Vorproduziert / Voicegetrackt...na und?


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postit

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@ berlinreporter

Aber führt sich das Radio damit nicht selbst ad absurdum? Damit ist CD und Mp3 doch Tür und Tor geöffnet! (Wieder mal die Frage nach dem "Mehrwert"). Die Jasemine singt in einem anderen Thread das Hohelied des "Istzustandes". Ob das nicht eher ein Schwanengesang ist?

Gruß postit
 

berlinreporter

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Psssssst! Ich habe da ja eine Verschwörungstheorie! Ich glaube, die CD-Wechsler-, CD-Brenner- und mp3-Player-Industrie ist heimlich großflächig bei den Privatsendern eingestiegen, um die Konsumenten in den Kauf der Geräte zu treiben.
 

radliman

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ich denke auch das dem hörer VT wurscht ist er möchte gut gemachte radiounterhaltung, aber meiner meinung nach ist VT zu 90 5 nicht gut gemacht und tod. mit einem 3eb und moshow teasings kann ich doch den hörer nicht an den sender binden.

abgesehen davon kann doch kein radiomensch damit zu frieden sein das seine arbeitszeit/sendezeit eingedampft wird genauso wie sein honorar.
manchmal vermisse ich im forum das radiodenken!!!
 

radiohexe

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Dann definiere mir bitte mal den Begriff "Radiodenken". Ich denke dabei eher an den Hörer, nicht an den Macher, der mit irgendetwas zufrieden sein muss (oder eben nicht.)

Aktualität ist ein feiner Vorwurf. Aber seien wir bitte mal ehrlich: Wie oft passiert denn etwas besonders aktuelles, was uuunbedingt sofort und auf die Minute on Air muss, in den Zeiten, in denen "normalerweise" automatisiert ist (also spätabends und nachts?) Und um es mal noch konkreter zu fragen: Wie oft passiert denn etwas so schlimmes, dass es bei einem Dudler, der seine Hörer den ganzen Tag über nur über die Nachrichten informiert, sofort ins laufende Programm muss, in den Zeiten, in denen wir normalerweise vorproduzieren? Ich bin 100% der Meinung, dass wir uns einen "Standortvorteil" rauben, wenn wir uns die Möglichkeiten, in so einem höchst unwahrscheinlichen (aber dennoch möglichen) Fall sofort die Hörer zu informieren, nehmen. Aber VT ist immer nur so gut, wie die Leute, die es machen. Aus meiner Sicht spricht für so einen Fall nichts dagegen, dass der Nachrichtensprecher in der Lage ist, sein Bett in das laufende Programm zu heben, und selbst selbiges zu unterbrechen.
 

OnAirMan

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@ radiohexe

Radio ist aber nun mal das schnellste Medium. Da wo das Fernsehen noch seine Kameras aufstellen muss ist unser Hörfunkreporter mit einem Handy viel schneller drauf! Wenn der Hörer erstmal merkt das bei wichtigen Ereignissen die Fernseh- Nachrichtensender schneller sind als wir, weil im Radio mal wieder eine Stunde voicegetrackt läuft, warum sollten sie dann noch einschalten? Warum sollte man sich diesen Vorteil in Punkto Geschwindigkeit gegenüber dem Fernsehen nehmen lassen?
 

Intercom

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onairman

- in der heutigen zeit halte ich es für einen alten zopf -radio als schnellstes medium zu bezeichnen. immer wieder fällt mir da die berichterstattung zum 11. september ein. die bilder gab es live in meiner flimmerkiste. und mit overvoice auf n-tv schneller als die radios meiner region. und das mit dem aufbauen der kamera ist wohl auch kein argument mehr. da wo die tv-kollegen ihre bilder via sat schicken steht der reporter mit seinem handy manchmal eher im regen. außerdem halte ich dieses - wir waren schneller...... für unsinn. nur wer mehrere programme gleichzeitig hört würde so etwas feststellen. wer aber macht das schon.


gruß in die runde - intercom
 

DelToro

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Original geschrieben von berlinreporter
Und der Ehrgeiz, Menschen in der Drivetime oder am Abend so zu informieren, dass sie die Morgenlektüre der Tageszeitung langweilt - dieser Ehrgeiz ist längst auf dem Müll der Gewinnerwartungen gelandet.

Findest du nicht, daß du etwas zu schwarz malst...?
In Berlin mag das vielleicht überwiegend so sein, aber im Großteil des restlichen Deutschlands gibt es eine Menge Sender, die sich zumindest bemühen, schnell und aktuell zu sein.

Und möglicherweise geht der Ehrgeiz nur deshalb flöten, weil der Hörer solcherlei Treiben von seinem lustigen Dudelsender gar nicht mehr erwartet und sich durch das viele "Gequatsche" eher gestört als informiert fühlt.

Freundliche Grüße
Jingleberger
 

DelToro

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Original geschrieben von OnAirMan
Wenn der Hörer erstmal merkt das bei wichtigen Ereignissen die Fernseh- Nachrichtensender schneller sind als wir, weil im Radio mal wieder eine Stunde voicegetrackt läuft, warum sollten sie dann noch einschalten? Warum sollte man sich diesen Vorteil in Punkto Geschwindigkeit gegenüber dem Fernsehen nehmen lassen?

Über wieviele Katastrophen, die unbedingt und dringend als Breaking News on air müssen, reden wir denn hier eigentlich? So im Wochendurchschnitt...? Nicht jeden Tag ist Ground Zero, nicht jede Woche ist Amoklauf in Erfurt. Gottseidank.

Und mal ehrlich: Wer zu relevanten Sendezeiten sein Programm automatisiert, hat entweder ganz ganz viele andere Probleme oder steht kurz vor der Insolvenz.

Vielleicht sollten wir gerade bei diesem Thema versuchen, mal wieder die Relationen zu erkennen. ;)
 

der beobachter

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Jingelberger, dein Hinweis ehrt dich. natürlich geraten die Relationen manchmal aus dem Blick, dennoch: ich kenne leider genug Profi-Radiomacher, die zwar in der Lage sind wunderbar zu voicetracken und immer betonen, wenn's live sein muss, weil was passiert ist, sei das ja kein Problem. Technisch bekommen die das sogar zum Teil noch hin. Aber mit dem Stress kommen sie nicht mehr klar, so dass am Ende reichlich viel in die Hose geht und der herrlich dumme Satz fällt, das versende sich letzlich eh. So muss das nicht überall sein. Aber es fällt mir auf.

Und: Nicht nur WTC oder Erfurt bedürfen schneller Information. Wer sein Sendegebiet gut kennt und die Erwartungen seiner Hörer ebenfalls, weiß, wo er schnell sein muss.
Und: Es gibt ja auch noch so etwas wie ein Image. Und in Sachen Image steht das Radio bei vielen Hörern eben nicht mehr für Geschwindigkeit. Also: Wenn dann die Katastrophe eintritt (WTC etc.) dann schalten diese Leute schon gar nicht mehr das Radio ein, sondern den Fernseher. Ergo: Wer nur dann schnell ist, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt, steht dann schon lange nicht mehr zur Diskussion.
db
 

oha

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grundsätzlich sollte doch zwischen voicetracking und automation unterschieden werden, oder? wenn ich für ein 24-stunden-programm zu klein bin und nachts den automat laufen lasse, dann ist das ja ganz normal. dann habe ich aber vermutlich auch keine zeit für das elend vt, gelle? und in der tagesschiene hat vt nichts verloren (denk ich), denn da beraubt es uns der nähe und der unmittelbarkeit. das argument, es passiere ja so selten was wirklich meldenswertes (was für ein absurdum für einen radiomacher, so einen käse überhaupt zu denken!) kann ja gar nicht gelten, denn wenn man einmal ein echtes großereignis versemmelt hat bleibt die glaubwürdigkeit ja nachhaltig futsch. und: vt ist lang - wei - lig!!!

für mich hat das thema aber auch so was wie eine "philosophische" seite: nur weil ich die technische möglichkeit für schnellen neuen schnickschnack habe, muss ich sie noch lange nicht nutzen, oder? wird irgendwas durch vt wirklich besser?

jetzt kommen bestimmt wieder die richtig guten und modernen radiomacher und reden von ahnungslosigkeit, selbst wenn sie uns zum teil schon versprochen hatten, hier nix mehr zu "sog´n".:rolleyes:
 

der beobachter

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Unmodern, ahnungslos und rückständig wie ich bin, muss ich dir, oha, leider zustimmen. :) Die Bemerkung, dass es nur selten Ereignisse gibt, bei denen Radio seine Geschwindigkeit einsetzen ausspielen könne/müsse, zeigt leider allzu deutlich, wie die derzeitige "Radio-Denke" aussieht. Aus schnellem Informierenist schon lange schnelles Produzieren geworden. Ich glaube, wer im VT dauerhaft eine ernsthafte Alternative zur Live-Moderation sieht, hat den "USP" des Radios ganz einfach nicht verstanden. Voicegetrackte Hitmaschinen haben den Namen denn auch gar nicht verdient. Und jetzt prügelt mich. Danke.
db
 

berlinreporter

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Mal ein anderer Aspekt dieses Themas, der mir gerade in den Kopf kommt, nachdem ich den Versprecher-Thread gelesen habe: Gibt es eigentlich Radiosender, die den einen oder anderen Versprecher gezielt ins Voicetracking reinnehmen, damit es "live" klingt?
 

oha

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...das wäre dann wie damals in der schule: beim schummeln extra einen fehler reinhauen, damits nicht so auffällt. krank, oder? richtig krank:confused:
 

der beobachter

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Wunderbare Idee, berlinreporter. Natürlich könnte der Naivling argumentieren, dann könne man es ja gleich live machen. Aber das ist ja immer noch teurer.
Das ganz Bittere an der Idee ist ja, wenn man "live" nur noch daran festmachen kann, dass etwas schiefgeht. Ich brech ins Essen.
(Soll nicht heißen, berlinreporter, dass ich dir diese Sichtweise unterstelle, falls dieser Eindruck entstanden sein sollte.)
db
 
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