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Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von DerKöni, 25. April 2011.

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  1. DerKöni

    DerKöni Benutzer

    Hallo an Alle! Ich habe mich mit der Geschichte von Radio2Day, Deutschlands kleinstem Radiosender befasst. Hier ist sie in Textform zusammengefasst:

    Der Münchner Radiosender „2Day“ ist in Bayern der einzige private
    Rundfunksender ohne Fremdbeteiligung von Verlegern und Investoren.21
    Radio „2Day“ gibt es seit 1984. Damals schrieb das „Münchner Kabelprojekt“
    verschiedene Frequenzen im Großraum München aus. Peter Bertelshofer, der
    Gründer und heutige Besitzer der „Radio 2Day Radioveranstaltungs GmbH“ war
    zum Zeitpunkt dieser Frequenzausschreibung 26 Jahre alt. Seine Faszination
    für das Thema Radio hatte der Hobby-CB-Funker im Jahr 1973 während eines
    New York Aufenthalts entdeckt. Damals hatte Bertelshofer, wie er heute sagt,
    die Sender-Vielfalt in den USA fasziniert. Während es in Deutschland nur die
    musikalisch monoton sendenden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gab,
    begeisterte Bertelshofer das breite Musikangebot der New Yorker Radiosender,
    was bei ihm den Wunsch förderte eine solches Angebot auch in München
    wahrzunehmen. Im Jahr 1981 gab es in München einen Aufruhr. In Südtirol
    hatte sich eine Gruppe junger Hobbyfunker und Radiofans
    zusammengeschlossen und sendete vom Brenner aus ein Radioprogramm,
    welches auch in der bayerischen Landeshauptstadt zu empfangen war. Immer
    mehr Menschen hörten den Radiosender welchem unter anderem drei
    Münchner angehörten. Als Hobbyfunker und Radiofan war Bertelshofer stark an
    diesem Radioprojekt , welches sich mit Werbeeinnahmen über Wasser hielt,
    interessiert. Er nahm Kontakt zum Team von Radio Brenner auf und besuchte
    die Station am Brennerpass. Hier sah er, wie es möglich war, mit wenig
    technischem Aufwand einen Radiosender zu betreiben und so eine größere
    Masse zu erreichen. Im Jahr 1984 schrieb dann das „Kabelprojekt München“
    verschiedene Frequenzen aus. Als Bertelshofer, der zu dieser Zeit Medizin
    studierte, von dieser Ausschreibung erfuhr, stand für ihn sofort fest, dass er an
    dieser Ausschreibung teilnehmen würde. In einem Gespräch im Rahmen dieser
    Facharbeit begründete er seine damalige Entscheidung: „Als Student hat man
    ja so unglaublich viel Zeit, also habe ich den Versuch ein Konzept zu schreiben
    nicht gescheut.“ Dieses Konzept, welches der junge Student damals anfertigte,
    umfasste etwa 120 Seiten und war mit seiner ausführlichen Beschreibung im
    Detail dafür verantwortlich, dass Bertelshofer einen der begehrten Sendeplätze
    bekam. In diesem Konzept musste jeder Schritt des Handelns des Senders
    beschrieben werden: Eine genaue Auflistung des Sendeschemas, die
    Zielgruppe, die technische Ausstattung, die Musikauswahl und natürlich auch
    die Mögliche Anzahl der dadurch geschaffenen Arbeitsplätze. Peter Bertelshofer
    sagt Heute, dass er damals schon deswegen in die engere Auswahl kam, da
    sein Konzept auf 120 Schreibmaschinen-Seiten so detailliert beschrieben war.
    Andere Interessenten hatten dem Münchner Kabelprojekt ihr Interesse in einem
    formlosen Zweizeiler kundgetan und flogen dadurch aus dem Rennen um
    die Frequenzen. Womit der damals 26-jährige das Gremium aber am meisten
    überzeugte, war sein Mut zu Neuem. So plante Bertelshofer die Nachrichten
    nicht zur vollen Stunde ein, sondern jeweils um Viertel-Nach, was es so damals
    noch nicht gab. Durch diese Idee versprach sich Bertelshofer Aufmerksamkeit.
    Wer keine Nachrichten zur vollen Stunde wollte, bekam bei ihm Musik und wer
    die Nachrichten verpasst hatte, bekam die Möglichkeit diese 15 Minuten nach
    der vollen Stunde nach zuhören. An dieser Platzierung der Nachrichten hält
    Radio 2Day bist heute fest. Ein weiteres Kriterium für die Zuteilung einer
    Frequenz, war die Musikauswahl. Um sich in der musikalisch monoton
    gestalten Radiowelt eine eigene Zielgruppe zu schaffen entschied sich der
    angehende Radiomacher für ein breites Musikangebot. Neben aktuellen Hits
    sollten auch echte Klassiker der modernen Musik gespielt werden. Dazu
    kamen noch Musiktitel aus den Bereichen Dance und Funk/Soul. Die
    Musikauswahl war auch dafür verantwortlich, dass Bertelshofer den Sender
    „2Day“ nannte: Die Sparte Funk&Soul und Dance stand der Sparte Classics
    und Top20 entgegen – zwei verschiedene Musikpakete an einem Tag – 2Day.
    Nachdem Bertelshofer 1984 die Lizenz zum Senden durch das Münchner
    Kabelprojekt erteilt wurde, begann er im Münchner Kabelprojekt neben vielen
    anderen Sendern zu senden. Die Radiostation, welche damals im Münchner
    Kabelprojekt sendeten, waren zum Teil im Besitz von privaten Eigentümern und
    zum anderem Eigentum von Zeitungsverlegern. Bereits in dieser frühen
    Entwicklungsphase des privaten Rundfunks versuchten die Verlage mit ihren
    finanziellen Mitteln private Anbieter vom Markt zu verdrängen. So versuchten
    die Verlage die Lizenzen aufzukaufen, oder investierten so stark in ihre
    Programme, dass es privaten Anbietern nicht Möglich war mit den
    Finanzstarken Zeitungsverlegern zu konkurrieren. Im Nachhinein bezeichnet
    Bertelshofer das Münchner Kabelprojekt als unseriös, da die Großverleger früh
    protegiert worden waren und den kleinen Anbietern auf diese Weise das
    wirtschaften erschwert worden sei.

    Als sich im Jahr 1985 die Bayerische Landeszentrale für neue Medien
    gründete, wurden die ersten UKW-Frequenzen ausgeschrieben. Radio 2Day
    hatte sich im Münchner Kabelprojekt einen Namen gemacht, was sich in einem
    festen Hörerstamm widerspiegelte. So bekam Radio 2Day die Lizenz erteilt auf
    einer der damals drei verfügbaren Frequenzen zu senden. Am 29.05.1985
    begann Radio 2Day auf der Frequenz 92,4 Mhz zu senden. 92,4 Mhz war
    damals, wie auch heute, eine Splittingfrequenz, was bedeutete, dass sich 8
    Anbieter die Frequenz teilten und so über den Tag verteilt ihr Programm
    gestalten durften. Zum 01.04.1986 zog die „2Day Radioverantaltungs GmbH“
    auf die Frequenz 95,5Mhz um, um dort einen vier stündigen Sendeplatz
    zwischen 21Uhr und 1Uhr zu gestalten. Den Rest des Tages sendete auf dieser
    Frequenz der Radiosender „Charivari“, welcher heute rund um die Uhr auf der
    95,5Mhz sendet. Charivari ist im Gegensatz zu Radio 2Day nicht von einer
    Privatperson, sondern von der Verlagsgruppe „Münchner Merkur – TZ“
    gegründet worden. Früh versuchte Charvari Bertelshofers Radio 2Day von der
    Frequenz zu vertreiben. So verkaufte man sich der Werbewirtschaft als 24h-
    Programm, um diese so davon abzuhalten auf die Idee zu kommen bei Radio
    2Day Werbezeit zu kaufen. So druckte man Prospekte für Werbekunden, in
    denen man sich als Rund-um-die-Uhr sendend verkaufte. Für die Radio 2Day
    Veranstaltungs GmbH, welche auf den Verkauf von Werbezeit angewiesen war,
    hätte dies das Aus bedeutet. So kam es laut Bertelshofer zu insgesamt fast 24
    Klagen gegen den Radiosender Charivari, um diese missverständliche
    Werbekunden-Akquise zu unterbinden.
    Eine Lizenzauflage war damals, wie auch heute, dass man als Vollprogramm
    senden musste. Ein Vollprogramm definiert sich aus dem Spielen von Musik,
    Beiträgen und dem Vorhandensein einer eigenen Nachrichtenredaktion. Für
    einen kleinen Radiosender wie 2Day sind die Unterhaltskosten für eine eigene
    Nachrichtenredaktion jedoch kaum zu bewältigen. So behalf sich Bertelshofer
    damit, dass er die Nachrichten in der früh selbst produzierte und sie den Rest
    des Tages bei der Agentur BLR, welche fertige Nachrichten liefert, kaufte.
    Objektiv betrachtet lässt sich diese Regelung um das Vollprogramm und die
    eigenen Nachrichten in zwei Seiten interpretieren. Einerseits achtet die BLM
    durch diese Auflage auf den Qualitätstandart und die Informationsverpflichtung
    dem Hörer gegenüber. Andererseits könnte man es auch als Förderung der
    Verleger sehen: Für einen kleinen Sender ist diese Auflage eine Hürde, welche
    erhebliche Kosten mit sich bringt, was sein Handeln im Gegensatz zu den
    finanzstarken Verlegen einschränkt.
    Kunden welche bei der 2Day Rundfunkveranstaltungs GmbH zu diesem
    Zeitpunkt größtenteils Werbezeit kauften waren Gastronomie-Unternehmen, wie
    Pizzaservice und Kneipen, da diese zwischen 21Uhr und 1Uhr ihr Klientel
    erreichen konnten. Dieser Stamm an Werbekunden reichte Radio 2Day aus, um
    den Betrieb kostendeckend zu erhalten.
    Im Jahr 1988 kam es zu einer Lizenzverlängerung durch die Bayerische
    Landeszentrale für neue Medien, welche einen Frequenzwechsel mit sich zog.
    Radio 2 Day zog auf die UKW-Frequenz 89,0Mhz um, welche im Großraum
    München empfangbar ist. Auch die 89,0Mhz war zu diesem Zeitpunkt noch eine
    Splittingfrequenz. Jedoch war der Frequenzwechsel ein Gewinn für Radio 2Day,
    da man die Sendezeit ausweiten konnte. Im Gegensatz zur 95,5Mhz auf der
    man nur vier Stunden zwischen 21Uhr und 1Uhr gesendet hatte, konnte Radio
    2Day auf der 89,0Mhz das Programm in den Sendezeiten zwischen 6Uhr und
    12Uhr, sowie 18Uhr bis 0Uhr gestalten. Die Möglichkeit fortan eine
    Morgensendung zu senden war nicht nur für die Stammhörer, welche ihren
    Lieblingssender nun auch am Morgen hören konnten, sondern auch für die
    2Day Rundfunkveranstaltungs GmbH als Unternehmen. Die Sendezeit am
    Morgen, vor allem zwischen 7Uhr und 8Uhr ist die wertvollste Sendezeit für
    einen Radiosender. In dieser Zeit, so sagen es die Umfragen seit mehr als 20
    Jahren, hat ein Radiosender die meisten Hörer, da sich zu dieser Zeit die
    meisten Menschen Zuhause, oder auf dem Weg zur Arbeit sind und zu dieser
    Zeit gerne Radio hören. Diese Zeit am Morgen ist, auf Grund ihrer mit sich
    bringenden hohen Einschaltquote, die wertvollste Zeit für den Verkauf von
    Werbeplätzen. Große Sender wie Bayern3 verkaufen die Werbezeit zwischen
    7Uhr und 8Uhr fast doppelt so teuer wie am Rest des Tages 23. Auf die aktuelle
    Werbezeitentwicklung bei Radio 2Day wird aber später noch eingegangen.
    Nach dem Frequenzwechsel im Jahr 1988 teile sich die 2Day
    Rundfunkveranstaltungs GmbH die Frequenz 89,0Mhz mit dem Radiosender
    „Starsat“, welcher die Sendezeit zwischen 12Uhr und 18Uhr ausfüllte. Starsat
    war im Besitz der österreichischen Familie Piëch. Die Mitglieder der Familie
    Piëch sind Nachkommen von Ferdinand Porsche, der die gleichnamige
    Automobilmarke gegründet hat. Diesem Clan gehören nicht nur die Anteile an
    der Porsche Holding GmbH, sondern auch am Automobilkonzern Volkswagen24.
    Der Familie stand also genug Kapital zur Verfügung, um im Jahr 1988 zu
    versuchen am Medienstandort München Fuß zu fassen. Laut Bertelshofers
    angaben investierte die Österreichische Familie circa 27 Millionen Mark in das
    Projekt Starsat. Programmchef des Senders Starsat war zu diesem Zeitpunkt
    Peter Pelunka. Dieser versuchte den Sender auszubauen und entschied sich
    dazu neben der UKW Frequenz auch via Satellit Hörer auf der ganzen Welt zu
    erreichen. Diese Verbreitungsvariante kam für Bertelshofer allerdings nie in
    Frage, da sie mit Kosten von 70.000 Mark im Monat verbunden war. Diese
    anfallenden finanziellen Belastungen sorgten letztendlich dazu, dass sich die
    Familie Piëch 1995 aus dem Projekt „Starsat“ zurückzog, da der Erfolg
    ausblieb. Die Lizenz für die Sendezeit zwischen 12Uhr und 18Uhr auf der
    89,0Mhz wurde auf den Programmchef Peter Pelunka übertragen, welcher den
    Sender in „89,0 Hit.fm“ umbenannte.
    Von diesem Zeitpunkt an begann eine Phase auf der Frequenz 89,0Mhz,
    welche in der Münchner Radioszene als legendär angesehen wird. Pelunka und
    Bertelshofer hatten wenig Sympathien füreinander übrig, was dazu führte, dass
    man sich On Air in diversen Botschaften als inkompetent und unfähig
    beschimpfte, da man versuchte sich gegenseitig von der Frequenz zu
    vertreiben. Anfangs wurde der Programmchef von 89,0 Hit.fm, Peter Pelunka,
    von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien protegiert, wie es
    Bertelshofer rückblickend beschreibt. Nachdem Pelunka öffentlich den BLMPräsidenten
    Prof. Dr. Ring kritisiert und angegriffen hatte, wurde seine Lizenz
    zunächst nicht mehr verlängert. Danach kam es zu einer drastischen
    Auseinandersetzung zwischen der Bayerischen Landeszentrale und Pelunka, in
    welcher letzterer dem Präsidenten der BLM, Prof. Dr. Ring, der Bestechlichkeit
    bezichtigte. Am 30. November 2000 verlor Pelunka mit sofortiger Wirkung die Lizenz
    zur Verbreitung eines Radioprogramms auf der Frequenz 89,0 Mhz.

    Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien erklärte diesen Lizenzentzug in
    einer Pressemitteilung vom 01.12.2000:

    „Ab Freitag, 1. Dezember 2000, ändern sich auf der Münchner
    Lokalradiofrequenz 89,0 MHz die Sendezeiten wie folgt: Das Programm von
    Radio 2Day wird von Montag 05.00 Uhr bis Sonntag 03.00 Uhr ausgestrahlt.
    Radio Neues Europa sendet jeweils von Sonntag 03.00 Uhr bis Montag 05.00
    Uhr sowie an christlichen Feiertagen von 06.00 bis 12.00 Uhr bzw. von 06.00
    bis 24.00 Uhr. Auslöser für die Änderung der Sendezeiten ist ein Beschluss des
    Medienrats der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) vom 12.
    Oktober 2000, der die Sendegenehmigung des Anbieters 89 Hit FM über den
    30. November 2000 hinaus nicht verlängert hat." (siehe BLM-Pressemitteilung
    48/2000 vom 12.10.2000)

    Fortan sendete Radio 2DAY mit dem christlichen Radiosender „Radio Neues
    Europa“ auf der Frequenz 89,0Mhz. Jedoch war dies, da Radio Neues Europa
    hauptsächlich an christlichen Feiertagen sendete, der erste Schritt für die Radio
    2Day Radioveranstaltungs GmbH den Programmbetrieb auf der 89,0Mhz
    alleine zu gestalten.
    Diese Konstellation der Aufteilung der Frequenz 89,0Mhz zwischen Radio 2Day
    und Radio Neues Europa währte bis zum 24. Oktober 2004. An diesem Tag
    wechselte Radio Neues Europa in die Splittingfrequenz 92,4Mhz und Radio
    2Day sendet seit diesem Tag alleine auf der 89,0Mhz.
    Am 07. Oktober 2010 feierte Radio 2Day sein 25 Jähriges bestehen. Somit ist
    die 2Day Radioveranstaltungs GmbH nicht nur einer der ältesten privaten
    Radiobetreiber in Bayern, sondern der einzige Familienbetrieb, welcher sich vor
    Übernahmen der großen Verleger und Investoren schützen konnte. Wie
    Bertelshofer berichtet plant auch sein derzeit 20-jähriger Sohn Alexander den
    Sender weiter zu führen, welcher bereits zu 20% am Unternehmen beteiligt
    ist.
    Trotz eines Marktanteils von derzeit nur 2 im Großraum München schafft es
    Radio 2Day seit Jahren durch einen Hörerstamm von 40.000 Hörern am Tag
    positiv zu wirtschaften und bildet immer wieder neue Nachwuchsmoderatoren
    aus, welche von Dort aus zu großen Sendern in ganz Deutschland wechseln.

    LG DERKÖNI:D
     
  2. germancomponist

    germancomponist Gesperrter Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Ich finde den Inhalt des Berichtes interessant und die Geschichte des kleinen Senders gefällt mir.
     
  3. radiobino

    radiobino Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Ich hab den Beitrag durchgelesen, sehr interessant.
     
  4. chapri

    chapri Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Interessantes Thema, leider vergaellt durch ellenlanges Geschreibsel...
     
  5. magisches Auge

    magisches Auge Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Leider stimmt sie Überschrift nicht ganz, denn Radio 2Day ist vielleicht der kleinste bayerische, aber mit Sicherheit nicht Deutschlands kleinster Radiosender. Da ist z.B. der SWS Noderney als kommerzieller Sender auf jeden Fall kleiner und viele nicht-kommerzielle Lokalradios ebenso.
     
  6. germancomponist

    germancomponist Gesperrter Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Letztendlich kommt es doch garnicht darauf an, ob es der kleinste Sender ist.... . The story ist auf jeden Fall interessant und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass "Radio machen" hier wesentlich mehr Spass und Freude bereitet, als bei einem Sender, wo man nur noch nach Dienstanweisung arbeiten darf, so wie bei MC Donalds...... .
     
  7. magisches Auge

    magisches Auge Benutzer

    AW: Die Geschichte von Bayerns kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Wenn es in der Überschrift so verkündet wird, dann schon und dass die Verlaufgeschichte uninteressant ist, habe ich doch garnicht behauptet.
     
  8. germancomponist

    germancomponist Gesperrter Benutzer

    AW: Die Geschichte von Bayerns kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Ja ok, er hätte schreiben müssen: "Einer der kleinsten Sender....".
     
  9. chapri

    chapri Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Off Topic

    OT: Und die Geschichte des "Sturmwellensenders" ist auch interessant! Herzliche Gruesse in Richtung SWS und damit in meine Teilzeitheimat und auf eine meiner Lieblingsinseln!
     
  10. bavaria 3

    bavaria 3 Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Interessanter Beitrag, den uns "DerKöni" verfasst hat. Übrigens danke für deine Mühe und Respekt für über 25 Jahre Radio2Day. Schon erstaunlich, wie sich so ein kleiner Sender so lange halten kann. Die Frage ist aber auch, ob jener Radiosender eine Zukunft hat und wie es wohl weitergehen wird mit Radio Two Day?!
     
  11. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    So einen Artikel zu lesen, mit dem Wissen, wie viele Leute gerade in der heutigen Zeit erfolglos versuchen, eine UKW-Lizenz zu erhalten, tut regelrecht weh.

    Es ist eine wahre Schande, was in rundfunkpolitischer Hinsicht in Deutschland geschieht: Ohne einen mächtigen Presse- oder Medienkonzern im Hintergrund hast du keine Aussicht mehr, an eine UKW-Frequenz zu gelangen. Da kann dein Konzept noch so ausgewogen und tragfähig sein.
    Du kannst heute ein 240seitiges oder noch längeres Gutachten verfassen, das juckt bei den zuständigen Behörden und Gremien niemanden mehr; du bekommst keine Lizenz - basta!

    Ich kann Euch sagen, was passiert, wenn man sich bspw. am Zollhof in Düsseldorf nach den Möglichkeiten einer UKW-Ausstrahlung erkundigt.

    Als erstes wird einem mitgeteilt, es gäbe nicht genug freie Frequenzen.
    Dann behauptet man, unabhängiges Privatradio stünde nicht im Einklang mit dem Landesmediengesetz.
    Um das Ganze auch noch auf die Spitze zu treiben, wird schon in der allerersten Antwortmail darauf verwiesen, dass jemand, der sich um eine Frequenz bemüht, nicht auch derjenige sein muss, der diese schlussendlich dauerhaft nutzen darf.
    Die beiden erstgenannten Aspekte sind nachweislich falsch; der letzte ist meiner Meinung nach eine Unverschämtheit, signalisiert er doch, dass alle Anstrengungen um eine Zuweisung einer Übertragungskapazität auf UKW zum Scheitern verurteilt sind, weil man sowieso nicht zum Zuge kommt.

    Mir scheint es, als hätten die Pressekonzerne den Sektor des privaten Rundfunks komplett für sich vereinnahmt.
    Das schlimme aber ist, dass die Medienkommissionen der Länder dieses Spiel mitspielen.
    Was sind das denn für Behörden, die sich total von irgendwelchen Lobbygruppen haben vereinnahmen lassen?
    Ich erwarte von der LfM und der Medienkommission, dass diese für einen fairen Ausgleich der Interessen sorgen, und nicht, dass sie sich zum Erfüllungsgehilfen einiger mächtiger Medienkonzerne machen.
    Auch unabhängige Radiosender haben es verdient, in Deutschland auf UKW senden zu dürfen, nicht nur solche, bei denen Bertelsmann, RTL, Burda & Co. beteiligt sind!

    Kein Wunder, dass immer weniger Menschen wählen gehen.
    Die Bürger sind nicht dumm; sie haben erkannt, dass in Deutschland nur noch Lobbyisten das Sagen haben, sei es in der Finanz-, Wirtschafts-, Energie-, Gesundheits- und eben auch in der Medienpolitik (die in Deutschland bekanntlich Ländersache ist).
    Warum also noch wählen? - Die radikalen Parteien sind nicht wählbar, die Ein-Themenparteien kann man sowieso vergessen und die etablierten interessieren sich eh nicht mehr für den Willen des Volkes und das Gemeinwohl.
    Vor diesem Hintergrund kann man am Wahltag nur noch zuhause bleiben.
    Und dann beklagen sich die Politiker auch noch über die vorherrschende Wahlmüdigkeit?!
    Liebe Politiker: Packt Euch endlich mal an die eigene Nase und schaut, was ihr falsch macht! Dient endlich dem Gemeinwohl und nicht nur den Interessen einiger Großkonzerne!
     
  12. exhörer

    exhörer Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Zweitag ist der einzige Sender in München und Umgebung, wegen dem es sich überhaupt noch lohnt, ein UKW-Radio zu besitzen.
     
  13. Digitaliban

    Digitaliban Gesperrter Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Geschmacksache, trägt zwar nicht viel zum eigentlichen Thema bei, aber mit egoFM und FM4 ist Minga doch noch überdurchschnittlich gut und vielfältig aufgestellt.
     
  14. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    So schwer es manchem auch fallen mag, man sollte akzeptieren, dass die Ultrakurzwelle für Kleinanbieter abgebranntes Land ist. Die Anlaufkosten sind zu hoch, die Konkurrenz zu stark, der Markt zu reglementiert und die Geschäftsaussichten eher trübe. Es gibt nur wenige 100%ige Idealisten wie Herrn Bertelshofer, die den langen Atem haben, so was in Deutschland durchzuziehen und auch bereit sind, Krisenzeiten zu überstehen. Herr Bertelshofer gehört zur Gründergeneration des deutschen Privatradios und hat die Spielregeln des Gewerbes verinnerlicht, ein Neueinsteiger wäre heute chancenlos.
     
  15. germancomponist

    germancomponist Gesperrter Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Ein interessanter Beitrag!

    Neueinsteiger sind heute fast überall chancenlos, egal in welcher Branche. Die Spielregeln sind überall in etwa die gleichen.... .
    Nur wer neue Ideen hat und die Welt damit förmlich über Nacht überrascht, nur der hat heute noch eine echte Chance, denn gegen kapitalstarke und etablierte Gegner auf bereits unter den Mächtigen verteilten Territorien kann sich heute niemand mehr wirklich durchsetzen. Es kommt längst nicht mehr darauf an, wie gut oder weniger gut jemand etwas (an)bietet.
     
  16. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Ganz so negativ würde ich es nicht sehen.
    Das beste Gegenbeispiel ist m.E. Radio2Day. So etwas funktioniert allerdings nur, wenn der Programmchef eine klare Linie fährt und mit einer gewissen Standhaftigkeit an seinem Konzept festhält.

    Was verstehst Du unter "neuen Ideen"?

    Als erstes ist es für einen kleinen Hörfunkanbieter zwingend erforderlich, dass er den Senderbetreiber selber wählen kann. Sobald man die superteure MEDIA BROADCAST aufs Auge gedrückt bekommt, hat man ein gewaltiges Problem (ab 2015 ändert sich jedoch auch das).
    Das wichtigste aber ist: Die Medienkommissionen sollten diesen Anbietern eine Chance geben! Genau das geschieht nicht; - an dieser Stelle liegt der Fehler im System.
    Warum eröffnet man nicht kleinen Internetradios wie "Radio 30 plus" oder "Party Radio" die Möglichkeit, irgendwo mit einer Stützfrequenz mit geringer Leistung auf Sendung zu gehen? - Die könnten sich damit dann allmählich nach oben vorarbeiten.

    Ich kenne die Rundfunksituation in vielen anderen europäischen Ländern, aber so schlimm wie in Deutschland ist es nirgendwo: Überall das gleiche Format, kein bisschen Abwechslung.
    Selbst Stationen, die für sich beanspruchen, sich auf ein bestimmtes Format festgelegt zu haben, sind ebenfalls recht langweilig.
    Nehmen wir doch nur mal die deutschen Rocksender: Da habe ich wirklich den Eindruck, als würde man dort lediglich 3 oder 4 bekannte Rocksampler ("Hit-Giganten" etc.) rauf und runter dudeln. Alles, nur keine unbekannten, vom Mainstream abweichenden Titel! :wall:

    Über die Osterfeiertage habe ich einen erstklassigen Piratensender gehört (deren Namen ich natürlich nicht nenne): Die haben noch richtig gutes Programm gemacht!
    Absolut vielseitig, mit einer ansprechenden Moderation und einer breiten Titelauswahl: Über Pop, Rock, Neue Deutsche Welle, Dance, Disco, Funk bis hin zum Jazz-Funk war in einer einzigen (!) Sendestunde alles mit dabei. Und das völlig aufeinander abgestimmt, ohne irgendwelche Brüche. Ich hätte nicht geglaubt, dass man in Deutschland in der Lage ist, so gutes Radio zu machen.
    Bei dem guten Wetter habe ich mich auf die Veranda gesetzt und dem Programm gelauscht. Es machte richtig Freude, zuzuhören. :)
    Die Moderatoren haben an der Sendung nichts verdient, ja sie haben sogar Zeit und Geld investiert, um das Programm on air bringen zu können.

    Die ganzen Pressefirmen, die hinter den deutschen Privatradios stehen, haben nur ein einziges Ziel: Möglichst viel Geld zu verdienen.
    Was gesendet wird, ist denen letztlich egal, Hauptsache die Werbeeinnahmen stimmen.
    Dabei hat sich wohl das Denken durchgesetzt: Je mehr ein Programminhalt am musikalischen Mainstream orientiert ist, je weniger Ecken und Kanten er aufweist (m.a.W. je kleiner die Rotation), desto mehr Hörer schalten die Station ein, oder besser gesagt, desto mehr Hörer lassen sich berieseln ohne wegzuschalten.
    Dass man allerdings auf diese Weise dazu beigetragen hat, dass viele Menschen dem Medium Radio ganz zugunsten des MP3-Players den Rücken gekehrt haben, scheinen viele Programmverantwortliche nicht zu realisieren.

    Würde man den Radio-DJs und Moderatoren (wie bei dem erwähnten Sender) einfach mal freien Lauf lassen, hätten wir wieder ein gutes Programm.
    Die verstehen etwas von ihrem Handwerk, denn darin sind sie ausgebildet.
    Das Problem ist nur, dass Kreativität und echtes Können in der heutigen Radiolandschaft einfach keinen Platz mehr haben. Die Programme sind derart durchformatiert, dass die Sendungen von jedem unausgebildeten Amateur nach einem einstündigen Crashkurs gefahren werden können. Bis ins Detail ist schon im vorhinein alles festgelegt worden: Von der Auswahl der Musikstücke bis hin zu den konkreten Ansagen. :mad:
     
  17. germancomponist

    germancomponist Gesperrter Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Warum das hier so ist? Es sind die Lobbyisten der Zeitungsverleger, die mit allen Mitteln eben genau das verhindern, denn ein Radiosender der erfolgreich ist kann schnell mal das Werbebudget eines Werbekunden zu sich rüber ziehen. Darum, und nur darum geht es!
     
  18. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    @germancomponist: Ich gebe Dir vollkommen recht!

    Da wird so kräftig Lobbyarbeit geleistet, dass jemand, der von außen in den Markt einsteigen möchte, keine Gelegenheit dazu erhält.

    Die Lage ist schon paradox: Versuch' mal als Webradioveranstalter eine Stützfrequenz mit nur 10 Watt ERP zu bekommen. Die Chance lässt sich klar beziffern: Sie liegt gegenwärtig bei null.

    Nehmen wir aber mal an, jemand kann ein Konzept auf den Tisch legen, bei dem von vornherein feststeht, dass die Station sowieso von kaum jemandem eingeschaltet wird (und insofern überhaupt keine Gefahr besteht, dem bestehenden (Pseudo-)Lokalfunk Hörer abspenstig zu machen): Dann gibt es eine reale Möglichkeit der Zuweisung einer sublokalen UKW-Frequenz.

    Central FM hat die Medienkommission in Pulheim abblitzen lassen, gegen den Kirchenfunk in Herzebrock-Clarholz regt sich dagegen nicht der geringste Widerstand (und das sogar im Kreis Gütersloh, wo Bertelsmann bekanntlich seinen Stammsitz hat).
    Interessant wäre es bspw., zu erfahren, was geschehen würde, wenn außerhalb der Gottesdienstzeiten auf der 106,4 Musik liefe, z.B. Classic Hits und Oldies (was meist recht gut ankommt). Wie lange würde es dann wohl dauern, bis die Verantwortlichen von Radio Gütersloh dagegen juristisch vorgingen?
     
  19. Mark4U

    Mark4U Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    ... und der andere Sender ohne Fremdbeteiligung ist EXTRA-Radio in Hof, der dortige Bertelshofer heißt Gerhard Prokscha und der hat sich auch ganz wacker auf den Beinen gehalten.:)
     
  20. meister b

    meister b Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Jutta Meinzinger - vor Urzeiten mal bei Charivari - moderiert jetzt den Vormittag bei 2Day. Interessant, dass auch mal eine "bekanntere" Radiopersönlichkeit bei 2Day arbeitet..
     
  21. magisches Auge

    magisches Auge Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Nun ja, dafür kann es auch eine andere, ganz einfache Erklärung geben ;)
    Davon mal abgesehen, ist dies nicht ganz ungewöhnlich. Schliesslich hat z.B. der bei "Oldies" hier sicherlich noch bekannte Hans-Karl "Atze" Schmidt (hr, RTL, WDR) zusammen mit Matthias Welp, einem Kollegen aus alten Zeiten, inzwischen neben einem eigenem Internetsender auch eine wöchentliche Sonntagmittagsendung bei einem hessischen NKL (nichtkommerziellen Lokalradio).
     
  22. Maeuvolino

    Maeuvolino Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Trotz aller hier aufgeführter "Minuspunkte", die diesen Sender als unattraktiv bezeichnen sollen, möchte ich mal zu bedenken geben, dass er genausoviele POTENTIELLE Hörer hat, wie jede andere Station in München. Den meisten 2Day-Liebhabern ist die "Größe" des Senders herzlich wurscht. Für sie stellt er eine dankbare Altenative zum Einheitsgedudel von Antenne, B3 und Co. dar. Da stört es auch nicht, wenn hier und da mal Anfänger am Mikro sitzen... die Wort-Fenster sind max. 2 Min. lang... Das ist klasse!
     
  23. Maeuvolino

    Maeuvolino Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day


    Antwort von Mäuvolino:
    Du sagst es! Ein ganz großes herzliches DANKESCHÖN für solch qualifizierte Statements in diesem Forum!
     
  24. AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Äh... ja? Und? :confused:
     
  25. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    AW: Die Geschichte von Deutschlands kleinstem Radiosender - Radio 2Day

    Als im Privatsenderbereich ist 97eins mit Sicherheit der kleinste Radiosender. Dessen Sendegebiet erstreckt sich auf vier Dörfer, per Oversprill werden auch einige umliegende Städte und Gemeinden erreicht. Radio SWS ist ja ein Veranstaltungssender und funkt nur während der Sommermonate auf Norderney.
     

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