert sein ist besser als in einer Blase leben, in der die Realität ausgeblendet wird.

Trotzdem finde ich die Diskussion wichtig, da es mir mehr auf das Wie der Nachrichten ankommt als auf das Ob. Weniger Emotionen und O-Töne wären mehr. Da liebe ich die Deutschlandfunk-Nachrichten. Auch die Niederländer machen es aus meiner Sicht gut. Der Stil dauert seit je her zwei Minuten. Warum? Weil auf den ganzen unnötigen Mist verzichtet und die Nachricht auf den Kern reduziert wird. So schafft man es in dieser kurzen Zeit, vier bis fünf Meldungen unterzubringen. Ist nur meine Meinung.
 

XERB 1090

Benutzer
Ich meine, es ist heutzutage zumindest nicht erforderlich, stündlich Nachrichten auf den populären Wellen zu bringen. Diese "Nachrichten" dauern dann sowieso oft nur 2-3 Minuten, zumindest bei Hitradio Ö3. Was soll man aus solcher Art Nachrichten schon Neues und Wichtiges erfahren? Ich bevorzuge es, allenfalls einen der Qualitätssender aus Deutschland oder Österreich (z.B. Deutschlandfunk, WDR 5, Österreich 1, etc.) einzuschalten und mir die eine oder andere, mindestens 30minütige Nachrichten- bzw. Info-Sendung anzuhören. Bei den populären Wellen könnte man heutzutage aber fast gänzlich auf Nachrichten verzichten, ebenso auf Wetter und Verkehrsmeldungen. Ich kann - wenn ich möchte - Nachrichten, Wetter und auch Verkehrsmeldungen jederzeit über das Smartphone abrufen bzw. mir während einer Autofahrt sogar vorlesen lassen.

Am Morgen liebe ich es aber fast noch mehr, mir den einen oder anderen "Start-in-den-Tag"-Podcast anzuhören, z.B. jenen vom STERN mit Michel Abdollahi names "heute wichtig", "Wach & wichtig" vom rbb mit Florian Schröder, Mickey Beisenherz' "Apokalypse & Filterkaffee" (Anmerkung: die heutige Ausgabe aber scheinbar als Urlaubsvertretung für Mickey Beisenherz mit Markus Feldenkirchen vom SPIEGEL und Yasmine M'Barek von der ZEIT, die mir auch sehr gut gefallen hat) oder auch den Podcast von Gabor Steingart, "The Pioneer Briefing".
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben