Verbot von Radios am Arbeitsplatz


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Tweety

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So, jetzt wird es langsam eng. Mein Arbeitgeber, eine große kommunale Verwaltung im Ruhrgebiet mit knapp 5 tsd. Mitarbeitern, hat nunmehr, aufgrund der Energiekrise, bis auf weiteres die Nutzung von ALLEN privaten Elektrogeräten am Arbeitsplatz untersagt. Dies betrifft natürlich und vor allem auch die Radios die bisher in fast allen Büros vor sich hin gedudelt haben. Gut, bei mir nicht, da meistens immer der DLF läuft, aber das ist ein anderes Thema. ;)
Tatsächlich ist es ja wohl so, das am Arbeitsplatz und im Auto am meisten Radio gehört wird. Es ist davon ausgehen, dass die o.g. Maßnahme auch weitere Nachahmer finden wird. Das könnte dann schon zu einer massiven Änderung des Hörverhaltens führen.

Was haltet ihr von der Maßnahme und habt ihr bereits ähnliche Erfahrungen gemacht?
 
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Südfunk 3

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Das gab’s bei uns schon vor zwanzig Jahren, woraufhin der Kollege Sch. die Abhörlautsprecher in der Regie stumm schaltete und die Sendung nach optischen Gesichtspunkten fuhr: „Mein Chef [gemeint war der Intendant] hat mir verboten, während der Arbeit Radio zu hören.“
 

Tweety

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Ich hatte auch schon überlegt, dass mit Batterien zu umgehen, aber die müssen dann ja auch immer nachgeladen werden. Solar scheidet aus, da mein Büro auf der Nordseite liegt und im Herbst/Winter wird das sowieso nicht ausreichen um damit ausreichend Strom zu erzeugen. Lediglich mit einer solar aufgeladenen Powerbank würde das sicherlich noch gehen, wenn es einen USB Anschluss und eingebaute Akkus hätte. Kurbelradio ginge natürlich auch, aber ist auch ein bisschen umständlich alle 15 Minuten am Rad zu drehen. 😂
Ich glaube, Radio hat nicht mehr den Stellenwert als das sich viele Leute dafür extra sowas anschaffen würden. Dann bleibt die Kiste wohl eher aus.
 
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Tweety

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Natürlich gesperrt. :confused:
Handy ginge noch, aber dann müsste auch wieder eine externe Box her, da es ansonsten besch.....eiden klingt. Außerdem ist so ein Handyakku bei Dauernutzung auch recht schnell leer und Handys gehören natürlich auch zu Elektrogeräten, die das Verbot beinhaltet. Mal abgesehen davon, dass private Handynutzung am Arbeitsplatz generell verboten ist, auch wenn das natürlich nicht kontrolliert werden kann und bisher toleriert wurde.
 
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Skywise

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Was haltet ihr von der Maßnahme und habt ihr bereits ähnliche Erfahrungen gemacht?
Nicht viel. Und ja.

Es ist davon ausgehen, dass die o.g. Maßnahme auch weitere Nachahmer finden wird.
Sicher. Da seid ihr auch aktuell nicht die ersten, denen genau das widerfahren ist. Weil der Gedankengang dahinter ja eigentlich logisch ist. Wo wird unabhängig vom Dienstbetrieb Strom verbraucht und wo können wir einsparen, ohne daß wir in beruflicher Sicht einen Schritt zurückgehen? Bei den Kaffeemaschinen, bei den Wasserkochern, bei den Vantilatoren, bei den Handys, bei den Radios, bei den Kühlschränken, bei den Fußbadsprudlern der Mitarbeiter oder was die sonst für einen dienstlichen nicht notwendigen Krempel an den Leitungen hängen haben. Neben dem Abstellen von warmem Wasser in den Waschbecken sind das in der Regel die ersten Maßnahmen, die durchgezogen werden.

Gegen übertriebenes Abmelken von Strom durch die Mitarbeiter bin ich auch, allerdings nicht für einen Kahlschlag an Motivationsstützen. Immerhin hat meine elektrisch betriebene Glaskugel vor einigen Monaten ganz gut funktioniert, als sich abzeichnete, daß die Ukraine-Geschichte sich bedeutend länger hinziehen würde, insofern gab's Gelegenheit, mit einigen klugen Leuten, darunter Energiefachwirte, unter der Hand eventuelle Maßnahmen zu diskutieren. Entschuldigt habe ich die mit der Absicht, den Energieaspekt mit in die Nachhaltigkeitsstrategie des Einkaufs einfließen lassen zu wollen. Bei der Gelegenheit kamen dann neben Energiesparmaßnahmen (auch dort standen Warmwasser-Einsparungen und Abknapsung der Mitarbeiter-Motivatoren sehr weit oben im Katalog) auch Energiegewinnungsmaßnahmen zur Sprache. Hat teilweise richtig Spaß gemacht, sich mitunter übermütige Maßnahmen einfallen und dann auch noch durch Energiefachwirte zumindest in energetischer Hinsicht als praktikabel absegnen zu lassen 😁 - ich halte immer noch die Idee ab hübschesten, im örtlichen Krematorium den Ofen nicht immer dann anzuheizen, wenn gerade eine Leiche wartet, sondern die Toten - ebenso wie die sonstigen Mitarbeiter im regulären Betrieb - akkordweise zu verkohlen, zumal das Verbrennen des Sargs des Vordermanns die Temperaturen ebenfalls noch einmal "befeuert", so daß der nachfolgende Verbrennungsvorgang sogar deutlich kürzer ausfallen dürfte ... egal. Die meisten Sparmaßnahmen waren neben Beleuchtung allerdings auf Herbst und Winter ausgelegt und betrafen das "Runterfahren" von energetischen Maßnahmen auf ein Minimum, meint: Bündelung von Arbeitsraum bis Auslagerung der Arbeit ins Homeoffice. Das im Hinblick auf meine Glaskugelprognose, daß die Einsparungen nicht JETZT den Bock fettmachen, sondern erst dann, wenn der Energieverbrauch anzieht, und das ist eigentlich nicht im Hochsommer der Fall. Bislang sieht's auch so aus, als ob meine Altvorderen diesem Plan - neben eiligen Maßnahmen zur Energiegewinnung - zumindest in groben Zügen folgen würden; ich deute einige interessante Beobachtungen als vorbereitende Maßnahmen, was mir Spaß machen würde ...

Gruß
Skywise
 

Sieber

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eine große kommunale Verwaltung im Ruhrgebiet mit knapp 5 tsd. Mitarbeitern, hat nunmehr, aufgrund der Energiekrise, bis auf weiteres die Nutzung von ALLEN privaten Elektrogeräten am Arbeitsplatz untersagt.
Wir haben keine Idee für Aktionen, wir machen Aktionismus...
Was haltet ihr von der Maßnahme
Nichts.
Es sei denn, auch private Kaffeemaschinen sind davon betroffen. Und der private Föhn für den energiesparenden Kollegen, der auch bei Regenwetter mit dem Fahrrad kommt.
 

Tweety

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Klar, kann man sicherlich kreative Lösungen finden, das Radio auch weiterhin am Arbeitsplatz zu nutzen. Mir ging es eher um die Grundsatzfragen, ob das Ende wirklich soviel bringt und vor allem, ob Radio überhaupt noch den Stellenwert hat. Die Kollegen mit denen ich gesprochen habe, fanden das zwar blöd, aber werden sich damit abfinden, weil sie es als alternativlos ansehen und es mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen haben. Erstaunlicherweise ist das Verbot von Radios eher kein so großes Problem. Mit den Kaffeemaschinen sieht es da schon anders aus. Die haben wohl einen deutlich höheren Stellenwert als Radios und da brach bei vielen die nackte Panik aus.;)
Kann natürlich auch sein, dass im Herbst dann wieder alle im Homeoffice sind, dann wäre die ganze Diskussion eh obsolet.

hat diese Entscheidung jetzt mit den Radioforen zu tun bzw. mit der Radioszene Deutschland ?
Ne Menge.
 
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Tweety

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@atlan68
Wie ich schon schrieb, dürfte die Hördauer am Arbeitsplatz ein nicht zu unterschätzender Faktor sein. Auch wenn es meist nur nebenher dudelt, aber ein bisschen was bleibt trotzdem hängen und Werbezeiten werden nunmal hauptsächlich morgens und über Tag verkauft. Sollten sich solche Maßnahmen flächendeckend durchsetzen wäre das ein schwerer Schlag für die eh schon gebeutelten Stationen.
 
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kwegener

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Und der Webstream auf dem Bürorechner?

Das würde ich nicht machen. Erstens kann das die Firma tracken, und es verursacht unnötigen Traffic.

Ich habe ein kleines unauffälliges R919 Radio auf dem Bürotisch, das finden alle total süß. Es ist per USB-Kabel mit der Dockingsstation verbunden. Da es darüber nur lädt und keine Daten austauscht, ist es sicherheitstechnisch unkritisch. Da es auch Bluetooth kann, kann man auch Internetradio vom Handy wiedergeben. Da kann niemand was sagen... ;)
 

Tweety

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Das würde ich nicht machen. Erstens kann das die Firma tracken, und es verursacht unnötigen Traffic.
Das stimmt und vermutlich würde das auch zu keinerlei Einsparungseffekten führen.

@kwegener
Sicher ne super Sache mit dem R919, würde aber vermutlich auch unter das Verbot von Elektrogeräten fallen, wenn es auf der Arbeit aufgeladen wird.
 
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lg74

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Ich stelle mir gerade vor, in einem hundsgewöhnlichen Büro arbeiten zu müssen, wo von früh bis spät ein Radio den regionalen Hitdudler dudelt (egal ob öffentlich-rechtlich oder privat). Ich wäre zutiefst dankbar für ein Radioverbot - aber vermutlich hätte ich diesen Arbeitsplatz ohnehin schon vor Ewigkeiten verlassen, wegen Unerträglichkeit.

Liefe stattdessen der DLF... wie kann man dabei arbeiten, wenn man doch seine Aufmerksamkeit dem Wort aus dem Radio geben muss?

Also egal wie: Radio am Arbeitsplatz geht bei mir absolut gar nicht.
 

Radiokult

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Es mag sich merkwürdig anhören, aber da Angestellte in kommunalen Verwaltungen in der Regel nach Tarifen des Öffentlichen Dienstes bezahlt werden, brechen sich selbige keinen Zacken aus der Krone, wenn sie sich selbstständig um Batterien und/oder Akkus bzw. deren private Wiederaufladung kümmern. Schließlich verplempern diese Geräte Strom, der am Ende aus unser aller Steuergelder bezahlt wird - also öffentliches Geld für die private Bespaßung am Arbeitsplatz. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Klar, ein Radio macht den Verbrauch jetzt noch nicht fett. Aber wenn da nur in jedem zweiten Büro eins steht und vor sich hin dudelt, kommt da unterm Strich dann doch schon ein ganz hübsches Sümmchen zusammen. Insofern ist das eine völlig richtige Anweisung.
 

Cha

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Mein Arbeitgeber, eine große kommunale Verwaltung im Ruhrgebiet mit knapp 5 tsd. Mitarbeitern, hat nunmehr, aufgrund der Energiekrise, bis auf weiteres die Nutzung von ALLEN privaten Elektrogeräten am Arbeitsplatz untersagt. Dies betrifft natürlich und vor allem auch die Radios die bisher in fast allen Büros vor sich hin gedudelt haben.
Die Folgen für die nächste MA dürften verheerend sein. :wow:
 

kwegener

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Ich stelle mir gerade vor, in einem hundsgewöhnlichen Büro arbeiten zu müssen, wo von früh bis spät ein Radio den regionalen Hitdudler dudelt (egal ob öffentlich-rechtlich oder privat).
Bei mir (Einzelzimmer) läuft - sehr dezent, knapp über der Hörbarkeitsschwelle - Jazz. Das Büro ist somit das "Lounge-Büro" und alle kommen gerne mal vorbei - dann darf das Radio gerne auch mal etwas lauter gemacht werden :)

Nein, Hitdudler gehen natürlich gar nicht, und Wortprogramme auch nicht - lenken ab.
 

grün

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Eigentlich ist die "Anweisung" an sich schon völliger Unfug.

Der Verbrauch eines kleinen Kofferradios dürfte nicht ins Gewicht fallen, verglichen mit Druckern, PCs, Bildschirmen etc., die wesentlich mehr Kosten verursachen. Die "Kostenersparnis" eines AG durch das Verbot von Radios am Arbeitsplatz aufgrund der Energiekrise dürfte "marginal" sein.

Ansonsten kannst Dir ja ein "DAB+-Radio" mit Solarbetrieb anschaffen. Da gibts einige und der Akku hält über 10 Stunden, dürfte für einen ganzen Arbeitstag reichen und verursacht keine Kosten (mal abgesehen vom Aufladen bei Dir zuhause).
 
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Tweety

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Die Folgen für die nächste MA dürften verheerend sein. :wow:
Natürlich sind sie das NOCH nicht, aber lass man bald den Herbst kommen und es muss dann vermutlich noch mehr Energie eingespart werden. Dann könnten weitere Betriebe/ Kommunen dem Beispiel folgen. Gerade hier in NRW können ein paar tausend Hörer weniger für ein kleines Lokalradio schon was ausmachen. Erst Recht in der Summe auf ganz NRW bezogen.
Ich teile übrigens nicht die Meinung, dass die Maßnahmen nichts bringen. Wenn jeder für sich ein bisschen was einspart, egal ob freiwillig oder gezwungen, können da alleine in Deutschland schon ein paar tausend Kilowatt Stunden Strom eingespart werden und das jeden Tag.
 
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lg74

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Das werden dann keine "grünen Schlauberger" sein (die stehen ja bislang zumindest noch recht stabil zumindest pro öffentlich-rechtlicher Rundfunk), sondern es werden berufliche Rotstift-Ansetzer sein, in den Anstalten selbst. Zumindest, wenn es um Funzeln geht.

Man könnte die Frequenzbespielung ja an den Wert des Contents koppeln (den man leider, da subjektiv wahrgenommen, nicht wirklich objektiv messen kann). Das wäre mal eine Freude. Da würden viele Frequenzen frei. :D
 

Mark4U

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Ich hatte auch schon überlegt, dass mit Batterien zu umgehen, aber die müssen dann ja auch immer nachgeladen werden. ..
Die alten UKW-Transistorradios dudeln tagelang vor sich hin, ohne dass die zwei oder vier Batterien getauscht werden müssen, so dumm ist diese "Umgehung" der Vorgabe des Arbeitgebers zur Erreichung seiner Firmenenergieziele nicht, Akkus nachladen würde ja auch zuhause gehen und jeder der mal richtig gute Markenbatterien verwendet hat, weiß, wie lange die so kleinen Strom liefern können...

Solange es nicht um die (Nichtenergie-)Diskussion über Ablenkung am Arbeitsplatz und Produktivitätseinschränkungen durch Fremdbeschallung geht, ist ja alles gut :)
 
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