Quo vadis, Deutschlandradio?

Quo vadis, Deutschlandradio?


  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    59

Es ist sehr mies, mit den Kosten zu argumentieren. Und dann beim Kinderfunk einzusparen, geht’s noch? Begründen Sie ordentlich und kommen Sie nicht mit Unwahrheiten um die Ecke!

Studio 9 am Nachmittag soll laut taz auch eingestellt werden. Diese Sendung war der Beginn des Häppchen-Journalismus auf diesem Sender (um informiert zu werden - egal, ob politisch oder kulturell- muss man sehr viel Musik über sich ergehen lassen). Seitdem Herr Weber dort ist, ging das Niveau den Bach runter und - was bezeichnend ist- auch die Hörerzahlen.
 
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Bedeutet wohl noch mehr Tonart tagsüber?
Zitat von http://www.taz.de/!5512760/:
(...) Das wird man auch im Programm hören: Die Kindersendung „Kakadu“ sowie die Kindernachrichten werden werktags eingestellt, genauso die abendliche Kultur- und Politiksendung „Studio 9“. Ersetzt werden sie zum Teil durch Musiksendungen, eventuell werde es einen Familienpodcast geben. Ab Sommer kommenden Jahres sollen die Nachrichten nicht mehr durch O-Töne ergänzt werden, was bisher ein Markenzeichen der Deutschlandradio-Nachrichten war. Das spart Personal. Weitere Sendungen würden „in den Blick genommen“, heißt es in einem internen Papier, das unter anderem der Programmdirektor des Deutschlandradios, Andreas-Peter Weber, an die Mitarbeitenden verschickt hat. (...)
Das Weglassen der O-Töne hingegen sehe ich in der heutigen Zeit fast schon als Wohltat.

Was man wohl inhaltlich beim DLF auf der Abschussliste hat? :eek:
 
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Naja also ich seh es so: Wenn man ins Programm schaut ist diese halbe Stunde im Nachmittagsprogramm schon ein ziemlicher Bruch. Wenn man mit hörgewohnheiten und wann Kinder tatsächlich Zeit haben Radio zu hören argumentiert ist das schon koherent. Es gab ja Kakadu davor etwa zur Mittagszeit was ich noch weniger verstanden habe programmatisch. Ich hätte eher damit gerechnet dass diese halbe Stunde auf 18 Uhr geschoben wird bis zur Weltzeit um 1830, also ähnlich zu den Kollegen von radioMirko auf Bayern2 (18.30 bis 19 Uhr). Dass die werktägliche Kindersendung nun ganz wegfallen soll ist jedoch eine weitere Hiobsbotschaft von Weber.
 
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Naja, früher war das die Zeit zu der die Kinder nach Hause gekommen sind, in meiner Schulzeit war ich bis zur Oberstufe auch immer spätestens um halb 2 zuhause, auch die WDR-Kindersendung zog mit der letzten Reform von 14 auf 19 Uhr um.
 
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Ich habe keine Lust den Deutschlandfunk zu verteidigen, aber in diesem Punkt wird es nur besser für die Kinder. Früher gab es Hörspielkassetten, nun sind es Podcasts. Da sind sie zeitlich unabhängig als bei einem linearen Radioprogramm. Nach der Schule findet ja auch oft noch Musik- und Sportunterricht statt. Eventuell auch Sprachunterricht.
 
Die Argumentation mit der Sendezeit am Nachmittag ist verlogen ohne Ende. Es ist ja nicht so, dass sich die Betreuungssituation der Kinder erst seit gestern verändert hat. Scheinbar haben das alle mitbekommen, nur nicht der Programmdirektor des Deutschlandradios. Sonst hätte man die Sendung längst auf einen passenderen Sendeplatz verlegt. Aber nein, das wollte man vermutlich nicht, weil sonst die Argumentation mit den zu geringen Hörerzahlen nicht mehr gezogen hätte. Außerdem frage ich mich, weshalb man schon die Kakadu-Zielgruppe vom Radio ins Internet vertreiben will. Meine Kinder wären damit verlorene Hörer, weil sie dafür noch zu jung sind, aber sehr wohl im Kakadu-Alter sind.
 
Ist das bestätigter Fakt, dass das Studio 9 am Nachmittag eingestellt werden soll? Im Artikel der taz steht etwas vom abendlichen Studio 9 und das ist für mich die halbstündige Sendung um 22.30. Da ich es merkwürdig finde, dass man ausgerechnet am Zeitfunk spart, wo das doch der unumstößliche Kern eines Programms ist, würde dies noch den meisten Sinn für mich ergeben. Um 23 Uhr kommt schon "Fazit", was das dem Profil des Senders entsprechende eigentliche aktuelle Magazin ist. Währenddessen läuft beim Deutschlandfunk das "Journal vor Mitternacht" mit Zeitgeschehen.
 
Studio 9 am Nachmittag soll laut taz auch eingestellt werden.
Naja, die taz beschreibt die "abendliche Kultur- und Politiksendung". Es könnte also auch "Studio 9 kompakt" um 22.30 Uhr dem Rotstift zum Opfer fallen. Eine komplette Einstellung der 17 Uhr-Ausgabe halte ich doch für ziemlich unwahrscheinlich.

EDIT: @ThoRr war hier schneller.

Das Weglassen der O-Töne hingegen sehe ich in der heutigen Zeit fast schon als Wohltat.
Dito. Hier stünde natürlich eine Ausweitung der Übernahme der DLF-Nachrichten im Raum, wie sie jetzt schon abends und nachts praktiziert wird. Ob die Kölner dann jedoch unverändert an ihren Acht- bis Zehnminütern alle zwei Stunden festhalten könnten, müsste man abwarten. Schließlich wurde die Dauer der Nachrichten im Berliner Schwesterprogramm ja auch schon von sieben auf fünf Minuten zurückgefahren.
 
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Ist das bestätigter Fakt, dass das Studio 9 am Nachmittag eingestellt werden soll? Im Artikel der taz steht etwas vom abendlichen Studio 9 und das ist für mich die halbstündige Sendung um 22.30. Da ich es merkwürdig finde, dass man ausgerechnet am Zeitfunk spart, wo das doch der unumstößliche Kern eines Programms ist, würde dies noch den meisten Sinn für mich ergeben. Um 23 Uhr kommt schon "Fazit", was das dem Profil des Senders entsprechende eigentliche aktuelle Magazin ist. Währenddessen läuft beim Deutschlandfunk das "Journal vor Mitternacht" mit Zeitgeschehen.
Stimmt, zumal die Ausgabe um 22.30 Uhr (neben der kompakten Mittagsausgabe am Wochenende, ab Juli nur noch am Sonntag) die letzte klassische ist, in allen anderen, längeren werden ja munter Politik und Kultur gemischt.
Frage ist was dann an der Stelle nachrückt, die Musikfeatures um 22 Uhr dürften mit geringerer Wahrscheinlichkeit verlängert werden als die Tonart am Nachmittag.
 
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Hier stünde natürlich eine Ausweitung der Übernahme der DLF-Nachrichten im Raum, wie sie jetzt schon abends und nachts praktiziert wird. Ob die Kölner dann jedoch unverändert an ihren Acht- bis Zehnminütern alle zwei Stunden festhalten könnten, müsste man abwarten. Schließlich wurde die Dauer der Nachrichten im Berliner Schwesterprogramm ja auch schon von sieben auf fünf Minuten zurückgefahren.
Ich vermute eher, dass der DLF dann eigene Nachrichten für DLF Kultur produzieren würde, die dann von dem Sprecher für den Verkehrsfunk gelesen würden. Bei den Nachrichten um 23.00 Uhr auf DLF Kultur wird das ja schon gemacht. Ob das immer so ist, entzieht sich aber meiner Kenntnis.
 
Frage ist was dann an der Stelle nachrückt, die Musikfeatures um 22 Uhr dürften mit geringerer Wahrscheinlichkeit verlängert werden als die Tonart am Nachmittag.
Eine Ausweitung der Hörspieltermine am Montag und Mittwoch auf 90 Minuten fände ich gut, dann könnten vermehrt Produktionen ins Programm genommen werden, die länger als 60 Minuten sind. In diesem Fall hätte die Streichen von "Studio 9" durchaus etwas positives, zumal ja im Anschluss "Das war der Tag" beim DLF läuft.
 
Wieder nur so ein zaghaftes Herumgeschraube, um ein paar Mark einzusparen. Jetzt wo die Einschaltquoten so schlecht sind - selbst das regionale Bayern 2 hat ja eine größere Tagesreichweite als DLF Kultur und DLF Nova zusammen - könnten sie sich doch mal an radikalere Experimente heranwagen.

Wie viele Kinder hören eigentlich DLF Kultur!?
 
Eine Ausweitung der Hörspieltermine am Montag und Mittwoch auf 90 Minuten fände ich gut, dann könnten vermehrt Produktionen ins Programm genommen werden, die länger als 60 Minuten sind. In diesem Fall hätte die Streichen von "Studio 9" durchaus etwas positives, zumal ja im Anschluss "Das war der Tag" beim DLF läuft.
Ich fürchte fast, die Hörspiele wandern dann zugunsten längerer Konzertmitschnitte nach hinten :rolleyes:
 
Ich hatte mir viel von der Namensänderung letztes Jahr versprochen, bin ich doch ein großer Deutschlandfunk-Fan und Kultur-Fan.

Doch alleine die Musik auf DLF Kultur lässt mich mittlerweile abschalten. Von einem Kultur-Sender erwarte ich etwas schöngeistigere und erlesenere Musik und nicht Titel, die auch auf jedem anderen Mainstream-Programm laufen könnten.

Ich habe das Gefühl, Herr Weber möchte mit dem Programm tagsüber Masse erreichen, vielleicht geziehlt auf die 96,5 MHz im Ruhrgebiet. Aber das ist für ein Kultur-Programm zu wenig.
 
Ich denke, man muss die Geschichte nach den verschiedenen Ebenen sortieren.

Auf der finanziellen Ebene wird das Deutschlandradio seit jeher kurzgehalten, obwohl es das öffentlich-rechlichste Angebot aller Rundfunkanstalten abliefert. Das, was das Deutschlandradio in einem Jahr insgesamt fur sein Gesamtangebot zur Verfügung hat, ist etwa weniger als das, was ARD&ZDF gerade an den reinen Rechtekosten für eine einzige WM an die korrupte FIFA überweisen. Trotzdem ist es natürlich merkwürdig, dass diese Finanzlücke nun so kurzfristig aufgetaucht ist, und der Zusammenhang mit den schlechten Quoten des Berliner Programms macht das ganze noch rätselhafter, schließlich läuft im Deutschlandradio keine Werbung. Da hat Programmdirektor Weber einiges zu erklären. Gleiches gilt für den Umgang mit dem Betriebsrat.

Die zweite Ebene ist die kulturelle innerhalb des Deutschlandradios. Eigentlich seit der Gründung vor bald einem Vierteljahrhundert fühlt sich die Berliner Mannschaft von Köln, wo Intendant und das prestigeträchrigere Informationsprogramm sitzen, untergebuttert, während das RIAS-Haus in der öffentlichen Wahrnehmung zumeist unter dem Radar fliegt. Doppelstrukturen auflösen heißt im Deutschlandradio zumeist, die Sache in Köln zu zentrieren. Als vor ein paar Jahren Mal beschlossen wurde, an Wahlsonntagen solle es nur noch eine gemeinsame Berichterstattung beider Programme geben, löste das eine regelrechte Rebellion in Berlin aus (obwohl die Zuständigkeit für die gemeinsame Sendung zwischen beiden Häusern rotieren sollte), und die kürzliche Umbennung zum Kölner "-funk"-Namen hat dieses Gefühl sicherlich auch wieder bestärkt.

Schließlich zu den geplanten Änderungen am Berliner Programm. In der Sache kann man schwer dagegen argumentieren. Der Kinderfunk, der ja erst seit wenigen Jahren auf dem 15-Uhr-Sendeplatz sitzt, ist disruptiv (das war er vorher um 13:30 Uhr freilich auch schon), und ein Kinderangebot per Podcast wäre wohl auch für die Zielgruppe interessant. Weniger Sport und Doppelmoderationen, das klingt fast so, als würde man sich die Kritik an der letzten Programmreform, wie sie auch hier im Forum geäußert wurde, zu Herzen nehmen, und künftig gesprochene Nachrichten ohne O-Töne, das ist auch ein schöner Gegentrend, wenn inzwischen viele Landesrundfunkanstalten selbst im Kulturprogramm nur noch O-Ton-Verschnitte anbieten. Auch wenn das nun nach einer Durchstellung der Kölner Nachrichten auch am Tag klingt.

Wichtiger als solche Eitelkeiten, wie eigene Nachrichten im Tagesprogramm wäre es, wenn sich Berlin auf seine Stärken konzentrieren würde, ein in Wort und Musik ansprechendes popkulturelles Programm am Tag ohne Scheuklappen, Vorgaben und Quotenblicken, aber immer mit inhaltlichen Wert anzubieten, hier seine Kompetenz zu entwickeln und auszubauen, und dort, wo Köln seine Stärken hat, nicht neidisch und mit RIAS-Nostalgie auf die Bewahrung seiner eigenen Nische bestehen.
 
Mir erscheint die Strikte Zuordnung der Programme zu den Funkhäusern ziemlich anachronistisch. Das weiter oben erwähnte Beispiel mit der gestrichenen Sportsendung bei DLF-Kultur ist dafür ein gutes Beispiel. Diese könnte doch ebenso gut von der Sportredaktion in Köln bestritten werden. Gleiches gilt umgekehrt beispielsweise für die Sendung "Corso" oder die aktuelle Kultur im DLF. Diese könnte auch durch die Redaktion in Berlin betreut werden. Mir ist klar, dass dann die Verteilungskämpfe erst richtig losgehen und ein solcher Prozess Jahre dauern würde. Trotzdem wäre das zielführender, als einzelne Sendungen ersatzlos zu streichen, was mir als Außenstehender immer ein wenig wie Stückwerk vorkommt.
 
Schlimm, was in diesem Sender passiert ! Die Programmreform vor 4 Jahren war eine große Fehlentscheidung ! Die Hörer wurden vor vollendete Tatsachen gestellt !
Auch die Mitarbeiter wußten erst sehr kurzfristig davon. Der Rückgang der Hörerzahlen ist die Quittung dafür. Die Einstellung von den Nachtgesprächen 2254
wurde dem Sender sehr übel genommen. Nun kommt noch der Kinderfunk hinzu !
Übrig bleibt ein Gedudel, was ja seit einiger Zeit auffällig ist. Der neue Titel von Paul Mc Cartney kommt manchmal nun, wie es bei anderen Senders inzwischen Usus ist, mehrmals am Tag. Auch andere Titel sind in Rotation. Dieses Verfahren sollte man gerade auf diesem Sender nicht vermuten.
Solange DLF Kultur kein Alleinstellungsmerkmal wird, werden die Hörerzahlen weiter schwinden !
 
Die beiden Wellen müssen ihr Profil schärfen: Dlf für Informationen, Zeitgeschehen, Politik und Hintergründe; DLF Kultur für Kultur -- ein Feld, das abseits vom Darbieten klassischer Musik noch sehr viele Möglichkeiten bietet.

Beide Sender sollten sich auf "Wort" konzentrieren. Das würde mehr Verlässlichkeit bieten. Es gibt Zeitpunkte, wo auf Dlf "Klassik dudelt" und Dlf Kultur etwas über Politik läuft.

Das mag alles historische Gründe haben. Aber zeitgemäß ist es nicht. Außerdem wäre es sinnvoll, alle Programme aus dem Funkhaus aus Köln zu senden. Das Berliner Programm scheint mir nue richtig in die Gänge gekommen zu sein, auch 25 Jahre nach der Rias-DS-Kultur-Geschichte hat man kein klares Konzept.

Ich sage nicht, dass Dlf und Dlf Kultur schlechte Programme seien. Beide Wellen höre ich gerne, und man kann hier lesen, dass bestehende Sendungen viele engagierte Hörer haben -- davon lebt Radio, wenn es sich nicht selbst als profitoptimierte Hintergrundberieselung versteht.

Und das ist auch das Wichtigste: Der Dlf darf sich nicht auf irgendwelche vermeintliche "Durchhörbarkeiten" einlassen. Vielmehr geht es um eine Profilschärfung unter Beibehaltung oder sogar Erhöhung des Niveaus.
 
Netter Versuch ! Patricia rief heute die Kakadu Hörer dazu auf mitzuteilen, warum sie Kakadu gerne hören. Es wird wohl, wie auch bei "2254" nichts nützen. Wenn die Kinder dann erwachsen sind, schalten sie das Licht beim Deutschlandradio aus, weil sie nicht kennengelernt haben, was ein Radio ist ! Danke, Herr Weber !
 
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