• Wie aus den radioforen.de-Nutzungsbedingungen hervorgeht, darf kein urheberrechtlich geschütztes Material veröffentlicht werden. Zur Identifizierung von Interpret und Titel (o.ä.) können jedoch Hörproben bis zu 30 Sekunden angehängt werden. Was darüber hinausgeht, können wir nicht tolerieren.

Das klingt ähnlich, oder?


#26
Mein kritisches Ohr hat hier einiges entdeckt, wie einige bei anderen abgekupfert haben:

1) Rihanna "Love on the Brain" - hier wurde bei "What's a Woman" von Vaya Con Dios diese Orgel im Hintergrund und einiges von der Melodie geklaut.
2) Ed Sheeran "Castle on the Hill" - die Gitarre im Hintergrund erinnert mich doch sehr stark an das Intro von U2's "Where the Streets have no Name."
3) Bon Jovi "Because we can" - der Refrain klingt stark nach "Stand" von REM.
 
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#28
Ach du liebe Zeit. Wer hat vom wem geklaut? Ich erwarte eine Million Postings von fast ebenso vielen Forenusern, die voller Neid ebenso viel Plagiate hervorkramen und endlich die längst fälligen Unredlichkeiten ans Tageslicht fördern.

Eine gigantische Welle von Urheberrechts-Prozessen wird die weltweite Justiz bis weit über ihre Belastbarkeit überrollen.
Dem kann ich nur voll zustimmen. Bei den Billionen und Aberbillionen von vermeintlich unterschiedlichen Stücken der letzten 400 bis 500 Jahren (aus aller Welt) sind auffällige Ähnlichkeiten unvermeidlich. Jeder heute neu erscheinende Titel wurde irgendwann einmal so oder ähnlich veröffentlicht. Der einzige Trost: Jeder Mensch kann nur eine sehr begrenzte Anzahl von Stücken hören geschweige denn später einmal wieder erkennen.
Sozusagen: Die Gnade des schlechten Gedächtnisses.
 
#29
Bei den Billionen und Aberbillionen von vermeintlich unterschiedlichen Stücken der letzten 400 bis 500 Jahre
Mal langsam. Gab es 1518 schon Noten oder Schallaufzeichnungen der damaligen Verkaufs-Charts Top50?

Bei Plagiats von Songs der letzten 40 bis 50 Jahre sind Plagiate nur dann justiziabel, wenn der letzte Autor bereits vor 70 Jahren verblichen ist. Der Trost, dass viele und mehr Menschen viele und gar mehr Titel nicht mehr wiedererkennen, ist juristisch nicht relevant. Bei Flops sind Plagiatsprozesse sogar unsinnig.
 
#30
@count down : Dagegen gibt es Einiges einzuwenden.
a) Die Tonfolge (gemeint sind zwei bis drei aufeinanderfolgende Noten), die sich nach den musikalischen Gesetzen für das menschliche Ohr als angenehm anhört doch relativ gering. Wiederholungen werden also wahrscheinlicher, die sich dann im für den ungewollten Plagiator Fall auch über einen ganzen Song erstrecken können.
b) Auch eine Komposition, die durch ungenügende Interpretation kein "Verkaufsschlager" wird, kann durch eine geschicktere Umsetzung noch finanziell lukrativ werden. Dabei kann dann im Zweifel auch ein eingängigerer Text helfen.
 
#31
@Grasdackel: Alles richtig.
Dennoch:
a) Ureheberrechtfreie Titel (70 Jahre nach dem Tod des letzten Urhebers) sind frei.
b) Ob ein Plagiat vorliegt, entscheidet - sofern der Rechtsweg eingeschlagen wird - ausschließlich der Richter oder er schlägt einen Vergleich vor, der die Höhe der Finanzströme an die Berechtigten vorschlägt. Falls diese zustimmen, was meistens der Fall ist, ist selbiger aus der Welt.

(Meine Meinung: Lieber gut geklaut, als schlecht komponiert. Auch halbe Einkünfte von viel sind mehr als keine beim Flop)
 
#32
Kelly Clarkson mit dem Heartbeat Song, der 2015 erschien ist ja auch nichts anderes als "The Middle" von Jimmy Eat World aus dem Jahr 2001 - nur eben mit einem anderen Text drüber.


Das sieht und hört man hier richtig gut, denn hier wurde aus den beiden Songs einer im Mashup gemacht.

Übrigens mein Kompliment an die beiden :D
 
#33
Ich fand neulich so einen Songvergleich, wo der Song "Cool Me Down" von Margaret wirklich dreist kopiert wurde. Leider finde ich das Video nicht mehr, und weiß so nicht, wie der zweite Song hieß.
 
#34
Dem kann ich nur voll zustimmen. Bei den Billionen und Aberbillionen von vermeintlich unterschiedlichen Stücken der letzten 400 bis 500 Jahren (aus aller Welt) sind auffällige Ähnlichkeiten unvermeidlich
So ist es. Es ist nun einmal nicht möglich, unendlich viele Tonfolgen zu schaffen, die sich auch noch alle gut anhören.
Wenn man einen Song schreibt, sehe ich es sogar als sehr wahrscheinlich an, dass die Melodie irgendwo irgendwann schon einmal da war. Man muss also den anderen Song (von dem man vermeintlich geklaut hat) nicht einmal kennen.

Und warum hören sich Songs unterschiedlich an? Es sind die Texte, Stimmen, das Genre, das Arrangement, das Tempo, was sie unterschiedlich macht.
Beachtet z.B. den Blues: Rein von den Tonfolgen her sind da alle Stücke ähnlich. Die unterscheiden sich aber durch unterschiedliche Messages und der persönlichen Note der Interpreten.

Ich glaube, man sollte Klagen aufgrund gleicher Tonfolgen grundsätzlich abweisen. Ich sehe das nur als legitim an, wenn zur Melodie auch noch bei Text und anderen Eigenschaften des Songs abgekupfert wurde.

Mal langsam. Gab es 1518 schon Noten oder Schallaufzeichnungen der damaligen Verkaufs-Charts Top50?
Noten gab es doch. Und verkauft wurden damals keine Platten, sondern Eintrittkarten für die Konzerte der Ba-Rocker wie Vivaldi.
Und die Tonfolgen der klassischen Komponisten wurden nicht selten auch in modernen Songs verwurstet.
 
Zuletzt bearbeitet:
#35
So ist es. Es ist nun einmal nicht möglich, unendlich viele Tonfolgen zu schaffen, die sich auch noch alle gut anhören.
Ich erinnere mich, dass man das schon vor 20-25 Jahren behauptet hat und seitdem sind noch unzählige Ohrwürmer entstanden, auf die bis dahin noch niemand gekommen ist. Ich bin also sehr zuversichtlich, dass wir auch in den nächsten Jahrzehnten noch etliche Songs hören werden bei denen man sich nur wundern kann, dass diese Melodiefolge noch von keinem vorher entdeckt wurde!
 
#36
Ich erinnere mich, dass man das schon vor 20-25 Jahren behauptet hat und seitdem sind noch unzählige Ohrwürmer entstanden, auf die bis dahin noch niemand gekommen ist.
Den Grund habe ich doch genannt.. es fällt oft nicht auf, dass eine Tonfolge gleich ist. Manchmal reicht es schon, die Längen einzelner Töne zu verändern und es wird als etwas anderes empfunden.
 
#37
Den Grund habe ich doch genannt.. es fällt oft nicht auf, dass eine Tonfolge gleich ist. Manchmal reicht es schon, die Längen einzelner Töne zu verändern und es wird als etwas anderes empfunden.
Man kann, wie gesagt, bei weitem nicht alle erschienenen Stücke kennen geschweige denn, dass alle Stücke sich in der Singlehitparade platziert haben.
Deshalb ist es mit Sicherheit so, dass heutige Hits durchaus schon einmal erschienen sein können, vielleicht mit einem anderen Sänger und das "Original" war, da nicht sehr erfolgreich, kaum jemandem bekannt.
Das ist ja auch einer der Gründe, neben dem technischen Fortschritt, warum die erfolgreichen Musikstile im Laufe der Jahrzehnte wechseln.
Würde man alle Singlehits von den 50er Jahren bis heute im gleichen Stil präsentieren zum Beispiel im Stile der 70er Jahre würde man sehr schnell merken, dass alles schon mal da gewesen ist.
 
#38
Es geht doch nicht um Texte, um Arrangements, Musikstile. Falsche Aussage ist auch, dass alles schon mal da gewesen sei. Richtig ist, dass dem Plagiat von geschützen Titeln (endet 70 Jahre nach dem Tod des letzten Urhebers) nicht ausschließlich die Tonfolge zugrunde liegt, sondern die "Wiedererkennbarkeit" mit der vermeintlichen Vorlage. Ob sie zutrifft, entscheidet bei der juristischen Auseinandersetzung der Plagiatsrichter - oder den Finanzströmen werden in dem vom Plagiatsrichter vorgeschlagenen Vergleich zugestimmt. Habe ich m.E. schon x mal gepostet.

Am Rande:
Der Mathematiker sagt: Die Reihenfolge von Tonfolgen gestaltet sich nach n!
Die Möglichkeiten, Tonfolgen zu variieren, ergeben bei:

3 Tönen: 6 Folgen
4 Tönen: 24 Folgen
5 Tönen: 120 Folgen
6 Tönen: 720 Folgen
7 Tönen: 5.040 Folgen
8 Tönen: 40.320 Folgen
20 Tönen: 3,4 Trillionen Folgen

Wenn wir jetzt noch pro Note vier oder mehr Notenlängen in Betracht ziehen, grenzt die Variation tatsächlich gegen Unendlich.
Demzufolge kann "alles" keinesfalls schon mal da gewesen sein.

Frage: Übernimm die 5 Töne aus dem Anhang so mit Folge und Länge! Plagiat? :D
 

Anhänge

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#39
Frage: Übernimm die 5 Töne aus dem Anhang so mit Folge und Länge! Plagiat? :D
Ich übernehme die 5 Töne _- -_-- verändere aber die Betonung der tiefen Töne von 1 - 2,2 - 3 - 4 auf die Betonung der hohen Töne 4 - 1,1 - 2 - 3.
Reduziert man noch die zwei Akkorde der Klavierfassung auf einen Grundakkord und spielt die 5 Töne auf einer elektrisch verzerrten Gitarre, klingt es schon wie - Na? - genau:

Wie das Riff am Anfang von The Kinks - You really got me. Wer wollte in so einem Fall dann noch von Plagiat reden?
 
#40
Großartiges Beispiel! Ich hätte ja kaum fünf bessere Töne finden können. Keine Wiedererkennbarkeit. Wir müssen jetzt also nicht nur die Tonfolgen und Tonlängen, sondern auch noch Betonung im Takt miteinander variieren. Phantastillionen Kombinationen. Alles schon mal dagewesen?
 
#41
Hört mal die ersten beiden Zeilen des Refrains von "Amsterdam" von Cora (also ab "Traum"). Nach welchem anderen Lied hört es sich an? Ich frage deswegen, weil ich wissen will ob ich die einzige bin, der da noch ein anderes, bekanntes Lied einfällt.
 
#43
Einen klaren Fall von "klingt ähnlich" produziert(e) auch Annette Humpe.
Ruft euch den "Uuuuuh"-Chor von "Codo...düse im Sauseschritt" (DÖF) ins Ohr, und dann lauscht den letzten Refrains von "Vom selben Stern" (Ich+Ich).
Nicht nur das Harmonieschema ist auffällig ähnlich.
 
#44
Die Fanta 4 kopieren sich selber. "Zusammen" klingt wie "Troy 2018".

Hier "Zusammen":

Und hier das "Original": "Troy" aus 2005:

Vor allem die Strophen klingen zu 90% gleich.
 
#45
Den Grund habe ich doch genannt.. es fällt oft nicht auf, dass eine Tonfolge gleich ist. Manchmal reicht es schon, die Längen einzelner Töne zu verändern und es wird als etwas anderes empfunden.
Es reicht schon, wenn man andere Instrumente, andere Klänge, eine andere Stimme, einen anderen Text oder Titel zu verwenden; am besten alles zusammen. Schon wird das Stück "unverwechselbar", obwohl die Notenfolge inklusive der Tonlängen und "Pausensetzung" die gleiche ist. Wer macht sich um übrigen die Mühe, aus Millionen und Abermillionen von Stücken uneigennützig eventuelle Plagiate zu ermitteln? Höchstens vielleicht pensionierte Musikforscher.
 
#47
Wer macht sich um übrigen die Mühe, aus Millionen und Abermillionen von Stücken uneigennützig eventuelle Plagiate zu ermitteln? Höchstens vielleicht pensionierte Musikforscher.
Nein, auch letztere nicht, da auch sie - sehr richtig - von ihren Erkenntnissen nicht profitieren. Die Mühe, Plagiate zu ermitteln, machen sich die Urheber des Originals, sofern sie von der Existenz des angeblichen Plagiats erfahren und sich eine juristische Auseinandersetzung finanziell zu lohnen verspricht.
 
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