75 Jahre RIAS


Cavemaen

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... dann soll'n se ihren Bezahlartikel behalten.

Der RIAS hatte gute Technik, M15A Maschinen, Neumann Tonregie - vom feinsten!

Sendestart.gif00092558.jpgHeinz Erhard beim RIAS 1976.jpgRiasstudio13.jpgRIAS Regie AK.jpg
 

Cavemaen

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Wie vielleicht einigen noch bekannt ist, wurde der RIAS aus der DDR heraus gestört, so dass man die Frequenz öfter wechselte.

Hier ist der Übeltäter:

DDR Störsender.jpg

Das ist ein Röhre vom RIAS; eine 15QR40 mit Blitzschlag-Schaden in meiner Sammlung:

15QR40 vom RIAS.JPG
 

Cavemaen

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Im Hinterhof des RIAS fanden sich übrigens 3 LKWs der Wehrmacht in Form einer Langwellen-Senderanlage.

Einer der 3 Laster Typ RPZ-37 fuhr sogar aus eigener Kraft ins Museum für Technik & Verkehr innerhalb Berlins und steht dort ausgelagert im Deport ohne Puplikumszugang mit seinen Artgenossen:

rpz37_01.jpgrpz37_02.jpgrpz37_04.jpgrpz37_07.jpgrpz37_03.jpgRias_Anpassung_Sender Britz.jpg

RIAS Regie von 1948 mit halbrunden W24 Fadern:
RIAS_Regietisch_m_Flachreglern_1948.jpg

W24a offen.jpg
 

Radiokult

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Nun ja, der Rias war ein Relikt des kalten Krieges und insbesondere Rias2 nach seiner Programmreform Mitte der 1980er Jahre, der Vorreiter des deutschen Dudelfunks von dem sich die meisten deutschsprachigen Programme bis heute nicht erholt haben. Unterm Strich war das Programm zumindest in den Anfangsjahren genauso ein Propaganda-Instrument, nur eben aus der anderen Richtung. Im Deutschen Historischen Museum gibt es interessante Abhandlungen, auch über den Rias und speziell die Berliner Rundfunklandschaft, die durchaus lesenswert sind.
Es war gut das es den Rias gab. Heute wäre er aber auch nichts anderes als ein völlig beliebiges Programm von vielen. Bester Beleg dafür ist sein Nachfolgeprogramm rs2, von dessen vollmundigen Ankündigungen zum Sendestart, übrigens ebenso wie beim Wechsel des "Gegenstücks" DT64 zu Sputnik, im Grunde nichts übrig geblieben ist. Insofern ist es auch kein Verlust das es ihn heute nicht mehr gibt.
 

Radiokult

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Du liebe Zeit. Abgründe!
Derartiges gibt es aber bis heute, geschätzter Countie. 2007 legte US-Militär den Empfang des Satelliten Hotbird 8 quasi lahm, wobei auch mehrere Nachrichtenagenturen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

2009/2010 wurde mehrfach der Empfang der Deutschen Welle gestört, mutmaßlich vom Iran aus.

Es gibt mit Sicherheit noch mehr Beispiele.
 
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Cavemaen

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... und was fällt dabei auf?

Kaum einer der beliebtesten Moderatoren (und innen!) hat Radio gelernt, alle Guten waren Quereinsteiger.

Gerade weil sie oft kein Studium haben und das Medium nicht erlernten hat eine Vielzahl verdammt guter Mikrofonarbeiter hervorgebracht!

Heute sind 'se austauschbar, wie deren Programm.

Hauptsache wie ein Maschinengewehr die Silben raushauen, ohne Punkt und Komma oder Betonung wird wie verrückt drauflosgeplappert, Interviewpartner abgewürgt, Themen im Akkord rausgehackt ohne Liebe zum Detail, lieblos und stupide werden Sendungen am Fließband live rausgehauen, Titel weder an noch abgesagt, Uhrzeiten bleiben ungenannt und der Hörer hat das zu erdulden und hat das toll zu finden, was man an Info's aus'm Schmierphone bekommt und kaum jemanden interessiert.

Leute, das will niemand!

R.
 
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Cavemaen

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Richtig - ich nenne auch Ben Streubel aus dem Nachtprogramm einen Radio-Künstler, dem man ohne blutdrucksenkende Medikamente stundenlang zuhören kann und ein weitaus größeres Musik-Repertoire hat, als "gelernte Radioleute"!

Vor Reinke gab es doch noch Achim Graul, Martin Hecht & Co., die sich anders umorientierten.

Atze (Hans-Karl Schmidt) verstarb letztes Jahr und machte ein sehr sehr gutes Programm auf seinem Webkanal Radio Landeck, auch er verließ das sinkende Schiff wie er mir mal sagte....

Wie selbst feststellen mußte, haben Quereinsteiger keine Chancen, man wird schon in Vorzimmern & Redaktion abgeblockt und ignoriert und hofft offensichtlich so, eigene Konkurrenz (der könnte ja besser + beliebter sein) sich vom Hals zu schaffen.

Reinke hatte in Bad Vilbel auch zu kämpfen mit offener Anfeindung und Worten wie z.B. was der der Alte denn hier, will der uns die Butter vom Brot nehmen...?

Nein, das braucht Werner nicht, er kann Radio, er ist eine Institution, er kann es und er macht es - das sogar verdammt gut!

Daher spreche ich mal offen meine Erfahrungen aus wenn ich sage, dass es eine kleine selbsternannte Elite mit Selbstbeweihräucherung (Radiopreis) versucht, mit allen Mitteln an der Macht (Job) zu bleiben und uns zwangsverpflichteten Gebührenzahlern das täglich aufzudrücken, was wir gut zu finden haben.

Beispiel Hörerwünsche;

mit exotischen Titeln kommt man extrem selten durch, es muß den Amtsinhabern in den Kram passen, sonst folgt etwas aus dem Mainstream.

Ruft jemand an und nennt einen bereits zu Tode gespielten Titel, ist dieser höchstwillkommen und wird uns schon wieder aufgedrückt quasi nach dem Motto; der Hörer wolle das doch so.

Nein, das war nur einer, andere schalten ab.

Dummerweise glauben viele Moderatoren(+innen), jemanden kopieren zu müssen und mit techn. Hilfsmitteln wie VIP-1 und anderen Prozessoren die eigene Stimme ihrem Idol annähern zu müssen.

Ich habe meinen Leuten beim Sprechertraining stets gesagt, dass IHR am Mikrofon sitzt, IHR macht Programm und müsst mit dem zufrieden sein, was ihr abliefert, niemals jemanden imitieren zu wollen, denn das reißt Euch aus dem Konzept, ihr verliert den Faden zum aktuellen Thema und baut Mist.
Konzentriert euch auf das was ihr sagen wollt mit kurzen abgeschlosenen Sätzen, respektiert Kollegen, Studiobesucher und Interviewpartner, übertreibt nicht und bleibt ihr selbst.


Damit sind wir immer gut gefahren und wer gegen Kollegen intrigierte, flog raus.

So hatte ich Ruhe im Laden und nie Beschwerden.

R.
 

Philclock

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@Cavemaen

Wie selbst feststellen mußte, haben Quereinsteiger keine Chancen, man wird schon in Vorzimmern & Redaktion abgeblockt und ignoriert und hofft offensichtlich so, eigene Konkurrenz (der könnte ja besser + beliebter sein) sich vom Hals zu schaffen.

Ja da ist schon was dran, wobei das echt ein Wahnsinn ist, für manche Sendungen braucht es keine gelernten Radiomacher. Schade eigentlich aber was ich dazu noch schreiben wollte.
Gerade von ehemaligen RIAS Leuten,, hab ich schon öfters Hilfe bekommen und ich bin da super Dankbar dafür. Da wurde man an anderer Stelle schon für eine unzumutbare Nervensäge erklärt und hört nix mehr, von den Leuten.

Was hast Du denn da für Erfahrungen gemacht, arbeitest Du nun beim Radio, hast Du es doch geschafft?

Was mich an den neuen Ausbildungen stört, ist die Tatsache, dass man nur ein paar Monate fürs Radio lernt, danach geht es meistens um Ausbildungsinhalte für Video und TV, sprich alle sollen heute alles können und immer austauschbar sein, Ich finde das ehrlich gesagt, pervers.
 

Cavemaen

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zu #17:

Ja Daniel, habe über 11 Jahre lang beim Kabelradio gearbeitet, den Laden geleitet incl. Moderation, Messtechnik und Sprecher ausgebildet.

Das war ein wunderbare Zeit mit sehr vielen netten Studiobesuchern und je nach Gästen barst das kleine Studio aus den Nähten!

Dann kam der Sparzwang des Investors und andere Dinge bekamen Vorrang.

Heute habe ich verkleinert, ein kleines Neumannpult steht mit UKW-Sender einsam im Raum, kann das Wort "Rentner" schon buchstabieren und überlege, ob ich mal wieder was im Radio mache, ein Oldie bin ich nun selbst...

R.
 
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