DAB+ in Westdeutschland


#28
:oops: Ups, daran hatte ich gar nicht gedacht, dass der SWR den Sender Linz schon mit 8 KW in Betrieb hat. Davon kommt in Montabaur im Westerwald nichts an, auch nicht vom DAB+ Sender aus Koblenz :mad: Den Bundesmux hatten wir bisher wohl nur eingeschränkt von DAB+ Sendern aus Hessen. Null Verbesserung vom Sender Bad Marienberg Mitten in der Kreisstadt vom Westerwaldkreis. :eek: Selbst der Outdoor Empfang im Autoradio bricht Mitten in der Stadt in Höhe der Kreissparkasse / Sparda Bank und im weiteren Verlauf unterhalb des Schlosses gegenüber dem Amtsgericht zusammen :cry:

Da der SWR Sender aus Linz bisher auch nicht ankommt, kann man wohl auch vom Bundesmux keine Verbesserung erwarten. :(

@Olé93

Habt ihr echt keinen DAB+ Empfang vom SWR Sender Linz in Bonn ? Wie schaut es mit UKW aus ? SWR1 RP 92,4 und SWR3 auf der 94,8 sowie SWR4 KO auf der 97,4 ? o_O
 
#29
jetzt bin ich doch etwas erstaunt :confused: Heute Mittag in der Stadt Montabaur hatte ich an den zuvor genannten Stellen auf einmal keinen Aussetzer mehr im Autoradio ! Kann das womöglich an der Wetterlage liegen, oder kann es tatsächlich sein, das nach einer Senderaufschaltung hier und da noch nachjustiert wird o_O

In der Wohnung weiterhin kein Indoor Empfang, sodass die Stereoanlage auf einem provisorischen Tisch am Fenster steht, anstatt in der Schrankanbauwand, wo Sie eigentlich hingehört :(
 
#31
@sano

Ich denke der Empfang kann dann nur vom DAB+ Sender Linz am Rhein kommen. Der hat glaube ich 8 KW Sendeleistung. Wenn der SWR den Sender Bad Marienberg mit 7 KW in Betrieb nimmt, verspreche ich mir vor allem im Westerwald wie bei mir in der Nähe von Montabaur einen besseren Empfang. Dann hab ich auch den direkten Vergleich, ob die 2 KW mehr Sendeleistung was ausmachen.
 
#33
hm, im Süden des Bergischen Landes kann ich den SWR Muxx ohne Probleme empfangen in Köln sind komischerweise Aussetzer. Wenn ich morgens nach Burscheid zur Arbeit fahre, dann bekomme ich mit meinem Pure Move auch die beiden großen NL Muxe rein in Burscheid selbst geht je nach Lage noch der Wallonie und der flämische Muxx.
 
#34
Also der SWR auf DAB+ in Solingen zu empfangen ist schon teilweise schlecht bis gut . Da merkt man nur die 7 KW gerichtet von Linz . Bei 50 KW wäre das kein Thema ;) und ein Kanalwechsel.
 
#35
Also der SWR auf DAB+ in Solingen zu empfangen ist schon teilweise schlecht bis gut . Da merkt man nur die 7 KW gerichtet von Linz . Bei 50 KW wäre das kein Thema ;) und ein Kanalwechsel.
Ja was nun? Geht garnicht, gerade so oder gut?

50KW wird es bei DAB+ nicht geben, der Standard liegt bei 10KW, in Ausnahmefällen auch mal 12KW oder so. Ein riesengroßer Overspill (in Nachbarbundesländer) wie jetzt bei UKW ist bei DAB+ in manchen Ecken garnicht gewollt. Wenn doch ist das eher Zufall oder liegt an einer guten Topographie.
 
#36
Im Unterschied zu UKW arbeitet DAB+ mit einem Gleichwellennetz. Das heißt, alle Sender sind auf der gleichen Frequenz. Was im analogen Bereich nur in Ausnahmefällen gelingt, ist also beim Digitalradio nicht nur môglich, sondern kann auch noch die Signalqualität verbessern.

Damit das funktioniert, müssen aber die Signale verschiedener Sender quasi gleichzeitig an der Antenne eintreffen. Da sich Radiowellen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, sind die Zeitunterschiede zwischen unterschiedlich weit entfernten Sendern natürlich sehr klein -- was aber schon ausreichen wäre, dass Signal zu stören.

Damit aber würden beispielsweise auch Reflexionen zu Signalausfällen führen (bei UKW machen sie sich als kurze Störungen bemerkbar). Deshalb fügt man ein so genanntes Guard Interval ein, also eine kurze Pause in der Übertragung. Wir reden hier von Mikrosekunden, wohlgemerkt.

Dank des Guard Intervals treffen Reflexionen oder die Signale weiter entfernter Sender ein, wenn beim nächsten Sender gerade "Pause" ist. Je länger diese Pause dauert, desto später kann ein Signal eintreffen, und desto weiter weg kann ein Sender weiter weg sein, ohne Störungen zu Verursachen.

Je länger man aber das Guard Interval wählt, je länger also die Pause ist, desto weniger Daten können pro Zeiteinheit übertragen werden. Es gibt also einen Konflikt zwischen dem Interesse, möglichst viele Daten zu übertragen, und dem möglicht lamgen Guard Interval.

In der Realität wird man also ein Guard Interval wählen, dass ausreichend lang ist, damit Sender innerhalb eines bestimmten Radios sich nicht gegenseitig stören, sondern zur Verbesserung des Empfangs beitragen. Daraus aber ergibt sich eine maximale Entfernung, die ein empfangbarer Sender vom Empfangsort haben darf.

Bei UKW kann man also hoch gelegene Standorte mit einer großen Leistung verwenden. Wie weiter oben geschildert, strahlen die UKW-Sender Bad Marienberg und Linz weit nach NRW ein.

Der Standort Nordhelle im Sauerland ist hoch gelegen. Sein UKW-Versorgungsgebiet ist recht klein, dennoch kann der Sender auch noch in 100 km Entfernung stellenweise höhere Feldstärken erzeugen, auch wenn das Signal nicht mehr stabil genug ist, um einen Nutzen zu haben.

Würde man also die genannten Senderstandorte auch bei DAB+ mit hohen Sendeleistungen betreiben, würden die Signale in der Entfernung "zu spät" ankommen und somit das Gleichwellennetz stören.

Aus diesem Grund werden auf den Berggipfeln niemals starke Sender für DAB+ installiert werden. (Es gibt wohl die Möglichkeit, einen exponierten Standort zu nutzen, der eine große Fläche abdeckt. Die dabei durch die Topographie entstehen Lücken können dann im Gleichwellennetz betrieben werden, in dem man das Signal von den Füllsendern etwas später aussendet und somit in das Guard Intervall des "Hauptsenders" passt. Außerhalb des Sendegebietes kann man dann unter Umständen sogar ein herkömmliches SFN auf gleicher Frequenz anschließen -- die Praxis ist hier entscheidend.)

Insofern ist auch der DAB+-Empfang außerhalb des Versorgungsgebietes trickreich. Vielleicht kann ich mit einer Richtantenne auf einen DAB-Sender des benachbarten Bundeslandes diesen heranholen. Wenn ich aber Pech habe, holt die Antenne dann aber auch einen anderen Sender aus einem entfernteren Teil (z. B. vom Ruhrpott aus Linz angepeilt, aber es kommt auch noch Haardkoof und Donnersberg mit, so dass bei angehobenen Bedingungen der DAB+-Empfang nicht mehr funktioniert) das Guard Inteval sprengt.
 
#38
Ist bei DAB das Guard-Intervall nicht fix? (Bei DVB-T kann man es ändern, ist klar)

Der Sender Linz mit seinen 50kW praktisch auf der Grenze zu NRW und dazu noch exponierter Standort über der Kölner Bucht stammt aus einer Zeit, wo das UKW Frequenzband noch frei war.

Selbst die 4.te Frequenz überhalb von 100 MhZ hat man schon nicht mehr durchbekommen. Die Privaten kommen aus Ahrweiler, der nciht mehr so weit nach Norden kommt.

Durch die höhere Dämpfung hat DAB einer geringere Reichweite als UKW. Der SWR wird definitiv Reichweite verlieren.

Man hat ja in RLP auch das Problem, dass man durch Belgien noch nichtmal sein eigenes Bundesland verünftig versorgen kann.

Alle Sender im Rheinland, außer die Funzel Trier müssen nach Westen ausblenden. Selbst Bad marienberg im Westerwald noch und der Haardtkopf funzelt aus diesem Grund noch mit 500W rum.
 
#39
Aufgrund von weiteren Koordinierungen mit den Nachbarländern (NRW, Belgien, etc.) verzögert sich die Inbetriebnahme noch etwas. Der SWR ist aber zuversichtlich, den Senderstandort Bad Marienberg nun im Laufe des II.Quartals 2017 in Betrieb nehmen zu können o_O

Ursprünglich hatte der Südwestrundfunk bereits über www.digitalradio.de am 15. Oktober 2016 verkündet, man werde "in Kürze" den Sender Bad Marienberg in Betrieb nehmen. :oops:

http://www.digitalradio.de/index.ph...m/dab-swr-startet-vom-standort-bad-marienberg
 
#41
Kann man denn nicht in Überschneidungsgebieten beide 11A-Muxe empfangen? Programme und Programm ID sind ja in beiden verschiedene. Auf UKW kann ich doch auch zwei Sender auf der gleichen Frequenz je nach abstand hören. So konnte ich mal bei Lyon wo NRJ nicht weit weg eine sinnbefreite auf Gleichwelle mit Lyon (Frequenz 103.0 10KW) geschaltete Funzel in Vienne etwa 20km südlich von Lyon (ebenfalls auf 103.0 0.05KW) betreibt. Hat nen schönen Echo-Effekt gegeben da nicht perfekt synchronisiert wurde
 
#42
Ja kann man, wenn man jeweils den anderen ausgeblendet bekommt. Hier bei mir im Neuss / Düsseldorfer Raum geht das. Nach Westen Belgien, nach Süden SWR. Allerdigs wohne ich auch oben in der dritten Etage mit Fenstern zur West- und Südseite.
 
#43
Ich meinte aber ob man beide Muxe gleichzeitig empfangen kann wenn man nix ausblenden muss. Das Radio muss sich ja nur in den entsprechenden Mux einwählen, oder?
Da würde mich mal interessieren was dann auf DAB abgeht.
Auf UKW haben wir ja den Versus-versus-Effekt wie ich ihn nenne wenn sich 2 Sender streiten Das Autoradio wechselt immer zwischen beiden Sensern hin und her man hörts und man siejts im RDS.

Beispiele im Schwarzwald:

SRF 2 Säntis vs SWR 1 Brandenkopf 95.4

98.8 Accent 4 Selestat vs SWR1 Waldenburg.

92.2 FUN RADIO Colmar vs SWR3 Stuttgart

96.6 WüsteWelle Tübigen vs SRF 2 Rigi.

101.8 die neue welle Karlsruhe vs ENERGY STUTTGART Backnang vs Radio7 Ulm


Wie würde sowas auf DAB ausschauen?
 
Zuletzt bearbeitet:
#46
Bei FM gibt es kein Überblenden, man hört entweder den einen oder den anderen Sender. Aus diesem Grund hat ja die DDR früher intern mit PAL gearbeitet (Bild AM, Ton FM), anstatt Secam (Bild FM, Ton AM).

Bei AM, also Mittelwelle, hört man beide Sender. Hat jeder sicherlich schon mal erlebt.

Bei digitalen Empfang, kommt nichts brauchabres heraus, da die Signale wegen dem Fehlerschutz über die komplette Bandbreite verteilt sind.

Das Problem in RLP und Belgien kann man nur lösen, wenn jedes Land einen Kanal abgibt bzw nur weiter im landesinneren nutzt.

Hinzu kommt, dass Belgien (Flandern) flach ist. Der Sender Eifel ist 685m über Grund und hat 250m Antennenhöhe. Also RLP stört Belgien im Versorgungsgebiet anstatt umgekehrt. Deshalb müssen viele Sender nach Westen ausblenden. Selbst mit einem Sender ind er Schneeifel / Bleialf wird es schwierig in der Eifel eine brauchabre versorgung hinzubekommen.
 
#47
Ich meinte aber ob man beide Muxe gleichzeitig empfangen kann wenn man nix ausblenden muss. Das Radio muss sich ja nur in den entsprechenden Mux einwählen, oder?
Da würde mich mal interessieren was dann auf DAB abgeht.
Nein. Du empfängst nur den stärker ankommenden der beiden Muxe, wenn Du nicht ausblendest. Und wenn das schwächere Signal nicht zu sehr stört. Beide Signale empfängst Du nur, wenn Du das jeweils andere Signal ausblenden kannst, z.B. mithilfe einer Yagi-Antenne.
In dem Fall könntest Du sogar 3 verschiedene Muxe auf einem Kanal empfangen.
Schau Dir mal diesen Scan an: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?12097,1325545,1325783#msg-1325783
Dort sind auf 2 Kanälen 3 Muxe zur selben Zeit empfangbar gewesen und auf weiteren 5 Kanälen je 2 Muxe. Aber eben mit ausblenden per Yagi.
 
#48
Bei FM gibt es kein Überblenden, man hört entweder den einen oder den anderen Sender. Aus diesem Grund hat ja die DDR früher intern mit PAL gearbeitet (Bild AM, Ton FM), anstatt Secam (Bild FM, Ton AM).

Bei AM, also Mittelwelle, hört man beide Sender. Hat jeder sicherlich schon mal erlebt.

Bei digitalen Empfang, kommt nichts brauchabres heraus, da die Signale wegen dem Fehlerschutz über die komplette Bandbreite verteilt sind.

Das Problem in RLP und Belgien kann man nur lösen, wenn jedes Land einen Kanal abgibt bzw nur weiter im landesinneren nutzt.

Hinzu kommt, dass Belgien (Flandern) flach ist. Der Sender Eifel ist 685m über Grund und hat 250m Antennenhöhe. Also RLP stört Belgien im Versorgungsgebiet anstatt umgekehrt. Deshalb müssen viele Sender nach Westen ausblenden. Selbst mit einem Sender ind er Schneeifel / Bleialf wird es schwierig in der Eifel eine brauchabre versorgung hinzubekommen.
Dan müsste man wie in BW 2 SWR Kanäle machen im Süden RLPs 11A und im Norden einen anderen (z. B 8C)
 
#49
Das Problem in RLP und Belgien kann man nur lösen, wenn jedes Land einen Kanal abgibt bzw nur weiter im landesinneren nutzt.

Hinzu kommt, dass Belgien (Flandern) flach ist. Der Sender Eifel ist 685m über Grund und hat 250m Antennenhöhe. Also RLP stört Belgien im Versorgungsgebiet anstatt umgekehrt. Deshalb müssen viele Sender nach Westen ausblenden. Selbst mit einem Sender ind er Schneeifel / Bleialf wird es schwierig in der Eifel eine brauchabre versorgung hinzubekommen.
Das Bad Marienberg (Westerwald) mit gerade mal 7 KW im DAB+ Bereich bis nach Belgien strahlt, verwundert mich nun schon ? :confused: Da ist doch der Sender Linz am Rhein viel näher dran. Der hat 8 KW und ist schon auf Sendung. Bad Marienberg wird vom Südwestrundfunk bisher von Quartal zu Quartal verschoben. Der Bundesmux der mit 5 KW von Bad Marienberg sendet, kommt nicht einmal in der südlich gelegenen Kreisstadt Montabaur sauber an. :( Auf der neu verlegten Ortsumgehung Ettinghausen bis Boden auf der Bundesstraße 255 habe ich mehrere größere Aussetzer im Auto, also im Outdoor Bereich. Wir sprechen also noch nicht einmal vom Indoor Empfang im Haus. :oops:
 
#50
Nun wird's konkreter mit dem Südwestrundfunk auf dem Bad Marienberg im Westerwald. Seit gestern steht auf der SWR Internetseite, das die DAB+ Aufschaltung voraussichtlich am 20. April 2017 erfolgen wird. Konkret heißt es dort: Voraussichtlich am 20. April 2017 geht der DAB-Sender Bad Marienberg auf Kanal 11A in Betrieb. Damit verbessert sich die Digitalradio-Versorgung im Nordwesten von Rheinland-Pfalz sowie im Westerwaldkreis.

Ich bin wirklich sehr gespannt, wie der Empfang im Vergleich zum Bundesmux sein wird. Ob die 2 KW mehr Sendeleistung was bringen ? (Zur Erinnerung: Bundesmux 5 KW, SWR 7 KW)

http://www.swr.de/empfang/antenne/-/id=3786/did=11889018/nid=3786/10f6xrz/index.html
 
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