Was sind das für Mikrofone?

Pianist_Berlin

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Die kosten ja sogar noch mehr als die Mika-Arme von Gelbtechnik. Haben die einen Vorteil? Ist ja erstaunlich, mal sowas Exotisches zu sehen. Oder haben die Österreicher generell ein Problem mit deutscher Ausrüstung?

Ich meine, eigentlich müsste da ja ohnehin ein OC 818 hin...

Matthias
 

ADR

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Das ist nicht exotisch. Bevor es die Mika gab, die bei Novus gekauft werden, kaufte Yellowtec die alten Arme bei OC White. Yellowtec ist nur ein Aufkleber für Produkte, die es irgendwo anders längst gibt. Nur teurer.
 
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Pianist_Berlin

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Also ich persönlich finde ja, dass sogar ein U 87 oder ein TLM 170 an einem Mika-Arm ganz gut hält. Aber es ist wirklich obere Grenze. Bei den billigeren Armen wird es gar nicht gehen.

Matthias
 

Ralle_Köln

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Ist aber schwierig, in die richtige Position zu „zuppeln“. Einmal auf die Moderatorin oder den Moderator eingestellt geht‘s sicher; aber in Räumen mit hohem Personendurchsatz, beispielsweise Syncro beim Fernsehen, wo sich alle das Ding erstmal auf ihre Höhe einstellen - da gibt‘s geschmeidigeres.
 

Cavemaen

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Einen "unhörbaren Sprechertisch" zu bauen, erfordert enormen Aufwand.

Jede glatte Fläche (auch Mischpulte) sind eine Art Grenzfläche und werden hörbar.

Beim HR saß ich mal an einem, dessen Hohlraum man solange mit Papier fütterte, bis dieser nahezu unhörbar wurde und resonanzfrei arbeitete.

Ein gläsernes Studio dürfte akustisch ein Horror sein aufgrund der parallel verlaufenden Glasflächen, was man nur durch taube (dynamische) Mikrofone kompensieren kann.

Da im Livebetrieb viele der "Mikrofonarbeiter" eh zum Kopfstimmen-Modus bei erhöhtem Pegel mutieren, merkt das kaum jemand am Empfangsgerät.

Ich bin seit weniger Wochen empfangstechnisch vom hr zum WDR umgezogen und konnte in der Morgensendung aus dem Glasstudio hören - erschreckend, wie nervös sich erfahrende Moderatoren (im Studio sich selbstsicher verhaltend) - nun im Livebetrieb vor Publikum alles erlernte vergessen und typische Anfängerfehler machen!

Falls das jemand von Euch liest, empfehle ich Euch einen Kopfhörer zu tragen.

Nur so könnte Ihr die Stimme mit Atemtechnik, Lautstärke und Geschwindigkeit kontrollieren und Euch auf das Wort konzentrieren ohne Ablenkung durch Besucher.

ProBIERt es doch mal aus!

Und:

Gratulation für die Rekordsumme an eingenommenen Spendengelder zugunsten Flüchtlingen!

R.
 
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U87

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Im WDR-Glashaus hatten alle Moderatoren Kopfhörer auf…

Und: Die Spenden gingen an Organisationen, die den Hunger in der Welt bekämpfen. Nix Flüchtlinge!
 
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Cavemaen

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Nun, ich konnte die Sendungen nur hören.

Eine Moderation drehte sich um Flüchtlingshilfe und dem Hinweis auf die gesammelten Beträge, daher...

Dennoch bietet der WDR mehr Titel in der Rotation und wiederholt nicht ganze Titelblöcke, was Radiohören angenehmer macht.


R.
 

Pianist_Berlin

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Ich bin ja immer noch dafür, die Ausspielsysteme so zu programmieren, dass es nicht möglich ist, vor Ablauf von 30 Tagen den gleichen Titel erneut zu spielen. Das sorgt für mehr Abwechslung.

Matthias
 

Cavemaen

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Gute Idee - bei der Europawelle Saar hing 1979 eine Playlist der Kollegen des aktuellen Tages aus mit der Auflage, den / die Titel der Kollegen vor und nach der eigenen Sendung zu ignorieren.

Die Schallplatten und Tonbänder wurden vor und nach jeder Sendung eingesammelt und zum Archiv gebracht, so dass hausinterne Platten automatisch "vergriffen" waren.

Und:
Man wurde früher noch bemustert und erhielt jede Woche die neuesten Titel von der Industrie geliefert mit Hintergrund-Informationen der Interpreten, Komponist(en), dem Tonstudio oder Background-Sängern.

Heute ist man geizig mit den billigen Silberlingen und spart sogar mit Info's, kein entsprechendes Booklet mehr, nüscht, nada.

In meiner aktiven Radiozeit konnte ich beispielsweise ein Spezial machen über
The Wreck of the Edmund Fitzgerald - von Gordon Lightfoot
nur anhand der Informationen auf der bemusterten Plattenhülle!

Heute muß ich mir die Mühe machen, erst "Tante Goggle" aufrufen und....

Schönes Wochenende allen!

R.

Stan + Olli ani.gif
 

Cavemaen

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Stimmt, Mikrofone waren es ja.

Mein Rat ist einfach der, sich Mikrofone ins Haus kommen zu lassen und in Ruhe ausprobieren.

Da der Geschmack (bei Essen & Hören) sehr unterschiedlich ist, kann so jeder "sein Mikrofon" finden in Abhängigkeit des Verwendungszweckes.

Nicht jeder findet das robuste SM57 gut oder mag ein MD421, es kommt auch darauf an, wo ich das Mikro anschließe, was ich wo unter welchen Bedingungen aufnehme und welchen Qualitätsanspruch man hat.

So kann ein Billigteil gefertigt in einer fernöstlichen Fischkonservenfabrik durchaus brauchbar und bezahlbar sein, aber dem Kunde ein MD 421 "zu muffig" und teuer sein, da die Eingangsempfindlichkeit am Digitalgerät, Soundkarte oder Flashrecorder nicht perfekt ist, das Mikro aber im Studio an hochwertigen Vorverstärkern plötzlich erst zeigt was es kann!

Beispiel:

Ich habe mein Neumann M149 verkauft, der "Studiobesitzer" war extrem enttäuscht, da er keinen Unterschied zu seinen Electret-Teilen aus Fernost höre.

Erst als er auf meinen Rat hin das Mikro an ein Neve Capricorn anschloß, gingen ihm Augen & Ohren auf!

Warum?
Er benutzte nur billiges Musiker-Equipment, was nichts konnte.

So ist es durchaus möglich, dass sich ein sehr gutes Sennheiser MD 421 genauso anhört, wie ein Billigteil aus dem Versandhaus, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen.
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Letztes Beispiel:

Ich war in der glücklichen Lage, früher u.a. mit einem V72-Pult mit den V76 zu produzieren, bis später die blaue Tfk V800-Wanne kam, ein Studer 900, ANT TRS-700/800 und ein Neumann.

Diese testete ich mit den Nachfolgern V676 und V676a/b und den Neumann V476b mit diversen Mikrofonen bis hin zu alten Neumännern (M269, M49, KM254c, KM56, SM2).

Aber so groß war der klangliche Unterschied der Vorverstärker innerhalb der Studiotechnik nicht, wohl aber zur einfacher aufgebauten Musiker-Elektronik.


Ergebnis:

die alten Biester V76 (an 220V nicht an 240!) mit dem MD421 waren eine gute Komination, tauscht man aber das 421 aus und hängt ein U47 dran, bringt das nicht mehr soviel, nur dass der V76 rauscht und klirren kann.

Nimmt man aber ein U47, U87 ect. und bastelt die an ein aufgemotztes digitales Diktiergerät wie Tascam DR 100 dran, so ist man schwer enttäuscht, was da noch übrig bleibt, egal mit was man das Spielzeug füttert und wie rasch so fernöstlicher Spielkram übersteuert und zerrt.

Lasst Euch nicht zuviel erzählen und probiert Mikrofone zu Hause in Ruhe an Euerem Equipment aus, so dass weder ein Kumpel dazwischen redet (dass mußte probier'n!), oder der Verkäufer den Kram mit der höchsten Gewinnspanne absetzen will, oder noch teure High-End-Kabel mit linksherumverdrillten beschichteten Starthilfekabeln in samtausgeschlagenen Teakholzschachteln zum gigantischen Meterpreis anbietet, wovon man locker eine Flugreise zur Nierenspülung auf Malle bekommt!

Es gibt nicht DAS MIKROFON, ein MD421 ist der Standart in der ARD, da es für Musik und Sprache gleichermaßen geeignet ist und als Standart gilt und ich Dir quasi als Referenz rate.

Nur Vorsicht bei gebrauchten Mics, viele sind defekt aufgrund verrostetem Magnet, Sturz oder Siff und werden gerne im Net angeboten als ungeprüft, oder der Typ findet angeblich kein Kabel...

ProBIERe es selbst aus.

R.
 

EMC

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Am Sonnabend, den 28.Januar (also vorgestern) lief auf "Deutschlandfunk Kultur" von 18:05 bis 19:00 Uhr das Feature "Das Mikrofon – eine deutsche Geschichte: Tonfänger", das hier online nachhörbar ist:

1861: Der Physiker Philipp Reis erfindet eine Apparatur, die Schall in elektrische Impulse umwandelt – eine über Kohlegrieß gespannte Tierhaut. Damals ist unvorstellbar, dass man damit jemals Musik, Vogelstimmen oder lange Reden einfangen können würde.
Ein Feature von Tom Schimmeck, Dauer: 54:39 Minuten



Vielleicht ist es ja für die Fachleute hier viel zu wenig spezifisch und ohne wirklichen Erkenntnisgewinn. Ich fand es interessant (und unterhaltsam).
Es ging u.a. um die Firmen Neumann und Schalltechnik Dr.-Ing. Schoeps, Sätze mit und ohne Poppschutz aufgenommen waren zu hören, unterschiedliche Mikrofon-Typen wurden angesprochen und mit der 1927 geborenen Tonlegende Gerhard Steinke ging es in die Nalepa-Straße.
Um Klangmanipulationen und somit auch den Rundfunk streifend ging es kurz vor Ende.
Allerdings war die Sendung die Wiederholung einer MDR-Produktion von 2007 und ich weiß nicht, wie oft diese bereits wiederholt wurde - und in welchen Programmen. Ich hörte das Feature erstmals und hängen geblieben ist für mich - 'mal wieder - der Satz: „Mist am Eingang ist Mist am Ausgang“.

28.01.2023, 18:05 Uhr
Feature: Tonfänger. Das Mikrofon − eine deutsche Geschichte
Von Tom Schimmeck. Regie: Andreas Meinetsberger. Mit: Matthias Ponnier, Walter Niklaus
Künstlerische Aufnahmeleitung: Holger König. Produktion: MDR 2007. Länge: 54'30

1861: Der Physiker Philipp Reis erfindet eine Apparatur, die Schall in elektrische Impulse umwandelt − eine über Kohlegrieß gespannte Tierhaut. Damals ist unvorstellbar, dass man damit jemals Musik, Vogelstimmen oder lange Reden einfangen können würde.
„Elektrische Ersatzohren“ gibt es bald für jedermann. Im Berlin der 1920er-Jahre konstruiert Georg Neumann seine legendäre „Flasche“ − das Kondensatormikrofon. Heute gibt es längst für jeden Klang das passende Mikro, doch geht das Streben nach dem optimalen Schallwandler, dem wahren Hörerlebnis, weiter. Ingenieure setzen auf die digitale Zukunft, Puristen lieben den warmen Sound der alten Röhrentechnik. Eine Rundreise zu Konstrukteuren, Koryphäen und Klangkünstlern.
Tom Schimmeck, geboren 1959, arbeitet seit 40 Jahren als Journalist für Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunk, als Korrespondent, Kolumnist, Redakteur und Reporter aus aller Welt. 2010 erschien sein medienkritisches Buch „Am besten nichts Neues: Medien, Macht und Meinungsmache“. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet.
 

lg74

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Themeneröffner
Danke für den Hinweis!

Allerdings war die Sendung die Wiederholung einer MDR-Produktion von 2007 und ich weiß nicht, wie oft diese bereits wiederholt wurde - und in welchen Programmen.
Erstsendung sicherlich 2007. Andreas Meinetsberger hat damals ja noch mit Peter Kainz das Hörspielstudio H2 im Block B in der Nalepastraße betrieben. Ob dieses Feature dort oder in Halle beim MDR entstand, weiß ich nicht.

Mein Mitschnitt datiert vermutlich auf den Mai 2014. Da ein Sendedatum für sowas (abgesehen von der "letzmaligen Erstaufführung") ja irrelevant ist, habe ich mir nichts notiert. Nur das Dateidatum verrät grob die Zeit, in der es stattgefunden haben muss - stammt aber wiederum vom Zeitpunkt des Demultiplexens aus dem Sat-Mitschnitt und eben nicht vom Sendetermin. Da ich damals auch noch nicht wusste, wie ich die Demultiplexer-Software einzustellen habe, damit das im Datenstrom eingebettete RDS erhalten bleibt, fehlt auch da die entsprechende Info. Ich tippe also auf Mai 2014.

Ich habe es von MDR Figaro. Ist sicher auch auf anderen ARD-Anstalten gelaufen. Aus der Erinnerung: sooo wahnsinnig dolle fand ichs nicht. Und auffälliger Artefakteklirr ist in etlichen O-Tönen drin. Ganz übel. Da war mir das großartige "Das Radio als Welterzähler - Ein Nachruf auf die Magnetbandzeit" von Helmut Kopetzky wesentlich lieber, da wurde mir richtig warm ums Herz.
 

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  • Tonfänger - Das Mikrofon - Eine deutsche Geschichte.mp2
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