Veränderungen bei Bayern 1


Nachts war es Ben Streubel von SWR3, der (Teilweise) Live-Call-Ins zugelassen hat. Bewundernswert in der Vergangenheit war, dass der Gewinner manchmal sein Musikwunsch schon parat hatte (falls er das Spiel gewonnen hatte), Ben diesen jedoch gleich am Telefon ON-Air abwürgte und mit dem nächsten Titel in der Playlist ersetzte. Der Anrufer war wahrscheinlich verdutzt, dass das eigentlich gar nicht "sein Musikwunsch" war. Ob es immer noch so ist, keine Ahnung, höre schon seit Jahren kein Nachtradio mehr.
 
Ach was. Wenn man sich ansieht, was bei Antenne Bayern unter Kovac gerade los ist, muss man einfach auch feststellen, dass Valerie Weber eine wahnsinnig talentierte Managerin mit Führungsqualitäten und einem extrem guten Gespür für den Markt ist, besonders für den bayerischen Markt.
Ich finde nicht alles gut, es ist nicht immer mein Geschmack oder meine Idee von gutem Radio, dennoch habe ich großen Respekt vor Valerie Weber und sie ist für mich eine der ganz großen MedienmacherInnen in diesem Land.
 
Gefällt mir: Avox
Beim WDR ist der Flurschaden überschaubar, den sie hinterlassen hat, sollte sie wirklich gehen.
Naja:
  • Die Aushöhlung des Abendprogramms bei WDR 2 (angefangen bei "Der Tag bis hin zu Traditionssendungen wie der "Zugabe"), ok: immerhin Wiedereinführung des "Mittagsmagazins" in neuem Gewand,
  • im Grunde dasselbe bei WDR 4 mit allen Spartensendungen abends und am Wochenende, von denen viele nicht mehr sind,
  • die Einführung der in Konzept und Form fragwürdigen Gemeinschaftsnachrichten bei WDR 2-5,
  • der stiefmütterliche Umgang mit fremdsprachigen Sendungen bei COSMO
  • und ganz allgemein die Intensivierung enger Musikrotationen in den Unterhaltungsprogrammen...

Sicherlich nicht alles allein Valerie Weber zuzuschreiben, trotzdem hat sie ihren Anteil an diesen Entwicklungen.

Wenn man sich ansieht, was bei Antenne Bayern unter Kovac gerade los ist, muss man einfach auch feststellen, dass Valerie Weber eine wahnsinnig talentierte Managerin mit Führungsqualitäten und einem extrem guten Gespür für den Markt ist, besonders für den bayerischen Markt.
Bleibt die Frage: Braucht der BR eine "Managerin"? Mag sein, dass sie für Antenne Bayern, zuvor Antenne 1 (Stuttgart) und ihre anderen Privat-Stationen marktwirtschaftlich betrachtet die Richtige war. Schon aus seinem grundsätzlichen Selbstverständnis heraus sollten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aber andere Maximen zur Geltung kommen.

Und angesichts meiner Erfahrungen mit Webers Tätigkeit auf dem Wallrafplatz musste ich beim Lesen der Nachricht gerade schon etwas Luft holen. Aber geben wir ihr eine weitere Chance...
 
Bei Bayern 1 und 3 würde ich mir keine Gedanken machen, Personality und Spezialformate am Abend hat sie auch im Westen am Leben gelassen oder neu eingeführt und ansonsten sind sie eh weitgehend modernisiert bis durchformatiert.
 
Es gibt ja noch genügend anderes beim Bayerischen Rundfunk, das man gezielt an die Wand fahren kann, wenn man Kultur und Anspruch verachtet. Das erste und das dritte Hörfunkrogramm sehe ich in Ihrer heutigen Form am allerwenigsten gefährdet. Aber vielleicht wird das Bayerische Fernsehen unter ihr ja Marktführer in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.
 
Valerie Weber soll neue BR-Intendantin werden
Gott (oder wer auch immer) bewahre!
Wenn das so kommt, wird Kovacs Antenne doch noch der neue Stern am Bayerischen Radiohimmel...

Ich kann Herrn Schmiech nur schonmal raten, sich angemessen zu bewaffnen. Denn er wird alles abwehren müssen, was da von oben dann so in Richtung Unterhaltungswellen kommt.
Mit ihrer Antenne Bayern Erfahrung wird sie sich wohl auf diese zuerst stürzen.
 
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Nur weil jemand woanders Spezialsendungen abgeschafft oder irgendwas eingeführt hat, heißt das doch nicht dass diese Person das im neuen Job macht. Was habt ihr denn für naive Vorstellungen von Top-Managern? Wenn jemand von Renault zu Audi wechselt, baut Audi doch plötzlich keine zweiten Renaults?
 
Nur weil jemand woanders Spezialsendungen abgeschafft oder irgendwas eingeführt hat, heißt das doch nicht dass diese Person das im neuen Job macht.
Oh doch. Sie wurde/wird ja nicht umsonst der "bayerische Dampfhammer" genannt.

Bei Antenne Bayern hat man es gesehen. Erst einmal alles bewährte über den Haufen geworfen, und dann:
Verflachung, Durchhörbarkeit und Formatierung bis zum Erbrechen. Keine Personalities, jeder Moderator ist jederzeit austauschbar und die Rotation wird auf ein Minimum begrenzt.
Die Quote gab ihr zwar recht, aber der anspruchsvolle Radiohörer war entsetzt...

Und das wird auch den Popwellen des BR drohen.

Bayern 3 wird zur reinen Top40 Welle.
Matuschke wird hochkant rausfliegen (wenn er nicht freiwillig geht), da er nicht mehr ins Format passen wird. "Update" wird eingestampft werden, da Wort nicht mehr wichtig sein wird.
Der eine Vorteil, den Bayern 3 den anderen Popwellen voraus hat, nämlich sehr früh neue Hits zu erkennen und zu spielen, wird verschwinden, da diese erst Wochenlang getestet werden müssen.
Moderatoren, die eine Moderation von 1:30 regelmäßig überschreiten (Kruesken, Golle, etc.), werden entweder zurechtgewiesen oder abgeschafft. Die Stefans werden wohl auch dran glauben müssen. Drei Stunden durchgehend Comedy kann sich schließlich ein Hitradio keinesfalls leisten.

Bei Bayern 1 werden, wie hier schon einige vermuten, die Spezialsendungen am Abend verschwinden.
Das ganze wird nochmals verjüngt werden, d.h. es wird von Major AC auf AC aufgewertet. Songs der 60er und 70er werden gestrichen. Der Anteil an "nervenden" Rocktiteln wird reduziert, damit man mehr softe Balladen spielen kann.
Bisher hervorragende Moderatoren, wie Susanne Rohrer, Fritz Egner, oder Tom Glas werden gescriptete Moderationen befolgen müssen. Spontan wird da nichts mehr sein.
Stephan Lehmann hat wohl rechtzeitig den Absprung geschafft, und das Schiff verlassen, das sinken wird, sollte VW den Vorsitz übernehmen...

Oh mann, wird das finster werden...

Für die Kulturabteilung sehe ich auch schwarz. Abschaffung der Vielfalt in Form von Nieschensendungen und Ausrichtung auf den Mainstream bei Bayern 2.

PULS wird es auch ganz übel treffen. So ist das doch bisher die einzige Jugendwelle, die diesen Namen verdient.
Auch das wird VW zunichte machen, indem es "massentauglich" gemacht wird.

Sollte dieses Gerücht wirklich wahr sein, sehe ich absolut Schwarz für den BR.
Als Intendantin könnte sie schalten und walten.
Ich finde: das muss verhindert werden!

Kann bitte irgendjemand eine Petition starten?...
 
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Oh doch. Bei Antenne Bayern hat man es gesehen. Erst einmal alles bewährte über den Haufen geworfen, und dann:
Verflachung, Durchhörbarkeit und Formatierung bis zum Erbrechen. Keine Personalities, jeder Moderator ist jederzeit austauschbar und die Rotation wird auf ein Minimum begrenzt. (...)
Nein. Die Aufgabe eines Programmdirektors beim Privatradio ist Quote zu machen mit möglichst wenig Kosten. Nenn mir jemanden in Europa, der das besser gemacht hat als Valerie Weber. Finanziell stand ABY zu ihrer Zeit so gut da wie kein anderer. Und die Quote ist mal eben so von 700.000 auf in Spitzenzeiten 1,3 Mio. Hörer pro Stunde gewachsen. Ich kenne sie nicht persönlich. Aber sie scheint eine der talentiertesten Medienmager*innen Europas zu sein. Und jetzt hier zu labern welche Moderatoren rausfliegen werden ist den Kolleginnen und Kollegen gegenüber unsäglich.
 
Ach und du glaubst tatsächlich, dass eine "Managerin", die deutschlandweit Privatradios verflacht hat und es nicht anderes gewohnt ist, einfach umschalten kann auf: Ach hier muss ja kein Geld verdient werden?
Diese Dame kann wohl bei einzelnen privaten Radioprogrammen kurzfristig für Quote sorgen.
Ja, das hat sie bewiesen.
Das qualifiziert sie aber noch lange nicht für den Job als Intendantin.
Und doch wird sie, wenn sie den Posten bekommt, die selbe Schiene fahren!
Und deshalb glaube ich, dass diese "Fehlbesetzung" den BR, bei dem momentan alles richtig zu laufen scheint, durch ihren "Drang zur zwangshaften Veränderung" vernünftig zu Grunde richten wird.

Und jetzt hier zu labern welche Moderatoren rausfliegen werden ist den Kolleginnen und Kollegen gegenüber unsäglich
Diese Kollegen wissen selbst ganz genau, was ihnen blüht, sollte VW Intendantin werden.
Und mir unsägliche Beiträge zu unterstellen ist ja wohl selbst sehr unsäglich!
 
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Ich glaube, dass Manager in der Topliga wie VW in der Lage sind, sich neuen Arbeitgebern anzupassen. Dieses Märchen, das seit Jahren in diesem Forum erzählt wird, dass VW an irgendeiner Playlist selbst schraubt, ist einfach falsch. Dass sie bei den 12 Schreiberlingen hier im Forum, die holländische Nischenprogramme oder Musiksendungen im DLF lieben, verhasst ist, ist verständlich aber wird den entsprechenden Gremien Wurscht sein.
 
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