ESC 2022 - Unser Lied für Turin


Skywise

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Warum fragt eigentlich niemand beim Dieter an?
Das wird mindestens drei Gründe haben, schätze ich.

einen Platz 5 - 1989, Thomas Forstner "Nur ein Lied" (Österreich)

einen Platz 14 - 1989, Nino de Angelo "Flieger" (Deutschland)

einen Platz 10 - 1992, Tony Wegas - "Zusammen geh'n" (Österreich)

Gruß
Skywise

- edit wegen schräg recherchiert -
 
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exhörer

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Ein Sieg beim ESC ist möglich, wenn man sich daran erinnert, daß es ein Songwettbewerb ist.

Eigentlich geht es um Komponisten und ihre Werke. Weniger um die Künstler.
Spätetens Gildo Horn hat Ende der 1990er Jahre gezeigt, dass das reine Theorie ist, und die Praxis genau gegenteilig aussieht.

Inzwischen zählt fast ausschließlich der Vortrag.
Es müsste doch möglich sein, Songschreiber zu finden, die bereits international erfolgreich waren. Und die ein schönes Liedchen im Gepäck haben. Dann findet sich ein talentierter Mensch, der es interpretiert.

Wo ist eigentlich das Problem? Haben wir keine Hit-Schreiber mehr in diesem Land? Wenn es so wäre - peinlich!
In Deutschland?

Außer Bohlen kannst Du alle anderen Autoren in der Pfeife rauchen, da ist hinten und vorne nichts brauchbares mehr zu finden. Du mußt nur mal das Radio anschalten, dann verstehst Du auch, wieso.

Früher waren die Hits von Jean Frankfurter und Ralph Siegel ständig in Radio und TV zu hören, jetzt benötigt eine Helene Fischer ein dutzend Autoren, und es kommt nichts brauchbares mehr dabei raus.

Daher meine Empfehlung, sich endlich aus diesem Wettbewerb zurückzuziehen, denn besser wird es nicht mehr.
 

Nordi207

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Getreu dem Motto von Homer Simpson: Versuch es erst gar nicht, dann kannst du auch nicht scheitern. 🙄

Früher waren die Hits von Jean Frankfurter und Ralph Siegel ständig in Radio und TV zu hören, jetzt benötigt eine Helene Fischer ein dutzend Autoren, und es kommt nichts brauchbares mehr dabei raus.
1. War früher auch schon früher alles besser.
2. Helene Fischer und nichts brauchbares?? Wieviele Platinplatten brauchst Du noch um vom Gegenteil überzeugt zu werden?

Soviel Meinung, sowenige Fakten.
 

CosmicKaizer

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Das Helene-Ding ist aber auch langsam durch. Jedes Mal wenn wir letzter werden, wird nach HF gerufen... Die hat keinen Bock. Und ehrlich gesagt sehe ich da mittlerweile auch lieber frische Talente, als Schlager-Diven, die den ESC als Promo-Termin missbrauchen würden.
 
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indigo7

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Auch Dieter weiß: Gegen Politik & Voting - Manipulationen mehrerer Länder brauchst du erst gar nicht anzutreten. Ob mit einem Newcomer, Helene, Andrea, oder mit dem Papst. Sinnlos.
 

Nordi207

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Nur in der Bundesliga gewinnen fast immer die selben. Das ist ja beim ESC nicht der Fall. Und Deutschland ist nicht immer Letzter.
 

Radiokult

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Das Problem ist doch eigentlich ganz einfach. Früher war aufgrund der überschaubaren Teilnehmerländer auch die musikalische Bandbreite überschaubar. Es galt irgendwo einen Mittelweg zwischen Italo-Schmalz, französischem Chanson, deutschem Schlager und ein bisschen nordischem Tamtam zu finden. Das ist heute deutlich anders. Während bis zum Fall des eisernen Vorhangs im Schnitt nur zwischen 10 und 20 Länder daran teilnahmen, sind es heute über 40. Da etwas zu finden womit man auch alle begeistern kann, ist ungleich schwerer. Hinzu kommt die damit auch erheblich größer gewordene Bandbreite der Mentalitäten. Das mit einem Lied unter einen Hut zu bekommen, läßt sich nunmal nicht am Reißbrett entwerfen.
Und es kommt auch noch ein zweiter Aspekt hinzu. Während bis in die 90er Jahre hinein die musikalische Bandbreite des ESC doch recht hoch war, sprich mehr auf die musikalischen Eigenheiten des jeweiligen Landes geachtet wurde, ist es heute von ein paar Ausreißern abgesehen im Grunde nur noch entweder Pop oder Ballade. Und das hat auch wiederum viel mit unserem heutigen musikalischen Schubladendenken zu tun, an dem auch das Medium Radio einen nicht unerheblichen Anteil hat. Früher bekam man als Rundfunkteilnehmer eine durchaus umfassende musikalische Sozialisation, denn die Bandbreite reichte eben von Chanson a la Reinhard Mey über diversen Schlagerkram bis hin zu Metal und Punk. Heute ist sowas quasi undenkbar, weil es nur noch Formatprogramme gibt. Zumindest dem musikinteressierten Hörer geht damit auf jeden Fall etwas verloren. Und das spiegelt sich dann halt auch in Wettbewerben wie dem ESC wieder.
Wer produziert im Einheitsbrei den massentauglichsten Song? Ja, klingt böse und ganz so schlimm ist es bei genauer Betrachtung auch noch nicht. Aber darauf wird es irgendwann hinauslaufen. Man braucht sich nur unsere beiden ESC-Siege anschauen. Nicole's "Ein bisschen Frieden" - im weitesten Sinne klassischer Chanson, aus heutiger Sicht vielleicht ein wenig bieder, aber inhaltlich aktueller denn je. Dagegen Lena Meyer-Landrut's Satellite, durchschnittliches Pop-Liedchen welches, zugegeben, gut performt und auch ganz nett war, aber heute, 12 Jahre später, zurecht vergessen ist. One-Hit-Wonder, mehr nicht. Und eben weil es unterm Strich nur noch um die Produktion eines One-Hit-Wonders zum Gewinnen dieses Wettebwerbs geht, traut sich da auch kein namhafter Künstler mehr ran hierzulande. Das Risiko mit einer schlechten Platzierung verbrannt zu werden, ist viel zu groß. Und dieses Problem ist schlicht hausgemacht. Da hat auch der NDR mit seinem Agieren in den letzten Jahren einen Anteil dran, aber eben nicht nur der NDR.
 

NeoWS

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Den deutschen ESC und dem NDR fehlt es vor allem an Spaß und Leidenschaft. Ein klassisches Radio-Problem würde ich meinen.
Zu Tode beratene Wohlfühl-Langeweile gepaart mit überheblich-woker Weltverbesserungsattitüde.

Und nein, da wären Eskimo Callboy, die sich in vorauseilendem Gehorsam brav politisch korrekt umbenannt haben keinen Deut besser gewesen.
Interessant übrigens, dass das Wort Eskimo ganz böse ist, Callboys, wobei männliche Prostituierte - so las ich - etwa ein Drittel aller Prostituierten ausmachen, offenbar Ziel von Spott sein dürfen. Angesichts der Tatsache, dass diese häufig unter weit schlechteren Arbeitsbedingungen leiden als ihre weiblichen Kollegen, mieser bezahlt werden und häufig homosexuelle Handlungen durchführen, ohne selbst schwul zu sein, eine recht fragwürdige Haltung, wenn man doch angeblich so woke sein will... Entweder richtig woke oder - besser - gar nicht.

Wie wenig den NDR die gesamte Veranstaltung interessiert sieht man jedes Jahr aufs Neue am völlig lieblos hingerotzen Warmup und der Sendung danach.
Keine Sau will irgendwelche Auftritte von Uralt-Klamotten oder deutschen Schlager/Pop-Sternchen sehen.
Witziger Talk, ehrlich, bissig und die ein oder andere schräge Aktion und schon hätte man ein passendes Rahmenprogramm.
Keine Schöneberger, die alles wegmoderiert, ohne irgendeinen persönlichen Bezug zu dem Thema aufblitzen zu lassen.
Und vor allem: kein Maulkorb. Wenn ein Gast etwas scheiße findet, dann soll er das auch sagen.
Eine Stunde verlogenes Smalltalk-Geplauder unterbrochen von belanglosen Musikauftritten, das braucht kein Mensch.
Musik gibt es in der Show sowieso noch genug.

Ehrlichkeit, Witz und Leidenschaft: das wäre auch das Rezept für einen tollen Vorentscheid. Die Platzierung wäre dann am Ende gar nicht mehr so wichtig - ziemlich sicher aber automatisch wieder viel besser.

Ich bin mir leider gar nicht so sicher, ob es diese Eigenschaften beim deutschen ÖR-TV und Radio überhaupt noch gibt.
 

indigo7

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Und Deutschland ist nicht immer Letzter.
Genau. Wir waren auch schon mal Vorletzter.:D
Lust auf ein bisschen NDR-Masochismus? Hier die deutsche Horror-Bilanz der letzten Jahre. 2015: Letzter! 2016: Letzter! 2017: Vorletzter! 2018: Vierter (ein blindes Huhn findet wohl auch mal ein Korn)! 2019: Vorletzter! 2020 wegen Corona abgesagt. 2021: Vorletzter! Und nun dieses Jahr wieder am Ende der Tabelle angekommen …:censored:
 
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da_hooliii

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Das Problem ist doch eigentlich ganz einfach. Früher war aufgrund der überschaubaren Teilnehmerländer auch die musikalische Bandbreite überschaubar. Es galt irgendwo einen Mittelweg zwischen Italo-Schmalz, französischem Chanson, deutschem Schlager und ein bisschen nordischem Tamtam zu finden. Das ist heute deutlich anders. Während bis zum Fall des eisernen Vorhangs im Schnitt nur zwischen 10 und 20 Länder daran teilnahmen, sind es heute über 40. Da etwas zu finden womit man auch alle begeistern kann, ist ungleich schwerer.
Dieses "früher" von dem du da redest ist aber sehr sehr lange her. Das Konzept mit um die 40 Teilnehmerländer mit mehreren Halbfinals gibt es in dieser Form seit 2004 - und in dem Konstrukt hat es doch Deutschland auch geschafft mit Stefan Raab 4 mal die Top 10 zu erreichen - und einmal davon sogar gewonnen und immerhin ein 4. Platz von Michael Schulte 2018. Also es geht doch wenn man will. Unmöglich ist es jetzt auch nicht ein konkurrenzfähiges Lied an den Start zu schicken.
 

Radiokult

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Das Konzept mit um die 40 Teilnehmerländer mit mehreren Halbfinals gibt es in dieser Form seit 2004 - und in dem Konstrukt hat es doch Deutschland auch geschafft mit Stefan Raab 4 mal die Top 10 zu erreichen - und einmal davon sogar gewonnen und immerhin ein 4. Platz von Michael Schulte 2018.
Hier gibts die Platzierungsgrafik für Deutschland aller ESCs.
Wenn ich mir das so anschaue, liegt D im Schnitt da gar nicht mal so schlecht. Das wir, um das auch halten zu können, im kommenden Jahr dann mindestens im Mittelfeld landen müssen, ist aber auch klar.
 

exhörer

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1. War früher auch schon früher alles besser.
Im Bereich Musik stimmt das definitiv.
2. Helene Fischer und nichts brauchbares?? Wieviele Platinplatten brauchst Du noch um vom Gegenteil überzeugt zu werden?
Vergleiche mal die Anzahl Wochen auf #1.

Farbenspiel (letztes Album unter Jean Frankfurter): 15 Wochen auf 1
Rausch (erstes Album mit einem dutzend Produzenten): 2 Wochen auf 1

Noch Fragen?
 

indigo7

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@Radiokult: Merci für diesen Link. Macht mich sprachlos. Die Kommentare sind ja entsprechend. Einer hat aber Comedy - Talent:
Australien hat 6 * 10 berechnete Punkte bekommen. Seltsam, dass die Jurys aus diese 6 Länder alle für einen singenden Perlenvorhang stimmen wurden.

(Ja, ja, ich weiß, der Junge aus Australien hat eine bessere Umschreibung verdient. Sorry.)
 

Nordi207

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Den deutschen ESC und dem NDR fehlt es vor allem an Spaß und Leidenschaft. Ein klassisches Radio-Problem würde ich meinen.
Ehrlichkeit, Witz und Leidenschaft: das wäre auch das Rezept für einen tollen Vorentscheid. Die Platzierung wäre dann am Ende gar nicht mehr so wichtig - ziemlich sicher aber automatisch wieder viel besser.

Ich bin mir leider gar nicht so sicher, ob es diese Eigenschaften beim deutschen ÖR-TV und Radio überhaupt noch gibt.
Ich würde sogar so weit gehen, und das auf immer weitere Teile der Wirtschaft übertragen. Sehr schade.
 
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