Streiks beim WDR - gerechtfertigt oder überzogen?


Mona_Ffm

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Über 500 Mitarbeiter (feste und freie) des WDR haben sich an einem Streik beteiligt. Dabei will der WDR ab Mitte nächsten Jahres 2,25% mehr Lohn zahlen. Manch anderer Arbeitnehmer kann von einer solchen Quote nur träumen. Hinzu kommt, dass der WDR nicht gerade dafür bekannt ist, seine Mitarbeiter im Programmbereich unterdurchschnittlich schlecht zu bezahlen, ganz im Gegenteil. Insofern darf man sich fragen, ob die Forderungen der Teilnehmer gerechtfertigt sind oder schlichtweg überzogene Arroganz.
 

Maschi

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Was davon im Programm zu spüren war:
Bereits heute früh konnte kein „WDR aktuell“ gesendet werden. Stattdessen gab es Nachrichten aus dem SWR, „Live nach neun“ wurde aus der Konserve gesendet. Auch das Wissenschaftsmagazin Quarks kommt heute aus der Dose. In Köln und in den Außenstudios fehlt es an Mitarbeiter:innen in der Moderation, den Redaktionen und der Technik. Im Morgenmagazin fielen alle Außen-Schalten aus. WDR 4 kann nur mit großen Schwierigkeiten seinen Sendebetrieb aufrechterhalten.
Mitschnitte wären sicher interessant und willkommen, bei WDR 2 sind alle Ausgaben seit der Nacht da, alles WDR aktuell.
 
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thorr

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Der Westblick kam heute in einer Kurzausgabe – zehn Minuten und danach der RheinBlick-Podcast. Außerdem war Achim Schmitz-Forte in dieser Woche überdurchschnittlich oft bei Neugier genügt dran.
 
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Maschi

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Der Westblick kam heute in einer Kurzausgabe – zehn Minuten und danach der RheinBlick-Podcast. Außerdem war Achim Schmitz-Forte in dieser Woche überdurchschnittlich oft bei Neugier genügt dran.
Und Jürgen Escher in der morgendlichen Primetime ist glaube ich auch eher ungewöhnlich, vor ein paar Jahren war bei einem Streik sogar Detlev Steinmetz in den Nachrichten zu hören.
 

djs

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Was davon im Programm zu spüren war:

Mitschnitte wären sicher interessant und willkommen, bei WDR 2 sind alle Ausgaben seit der Nacht da, alles WDR aktuell.
Die Nachtausgaben ab 2 Uhr haben auf der verlinkten Seite aber keinen Inhalt, in den Audiodateien hört man dafür Jingle und Wetterbett blank.

Im Radio kam (zumindest um 2 Uhr auf WDR2) der "WDR aktuell"-Jingle und danach die SWR-Nachrichten.
 
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Maschi

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Interessant, ich hatte für die Nacht nur 1 Uhr als Stichprobe herangezogen, Danke für die Info.
 
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Find ich auch. Gerade im Mediensektor ist die Arbeitswelt so vielfältig mit der entsprechenden Qualifikation kann man fast überall arbeiten, die würden also schnell wieder ihre berufliche Heimat finden. Fraglich allerdings ob sie anderswo noch das üppige Gehalt bekommen, welches ihnen der WDR bietet. Beim Privatfunk sicherlich nicht. Aber es gibt ja noch andere tolle und (zumindest mir) sympathischere ÖR Anstalten in Deutschland.
 

nicolai

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Unsere Freund*innen aus der Versorgungsanstalt stehen schließlich vor harten Zeiten. Ihr Top-Selbstversorger Buhrow, mit seinem Hungersalär nur noch lächerlich knapp (+ 40.000 € p.a. und das bei einem deutlich verantwortungsvolleren Posten) über Kanzler Scholz 😢, wird Ihnen klarmachen müssen, dass es diesmal mit , wie eigentlich sicher erwartet, prozentual zweistelligen Zuwachsraten nichts wird.

Und das für ein wirklich lausiges Programm, das auf diesem Planeten an Überflüssigkeit seinesgleichen sucht. Wir erinnern uns noch ungern an die große Flut des Vorjahres: https://www.stern.de/kultur/tv/hoch...kritik-an-wdr-berichterstattung-30616700.html

Lasst uns hier dem Vorbild von Werner Reinke auf hr1 für die Ukrainehilfe nacheifern: Wunsch-Gruselhits auf WDR 4 gegen eine kleine Spende. Nur diesmal für die notleidenden Kolleg*innen aus dem vielleicht schon bald gar nicht mehr so gut geheizten WDR-Funkhaus.

Warme Grüße nach Köln und in die Provinzstudios!
 

JP

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Zuerst mal: Jeder hat das Recht zu streiken und Neid ist da fehl am Platz.
Im Programm ist das passiert, was man aus der Pflege kennt: Auf Kante genäht, aber es fiel nicht großartig auf. Bleiben wir weiter bei der Pflege. Da wäre es dann so, dass erkannt wird, dass es ja auch mit weniger Personal irgendwie funktioniert. Also weiter einsparen. Es kommt ja immer irgendwer nach, der sich ausbeuten lässt. Das Projekt "Drei Lokalzeiten" konnte auch direkt live getestet werden. Inhaltlich hat sich anscheinend nicht viel geändert, bei WDR 4 vermutete ich erst, dass das Programm komplett unmoderiert ist. Dann kam eine kurze Ansage und mir wurde bewusst, dass das Normalzustand ist.
Effektiv hat der normale Hörer nicht viel davon mitbekommen, dass gestreikt wurde. Das können die Franzosen traditionell besser. Dort läuft dann tagelang nur Musik auf allen Wellen, der Betrieb ist komplett lahmgelegt.
 

Musikminister

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Wenn Gaby aus Diepholz hier wäre, würde mich interessieren wo man denn so überall arbeiten kann. Ist Homeoffice gemeint? Oder eher Arbeitgeber wie TikTok? 🤪

Es wurden Nachrichten vom SWR übernommen. Kann man da nicht gleich das komplette Radioangebot übernehmen? Gern dauerhaft. SWR1 NRW wird dann das Sammelbecken für diejenigen, die gern beim Radio bleiben wollen, der Rest geht zu TikTok wird Influencer (wobei eine Fusion mit dem SWR ernst gemeint ist).
 
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Die Mitglieder des DJV sorgen sich um die Preise für Heizöl, Diesel, Automieten, Parken, Erdgas und Super? Was man ungefähr täglich in den Medien (und sicher auch von vielen Mitgliedern des DJV) eingetrichtert bekommt, geht aber in eine andere Richtung. Fahren die nicht längst alle selber E-Auto oder ÖPNV und wohnen in Häusern mit Wärmepumpe oder Passivhäusern? Die aufgeführten Punkte müssen einen verwundern.
 

Radiofreak11

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Auf Kante genäht, aber es fiel nicht großartig auf.
Sehe ich genau so. Spätestens seit der kompletten Verflachung zum Dudelfunk durch die Ex-Chefin aus Bayern sind alle WDR-Kanäle so gut wie überflüssig. Dann doch lieber SWR auf Dauer. Da dudelt es dann auch etwas weniger und WDR 4 wäre - bei einer SWR 4 - Übernahme - auch wieder anhörbar. Ist sowieso die Frage, ob wir immer noch so pompöse "staatliche" Rundfunker brauchen. Man könnte z.B, den WDR auch wieder mit dem NDR verschmelzen. Das könnte einiges an Gebührengeldern einsparen. Noch besser wäre vielleicht sogar eine Verschmelzung mit dem hr und der Übernahme von hr4, hr3 und you FM. Denn die Hessen können gutes Radio.
 
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thorr

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Was man ungefähr täglich in den Medien (und sicher auch von vielen Mitgliedern des DJV) eingetrichtert bekommt, geht aber in eine andere Richtung. Fahren die nicht längst alle selber E-Auto oder ÖPNV und wohnen in Häusern mit Wärmepumpe oder Passivhäusern?
Wenn man die Wahrheit nicht wahrhaben will, ist es also "eintrichtern". Keine weiteren Fragen.

Welche Anstalten wurden eigentlich schon bestreikt? Beim WDR bekomme ich das ab und an mit, beim Dlf u. a. dagegen noch nie.
 

Sieber

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Zur Ausgangsfrage "Streiks beim WDR - gerechtfertigt oder überzogen?". Streiks sind vom Tarifrecht für Arbeitnehmende immer gerechtfertigt, wenn es um eine Änderung oder Auslaufen eines Tarifverträge geht. Das gilt auch für Piloten oder angestellte Lokführer oder Oberärzte. Und da ist es vom Tarifrecht her vollkommen egal, ob ein gegenüber dem Rest eher schon hohes Einkommen zur Debatte steht oder ein Tarifvertrag kurz über dem Mindestlohn.
Was jetzt als überzogen gelten soll, muss jeder für sich selbst ausmachen. Überzogen wäre m. E. eine Lohnsteigerung von urplötzlich 50 %. Die hier erwähnten 2,2 % sind alles andere als überzogen.
Und nur weil ggf. der WDR nicht genehm ist, hier jetzt mit einer Art Neiddebatte oder gar WDR-Bashing zu kommen, na ja. Ob das Programm gefällt oder nicht, hat mit Tarifrecht rein gar nichts zu tun.
Und "die können ja kündigen und sich neue Jobs suchen"
Find ich auch. Gerade im Mediensektor ist die Arbeitswelt so vielfältig mit der entsprechenden Qualifikation kann man fast überall arbeiten, die würden also schnell wieder ihre berufliche Heimat finden. Fraglich allerdings ob sie anderswo noch das üppige Gehalt bekommen, welches ihnen der WDR bietet. Beim Privatfunk sicherlich nicht. Aber es gibt ja noch andere tolle und (zumindest mir) sympathischere ÖR Anstalten in Deutschland.
ist da eher ohne Worte. Beim WDR arbeiten einige gänzlich abseits vom hippen Mediensektor ganz bodenständig. Und auch manch jemand vom trendigen Mediensektor mag in Teilzeit sein oder die 61 gerissen haben.
Oder ganz einfach nicht in den Nahbereich einer anderen supertollen Anstalt des öffentlichen Rechts umziehen wollen, weil Umfeld, Haus/Wohnung, Familie, pflegende Angehörige, Freunde etc. da sind.
 

Philclock

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Ich lese hier was von üppigen Gehältern und Eigentumswohnungen, die bezahlt werden wollen. Das ist extrem zynisch. Der WDR behandelt viele seiner Mitarbeiter eben nicht gut und der Streik ist mehr als gerechtfertigt! Sehr viele Mitarbeiter, die das Programm machen, sind kleine freie Mitarbeiter und haben wirklich nur ein kleines Einkommen!

Hier ist der Auruf zu den Streiks:

Diesen Beitrag fand ich noch interessant.

@thorr
Der RBB wurde auch schon mehrmals bestreikt.
 
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muted

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Und nur weil ggf. der WDR nicht genehm ist, hier jetzt mit einer Art Neiddebatte oder gar WDR-Bashing zu kommen, na ja. Ob das Programm gefällt oder nicht, hat mit Tarifrecht rein gar nichts zu tun.

Das sind bloß Aspekte, die hier leider im Faden schon ihren Niederschlag gefunden haben: Missgunst, Neid und Rückwärtsgewandtheit. Wer sich das Frankfurt, Köln oder Oberhausen (nebst Außenposten) der frühen 1990er (oder noch früher) zurückwünscht. Tja, da ist die Realität bereits drüber weggegangen.
 
Zur Ausgangsfrage "Streiks beim WDR - gerechtfertigt oder überzogen?". Streiks sind vom Tarifrecht für Arbeitnehmende immer gerechtfertigt, wenn es um eine Änderung oder Auslaufen eines Tarifverträge geht. Das gilt auch für Piloten oder angestellte Lokführer oder Oberärzte. Und da ist es vom Tarifrecht her vollkommen egal, ob ein gegenüber dem Rest eher schon hohes Einkommen zur Debatte steht oder ein Tarifvertrag kurz über dem Mindestlohn.
Was jetzt als überzogen gelten soll, muss jeder für sich selbst ausmachen. Überzogen wäre m. E. eine Lohnsteigerung von urplötzlich 50 %. Die hier erwähnten 2,2 % sind alles andere als überzogen.
Und nur weil ggf. der WDR nicht genehm ist, hier jetzt mit einer Art Neiddebatte oder gar WDR-Bashing zu kommen, na ja. Ob das Programm gefällt oder nicht, hat mit Tarifrecht rein gar nichts zu tun.
Und "die können ja kündigen und sich neue Jobs suchen"

ist da eher ohne Worte. Beim WDR arbeiten einige gänzlich abseits vom hippen Mediensektor ganz bodenständig. Und auch manch jemand vom trendigen Mediensektor mag in Teilzeit sein oder die 61 gerissen haben.
Oder ganz einfach nicht in den Nahbereich einer anderen supertollen Anstalt des öffentlichen Rechts umziehen wollen, weil Umfeld, Haus/Wohnung, Familie, pflegende Angehörige, Freunde etc. da sind.
Würde gerne 100 Daumen nach oben vergeben. Sachlicher Kommentar zum eigentlichen Thema. Was ansonsten hier zu 90% steht, ist unterste Schublade vergrämter Neidhammel, die offenbar davon ausgehen, dass beim WDR jeder Buhrows Gehalt bekommt. Ihr solltet bitte mal die Radioforen bestreiken. Danke. 😉
 
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