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Funkmikrofone im Jahr 2015 am Beispiel von SWR1-BW

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von Zwerg#8, 17. Oktober 2015.

  1. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    Hallo!

    Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, warum am Mittwoch gerade SWR1-BW eine so schlechte Tonqualität mit über Funkmikrofone eingefangene Stimmen abgeliefert hat. Ich als an "rauschfrei" gewöhnter "DAB+ - Hörer" habe das im Auto sofort gehört! Und ich fahre keinen "schalldichten Benz"! Klar, ich bin ein "Großohrzwerg" und höre die Flöhe husten, aber auch über UKW war das im Auto bei normaler Lautstärke deutlich hörbar!

    Was war passiert?

    Am Mittwoch war Jan Becker (Hypnose-Guru) zu Gast in der Sendung "Der Nachmittag" und hypnotisierte die Moderatorin Stefanie Anhalt "live". Okay. Weil bei solchen Aktionen die "Opfer" üblicherweise "umfallen", hat man auf Funkmikros gesetzt. Und genau an dieser Stelle frage ich mich, warum es rauscht "wie Sau" und ein Noisegate bei allen Sprechpausen das Schlimmste verhindert! He - ich rede vom SWR - die kaufen nicht irgendein "Babyphon" im Baumarkt! Außerdem sind diese Systeme auch anderswo im Einsatz - und da rauscht nix!

    Am Besten schaut und hört ihr erstmal in dieses Video rein. Man sieht beispielsweise das Kabel, welches üblicherweise zum "am Hintern" befestigten Sender geht:

    http://www.swr.de/swr1/bw/programm/...50/did=16311552/nid=446250/1cnqalm/index.html

    Der Ton ist einfach Mist! Und das Rauschen kommt auch nicht aus dem Studio, denn Jochen Stöckle spricht nebenbei in das empfindliche Studiomikrofon... Ihr werdet den Unterschied schon sehen und hören. Das kann doch eigentlich nicht sein! Störstrahlung im Sendestudio, die die (sicherlich analoge) Übertragung massiv stört?

    Unten noch ein kurzer Ausschnitt über DAB+ aufgezeichnet. (Und ja - im Video vom SWR wurde mächtig geschnitten. Die "besten Stellen" sind einfach nicht vorhanden! Schade!)

    Weitere (alte) Informationen zum Thema hier im Forum:
    http://www.radioforen.de/index.php?search/11753493/&q=funkmikrofon&t=post&o=date



    Und weil ich gerade dabei bin - auch das ist mir am Mittwoch im Auto (!) sofort aufgefallen: Hier rauscht der Reporter ebenfalls "wie Sau"! Praktisch klingen die O-Töne vom "Saalton" (mit Raumhall) besser als er! Das kann doch einfach nicht wahr sein! Ich würde dem Reporter "diese Scheiße" einfach um die Ohren hauen! DAS MUSS MAN DOCH HÖREN! Entschuldigung, wenn ich zu hohe Ansprüche stelle, wir reden hier aber von einem Senderverbund in Deutschland, der Tag für Tag rund 22 Mio Euro "verbraucht" (ich hätte auch "verbrennt" schreiben können)!

    Natürlich bleiben immer nur die schlechten Erinnerungen im Gedächtnis. Ich habe aber auch schon sehr viele gute Beiträge gehört, bei denen ich persönlich den Hut gezogen habe, weil die Aufnahmesituation sehr schwierig war, aber gut gelöst wurde! Und ja - leider habe ich dafür gerade kein Beispiel parat... ;) Ich werde in Zukunft aber auch darauf achten.

    Grüßle
     
  2. marillenfreund

    marillenfreund Benutzer

    Hallo Zwerg,

    Tja, fehlendes Know How und ggf. zu wenig Zeit um es technisch sauber einzurichten, das würde ich mal vermuten.
    Wenn wir mal vermuten, dass Moderatorin und Hypnotiseur technisch identisch versorgt waren, dann fallen bei ihm wesentlich stärkere Rauschfahnen auf, als bei ihr, wobei dafür bei ihr schon deutlichere Verzerrungen hörbar sind. Wenn man das Rauschen der drahtlosen Übertragung anlastet, dann war bei seinem Sender ggf. der Hub, also das Gain für das Mikro, zu niedrig gewählt. Das wird natürlich umso störender, je leiser er spricht. Dann übrigens macht das Gate teilweise gar nicht mehr richtig auf, welches vermutlich in der kompletten Mikrosumme arbeitet.
    Wir wissen ja aber gar nicht, wie das alles technisch aufgebaut war. Beispiel, wie es vielleicht vollkommen unsinnig gewesen sein könnte. Die Ausgänge der Empfänger hat man auf voreingestellte Mikrofonwege (ggf 30 dB Vorverstärkung) des Sendepultes gesteckt, wo ansonsten vielleicht ein TLM 170 steckt. Da aus einem Drahtlosempfänger üblicherweise Linepegel kommt, wurden diese Wege nun deutlich übersteuert. Anstatt die Vorverstärkung abzusenken, hat man den Ausgangspegel am Empfänger abgesenkt, oder noch schlimmer den Hub am Sender!!! Beides hat auf unterschiedliche Art einen negativen Einfluss auf den Rauschspannungsabstand vor dem Mischpulteingang, der die ganze Suppe dann mit den gemutmaßten 30 dB nach oben jubelt.
    So könnte es gewesen sein, oder vielleicht auch ganz anders. Egal wie, technisch sauber eingestellt, also mit Sachverstand, wäre das Ganze auch anhörbar.
    Übrigens, was das nachgeschaltete Sendeprozessing mit der ganzen Grütze angestellt hat, darüber könnte man nun auch nochmal nachdenken.

    Beste Grüße, Björn
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Oktober 2015
  3. RainerK

    RainerK Benutzer

    In dem Studio werden Funkmikros warscheinlich eher selten eingesetzt.
    Da wäre es nicht das erste Mal, wenn die Empfänger nicht nah genug und ohne externe Antenne aufgestellt wurden.
    Dafür, dass die Empfänger evtl. irgendwo in der Regie oder einem Technikraum und nur mit Stummel-Antenne standen,
    ist das Ergebnis doch noch erstaunlich gut :wall:.

    Es grüßt RainerK
     
  4. marillenfreund

    marillenfreund Benutzer

    Guten Morgen Rainer,
    da ich sehr oft mit drahtlosen Systemen arbeite, wage ich zu behaupten, dass das Rauschen an sich nicht aufgrund schlechten Empfangs entstanden ist. Diese Art Rauschen würde sich anders anhören und würde sich auch permanent verändern, auch bei einem Sprecher.
    Und selbst ohne riesige Antennenwälder bieten heutige Drahtlossysteme sehr gute Ergebnisse, wenn wir mal annehmen, dass die Technik in derselben Örtlichkeit verbaut war.
    Vielmehr hören wir ein Missverhältnis von Nutzsignal zu Störsignal, also konstantes Grundrauschen. Um dies richtig einzustellen gibt es in diesem Fall mehrere Übergangsstellen, wie ich oben beschrieben habe, die am Ende dann auch noch alle Einfluss aufeinander haben. Sicherlich haben wir es auch komplett mit analogen Schnittstellen zu tun, selbst wenn die drahtlose Übertragung digital gewesen ist. Und in analogem Umfeld gilt es seit jeher, möglichst hohe Rauschspannungsabstände zu erzielen.
    Ich bleibe dabei, mit gutem Know How und entsprechender Zeit, das technisch sauber einzurichten, geht das definitiv besser.

    Beste Grüße, Björn
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2015
  5. RainerK

    RainerK Benutzer

    Hallo Björn,
    dem ist ja nicht zu widersprechen, weil das im konkreten Fall gleichermaßen für Deine vermutlich richtige Annahme (Schnittstellen-Pegel) gilt, wie es für meine hier vielleicht falsche Annahme (Funkfeld) gelten würde.

    Es grüßt RainerK
     
  6. Cavemaen

    Cavemaen Benutzer

    Ich unterstelle auch mal den Zwang, sehr billig produzieren zu wollen.

    Da wird an technischem Equipment gespart und Musikertechnik aus fernöstlichem "Fischdosenblech" benutzt incl. 400,-€-Personalen, mit denen nur mindere Qualität zu erzielen ist.

    Ganze Instrumentengruppen sieht man - sind aber nicht hörbar.

    Hinzu kommt mangelnde Pegelüberwachung hin bis zum Clippen, falsche Mikrofonauswahl und falscher Standort, fehlendes Grundwissen der Tontechnik und Anwendung.

    Was will man von "billig" erwarten?
     
  7. codo

    codo Benutzer

    Na, also geht doch!
    >Billich geht....

    ...Oh, was va'gessen?
    Och jo, die Hörer!?
    Egoool, die merken ja nüscht. ;)
    Oder doch???

    Na klar!
    Gruß Codo
     

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